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Hemmerde

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Hemmerde
Stadt Unna
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2785)&title=Hemmerde 51° 33′ N, 7° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2785) 51° 32′ 48″ N, 7° 48′ 43″ O
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Höhe: 92 (70–225) m
Fläche: 16,72 km²
Einwohner: 2785 (31. Dez. 2013)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1968
Postleitzahl: 59427
Vorwahl: 02308
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Hemmerde, ein Ort in Nordrhein-Westfalen mit fast 2800 Einwohnern, ist seit 1968 eine Ortschaft von Unna.

Geographie

Hemmerde liegt unweit des Ruhrgebiets am Nordrand des Haarstrangs in der Westfälischen Bucht, auf halbem Weg zwischen Unna und Werl in der Werl-Unnaer Börde. Hemmerde ist die östlichste Ortschaft von Unna und grenzt an das Stadtgebiet von Werl.

Durch Hemmerde fließen in Süd-Nord-Richtung die Amecke (auch: Ameckebach) und der Rüschebach. Beide münden wenige Kilometer nördlich von Hemmerde in den Lünerner Bach, einen Nebenfluss der Seseke, welche ihr Quellgebiet zwischen Hemmerde und Holtum hat.

Geschichte

Datei:Hemmerde ev Kirche Brunnen IMGP6713 wp.jpg
Evangelische Kirche mit dem restaurierten Dorfbrunnen
Datei:St Peter und Paul Hemmerde Steeple.jpg
Katholische Kirche St. Peter und Paul

Eine erste Siedlungsstelle gab es um 750 v. Chr. (entdeckt beim Bau der Autobahn 44).

Erstmals urkundlich erwähnt wird Hemmerde etwa im Jahr 880 im Güterverzeichnis der Abtei Werden als villa Hamarithi in pago Borahtron (Siedlung im Gau der Brukterer).<ref>Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert. Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 4,I: Einleitung und Register. I. Namenregister. Hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978; Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden. Sachregister. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958</ref>

Um 1000 wird Hamerethi in den Urbaren des Freckenhorster Kanonissenstiftes genannt. Es wird angenommen, dass unter den Grafen von Arnsberg eine erste, dem Apostel Bartholomäus geweihte Kirche an der Stelle der heutigen evangelischen Kirche erbaut wird.

1023 wird die zu Hemmerde gehörende Bauerschaft Steinen urkundlich erwähnt, als Kaiser Heinrich II. das predium Steini in Pago Westfalon der Paderborner Kirche schenkt. Im Folgenden wird 1030 der heutige Hof Schulze-Steinen erwähnt.

Um 1100 nennen Dokumente der Werdener Abtei die Bauerschaft Sidinchusen (Siddinghausen).

1152 wird mit Widecho von Hemmerde erstmals ein Adelsgeschlecht von Hemmerde erwähnt.

1210 findet die Existenz eines Pfarrers in Hemmerde Erwähnung.

Das Patronat an der Kirche wird am 24. August 1290 vom Grafen Ludwig von Arnsberg an den Grafen Eberhard I. von der Mark übertragen. Dieser vermacht es fünf Tage später dem Stift Scheda.

Um 1300 werden erste Landwehren nahe Hemmerde angelegt.

1313 und 1319 werden die Bauerschaften Westhemmerde und Vyendick (Vinning), um 1383 auch Drenhusen (Dreihausen) erwähnt.

1483 stellt der Braunschweiger Schnitzer Conrad Borgentrik den Marienaltar der heutigen evangelischen Kirche fertig.

1570 erreicht die Reformation Hemmerde, und Vikar Johann zur Westen tritt mit einem Großteil der Gemeinde zum Luthertum über.

Nach Auseinandersetzungen zwischen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde wird 1737 nach einem Vergleich eine katholische Kapelle erbaut.

1761 kommt es im Siebenjährigen Krieg zu Kampfhandlungen im Raum Hemmerde. Das Dorf ist zeitweilig von Franzosen und zeitweilig von Alliierten besetzt.<ref>Klaus Basner: Geschichte des Kirchspiels Hemmerde. Horschler Verlagsgesellschaft, Unna 2016, ISBN 978-3-944430-07-2, S. 340–343.</ref>

Am 6. April 1823 wird der Grundstein zum Bau der katholischen Kirche gelegt.

Ab 1841 gehört Hemmerde zum Amt Unna-Kamen.

1852 beginnen die Bauarbeiten an der Eisenbahnstrecke DortmundSoest. Hemmerde erhält 1874 einen Bahnhof.

1868 wird der schwer beschädigte Marienaltar aus der evangelischen Kirche entfernt und verkauft. Er befindet sich heute im Städtischen Museum von Braunschweig.

Im Zweiten Weltkrieg werden die katholische Kirche und mehrere andere Gebäude zerstört (März 1945).

