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Hubert Burda Media

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Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Hubert Burda Media 2013 logo.svg
Rechtsform Kommanditgesellschaft<ref name="Unternehmensregister" />
Gründung 1903<ref>Klaus Boldt: Digital statt feudal. In: Manager Magazin. 25. Juni 2010, S. 72: „… des 1903 gegründeten Konzerns …“; Sonja Pohlmann: Mogul und Maler: Hubert Burda will mit 70 noch keine Ruhe haben. In: Der Tagesspiegel. 9. Februar 2010, S. 27: „… des 1903 gegründeten Verlags …“</ref>
Sitz Offenburg, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland<ref name="Unternehmensregister">Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 27. August 2016.</ref>
Leitung Elisabeth Burda Furtwängler und Jacob Burda<ref>Hubert Burda Media News vom 18. Dezember 2024: Generationswechsel bei Hubert Burda Media, von Julia Korn, abgerufen am 1. Februar 2025</ref>
Mitarbeiterzahl rund 9.000 (2024)<ref name="Zahlen-2020">Die wichtigsten Zahlen von Hubert Burda Media, Angaben des Unternehmens, abgerufen am 27. Mai 2025.</ref>
Umsatz 2,737 Mrd. Euro (2024)<ref name="Zahlen-2020" />
Branche Medien / Verlagswesen
Website hubert-burda-media.de
Datei:Offenburg - Burda Media Gelände.jpg
Konzernzentrale in Offenburg (2018)

Die Hubert Burda Media ist ein international tätiger deutscher Medienkonzern mit Stammsitz im baden-württembergischen Offenburg.

Seine Geschichte geht auf die 1903 in Philippsburg gegründete Druckerei von Franz Burda I. (1873–1929) zurück. Unter Franz Burda, dem Sohn des Gründers, prosperierte das Unternehmen in der NS-Zeit, in der es von der Arisierung einer jüdischen Druckerei profitierte und sich darauf spezialisierte, Karten für die Wehrmacht zu drucken.

In den Nachkriegsjahrzehnten wuchs das Unternehmen organisch und durch Übernahmen. 1986 wurde die Unternehmensgruppe zwischen den drei Söhnen Franz, Frieder und Hubert Burda aufgeteilt. In den 1980er und 1990er Jahren entwickelte sich der mittelständische Burda-Verlag zum Großkonzern, der heute gemessen am Umsatz zu den größten Medienunternehmen Deutschlands zählt.<ref name="ranking_2021">Ranking - Die zehn größten deutschen Medienkonzerne 2021. In: Institut für Medien und Kommunikationspolitik. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> Bekannte Medienmarken sind die Illustrierten „Bunte“ und „Superillu“, die Frauenzeitschriften „Freundin“ und „InStyle“, das Nachrichtenmagazin „Focus“ und die Computerzeitschrift „Chip“. Außerdem gehören beispielsweise HolidayCheck, XING und kununu zum Konzern. Im Jahr 2021 war Hubert Burda Media das sechstgrößte Medienunternehmen in Deutschland.<ref name="ranking_2021" />

Geschichte

Datei:Anna Lemminger and Franz Burda.jpg
Hochzeitsfoto von Aenne und Franz Burda senior (1931)

Gründung als Druckerei

Ab 1903 betrieb Franz Burda („I.“), Vater von Franz Burda senior („II.“) und Großvater von Franz Burda junior („III.“), Frieder und Hubert Burda in Philippsburg eine kleine Druckerei.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 16–17.</ref> Diese war wirtschaftlich nicht erfolgreich, weshalb Burda 1908 in Offenburg einen neuen Betrieb eröffnete.<ref name="Freisinger (2005)" />

1927 brachte das Unternehmen die erste Radio-Programmzeitschrift Deutschlands „Die Sürag“ auf den Markt,<ref>Hubert Burda: Medien in Zeiten des Umbruchs. In: Focus Magazin. 12. November 2012, S. 134–138.</ref> im Untertitel die grosse Radio-Zeitschrift. Ihr Name lehnte sich an den Namen des Süddeutschen Rundfunks an. Die Startauflage betrug 3000 Exemplare.<ref name="Freisinger (2005)" /> 1929 übernahm Franz Burda senior den Betrieb seines Vaters und die Redaktionsleitung der Sürag. Er baute die Geschäfte nennenswert aus. Anfang der 1930er Jahre erreichte die Zeitschrift bereits eine Auflage von über 85.000 Exemplaren, die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 3 auf rund 100.<ref>Hans-Bredow-Institut (Hrsg.): Medien von A bis Z. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14417-0, S. 74.</ref> Der eigentliche Aufstieg des Unternehmens begann aber erst 1934 mit dem Neubau der Druckerei und der Umstellung auf das Tiefdruckverfahren.<ref>Bruno Jahn: Die deutschsprachige Presse: Ein biographisch-bibliographisches Handbuch. Band 1. Verlag Walter de Gruyter, München 2005, ISBN 3-598-11710-8, S. 156.</ref><ref name="2015-02-25">„Das Unrecht der Arisierung bleibt bestehen“. In: Badische Zeitung. 25. Februar 2015 (badische-zeitung.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref>

Geschäfte in der NS-Zeit

Am 2. April 1933 betonte Franz Burda in der Sürag die nationalsozialistische Gesinnung seines Betriebs. Er erklärte, keine jüdischen Mitarbeiter oder Gesellschafter zu haben.<ref name="2003-02-22">Der herrliche Franz. In: Die Tageszeitung. 22. Februar 2003 (taz.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Zuvor hatten Werber der nationalsozialistischen Programmzeitschriften NS-Funk und Der Deutsche Sender gegenteilige Behauptungen verbreitet.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 37.</ref>

Im Rahmen der Arisierung (auch „Entjudung“) nutzte Burda im September 1938 die Gelegenheit, zusammen mit Karl Fritz, dem Inhaber von Südwestdruck, die Druckerei Gebrüder Bauer in Mannheim günstig zu kaufen. Die Gesellschafter der Druckerei waren Juden: Berthold, Karl und Ludwig Reiss.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 44–47.</ref> Es handelte sich um einen der größten und modernsten Druckereibetriebe des Deutschen Reiches; er beschäftigte 250 bis 300 Mitarbeiter, war voll ausgelastet und erzielte einen Jahresumsatz von 1,5 bis 2 Millionen Reichsmark (RM).<ref>Ralf Burgmaier: Versöhnung ging nur mit Überlebenden. In: Badische Zeitung. 22. Oktober 2015 (badische-zeitung.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref><ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 46.</ref><ref>Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, (= Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim – Institut für Stadtgeschichte. Nr. 39). Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, Heidelberg, Neustadt a.d.W., Basel 2013, ISBN 978-3-89735-772-3, S. 251 f.</ref> Laut Kaufvertrag waren für die Druckereimaschinen 375.000 RM und für die Firmengrundstücke 211.000 RM zu zahlen.<ref>Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, (= Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim – Institut für Stadtgeschichte. Nr. 39). Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, Heidelberg, Neustadt a.d.W., Basel 2013, ISBN 978-3-89735-772-3, S. 251 f.</ref> Offenbar wurde zudem auch eine Entschädigung für künftig entgangene Gewinne vereinbart, die die Kaufsumme auf 800.000 RM erhöhte.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 46.</ref> Einige Monate blieb Berthold Reiss im Mannheimer Betrieb weiter beschäftigt und steuerte zusammen mit Franz Burda, seit dem 1. Oktober 1938 Mitglied der NSDAP,<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 47.</ref> den Betrieb.<ref>Nach P. Köpf (Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 47.) endete diese Beschäftigung Ende Januar 1939. Christiane Fritsche (Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, (= Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim – Institut für Stadtgeschichte. Nr. 39). Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, Heidelberg, Neustadt a.d.W., Basel 2013, ISBN 978-3-89735-772-3, S. 257.) nennt ebenfalls Ende Januar 1939. Nach anderen Darstellungen ist B. Reiss bis Kriegsbeginn bei Burda beschäftigt gewesen. Siehe zum Beispiel Hans Reiss: Erinnerungen aus 85 Jahren. Petrarca, München 2009, ISBN 978-3-87115-007-4, S. 66. Auch Ute Dahmen: Senator Dr. Franz Burda. Geschichten eines Lebens. Petrarca, München 2011, ISBN 978-3-87115-014-2, S. 40 und S. 51.</ref> Im Oktober 1939 wurde der Kaufpreis auf Initiative von Karl Fritz um 200.000 RM gesenkt, Burda schloss sich diesem Begehren an. Als Grund nannten sie, das Mannheimer Unternehmen sei „‚heruntergewirtschaftet‘ gewesen, die Maschinen alt, die Gewinne nicht so hoch wie behauptet“.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 69.</ref> Der faktisch bezahlte Kaufpreis lag schließlich bei 545.000 RM.<ref>Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, (= Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim – Institut für Stadtgeschichte. Nr. 39). Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, Heidelberg, Neustadt a.d.W., Basel 2013, ISBN 978-3-89735-772-3, S. 254.</ref>

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs beschäftigte Burda rund 600 Mitarbeiter.<ref>Ute Dahmen: Senator Dr. Franz Burda. Geschichten eines Lebens. Petrarca, München 2011, ISBN 978-3-87115-014-2, S. 45.</ref> 1941 wurde die Produktion der Zeitschrift „Die Sürag“ kriegsbedingt eingestellt, das Unternehmen druckte stattdessen nun Landkarten für das Oberkommando des Heeres und Luftbilder in mehrfarbigem Tiefdruck für die Luftwaffe.<ref name="1982-11-26">Macht und Pracht der bunten Bilder. In: Die Zeit. 26. November 1982 (zeit.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Das Blatt Tscherkassy der Kartographischen Anstalt Dr. Franz Burda galt als der weltweit erste mehrfarbige Kartentiefdruck.<ref>Joachim Neumann: Der Verlag „Astra“ Josef Penyigey-Szabó in Lahr/Baden. Ein kartographisch bedeutendes Unternehmen im Nachkriegsdeutschland. In: Kartographische Nachrichten. Nr. 4, 2007, S. 207 (elte.hu [PDF; abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Das durch Bombenangriffe zerstörte Mannheimer Werk wurde 1943 nach Lahr-Dinglingen verlegt.<ref name="2015-02-25" />

Die Geschichte des Burda-Verlags während des Dritten Reichs wurde beispielsweise von Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, als „Lehrstück für kommende Generationen über die Frage nach Schuld und Gewissen, nach Verstrickung und Umgang mit dieser Erblast“ bezeichnet.<ref name="2015-02-25" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 17. September 1945 klagte Berthold Reiss, der einzige Überlebende der früheren Inhaber, Fritz und Burda an, Gebrüder Bauer zu einem niedrigen Preis erworben zu haben und beantragte die Beschlagnahme von Burdas Vermögen. Am 3. und 4. Oktober 1945 trafen sich Reiss und Burda, sie einigten sich auf eine Abgeltung der Ansprüche. Reiss zog die Klage zurück und bescheinigte Burda, sich ihm gegenüber korrekt verhalten zu haben. Im Oktober 1948 wurde vereinbart: „Der vom Kaufpreis abgezogene Betrag von 205.000 Reichsmark soll nachgezahlt werden, zuzüglich Zinsen und ‚Vergütung für den Firmenwert‘, insgesamt 323.000 neue Deutsche Mark. Außerdem wurde ein Vergleich geschlossen, der eine endgültige Abfindungssumme von 120.000 Mark enthielt“.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 70 f. Zitat dort S. 71.</ref> Die Firma „Gebr. Bauer oHG“ wurde später aus dem Handelsregister gelöscht und als Burda-Betrieb fortgeführt.<ref name="2015-02-25" /> Nach dem Tod von Berthold Reiss (1951) forderte Erich Bauer, Miterbe von Gebrüder Bauer ebenfalls eine Entschädigung: Ein Drittel des Burda-Betriebes beziehungsweise 1 Million Mark.<ref>Peter Köpf: Die Burdas. Europa Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-79145-5, S. 72.</ref> Erich Bauer bekam höchstrichterlich 250.000 Mark zugesprochen.<ref>Gisela Freisinger: Hubert Burda. Der Medienfürst. Campus, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37417-X, S. 24.</ref>

Ab 1945 druckte das Unternehmen Schulbücher und Briefmarken für die französische Besatzungszone sowie die französische Soldatenzeitung „Revue d'Information“. Nachdem Franz Burda senior von den französischen Behörden den Auftrag erhalten hatte, eine Illustrierte herauszubringen, erschien 1948 zum ersten Mal die Bildgazette „Das Ufer“, eine Vorläuferin der „Bunten“ („Bunte Illustrierte“), gegen den Widerstand vieler französischer Offiziere.<ref name="1982-11-26" /> Die Lizenz für „Das Ufer“ wurde auf den Namen einer Strohfrau ausgestellt.<ref name="2003-02-22" /> Den redaktionellen Teil des Blatts stellten damals noch die französischen Besatzer zusammen.<ref name="1982-11-26" />

Aenne Burda, Ehefrau von Franz Burda senior, baute nach Kriegsende den Modeverlag A. Burda auf.<ref>Christiane Tewinkel: Die Denunziation der Stricknadel. In: Der Tagesspiegel. 4. Januar 2014, S. 25.</ref> Seine wichtigste Publikation war ab 1950 Burda Moden, ein Magazin für Schnittmuster. Die erste Ausgabe des Vorläufers unter dem Namen „Favorit“ kam schon 1949 auf den Markt.<ref>Mythos Schnittmuster. In: Welt kompakt. 28. Juli 2009, S. 3.</ref> In wenigen Jahren stieg die Auflage von anfangs 100.000 auf rund eine halbe Million Exemplare.<ref>Inge Hufschlag: Die Moden des Wirtschaftswunders. In: Handelsblatt. 27. Juli 1999, S. 43.</ref> Aenne Burda entwickelte sich zum mit Abstand größten Kunden der Druckerei ihres Mannes, der formell keinerlei Mitspracherecht in ihrem Unternehmen hatte. Lediglich ihre Kinder beteiligte sie als Kommanditisten.<ref name="1982-11-26" /> 1954 erhielt der Verlag von Aenne Burda eine neue Zentrale am Kestendamm in Offenburg, die der Architekt Egon Eiermann entworfen hatte.<ref>Helmut Seller: „Gute Architektur ist zeitlos“. In: Badische Zeitung. 9. Februar 2013, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> Werbung für die Zeitschriften der Burdas machte ab 1954/55 unter anderem die sogenannte „Burda-Staffel“,<ref name="Historie">Historie. Hubert Burda Media, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> drei Flugzeuge des Typs Piper PA-18 mit Spruchbändern am Heck.<ref>Frank Leonhardt: Burda-Staffel fliegt wieder. In: Badische Zeitung. 2. Oktober 2009, S. 39.</ref>

