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Berghabit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. Dezember 2024 um 22:02 Uhr durch imported>Bernd Bergmann (siehe neustaedtel.de bei den Weblinks).
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Datei:BergparadeMarienbergDez2005.jpg
Bergleute in Paradehabit (Bergparade in Marienberg 2005)

Das Berghabit oder Bergmannshabit (gelegentlich auch Bergmannsuniform oder Bergmannstracht) ist die traditionelle Kleidung der Bergleute in Europa. Sie unterscheidet sich nach Regionen, den bergmännischen Tätigkeiten sowie nach Arbeits- und Festkleidung oder -tracht.

Bestandteile

Bei der Arbeit trug der Bergmann des Mittelalters die Kleidung der jeweiligen Region: Grubenhose, Schuhe und Kittel. Erst nach und nach bildete sich durch die Hinzunahme von unverwechselbaren bergmännischen Elementen wie Arschleder, Kniebügel, Fahrhaube oder -kappe (später Schachthut), dem für die Arbeit benötigten Gezäh, also Fäustel, Eisen, Keile, Keilhaue, Kratze, Schaufel, Brecheisen/Brechstange, Schlägel und Bergeisen, dem Grubengeleucht (oft eine Froschlampe), und der Tscherpertasche (für Tscherpermesser und Lampenzubehör wie Rüböl, Feuerstein und Zunder)<ref name="Fahrzeug">Otto Lueger: »Fahrzeug«. In: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 3. In: zeno.org. 1906, S. 592–593, abgerufen am 15. April 2024.</ref> die bergmännische Tracht heraus.

Für die einzelnen Berufsgruppen gab es spezifische Elemente. Der Steiger trug zum Beispiel das Steigerhäckel, Häuer und Doppelhäuer trugen Bergbarten. Die Hüttenleute trugen das Leder als Schürze vor dem Bauch („verkehrtherum“) und führten die Firke oder Furkel, den Rechen und das Stecheisen oder Abstichlanze.

Der Marienberger Bergmeister Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra führte 1769 im Kurfürstentum Sachsen das Tragen des schwarzen Berghabits ein.<ref>Carl Schiffner: Aus dem Leben alter Freiberger Bergstudenten. Verlagsanstalt Ernst Mauckisch, Freiberg 1935, S. 117.</ref>

Bei den für die Montanregionen typischen Bergaufzügen wird noch heute die Vielfalt des Berghabits gezeigt.

Galerie

Preußische Rangabzeichen 1890

Das Berghabit mit Rangabzeichen wurde von preußischen Aufsichtsbeamten sowie von Angestellten und Arbeitern der Staats- und Privatgesellschaften getragen.

Rangabzeichen Amtsbezeichnungen für Staatsbeamte Berufsbezeichnungen für Angestellter und Arbeiter
Keine Rangabzeichen Hauer
Datei:Steiger.png Steiger
Datei:Fahrsteiger.png Fahrsteiger; Bergbaubeflissener
Datei:Obersteiger.png Obersteiger; Gruben-Markscheider
Datei:Bergreferendar.png Kontrollierender Markscheider; Dampfkessel-Revisor; Bergreferendar; Oberlehrer an königlichen Bergschulen
Datei:Inspektor (Bergassessor).png Inspektor; Oberinspektor; Oberbergamts-Markscheider; Bergassessor; Direktor der königlichen Bergschulen; Bezirksgeologe
Datei:Revierbeamte.png Revierbeamter; Landesgeologe Mitglied der Bergwerks-Direktionen
Datei:Vorsitzende der Bergwerks-Direktion.png Direktoren und Mitglieder der Oberbergämter, der Ministerial-Abteilung für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen; Direktoren der Bergakademie Direktor der Staatswerke; Vorsitzender der Bergwerks-Direktionen
Quelle: <ref>Горняцкая униформа и знаки различия прусских шахтеров образца 1890 г. antique-photos.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. März 2016; abgerufen am 5. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • G. E. Rost: Trachten der Berg- und Hüttenleute im Königreiche Sachsen. nach dem neuesten Reglement mit landschaftlichen Umgebungen aus den verschiedenen Bergamtsrevieren nach der Natur gezeichnet in Kupfer gestochen und treu colorirt. Freiberg 1831 (Digitalisat).
  • Karl-Ewald Fritzsch, Friedrich Sieber: Bergmännische Trachten des 18. Jahrhunderts im Erzgebirge und im Mansfeldischen. Mit 31 Bildtafeln. In: Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Volkskunde. Band 12. Akademie-Verlag, Berlin 1957 (79 S.).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />