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Markus Pieper (Politiker)

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2026 um 13:31 Uhr durch imported>Neuenkirchener (Änderung 265992132 von AdlertraegerMS rückgängig gemacht; Gemäß Artikel 18 der Verordnung (EU) 2019/942 der ACER-Verwaltungsrat aus neun Mitgliedern und Stellvertretern, die vom Rat, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament für eine 4jährige Amtszeit ernannt werden. Stellvertreter sind formell Teil des Organs. Die Ergänzungen sind nicht notwendig, teils irreführend, ACER hat keinen Einfluss afu die Ernennung.).
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Datei:22-05-04 Pieper portrait.jpg
Markus Pieper im Europäischen Parlament 2022

Markus Pieper (* 15. Mai 1963 in Hameln) ist ein deutscher Politiker und ehemaliger Verbandsgeschäftsführer. Von 2004 bis 2024 war er Europaabgeordneter der CDU für Nordrhein-Westfalen und den Wahlkreis Münsterland. Heute ist er Dozent, Analyst und Lehrbeauftragter für Universitäten, Europäische Institutionen und Wirtschaftsorganisationen. 2026 berief ihn das Europäische Parlament in den Verwaltungsrat<ref name="Verwaltungsrat">Verwaltungsrat ACER. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> der Europäischen Agentur für Netzregulierung ACER<ref name="ACER">ACER. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>.

Leben und Beruf

Pieper studierte Geographie, Volkswirtschaft und Raumplanung an den Universitäten Hannover und Göttingen.<ref name="eppgroup">Mittelstandsoffensive der Europäischen Volkspartei (EVP). Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> Als Diplom-Geograph promovierte er 1994 über den Bedeutungswandel industrieller Standortfaktoren bei Ludwig Schätzl. Ab 1989 und später, parallel zur Dissertation, arbeitete Pieper als Projektleiter bei der Unternehmens- und Kommunalberatung Troje GmbH in Hann. Münden. Im Jahre 1994 wechselte er zur Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland und wurde dort 1996 Geschäftsführer. Von 1998 bis 2005 war er auch stellvertretender Vorsitzender des niedersächsischen Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft.<ref name="Pieper">Angaben zum Lebenslauf im Webauftritt von Markus Pieper; abgerufen am 4. Oktober 2014</ref> Von 1994 bis 2004 war er zudem Lehrbeauftragter der Universität Osnabrück. Seit 2014 lehrt Pieper (mit kurzen Unterbrechungen) am Institut für Politikwissenschaften (IfPol) an der Universität Münster, mit den Schwerpunkten Europäische Integration, Gesetzgebungsverfahren und Handelspolitik. 2025 erhielt er zudem einen Lehrauftrag an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Technische Universität Bergakademie Freiberg für „Bessere Rechtssetzung in der EU“. Markus Pieper widmet sich heute der ehrenamtlichen Partei- und Bildungsarbeit<ref>Vorstand. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> sowie beratenden Funktionen.

Europäisches Parlament und politische Laufbahn

Als politischer Quereinsteiger mit IHK-Hintergrund gewann Pieper 2003 die Kandidatur der CDU-Münsterland für die Europawahlen. Als Europaabgeorneter war er 2017 bis 2024 parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe und Mitglied im Vorstand der EVP-Fraktion. Er war von 2009 bis 2014 stellvertretender Vorsitzender des Regionalausschusses und später des Ausschusses für Verfassungsfragen. Er befasste sich im Europäischen Parlament mit der Mittelstands- und Verkehrspolitik sowie der Haushaltskontrolle.

Das Parlament ernannte ihn mehrfach zum Berichterstatter wichtiger Dossiers, so für die „Zukunft der Regionalpolitik“<ref>Markus Pieper: Skepsis gegen "Zwischenregionen". 18. März 2011, abgerufen am 14. Juni 2024.</ref>, die „Entlastung des Gesamthaushalts der EU-Kommission“<ref>Tomáš ZDECHOVSKÝ: BERICHT über die Entlastung für die Ausführung des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Union für das Haushaltsjahr 2018, Einzelplan II – Europäischer Rat und Rat | A9-0038/2020 | Europäisches Parlament. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref>, die Finanzierungstransparenz von NGOs,<ref>Pieper fordert mehr Transparenz von Nichtregierungsorganisationen, auf cducsu.eu</ref> die „Wettbewerbspolitik für die Luftverkehrswirtschaft“<ref>Mit neuer Verordnung mehr Wettbewerbsschutz für EU-Airlines | Dr. Markus Pieper. 21. November 2018, abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> und die „Erneuerbaren Energien Richtlinie RED 3“<ref>Florence Schulz: RED III ist der Schlüssel für unsere Energieunabhängigkeit. In: https://background.Tagesspiegel.de. 25. April 2022, abgerufen am 25. April 2022.</ref>, die Wasserstoff-Regulierung<ref>Jens Tartler: Todesstoß für die Wasserstoff-Wirtschaft. In: https://background.tagesspiegel.de. 31. Januar 2023, abgerufen am 31. Januar 2023.</ref><ref>Markus Pieper: Ein Konservativer für Erneuerbare • Table.Briefings. 18. März 2022, abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> und zahlreicher Mittelstandsdossiers, so zur KMU-Definition.<ref>Who will be a small and medium-sized enterprise in the future? | Housing Europe. Abgerufen am 14. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er gründete den Mittelstandskreis der EVP-Fraktion, dem heute 60 Abgeordnete aus 17 Ländern angehören.<ref>How does SME Europework?, auf smeeurope.eu</ref>