Expansion durch Übernahmen

1960 übernahm Burda die „Münchner Illustrierte“, die in die „Bunte“ integriert wurde.<ref name="Freisinger (2005)">Gisela Freisinger: Hubert Burda: Der Medienfürst. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37417-X („Chronik“).</ref> In der Folgezeit baute das Unternehmen den Standort in der bayerischen Landeshauptstadt aus, München wurde neben Offenburg zweiter Sitz des Unternehmens.<ref>Burda: Von der Provinzdruckerei zum Weltkonzern. In: Focus Online. 13. Februar 2015, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> 1961 wurde die Druckerei in Offenburg auf moderne Tiefdruckrotation umgestellt.<ref name="Historie" /> Außerdem weihte man das 67 Meter hohe Burda-Hochhaus ein, das sich zu einem Wahrzeichen der Stadt entwickelte.<ref name="Freisinger (2005)" /> Bereits in den 1950er Jahren diente ein Schornstein der Druckerei mit Fahrstuhl und Terrassenrestaurant als Aussichtspunkt.<ref name="1962-12-26">Lieber Farah. In: Der Spiegel. 26. Dezember 1962 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> 1962 kaufte Burda die Mehrheit der Neuen Verlags-Gesellschaft mit Sitz in Karlsruhe, bekannt für die Zeitschriften „Freundin“ und „Film Revue“.<ref name="1962-12-26" /> Ende der 1940er Jahre war zunächst Marie-Pierre Kœnig, Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Deutschland und Militärgouverneur der französischen Besatzungszone, Leiter des Verlags.<ref>Matthias Knop: Rote Rosen und weisser Flieder: die Blütezeit der Filmstadt Wiesbaden. Hrsg.: Museum Wiesbaden. 1995, S. 106–107, 159.</ref> 1953 kaufte Karl Fritz, der 1938 mit Burda die Bauer-Druckerei erworben hatte, schließlich die Neue Verlag-Gesellschaft.<ref name="2015-02-25" /> Mit der Übernahme 1962 kam auch der Filmpreis Bambi zum Burda-Verlag.<ref>Robert Arsenschek: Ein Reh zum Träumen. In: Münchner Merkur. 26. November 2010, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> 1963 erwarb Burda auch die traditionsreiche „Frankfurter Illustrierte“, die ebenfalls in die „Bunte“ integriert wurde. Das Blatt hieß fortan „Bunte Münchner Frankfurter Illustrierte“.<ref name="Freisinger (2005)" />

Einstieg von Hubert Burda

1966 trat Hubert Burda in das Unternehmen ein. Nach der Promotion in Kunstgeschichte und diversen Volontariaten übertrug ihm Franz Burda zunächst die Leitung des Münchner Verlagshauses.<ref>Der Verleger Hubert Burda wird 65: Der stete Wandel lässt keine Zeit für den Ruhestand. In: Badische Zeitung. 9. Februar 2005, S. 2.</ref> Das Ende der 1960er Jahre mit millionenschwerem Werbeaufwand gestartete Männermagazin „M“ musste Burda nach zwölf Ausgaben wieder einstellen, was dem Verlag einen Verlust in Millionenhöhe bescherte.<ref name="1982-11-26" /> 1973 zog sich Franz Burda senior dann weitgehend aus dem Geschäft zurück: Er machte seine Kinder Franz junior, Frieder und Hubert zu geschäftsführenden Gesellschaftern.<ref name="Historie" /> Während Franz Burda junior für die Druckereien verantwortlich war, kümmerte sich Frieder Burda um Finanzen und Verwaltung des Hauses. Hubert Burda leitete alle verlegerischen Aktivitäten.<ref>Große deutsche Familienunternehmen. Generationenfolge, Familienstrategie und Unternehmensentwicklung. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-40338-9, S. 307.</ref> Er arbeitete außerdem als Redakteur für „Bunte“, war Redaktionsleiter und rückte 1976 zum Chefredakteur auf.<ref>Widersprüchliche Welten in Balance gehalten. In: Badische Zeitung. 9. November 2012, S. 22 (badische-zeitung.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Beeinflusst von Andy Warhol leitete er den Wandel der Zeitschrift von einer klassischen Illustrierten zur modernen Publikumszeitschrift („People-Magazin“) ein.<ref>Hubert Burda und „Patricias München“: Als Andy Warhol aus Bunte-Covern ein Kunstwerk erschuf. In: Meedia. 1. Juli 2016, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> 1983 zog die „Bunte“-Redaktion von Offenburg nach München.<ref>Jörg Isringhaus: Wie Hubert Burda die „Bunte“ neu erfand. In: Rheinische Post. 22. November 2012.</ref> Die Büros befanden sich in der neu errichteten Zentrale des Burda-Verlags am Arabellapark,<ref name="Historie" /> wo das Unternehmen bis heute einen Standort hat.<ref>Kontakt. Hubert Burda Media, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref>

Aufteilung des Unternehmens

Im Laufe der Jahre war durch zahlreiche Zu- und Verkäufe aus dem Druck- und Verlagshaus eine große Unternehmensgruppe entstanden, die nach dem Tod von Franz Burda senior im Jahr 1986 neu geordnet wurde.<ref>Gestorben: Franz Burda. In: Der Spiegel. 6. Oktober 1986, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Februar 2011; abgerufen am 4. Juli 2022.</ref><ref>Dr. Franz Burda gestorben. In: Handelsblatt. 1. Oktober 1986, S. 26.</ref><ref name="1986-12-24" /> Die Brüder Franz und Frieder übernahmen sämtliche Beteiligungen, unter anderem an den US-amerikanischen Druckereien, deutschen Papierfabriken und dem österreichischen Pressevertrieb. Am lukrativsten waren die Anteile am Berliner Verlagshaus Axel Springer, das Dividenden in Millionenhöhe ausschüttete.<ref name="1987-01-09">Teile und herrsche. In: Wirtschaftswoche. 9. Januar 1987, S. 80.</ref> Schon 1983 hatte Burda insgesamt 24,9 % an Axel Springer gekauft.<ref>Das war vor 10, 30, 50 Jahren. In: Euro am Sonntag. 5. Januar 2013, S. 8.</ref><ref>Otto Schily: „Warum lachen Sie, Herr Springer?“ In: Die Welt. 3. Dezember 2005, S. 9.</ref> Franz und Frieder bündelten ihre Beteiligungen in der F+F Burda KG mit Sitz in Baden-Baden.<ref>Burda GmbH. Anzeigengeschäft 1987 gut angelaufen. Zeitschriften gewinnen an Boden. In: Handelsblatt. 13. April 1987, S. 15.</ref> Hubert Burda wurde alleiniger Gesellschafter der Burda GmbH mit Sitz in Offenburg.<ref name="1987-01-09" /> In diesem Unternehmen waren die deutschen Druck- und Verlagsaktivitäten gebündelt.<ref>Aus dem Schatten. In: Der Spiegel. 29. Dezember 1986 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Mit der Trennung des operativen Geschäfts von der Beteiligung an Axel Springer vermieden die Eigentümer kartellrechtliche Probleme.<ref>Versteckte Zusatzklauseln? In: Der Spiegel. 29. November 1982 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref><ref name="1986-12-24">Künftig mehr Spielraum für Beteiligungen? In: Handelsblatt. 24. Dezember 1986, S. 9.</ref> Dadurch konnten Franz Burda junior und Frieder Burda ihre Beteiligung auf eine Sperrminorität erhöhen.<ref>Burda hält bei Springer eine Sperrminorität. In: Handelsblatt. 6. August 1987, S. 11.</ref> 1988 verkauften sie ihre Anteile überraschend wieder an die Erben von Axel Springer, obwohl sie eigentlich mit Leo Kirch eine Mehrheit an Axel Springer angestrebt hatten.<ref>„Komplett von Springer trennen“. In: Der Spiegel. 25. April 1988 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Hubert Burda zweifelte die Rechtmäßigkeit der Transaktion an, er machte ein Vorkaufsrecht für die Springer-Anteile geltend.<ref>Heimlich hinterm Rücken. In: Der Spiegel. 31. Oktober 1988 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Die Gerichte folgten seiner Argumentation jedoch nicht.<ref>Revision abgelehnt. In: Handelsblatt. 7. Februar 1991, S. 18.</ref>