Am 1. Januar 1968 wird die Gemeinde durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Unna in die Stadt Unna eingegliedert.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 65.</ref>

Zur Ortschaft Hemmerde innerhalb der Stadt Unna gehören außer der ehemaligen Gemeinde Hemmerde auch die ehemaligen Gemeinden Westhemmerde und Siddinghausen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hauptsatzung der Stadt Unna, § 3 (Memento vom 13. August 2017 im Internet Archive)</ref>

Wappen

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen der ehemaligen Gemeinde Hemmerde, Kreis Unna]] Blasonierung: „In Silber (Weiß) drei 2:1 gestellte rote Eisenhüte.“<ref name="Wappen">Wappen von Hemmerde auf der Dorf-Website Hemmerde online</ref>
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1962 vom nordrhein-westfälischen Innenminister genehmigt. Die Eisenhüte entstammen dem Wappen der Herren von Hemmerde. Es wurde vom Siegel des Johann von Drenhusen aus dem Jahr 1383 abgeleitet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1849<ref></ref> 1301
1910<ref>Landkreis Hamm. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2023; abgerufen am 14. Februar 2026.</ref> 1392
1931<ref>Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931.</ref> 1493
1956<ref>Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957.</ref> 2123
1961<ref>Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 197.</ref> 1978
1967<ref>Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 152.</ref> 1797
1987<ref>Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Hrsg.): Bevölkerung und Privathaushalte sowie Gebäude und Wohnungen. Ausgewählte Ergebnisse für Gemeindeteile. Regierungsbezirk Arnsberg. Düsseldorf 1990, S. 292.</ref> 2523
2013<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohner in den Ortsteilen der Städte und Gemeinden des Kreises Unna (Memento vom 15. Mai 2016 im Internet Archive)</ref> 2785

Verkehr

Datei:Bf-hemmerde.jpg
Bahnhaltepunkt Hemmerde (Blick in Richtung Soest)

Hemmerde ist ein Haltepunkt an der zweigleisigen Bahnstrecke Dortmund–Unna–Werl–Soest, der von der Regionalbahnlinie RB 59 „Hellweg-Bahn“ bedient wird. Die Station befindet sich in den Tarifgebieten von VRL und VRR.

Linie Verlauf Takt
RB 59 Hellweg-Bahn:
Dortmund Hbf – Dortmund Signal-Iduna-Park – Dortmund-Hörde – Dortmund-Aplerbeck – Dortmund-Sölde – Holzwickede – Unna – Lünern – Hemmerde – Werl – Westönnen – Soest
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2023
30 min (werktags)
60 min (sonn- und feiertags)

Die Buslinie C45 der VKU verbindet den Ortsteil mit dem Zentrum Unnas.

Durch Hemmerde führt eine Route des Radverkehrsnetzes NRW entlang der Hellwegachse von zwischen Unna und Soest, dort am Knotenpunkt 35 verknüpft mit einigen regionalen Radrouten.<ref>https://radservice.radroutenplaner.nrw.de/rrp/nrwrvn/cgi?lang=DE</ref>

Am südlichen Ortsrand von Hemmerde verläuft die Bundesstraße 1. Wenige Kilometer entfernt verlaufen die Autobahnen A 1, A 2, A 44 und A 445.

Von historischer Bedeutung ist die Lage am Hellweg.

Bildung

Im Ort gibt es die Städtische Gemeinschaftsgrundschule Hemmerde mit zwei Klassen je Jahrgang. Weiterführende Schulen befinden sich in Unna und Werl.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Otto Balkenholl, Hans Kumbier: Aus der Chronik von Hemmerde. Analysen und Meinungen, Heft 8. Stadt Unna, der Stadtdirektor, Referat für Öffentlichkeitsarbeit, Unna 1982 (116 Seiten).
  • Helmut Papenberg (Hrsg./Red.): Von Massen nach Hemmerde. Eine Zeitreise am Hellweg. Beiträge der Ortsheimatpfleger von Unna über diese alte Handelsstraße und wie sie unsere Stadt prägte. Analysen und Meinungen, Band 37. Stadt Unna, I-Punkt, Unna 2000 (56 Seiten).
  • Friedrich Große-Oetringhaus: Chronik der evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde 1932–1978. Herausgegeben vom Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde. Evangelische Kirchengemeinde Hemmerde, Hemmerde 1985 (100 Seiten).
  • Autorenkollektiv: Beiträge zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde. Festschrift anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung der Hemmerder Kirche am 24. August 1290. Herausgegeben vom Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde. Evangelische Kirchengemeinde Hemmerde, Hemmerde 1990 (110 Seiten).
  • Willy Timm: Hellweg-Apotheke in Unna-Hemmerde. Von ihren Anfängen bis zur Gegenwart 1847–1997. Zugleich ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Hemmerde. Hellweg-Bücherei, Heft 16. Verlag Hellweg-Bücherei, Unna 1997, ISBN 3-87298-065-3 (56 Seiten).
  • Klaus Basner: Geschichte des Kirchspiels Hemmerde. Hrsg.: Heimatverein des Kirchspiels Hemmerde e. V., Horschler Verlagsgesellschaft, Unna 2016, ISBN 978-3-944430-07-2.

Weblinks

Commons: Hemmerde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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