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Zeltkirche

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Die Zeltkirche ist ein Typ des modernen Kirchenbaus der Zeit seit den 1960er Jahren, der sich symbolisch auf einfache Zelte bezieht.

Geschichte

Das christliche Symbol des Zeltes sollte den Mythos vom wandernden Gottesvolk zum Ausdruck bringen und wurde von den evangelischen und katholischen Konfessionen als theologisches Leitbild und als bildhaft-assoziative Verkörperung von Kirche aufgenommen. Die in Architektur übertragenen Formen der Zelttypen sind vielfältig und reichen vom längs gerichteten Tunnelzelt oder Firstzelt über zentralisierende Kuppelzelte bis zu Pyramidenzelten, die im historischen Zeltbau nicht ohne Firststangen als Mittelstützen auskommen. Die tatsächlich errichteten Zeltkirchen sind in der Regel stützenfreie Stahlbetonskelettbauten mit Oberflächen aus Baustoffen wie Backstein oder Beton, kombiniert mit Glas und Holz. Es ging also nicht um eine baukonstruktive Nachbildung von statisch labilen Zeltgerüsten aus Gestängen mit darüber gezogenen Tuchplanen. Vielmehr war die theologische und entwerferische Absicht, weite stützenfreie und zentralisierende Innenräume zu schaffen, um die Laien stärker in die rituellen Handlungen des Gottesdienstes einzubeziehen.<ref>Folkhard Cremer: Funktion, Gestalt und Ausstattung dreier Zeltkirchen. Die Kirchen Paul Gerhardt in Waldkirch-Kollnau, St. Johannes in Emmendingen und St. Peter und Paul in Königsfeld. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg – Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege, Bd. 49 (2020), Nr. 1, S. 21–27 (Digitalisat), hier S. 21.</ref>

Beispiele

  • Schweden:
    • Holzkirche von Kiruna aus 1912 (wird August 2025 übersiedelt)

Siehe auch

Literatur

  • Melanie Mertens: Neue Strömungen – Kirchenbau der 1960er Jahre, in: Gotteszelt und Großskulptur. Kirchenbau der Nachkriegsmoderne in Baden-Württemberg. Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (Arbeitsheft 38). Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2019, ISBN 9783799513944.
  • Kerstin Wittmann-Englert: Zelt, Schiff und Wohnung. Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne. Fink, Lindenberg 2006, ISBN 9783898702638.

Einzelnachweise

<references />