Entwicklung zum Medienkonzern

Parallel zum Rechtsstreit mit seinen Brüdern hatte der Verlag von Hubert Burda rückläufige Umsätze zu verkraften.<ref>Der Denver-Clan von Offenburg. In: Der Spiegel. 9. März 1987 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Dies änderte sich erst Ende der 1980er Jahre, insbesondere die Reichweite der „Bunte“ erholte sich wieder.<ref>„Ein Symbol des bürgerlichen Lagers“. In: Der Spiegel. 22. Juni 1987 (spiegel.de [abgerufen am 31. Oktober 2016]).</ref> Ausschlaggebend für das weitere Wachstum des Unternehmens war die Expansion nach Osten: 1987 wurde „Burda Moden“ als erste westliche Zeitschrift in der Sowjetunion verkauft.<ref>Beatrix Novy: Bunte Modeschnitte für die Sowjetunion. In: Deutschlandradio Kultur. 8. März 2012, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> Nach der deutschen Wiedervereinigung rief Burda in Kooperation mit dem Gong Verlag die „Superillu“ ins Leben.<ref>Neues DDR-Blatt. Die „Super Illu“ für 50 Pfennig. In: Handelsblatt. 23. August 1990, S. 15.</ref> Sie verstand sich als „Integrations- und Lebenshilfe beim Zusammenwachsen von Ost und West“ und wurde zu einer der meistverkauften Zeitschriften der neuen Bundesländer.<ref>Superillu: Integrationshilfe. In: Kress Report. 10. Dezember 2010, S. 6.</ref><ref>„Super Illu“ geht gen Westen. In: Horizont. 10. Juli 1992, S. 25.</ref> Im Gegensatz dazu scheiterte die 1992 gestartete ostdeutsche Boulevardzeitung „Super!“. Um die daraus entstandenen Verluste auszugleichen, musste Burda sogar die Zentrale am Arabellapark verkaufen.<ref>Burda musste Zentrale wegen „Super“-Flop verkaufen. In: Horizont. 7. November 2012, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> Der erfolgreiche Start des „Focus“ machte die Probleme wieder wett: 1993 von Hubert Burda und Helmut Markwort gegründet,<ref>Ekkehard Kohrs: Burdas Kampfansage an Augstein. In: Bonner General-Anzeiger. 19. Januar 1993, S. 3.</ref> hatte das Magazin nach fünf Ausgaben rund 15.000 Abonnenten und erreichte eine Auflage von 300.000 verkauften Exemplaren.<ref>Heidrun Plewe: „Focus“ liegt zur Zeit gut im Plan. In: Horizont. 19. Februar 1993, S. 25.</ref> Später verkaufte der „Focus“ sogar mehr Anzeigen als „Der Spiegel“.<ref>Fakten zu Focus. In: Die Tageszeitung. 1. Dezember 1995, S. 14.</ref> Der „Focus“ war ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung des Burda-Verlags zum Medienkonzern.<ref>Burda kostet Focus-Erfolg aus. In: Horizont. 1. April 1994, S. 6.</ref><ref>Investitionen kräftig ausgeweitet. Verlag auf der „Focus“-Welle. In: Handelsblatt. 22. Juli 1994, S. 16.</ref><ref>Burda-Konzern wächst im letzten Jahr dank „Focus“. In: Der Tagesspiegel. 12. Mai 1995.</ref>

Mit Rückzug von Aenne Burda im Jahr 1994 kaufte Hubert Burda alle Anteile der übrigen Familienmitglieder und wurde damit alleiniger Inhaber ihres Verlags. Er wurde in den Konzern eingegliedert, agierte inhaltlich aber weiterhin weitgehend selbstständig.<ref>Verlag Aenne Burda. Abbau von Doppelfunktionen. Eingliederung in den Konzern. In: Handelsblatt. 24. Januar 1994, S. 15.</ref><ref>Aenne Burda Verlag wird in Burda GmbH integriert. In: Deutscher Drucker. 10. Februar 1994, S. 6.</ref> Zum Jahreswechsel 1994/1995 bündelte Burda seine Hörfunk- und TV-Anteile und führte die bis heute geltende Profitcenter-Struktur ein.<ref>Burda bündelt seine TV- und Hörfunkanteile. In: Handelsblatt. 6. Januar 1995, S. 14.</ref><ref>Burda-Verlag strukturiert um. In: Horizont. 13. Januar 1995, S. 10.</ref> Außerdem forcierte der Konzern durch Gründung diverser ausländischer Tochtergesellschaften die Internationalisierung.<ref name="Historie" />

