Polymorphe Lichtdermatose
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| L56.4 | Polymorphe Lichtdermatose |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Die polymorphe Lichtdermatose, fälschlicherweise auch Sonnenallergie oder Lichtallergie genannt, ist eine Photodermatose.<ref name="Ärzteblatt 1" /> Photodermatosen sind Dermatosen, die unter Einwirkung von Licht entstehen.
Die Ursache und Entstehung der polymorphen Lichtdermatose sind unbekannt.<ref name="Pschyrembel 1">Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 257. Auflage, Verlag: Walter de Gruyter, Berlin, New York 1994, ISBN 3-11-012692-3.</ref>
Symptome
Die Krankheit tritt meist im Frühjahr oder Frühsommer nach der ersten Sonnenbestrahlung auf. Bei neuerlicher Sonnenexposition werden die Schübe im Laufe des Sommers meistens schwächer.<ref name="Ärzteblatt 1" />
Die Hautveränderungen treten vor allem an den Außenseiten der Oberarme, am Halsausschnitt und auch im Gesicht auf. Die Hauterscheinungen können die unterschiedlichste Form (z. B. Rötung, Bläschen, Knötchen, nässende Hautdefekte, Hautverdickung) haben. Sie sind aber meistens bei einer Person auf eine dieser Formen beschränkt. Immer ist ein starker Juckreiz vorhanden.<ref name="Ärzteblatt 1">Autor: P. Lehmann, T. Schwarz, Deutsches Ärzteblatt, Lichtdermatosen: Diagnostik und Therapie. Abgerufen am 12. September 2013.</ref>
Diagnose
Eine im Vorfeld betroffene Hautstelle wird mit UVA-Licht mehrfach bestrahlt. Eventuell treten dadurch die für den Erkrankten typischen Hautveränderungen auf. Kann hingegen keine Hautveränderung festgestellt werden, so ist eine polymorphe Lichtdermatose auszuschließen.<ref name="Ärzteblatt 1" />
Vorbeugung
Die polymorphe Lichtdermatose wird überwiegend durch UV-A-Strahlung ausgelöst. Da Fensterglas oder dünne Kleidung zwar UV-B-Strahlung weitgehend abschirmen, nicht aber UV-A-Strahlung, kann die polymorphe Lichtdermatose auch bei Sonnenexposition hinter Glasscheiben oder unter Kleidung auftreten.<ref name="AERZ 1">Phototoxische Reaktionen der Haut durch Medikamente abgerufen am 16. November 2017, Artikel von Silvia Schauder, Dtsch Arztebl 2005; 102: A 2314–2319 [Heft 34–35]</ref>
Präventiv wirksam sind Sonnenvermeidung und Sonnenschutz.<ref name="AERZ 1" /> Die Meidung von Solarien, das Tragen dicht gewebter Kleidung, Sonnenschutzmittel gegen UV-B- und UV-A-Strahlung mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. LF 30), sowie UV-undurchlässige Folien an den Fenstern sind dabei hilfreich.<ref name="Pharmazeutische Zeitung 1">Silvia Schauder: Wenn Arzneimittel und Licht unverträglich sind. In: pharmazeutische-zeitung.de. Abgerufen am 8. September 2013.</ref><ref>Gerd Kindl: Bevor die Haut brennt. In: pharmazeutische-zeitung.de. Abgerufen am 1. Oktober 2013.</ref>
Lichtgewöhnung durch Phototherapie kann hilfreich sein.<ref name="Ärzteblatt 1" />
Therapie
Man verwendet, wenn nötig, kortisonhaltige Medikamente zum Auftragen auf die veränderten Hautbereiche. Antihistamine können den Juckreiz lindern.<ref name="Ärzteblatt 1" />
Siehe auch
- Buchweizenkrankheit
- Mallorca-Akne
- Photoallergische Dermatitis
- Porphyrie (Stoffwechselkrankheit)
- Urticaria solaris
- Xeroderma pigmentosum (Genodermatose)
- Sonnenbrand
Einzelnachweise
<references />