Rolf Danneberg
Rolf Danneberg (* 1. März 1953 in Hamburg) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet. Er wurde 1984 Olympiasieger im Diskuswurf.
Leben
Rolf Danneberg, der zunächst Speerwerfer war und sich ab 1976 ganz auf den Diskuswurf verlegte,<ref name=":0">Rolf Danneberg - Spätzünder mit der Wurfscheibe. In: NDR. Abgerufen am 12. September 2020.</ref> startete für den Hamburger SV,<ref>Norbert Scheid: Die Glanzzeit lebte noch mal auf. In: Hamburger Abendblatt. 26. September 2015, abgerufen am 12. September 2020.</ref> dann ab 1977 für die LG Wedel-Pinneberg<ref>Schmückt sich der Senat mit fremden Federn? (PDF) In: Hamburger Abendblatt. 22. August 1984, abgerufen am 26. November 2021.</ref> und wurde dort von Trainer Artur Heß betreut,<ref name=":1">Jetzt hat er’s mir, seiner Schwester, aber gezeigt… In: Hamburger Abendblatt. 13. August 1984, abgerufen am 12. September 2020.</ref> ab 1990 trug Danneberg die Farben von Bayer 04 Leverkusen. 1993 kehrte er zur LG Wedel-Pinneberg zurück.<ref>Hamburg. Leichtathletik. In: Hamburger Abendblatt. 21. Mai 1993, abgerufen am 10. April 2023.</ref>
Von 1978 bis 1990 erreichte er jeweils einen Platz unter den besten drei bei den Deutschen Meisterschaften, 1980, 1988 und 1989 gewann er den Titel. Danneberg wurde zudem dreimal deutscher Hochschulmeister im Diskuswurf.<ref name=":0" /> 1984 wurde er als erster Deutscher Diskuswurf-Olympiasieger, was als große Überraschung eingestuft wurde.<ref name=":0" />
Er ist 1,98 m groß und wog in seiner aktiven Zeit bis zu 125 kg.<ref>Athletenprofil der IAAF</ref> Seine Bestleistung liegt bei 67,60 m, aufgestellt 1987 in Berlin. Danneberg absolvierte ein Lehramtsstudium<ref>Rolf Danneberg: Ich bin doch nicht auf Almosen angewiesen. In: Hamburger Abendblatt. 31. Oktober 1986, abgerufen am 12. September 2020.</ref> in den Fächern Sozialkunde und Sport,<ref name=":0" /> blieb aber zunächst ohne Lehrerstelle,<ref name=":1" /> zum Zeitpunkt seines Olympiasieges 1984 war er seit 15 Monaten arbeitslos.<ref>Wird Danneberg jetzt Referendar? In: Hamburger Abendblatt. Hamburger Abendblatt, 14. August 1984, abgerufen am 12. September 2020.</ref> Das öffentlich gemacht zu haben, erachtete er später als Fehler und betonte, er hätte sich ganz auf den Sport konzentrieren sollen.<ref>Der Abstieg eines Olympiasiegers. In: Hamburger Abendblatt. 14. Mai 1987, abgerufen am 24. Februar 2021.</ref> Nach dem Olympiasieg ernannte ihn der Wedeler TSV zum Ehrenmitglied.<ref name=":3">WOLFGANG HELM: Mein Verein … ist eine runde Sache. In: Pinneberger Zeitung. 17. November 2012, abgerufen am 2. Dezember 2020.</ref> Er wurde als Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres 1984 ausgezeichnet.<ref>Hamburg-Splitter. In: Hamburger Abendblatt. 24. Dezember 1984, abgerufen am 15. Dezember 2021.</ref> Zu Beginn des Jahres 1986 ließ er sich von der Hamburger Schulbehörde von seinem Referendariat zunächst befreien, um sich ganz dem Sport zu widmen. Von seinen Weggefährten wurde er als „eher schüchtern“, als „lockerer Typ“ und als Menschen mit klaren Ansichten eingeschätzt.<ref name=":1" /> Dass Danneberg trotz Olympiasieg in der Öffentlichkeit verhältnismäßig unbekannt blieb und seinen Erfolg nicht in Werbeverträge ummünzte, erklärte er im Mai 1988 mit den Worten: „Sicherlich bin ich kein Sonnyboy. Aber ich bin auch nicht einer von denen, die ihre Popularität mit Kompromissen erkaufen.“<ref>Rainer Grünberg: Die Gedanken müssen frei sein für den großen Wurf. In: Hamburger Abendblatt. 17. Mai 1988, abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref>
Für seine sportlichen Erfolge wurde er mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.<ref>Google-Link Rolf Danneberg, bilder zur Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes</ref> 1989 wurde Danneberg der Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis verliehen.<ref>das Leichtathletik-Portal - Rudolf-Harbig-Preis. Abgerufen am 12. September 2020.</ref> Als Trainer betreute Danneberg von 2005 bis Oktober 2010 den Diskuswerfer Markus Münch, der seine Bestweite in dieser Zeit auf 65,37 Meter steigerte und jeweils an einer Welt- und Europameisterschaft teilnahm.<ref>Markus Münch trennt sich von Rolf Danneberg. In: Leichtathletik.de. Abgerufen am 12. September 2020.</ref>
Ergebnisse bei großen Wettkämpfen
- 1982: Europameisterschaften in Athen: In der Qualifikation ausgeschieden
- 1984: Olympische Spiele in Los Angeles: 1. Platz (64,74 – ungültig – 63,64 – 66,60 m – ungültig – 66,22)
- 1986: Europameisterschaften in Stuttgart: 11. Platz
- 1987: Weltmeisterschaften in Rom: 4. Platz
- 1988: Olympische Spiele in Seoul: 3. Platz (65,58 – 63,60 – ungültig – 63,88 – 67,38 m – 65,42)
- 1990: Europameisterschaften in Split: 6. Platz
Literatur
- Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.
- Karl-Heinz Keldungs: Rolf Danneberg. In: ders.: Die deutsche Leichtathletik in 100 Porträts von Hanns Braun bis Malaika Mihambo. Arete Verlag Christian Becker, Hildesheim 2022, ISBN 978-3-96423-081-2, S. 32f.
Weblinks
- Vorlage:Olympedia
- Was früher einmal war, die tageszeitung, 6. Mai 2023
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Datei:Flag of the United States (1891-1896).svg Robert Garrett | 1900: Datei:Flag of Hungary (1915-1918; angels; 3-2 aspect ratio).svg Rudolf Bauer | 1904: Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Martin Sheridan | 1908: Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Martin Sheridan (freier und klassischer Stil) | 1912: Datei:Flag of Russia.svg Armas Taipale (ein- und beidhändig) | 1920: Datei:Flag of Finland icon.svg Elmer Niklander | 1924: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Bud Houser | 1928: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Bud Houser | 1932: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg John Anderson | 1936: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Ken Carpenter | 1948: Vorlage:ITA-1946 | 1952: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Sim Iness | 1956: Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Al Oerter | 1960: Datei:Flag of the United States.svg Al Oerter | 1964: Datei:Flag of the United States.svg Al Oerter | 1968: Datei:Flag of the United States.svg Al Oerter | 1972: Datei:Flag of the Czech Republic.svg Ludvík Daněk | 1976: Datei:Flag of the United States.svg Mac Wilkins | 1980: Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Wiktor Raschtschupkin | 1984: Datei:Flag of Germany.svg Rolf Danneberg | 1988: Datei:Flag of East Germany.svg Jürgen Schult | 1992: Datei:Flag of Lithuania (1988–2004).svg Romas Ubartas | 1996: Datei:Flag of Germany.svg Lars Riedel | 2000: Datei:Flag of Lithuania (1988–2004).svg Virgilijus Alekna | 2004: Datei:Flag of Lithuania (1988–2004).svg Virgilijus Alekna | 2008: Datei:Flag of Estonia.svg Gerd Kanter | 2012: Datei:Flag of Germany.svg Robert Harting | 2016: Datei:Flag of Germany.svg Christoph Harting | 2020: Datei:Flag of Sweden.svg Daniel Ståhl | 2024: Datei:Flag of Jamaica.svg Rojé Stona
Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Danneberg, Rolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Leichtathlet und Olympiasieger |
| GEBURTSDATUM | 1. März 1953 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
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- Olympiasieger (Diskuswurf)
- Olympiateilnehmer (Deutschland)
- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1984
- Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1988
- Träger des Silbernen Lorbeerblattes
- Deutscher Meister (Leichtathletik)
- Leichtathlet (Hamburger SV)
- Geboren 1953
- Mann