Investitionen in digitale Aktivitäten

Ab 1995 investierte Burda verstärkt in digitale Geschäftsmodelle und schuf dafür einen eigenen Geschäftsbereich.<ref>Burda-Verlag. Mit Online-Diensten ins Internet. Allein Print bringt Burda Gewinn. In: Handelsblatt. 17. Januar 1996, S. 16.</ref> Als eine der ersten Maßnahmen beteiligte man sich an Europa Online, einem luxemburgischen Onlinedienst.<ref>Online-Dienste. Burda-Verlag stellte „Europa-Online“ vor. Microsoft zeigt reges Interesse an Internet. In: Handelsblatt. 17. Januar 1995, S. 18.</ref><ref>Europe Online: Burda aendert Strategie und startet im Internet. In: Frankfurter Rundschau. 11. November 1995, S. 13.</ref> Anfang 1996 startete mit „Focus Online“ das erste redaktionelle Nachrichtenangebot von Burda,<ref>Burdas Visionen. In: Markt & Technik. Mai 1996, S. 70.</ref><ref>Roland Pimpl: Wochentitel kämpfen ums Web. In: Horizont. 3. August 2006, S. 38.</ref> weitere Websites folgten.<ref>Burda hat Internet-Offensive gestartet. In: Horizont. 9. Februar 1996, S. 66.</ref> Obwohl Europa Online sich als nicht erfolgreich erwies,<ref>Eckhard Rahlenbeck: Burdas Online macht Entschlackungskur. In: Horizont. 26. Juli 1996, S. 41.</ref> setzte Burda seine Expansion im Internet fort.<ref>Burda: Entscheidung für das Internet. In: Handelsblatt. 9. Juli 1996, S. 14.</ref> 2000 fasste der Konzern seine digitalen Geschäfte in der Focus Digital AG zusammen,<ref>Burda bündelt Internet-Töchter. In: Computerwoche. 19. Mai 2000, S. 53.</ref> die mit der Tomorrow Internet AG zum damals größten Internet-Konzern fusionierte.<ref>Tomorrow Focus AG will bis 20 Prozent der Stellen streichen. In: Die Welt. 18. August 2001, S. 43.</ref> Um der Veränderung des Geschäfts Rechnung zu tragen,<ref>Burda Media mit mehr als zehn Prozent Umsatzanstieg. In: Handelsblatt. 28. September 1999, S. 26.</ref> änderte das Unternehmen seinen Namen Ende der 1990er Jahre in „Hubert Burda Media“.<ref name="Historie" /> Ein entsprechender Schriftzug wurde auch am 2000 eröffneten Burda Medien Park in Offenburg angebracht:<ref>In Offenburg wurde der Hubert Burda Medien Park eingeweiht. In: Deutscher Drucker. 17. Februar 2000, S. 4.</ref> Der futuristische Neubau entstand auf dem Gelände des ehemaligen Kinzigstadions.<ref>Ein Medienpark als Geburtstagsgeschenk. In: Südkurier. 9. Februar 2000.</ref> Dort zog 2001 auch die Burda Journalistenschule ein.<ref>Iris Vollmann: Burda öffnet zweite Journalistenschule. In: Horizont. 12. Juli 2001, S. 49.</ref>

2000 lag die Gesamtleistung von Hubert Burda Media erstmals bei über drei Milliarden Mark.<ref>Burda-Konzern: Auf Gewinnkurs. In: Manager Magazin. 3. Juli 2001, abgerufen am 17. Dezember 2016.</ref>

2005 initiierte Hubert Burda Media die internationale Konferenz- und Innovationsplattform Digital Life Design (DLD).<ref>Jörn Krieger: Konferenz: DLD 2007 in München. In: Medienbote. 2007, S. 7.</ref> Die lockt seit ihrer Gründung namhafte Vordenker, Internet-Investoren und -Unternehmen nach München.<ref>Dirk Liedtke: Wo die Zukunft schon da ist. In: Stern. 27. Januar 2010, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref><ref>Andrea Rungg: Burda-Konferenz lockt US-Internetmanager an. In: Financial Times Deutschland. 27. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Januar 2011; abgerufen am 13. Dezember 2011.</ref> 2007 übernahm der Konzern die restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Vogel Burda, zu dem unter anderem das 1978 gegründete Computermagazin „Chip“ und das Technikportal „Chip Online“ gehören.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Hubert Burda kauft „Chip“ komplett. In: Medienwatcher. Handelsblatt, 4. Oktober 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2016; abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref><ref>Jens Ihlenfeld: Burda kauft Chip und Xonio komplett. In: Golem. 5. Oktober 2007, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> 2009 stieg Burda beim sozialen Netzwerk XING ein:<ref>Lutz Knappmann, Arndt Ohler: Burda sichert sich Onlinenetzwerk Xing. In: Financial Times Deutschland. 19. November 2009, S. 7.</ref><ref>Susanne Metzger, Hans-Peter Siebenhaar: Burda soll Xing neuen Schwung geben. In: Handelsblatt. 19. November 2009, S. 24.</ref> Der Medienkonzern kaufte zunächst 25,1 % der Anteile,<ref>Jürgen Kuri: Burda steigt bei Social Network Xing ein. In: Heise Online. 18. November 2009, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> drei Jahre später übernahm man die Mehrheit.<ref>Burda-Verlag will Xing übernehmen. In: Spiegel Online. 26. Oktober 2012, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref><ref>Alex Hofmann: Burda erhöht bei Xing auf 59,2 Prozent. In: Gründerszene. 12. Dezember 2012, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> Dies wurde 2012 in einem Artikel des Manager Magazins als weiterer wichtiger Schritt der digitalen Expansion Burdas eingeordnet.<ref>Digitale Expansion: Medienhaus Burda hat Xing übernommen. In: Manager Magazin. 12. Dezember 2012, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref> 2008 stieg Burda mit der Plattform „Millionenchance.de“ ins Online-Lotto-Geschäft ein, benötigte aber zur Überwindung von Lizenzproblemen bis 2014, um tatsächlich auf dem Markt aktiv werden zu können.<ref>Glück im zweiten Anlauf: Burda startet Millionenchance.de. In: Werben & Verkaufen. 14. August 2014, abgerufen am 1. April 2021.</ref>

Übergabe der operativen Leitung

Datei:Offenburg - Hubert Burda Media Tower3.jpg
Hubert Burda Media Tower

Hubert Burda kündigte anlässlich seines 70. Geburtstags den Rückzug aus dem operativen Geschäft an.<ref>Helmut Seller: Feiern an beiden Standorten: Hubert Burda wird am Dienstag 70. In: Badische Zeitung. 6. Februar 2010, S. 35.</ref> Zum Jahreswechsel 2009/10 wurde Paul-Bernhard Kallen zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Konzerns ernannt,<ref>Hubert Burda regelt die Nachfolge in seinem Verlag. In: Badische Zeitung. 10. Dezember 2009, S. 19 vom 10. Dezember 2009, S. 19.</ref> Hubert Burda blieb Verleger und geschäftsführender Gesellschafter.<ref>Verleger der alten Schule. In: Reutlinger General-Anzeiger. 6. Februar 2010.</ref> Als Mitglied des Verwaltungsrats war er zudem weiterhin nah dran an der strategischen Führung des Unternehmens. Der Vorstand berichtet an den Verwaltungsrat.<ref>dpa: Verlage: Wechsel an der Spitze bei Burda. In: Die Zeit. 7. Oktober 2021, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 10. Januar 2024]).</ref>

Beobachter beurteilten die Berufung wiederum als Stärkung des digitalen Geschäfts.<ref>Lutz Knappmann: Der Onliner. In: Financial Times Deutschland. 11. Dezember 2009, S. 2.</ref><ref>Hubert Burda: Kallen kriegt die Krone. In: Kress Report. 8. Januar 2010, S. 12.</ref> Unter der Leitung Kallens startete beispielsweise die Konzerntochter Tomorrow Focus eine deutschsprachige Ausgabe der „Huffington Post“,<ref>Expansion: „Huffington Post“ wählt Burda-Tochter als Partner. In: Welt Online. 29. April 2013, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref><ref>Burda setzt auf Netzmedium „Huffington Post“. In: Reutlinger General-Anzeiger. 6. Juni 2013.</ref> einer weltweit bekannten Nachrichten- und Diskussionsplattform.<ref>HuffPost. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> Außerdem beteiligte sich Hubert Burda Media 2013 mehrheitlich am Webbrowser „Cliqz“, in den später auch die Mozilla Foundation investierte.<ref>Patrick Beuth: Cliqz: Die Google-Vermeidungsmaschine. In: Zeit Online. 8. März 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016.</ref><ref>Friedhelm Greis: Mozilla beteiligt sich an Burdas Browser Cliqz. In: Golem. 23. August 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016.</ref> 2016 rief eine Konzerntochter das Open-Source-CMSThunder“ ins Leben,<ref>Koalition statt Monopole. In: Focus Magazin. 19. März 2016, S. 17.</ref><ref>Kim Rixecker: Von Publishern für Publisher: Burda stellt neues Open-Source-CMS auf Drupal-Basis vor. In: t3n. 18. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. März 2016; abgerufen am 5. Dezember 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/t3n.de</ref> das auch anderen Medienunternehmen offensteht.<ref>René Schmöl: Was hinter Burdas Redaktionssystem Thunder wirklich steckt. In: CIO. 19. März 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016.</ref>