Zu seinen weiteren politischen Funktionen zählte von 2007 bis heute die Mitgliedschaft im Landesvorstand der nordrhein-westfälischen CDU, von 2017 bis 2024 die beratende Mitgliedschaft im Bundesvorstand der CDU, von 2001 bis 2004 war er Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Lotte und von 2010 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender im CDU-Kreisverband Steinfurt. 2021 wählte der CDU-Bundesparteitag Pieper in den Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP), dem er, bestätigt durch seine Wiederwahl beim Bundesparteitag 2026<ref>Laumann als Parteivize wiedergewählt. 24. Februar 2026, abgerufen am 15. März 2026.</ref>, aktuell angehört. Er ist zudem als Energie- und Verkehrsexperte seit 2024 dem Vorstand der Europäischen Mittelstandsvereinigung (SME Circle) beigeordnet und als Energie-/Mittelstandsexperte weiter in europäischen Medien<ref>Manuel Berkel: Atomenergie: Warum sich Frankreich und Deutschland annähern. Abgerufen am 9. September 2025.</ref><ref>euraktiv.com</ref> präsent.

Nach zwanzig Jahren im Europäischen Parlament kandidierte er bei der Europawahl 2024 nicht mehr.<ref name="noz">Geplatzte Berufung als EU-Beauftragter für den Mittelstand: Das sagt Markus Pieper aus Lotte, auf noz.de</ref> Die zwischenzeitlich von der EU-Kommission angebotene Position als Mittelstandsbeauftragter trat er nach parteipolitisch motivierten Blockaden insbesondere durch den französischen EU-Kommissars Thierry Breton im April 2024 nicht an.<ref>Ursula von der Leyen | Die Selbstherrliche, auf thepioneer.de</ref><ref>Markus Pieper wird nicht KMU-Beauftragter der EU-Kommission, auf zdh.de</ref> Außerdem hatte es im Vorfeld der Europawahlen Kritik an der Kommissionspräsidentin und CDU-Parteikollegin Von der Leyen hinsichtlich des Auswahlverfahrens für die Position gegeben.<ref>CDU-Politiker Pieper verzichtet auf EU-Posten, auf tagesschau.de</ref><ref>Von der Leyens Parteifreund Markus Pieper gibt auf, auf handelsblatt.com</ref>

Ehrenamt

Über die politischen Funktionen hinaus engagiert sich Pieper ehrenamtlich in der Europa-Union sowie als stellvertretender Vorsitzender beim Deutschland- und Europapolitischen Bildungswerk NRW (DEPB<ref>Vorstand. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref>), als Mitglied im Kuratorium<ref>Kuratorium. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin und als Mitglied im Kuratorium für Energie- und Bergrecht<ref>Institut für Berg- und Energierecht. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref> der Ruhr-Universität Bochum. 2022 wurde Markus Pieper zudem in den Beirat der „EPICO KlimaInnovation<ref>Unser Beirat. Abgerufen am 14. Juni 2024.</ref>“, Berlin, berufen, eine Denkfabrik und Netzwerk für nachhaltige, marktbasierte und innovationsorientierte Klima- und Energiepolitik. Seit 2024 ist Pieper EU-Koordinator für den Internationaler Wirtschaftssenat (IWS)<ref>EU REPRÄSENTANT – Internationaler Wirtschaftssenat e.V. Abgerufen am 22. Januar 2025.</ref>, einer Wirtschaftsvereinigung mit Anbindung an die Vereinten Nationen.

Positionen

Markus Pieper nimmt proeuropäische Positionen ein und sieht die EU als politische Erfolgsgeschichte,<ref>Frank Klausmeyer: Starkes Plädoyer für die europäische Idee In: Westfälische Nachrichten vom 20. Januar 2019.</ref> die Frieden sichert und Handeln erleichtert.