Ende 2021 trat Kallen zurück und wurde Verwaltungsratsvorsitzender.<ref>Burda: Martin Weiss wird Chef von Burda Media. In: Der Spiegel. 7. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 10. Januar 2024]).</ref> Auf ihn folgte zum 1. Januar 2022 Martin Weiss als Vorstandsvorsitzender.<ref name="Weiss-CEO">Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft: Vorstandsvorsitzender Martin Weiss. In: burda.com. Abgerufen am 4. April 2022.</ref> Weiss wiederum musste Burda Anfang 2024 nach nur zwei Jahren aufgrund von Differenzen mit dem Verwaltungsrat verlassen.<ref>Handelsblatt. Abgerufen am 10. Januar 2024.</ref><ref>kress.de: Burda trennt sich von Vorstandschef Martin Weiss. Abgerufen am 10. Januar 2024.</ref> Daraufhin übernahmen Hubert Burdas Kinder Jacob Burda und Elisabeth Burda Furtwängler die Führung des Unternehmens.

Gesellschafter der Hubert Burda Media und Konzernstruktur

Die Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft befindet sich in Familienbesitz. Im Sommer 2017 verpasste sich das Unternehmen eine neue Struktur. Bei Hubert Burda liegen ca. 25,01 Prozent der Gesellschaftsanteile, je knapp 37,5 Prozent bei seinen Kindern Jacob Burda (* 1990) und Elisabeth Burda Furtwängler (* 1992), die Ende 2010 erstmals am Konzern beteiligt wurden.<ref>Marc Felix Serrao: Die vierte Generation. In: sueddeutsche.de. 7. Januar 2011, abgerufen am 27. August 2016.</ref><ref>Hans-Peter Siebenhaar: Hubert Burda beteiligt seine beiden Kinder. In: Handelsblatt. 10. Januar 2011, S. 23.</ref>

Alle drei Gesellschafter gehören dem Verwaltungsrat der 2017 neugegründeten Hubert Burda Media Holding Geschäftsführung SE an.<ref>Timo Niemeier: Burda verpasst sich neue Struktur und wird zur SE, dwdl.de vom 4. Juli 2017.</ref> Den Vorsitz des Verwaltungsrats hat Marc Al-Hames inne.<ref name="neueZusammens">Neue Zusammensetzung des Vorstands bei Burda (Pressemeldung des Unternehmens vom 7. Oktober 2021). Abruf am 7. April 2022.</ref>

Unter der Dachgesellschaft Hubert Burda Media ist der Konzern in einer dezentralen Profitcenter-Struktur organisiert.<ref>Burda strukturiert Profit-Center neu. In: horizont.net. 16. September 1998, abgerufen am 5. September 2016.</ref><ref>Bernd W. Wirtz: Medien- und Internetmanagement. 6. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-0864-3, S. 128–129.</ref> Die Tochtergesellschaften agieren weitgehend selbstständig, zentral organisiert ist beispielsweise die Beschaffung. Zum Konsolidierungskreis des Konzerns gehörten Ende 2020 insgesamt 225 Gesellschaften, davon 142 mit Hauptsitz in Deutschland und 83 im Ausland.<ref name="Konzernabschluss 2020">Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020. Publiziert im Bundesanzeiger, 28. Oktober 2021.</ref><ref name="Unternehmensregister" />

Medien- und Digitalmarken

Zu Hubert Burda Media gehören Illustrierte, Magazine, Websites, Fernseh- und Radiosender. Außerdem sind diverse Versandhändler sowie Dienstleistungs- und Marketingunternehmen Teil des Konzerns.<ref name="Marken">Marken. Hubert Burda Media, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) führt über 200 Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligungen alleine für Deutschland auf.<ref>Hubert Burda Media Holding KG. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Dezember 2018; abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Der Konzern und sein Verleger gelten in der Medienbranche als Vorreiter bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle.<ref>Sophie Ahrens, Timo Leimbach, Thomas Hess: Die Digitalisierung der Hubert Burda Media. Von der Einführung der digitalen Drucktechnik bis zur Media Community als Strategie-Element. Hrsg.: Thomas Hess. Ludwig-Maximilians-Universität, München 2007 (uni-muenchen.de [PDF; abgerufen am 20. Januar 2017]).</ref> Hubert Burda Media erzielt mehr als die Hälfte seines Umsatzes in diesem Bereich.<ref>Roland Karle: Burda: Wachstum begleitet den Wandel. In: Absatzwirtschaft. 10. Januar 2013, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref><ref>Alex Hofmann: Burda wächst digital. In: Gründerszene. 25. Januar 2013, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref><ref>Philipp Peters: Bei Burda sorgt das Digitalgeschäft für Wachstum. In: Badische Zeitung. 14. Juli 2014, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Nach eigenen Angaben erscheinen derzeit rund 500 Medienprodukte in 14 Ländern.<ref name="Marken" /><ref name="Zahlen-2020" /> Die wichtigsten Unternehmensbereiche des Konzerns sind Blue Ocean Entertainment, BurdaBroadcast, BCN, BurdaCommerce, BurdaDirect, BurdaDruck, BurdaForward, BurdaInternational, BurdaPrincipal Investments, BurdaServices, BurdaVerlag, C3 Creative Code and Content, HolidayCheck Group und New Work.<ref>Bereiche. Hubert Burda Media, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> Die Bereiche agieren als Profitcenter weitgehend unabhängig.<ref name="Konzernabschluss 2020" />

Die bekanntesten Medien- und Digitalmarken von Hubert Burda Media – chronologisch geordnet – sind:

Bunte

Datei:Logo Bunte.svg

Die Bunte ist eine deutschsprachige Publikumszeitschrift. Die erste Ausgabe erschien 1948 unter dem Namen „Das Ufer“.<ref name="2008-03-27">60 Jahre Bunte. In: Bunte. 27. März 2008.</ref> Unter der Leitung von Hubert Burda entwickelte sich die Bunte zur modernen Publikumszeitschrift.<ref>Bernward Loheide: Der Mann hinter den bunten Blättern. In: Reutlinger General-Anzeiger. 9. Februar 2015.</ref><ref>Ulrike Simon: Das Projekt des Verlegers. In: Horizont. 12. Mai 2016, S. 12.</ref> Heute ist die Bunte eine der auflagenstärksten deutschen Zeitschriften und eine der populärsten Medienmarken des Konzerns.<ref>Jens Schröder: Deutschlands populärste Medienmarken: Bild und Apotheken Umschau. In: Meedia. 18. September 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2016; abgerufen am 6. Januar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/meedia.de</ref> Nach dem Rückzug von Patricia Riekel übernahm Robert Pölzer die Chefredaktion.<ref>Petra Schwegler: Robert Pölzer löst Riekel als „Bunte“-Chef ab. In: Werben & Verkaufen. 5. April 2016, abgerufen am 6. Januar 2017.</ref>

Freizeit Revue

Datei:Logo Freizeit Revue.png

Die Freizeit Revue ist eine deutschsprachige Boulevardzeitschrift. Die erste Ausgabe kam 1970 auf den Markt.<ref>Freizeit Revue: Leichte Kavallerie. In: Kress Report. 26. Juni 2010, S. 15.</ref> Das Blatt enthält zum Beispiel Berichte aus der Welt der Stars, Kreuzworträtsel und Ratgeber.<ref>40 jahre „Freizeit Revue“. „Der Titel ist mit den Lesern mitgewachsen“. 26. Juni 2010, S. 14.</ref> Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Freizeit Revue zu einer der auflagen- und renditestärksten Publikationen von Hubert Burda Media.<ref>Hans-Jürgen Jakobs: Der rätselhafte Erfolg der „Freizeit Revue“. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Juli 2010, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref><ref>Sabine Schlosser: Freizeitspaß im Doppelpass. In: Horizont. 29. April 2004, S. 10.</ref> Chefredakteur der Freizeit Revue ist Kai Winckler.<ref>Marc Bartl: Kai Winckler wird „Freizeit Revue“-Chefredakteur. Robert Pölzer löst Patricia Riekel im Juli bei der „Bunten“ ab. In: Kress Report. 5. April 2016, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Superillu

Datei:Superillu.gif

Der Burda-Konzern gründete die deutschsprachige Illustrierte Superillu 1990 – nach der deutschen Wiedervereinigung – speziell für den ostdeutschen Markt.<ref>In eigener Sache: 25 Jahre Superillu. In: Superillu. 20. August 2015, S. 6–7.</ref> Das Blatt entwickelte sich dort zur meistgelesenen Zeitschrift.<ref>Andreas Hutzler: Sichere Größe in unsicherer Zeit. In: Die Zeit. 27. Juni 1997.</ref> Die Zeit bezeichnete die Superillu daher als das „Zentralorgan des Ostens“.<ref>Toralf Staud: Das Zentralorgan des Ostens. In: Die Zeit. 5. Oktober 2000.</ref> Die Zeitschrift enthielt nicht nur heimatnahe Themen,<ref>Heimatgefühl auf Papier gebannt. In: Deutscher Drucker. 22. Juli 2010, S. 46.</ref> sondern wandelte sich im Laufe der Jahre zu einer inhaltlich breit aufgestellten Familienzeitschrift.<ref>Sonja Pohlmann: Blühendes Blatt. Wie die „Superillu“ zum meistgelesenen Magazin in Ostdeutschland wurde. In: Der Tagesspiegel. 9. November 2009, S. 33.</ref> Stefan Kobus ist Chefredakteur des Blattes.<ref>Der Vize übernimmt: Stefan Kobus wird neuer Chefredakteur der Superillu. In: Meedia. 21. Januar 2016, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Focus

Datei:Focus-logo.svg

Der Focus ist ein deutschsprachiges Nachrichtenmagazin.<ref>15 Jahre Fakten, Fakten, Fakten. In: Focus Online. 18. Januar 2008, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>„Focus“ feiert 20-jähriges Bestehen. In: Der Standard. 14. Januar 2013, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Es wurde 1993 als Alternative zum Spiegel ins Leben gerufen.<ref>Ekkehard Kohrs: Burdas Kampfansage an Augstein. In: Bonner General-Anzeiger. 19. Januar 1993, S. 3.</ref><ref>Rainer Hoffmann: Bunter Spiegel. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. Januar 1993.</ref> Der Focus ist heute eines der drei reichweitenstärksten deutschen Wochenmagazine.<ref>Ein starkes Führungs-Trio. In: Horizont. 20. November 2003, S. 66.</ref><ref>„Focus“, „Spiegel“, „Stern“. Die Großen im tiefen Wandel. In: Nordkurier. 27. August 2014, S. 25.</ref> Das Konzept stammt von Verleger Hubert Burda und Gründungschefredakteur Helmut Markwort.<ref>Heidrun Plewe: Wenige glaubten zunächst an den Erfolg. In: Horizont. 17. Dezember 1993, S. 20.</ref><ref>„Focus“-Chefredakteur Markwort geht. In: Zeit Online. 29. Oktober 2009, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Ihm stand Uli Baur zur Seite.<ref>Sara Weber: Mehr Bild für Focus. In: Horizont. 18. Mai 2012, S. 12.</ref><ref>Christian Meier: Der Focus und seine Chefs: Ein Blatt auf dem Weg ins Bedeutungslose. In: Meedia. 26. August 2014, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref> Seit dem 1. März 2016 ist Robert Schneider Chefredakteur des Focus.<ref>Sonja Álvarez: Neuer Chefredakteur für den „Focus“. In: Der Tagesspiegel. 21. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref><ref>Neuer „Focus“-Chef kommt von der „Super Illu“. In: Spiegel Online. 21. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2016.</ref>

Focus Online, eine der reichweitenstärksten deutschsprachigen Websites, gehört ebenfalls zu Hubert Burda Media.<ref>Jens Schröder: Focus Online überholt erstmals Bild. In: Meedia. 12. Oktober 2015, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref><ref>Katrin Ansorge: Focus Online zieht an Bild.de vorbei. In: Horizont. 21. April 2016, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref>

computeruniverse

Logo der computeruniverse GmbH
Logo der computeruniverse GmbH


Die computeruniverse GmbH (ursprünglich computeruniverse.net GmbH) ist ein 1999 in Bad Homburg gegründetes Elektronik-Versandhandelsunternehmen, das heute seinen Sitz in Friedberg hat.

Cyberport

Datei:Cyberport Logo.svg


Cyberport ist ein 1998 gegründeter Einzelhändler von Elektronik.<ref>Heiko Weckbrodt: Internet-Händler Cyberport wächst gegen Branchentrend. In: Leipziger Volkszeitung. 28. August 2003, S. 6.</ref> Das Unternehmen verkauft Notebooks, Tablets, Smartphones und andere Geräte sowohl online als auch in eigenen Filialen.<ref>Cyberport eröffnet den zweiten Store in Wien. In: Medianet. 24. Februar 2015, S. 26.</ref> Eine Beteiligungsgesellschaft von Hubert Burda Media unterstützte bereits den Aufbau von Cyberport mit Risikokapital, im Jahr 2000 erhöhte der Konzern dann seinen Anteil auf eine Mehrheit.<ref>Burda Beteiligungs-Holding übernimmt Mehrheit an Cyberport.de. In: Horizont. 20. September 2000, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref><ref>Abschied von Cyberport. In: Sächsische Zeitung. 28. September 2001, S. 26.</ref> Seit 2017 ist die Hubert Burda Media alleiniger Gesellschafter.