Er betont die Bedeutung von grenzüberschreitender Wirtschaft für Europa in einer globalisierten Welt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Wir sind gut beraten, für Europa Flagge zu zeigen!" (Memento vom 1. Oktober 2019 im Internet Archive), auf wirtschaftsrat.de</ref>

Als Abgeordneter sprach Markus Pieper sich für einen Bürokratieabbau aus, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU). So warb er für Ausnahmen beim Emissionshandel und der Abfallgesetzgebung sowie eine längere Übergangsfrist bei Unternehmen, die aus der KMU-Definition herausfielen.<ref>Ausführliche Sitzungsberichte | Dienstag, 3. Juli 2018 - Straßburg, auf europarl.europa.eu</ref>

Pieper setzte sich im Jahr 2020 dafür ein, in Europa neue Infrastruktur zur Nutzung von Erdgas aufzubauen. Ohne neue Gaskraftwerke werde es in weiten Teilen Osteuropas keine Energiewende geben.<ref>Süddeutsche Zeitung, Umweltverbände kämpfen gegen Gas-Beihilfen, 7. Oktober 2020</ref> Im Interesse der deutschen Wirtschaft werde auch in Deutschland Erdgas als Brückentechnologie für die Grundlast und für Wasserstoffbeimischungen gebraucht.<ref>Die Welt, Europa beschließt die „Öko“-Bibel – und Deutschland lässt seine Industrie im Stich, 16. April 2021</ref>

Pieper kritisierte im Oktober 2020 das Votum des Europäischen Parlament das Klimaziel der EU auf 60 Prozent anzuheben mit den Worten dies sei eine „Fehleinschätzung“ und das Ziel ginge „extrem über die Pariser Klimaziele hinaus“.<ref>Süddeutsche Zeitung, EU-Abgeordnete mehrheitlich für schärferes Klimaziel, 7. Oktober 2020</ref>

Der Deutsche Naturschutzring beurteilt auf Basis von Abstimmungsaufzeichnungen aus seiner Zeit im Europaparlament seinen Einsatz für eine ehrgeizige Klima- und Energiepolitik als sehr schlecht.<ref>Deutscher Naturschutzring, Markus Pieper, Umweltcheck EU-Parlament</ref> 2019 sagte Pieper dem Naturschutzring er stehe für eine „realistische, faktenbasierte Klimaschutzpolitik“. Er sei gegen reine Symbolpolitik und wolle, dass Klimaschutzziele und -maßnahmen etwas bewirken. Das ginge „nur mit Augenmaß und Sachverstand, der Menschen und Finanzen im Blick behält.“<ref>gooddev.de: Markus Pieper (CDU/EVP): "Ich stehe für realistische, faktenbasierte Klimaschutzpolitik" | Deutscher Naturschutzring. Abgerufen am 28. Februar 2025.</ref>

Markus Pieper vertritt die Position, dass es mehr Zutrauen in die Marktwirtschaft und steuerliche Anreize für Investitionen geben müsse.<ref>Was die EU braucht? Mehr Zutrauen in Menschen und Marktwirtschaft (PDF), auf markus-pieper.eu</ref>

Er kritisiert „radikalen Klimaschutz“ und setzt sich ein für Technologieoffenheit und „Klimaoptimismus“.<ref>Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie - Klimaoptimismus statt Weltuntergang, auf cicero.de</ref>

Mit Blick auf den US Inflation Reduction Act fordert Markus Pieper eine vergleichbare europäische Unterstützung für die Investition in Innovationen und Erneuerbare Energien.<ref>One year on, Europe is still missing a business case for industrial decarbonisation, auf euractiv.com</ref>

Privates Leben

Markus Pieper ist verheiratet und hat mit seiner Frau drei Kinder. Die Familie lebt in Lotte. Er ist evangelisch-lutherischer Konfession und Mitglied in örtlichen Vereinen, so im Mühlenverein Wersen, im regionalen Hegering sowie in der Europa-Union Steinfurt, dem Münsterland e. V. und war lange kooptiert im Aufsichtsrat der Sportfreunde Lotte.<ref name="Pieper" />

Ehrungen und Auszeichnungen

Seine Doktorarbeit (magna cum laude) zum Bedeutungswandel von Standortfaktoren der Industrie erhielt die Wertung "von ungewöhnlicher Qualität". Gewürdigt von Dr. Alexander Voegele, Wirtschaftsförderung Berlin, in der FAZ-Buchbesprechung Wirtschaftsbücher<ref>FAZ-Buchbesprechung Wirtschaftsbücher. Abgerufen am 2. März 2026.</ref> (Jan. 1995).

Pieper wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz am Bande; 2021)<ref>Bundespräsident (Deutschland) Bekanntgabe der Ordensträgerinnen und Ordensträger</ref> insbesondere für sein Engagement für Mittelstand, Regionen und Innovationen verliehen.

2022 nahm die Journalistenplattform EU-Matrix Markus Pieper in den "MEP Influence Index" unter den TOP 3 der einflussreichsten Energiepolitiker des Europäischen Parlaments auf.<ref>MEP Influence Index 2022: Top 100 most politically influential MEPs, auf eumatrix.eu</ref><ref>MEP Influence Index 2022: Top MEPs shaping EU’s energy policy. Abgerufen am 9. September 2025.</ref>

Veröffentlichungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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