InStyle

Datei:Logo InStyle.png


1998 brachte Hubert Burda Media die deutschsprachige Frauenzeitschrift InStyle auf den Markt. Sie ist ein Lizenzprodukt des US-amerikanischen Time-Verlags.<ref>Burda-Verlag bringt Instyle auf den deutschen Markt. In: Horizont. 19. November 1998, S. 1.</ref> InStyle berichtet über die Mode und den Lebensstil von Stars und Stilikonen.<ref>Kerstin Rosenfeld: InStyle will dem Alltag keine Chance geben. In: Horizont. 11. März 1999, S. 42.</ref><ref>Instyle – das Star-Fashion-Magazin. Hubert Burda Media, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> Sie richtet sich an jüngere Leserinnen.<ref>Burdas People-Magazin Instyle startet im März. In: Horizont. 10. Dezember 1998, S. 1.</ref> Chefredakteurin von InStyle ist Kerstin Weng.<ref>Petra Schwegler: Burda macht Kerstin Weng zur „InStyle“-Chefredakteurin. In: Werben & Verkaufen. 23. Oktober 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Chip Online

Datei:Logo-chip-online-newred.svg

Chip Online, eine der größten redaktionellen deutschsprachigen Websites, ist eine weitere Digitalmarke von Hubert Burda Media.<ref>Reichweitenrekord bei Chip Online. In: Focus Online. 27. März 2008, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref><ref>Chip Online feiert seinen 15. Geburtstag. In: Meedia. 15. Februar 2011, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref>

HolidayCheck Group

Datei:HolidayCheckGroup AG LOGO.jpg

In der HolidayCheck Group sind die weltweiten Reise- und Bewertungsportale von Hubert Burda Media gebündelt.<ref>Von Tomorrow Focus zur HolidayCheck Group. Wohin geht die Reise bei Burdas Web-Aktivitäten? In: Meedia. 6. Mai 2016, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Gemessen am vermittelten Umsatz zählt HolidayCheck zu den führenden Websites dieser Art in Deutschland.<ref>Ranking der größten Reiseportalbetreiber in Deutschland. In: Statista. Abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Die börsennotierte HolidayCheck Group trägt ihren Namen seit 2016, zuvor firmierte das Unternehmen als Tomorrow Focus.<ref>Tomorrow Focus wird HolidayCheck. In: Börsen-Zeitung. 6. Mai 2016, S. 11.</ref> Dieses entstand im Jahr 2001 durch den Zusammenschluss von Tomorrow mit Focus Digital.<ref>Tomorrow und Focus Digital fusionieren. In: Handelsblatt. 9. August 2001, S. 11.</ref>

Digital Life Design

Datei:DLD Logo 2017.png

Digital Life Design (kurz DLD) ist die internationale Konferenz- und Innovationsplattform von Hubert Burda Media.<ref>Martin Drexler: Die Kehrseite der Digitalisierung. DLD Sommerkonferenz. In: Trend. 28. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. März 2017; abgerufen am 20. Januar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.trend.at</ref><ref>Susanne Gillner: Impressionen: Das war die DLD München. In: Internet World Business. 2019, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref> Sie ging 2005 als „Digital Lifestyle Day“ an den Start.<ref>Detlef Borchers: Mit Triple Play zum Next Big Thing. In: Heise Online. 24. Januar 2006, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> In den folgenden Jahren entwickelte sich die DLD zu einer wichtigen Veranstaltung der Internet- und Medienbranche.<ref>Varinia Bernau, Thorsten Riedl: Der Treff junger Milliardäre. In: Süddeutsche Zeitung. 24. Januar 2011, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Dabei findet vor allem die Teilnahme von Vertretern der großen US-Konzerne regelmäßig Beachtung.<ref>Andrea Rungg: Burda-Konferenz lockt US-Internetmanager an. In: Financial Times Deutschland. 20. Januar 2011.</ref><ref>Boas Ruh: Trump, Roboterfahrzeuge und ihre Folgen für die Welt. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Januar 2017, S. 50.</ref><ref>Thema: DLD. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

XING

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XING ist ein deutschsprachiges soziales Netzwerk für berufliche Kontakte mit mehr als zehn Millionen deutschsprachigen Mitgliedern.<ref>Xing baut Medienangebot aus. Karrierenetzwerk macht LinkedIn weiter Konkurrenz. In: Handelsblatt. 23. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. März 2017; abgerufen am 20. Januar 2017.</ref><ref>Andreas Wilkens: Xing knackt Zehn-Millionen-Marke bei deutschsprachigen Mitgliedern. In: Heise Online. 29. März 2016, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref> Es wurde 2003 unter dem Namen OpenBC von Lars Hinrichs gegründet.<ref>Christiane Boldt, Carsten Wette: „Ohne den gewissen Gründer-Gendefekt geht nichts“. In: Der Tagesspiegel. 15. Oktober 2011, S. 8.</ref> Zunächst kaufte Hubert Burda Media ein Viertel von XING,<ref>Melanie Wassink: Lars Hinrichs verkauft Firmenanteil an Burda. 19. November 2009, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> 2012 übernahm der Konzern dann die Mehrheit.<ref>Burda übernimmt Mehrheit an Xing. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. Dezember 2012, S. 31.</ref> XING treibt in den letzten Jahren vor allem die Online-Stellenvermittlung voran.<ref>Jürgen Hoffmann: Xing bleibt Anbieter im deutschsprachigen Raum. In: Welt Online. 12. August 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Außerdem werden redaktionelle Inhalte forciert.<ref>Michael Kroker: Wie Xing LinkedIn auf Distanz halten will. In: WirtschaftsWoche. 23. Juni 2016, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Cliqz

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Cliqz war ein Webbrowser mit integrierter Suchmaschine, der 2015 vorgestellt wurde.<ref>Jo Bager: Zielführend. Kurz vorgestellt: Cliqz. In: c‘t Magazin. 16. Oktober 2015, S. 59 (heise.de [abgerufen am 28. Februar 2017]).</ref> Er sticht insbesondere durch seine Suchfunktion ohne klassische Ergebnisseiten und den Tracking-Schutz hervor.<ref>Patrick Beuth: Die Google-Vermeidungsmaschine. In: Zeit Online. 8. März 2016, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref><ref>Patrick Beuth: Ein neues Paket, um Google auszuweichen. In: Zeit Online. 15. Februar 2017, abgerufen am 28. Februar 2017.</ref> Cliqz unterstützt die Betriebssysteme Windows, macOS, iOS und Android.<ref>Jo Bager: Trackerfänger. In: c‘t Magazin. 18. März 2016, S. 55 (heise.de [abgerufen am 28. Februar 2017]).</ref> 2016 investierte die Mozilla Foundation in Cliqz.<ref>Giuseppe Rondinella: Mozilla beteiligt sich an Cliqz. In: Horizont. 25. August 2016, S. 12.</ref><ref>Mozilla investiert in deutschen Cliqz-Browser. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 24. August 2016, S. 7.</ref> Der Cliqz Browser wurde mit dem letzten Release am 14. Mai 2020 eingestellt.

Literatur

  • Gisela Freisinger: Hubert Burda – Der Medienfürst. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37417-X.
  • Peter Köpf: Die Burdas. Europa-Verlag, Hamburg/Wien 2002, ISBN 3-203-79145-5.

Weblinks

Commons: Hubert Burda Media – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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