Zum Inhalt springen

Lauri Lehtinen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. Januar 2025 um 18:46 Uhr durch imported>Aka (Weblinks: Commons hinzugefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Lauri Lehtinen 1931.jpg
Lauri Lehtinen, 1931

Lauri Aleksanteri Lehtinen (* 10. August 1908 in Porvoo, Finnland; † 4. Dezember 1973 in Helsinki) war ein finnischer Leichtathlet und 1932 Olympiasieger über 5000 Meter bei den Olympischen Spielen in Los Angeles.

Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen, am 19. Juni 1932, verbesserte Lauri Lehtinen in Helsinki über 5000 Meter den acht Jahre alten Weltrekord von Paavo Nurmi um 11 Sekunden auf 14:17,0 min und war damit der Favorit für den Olympiasieg über diese Distanz.

Bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles startete Lehtinen denn auch über 5000 Meter. Im Finale übernahmen er und sein Landsmann Lauri Virtanen früh die Führung. Sie hatten damit vor, alle ihre weiteren Gegner abzuschütteln, was ihnen auch fast gelang. Nur einer ließ nicht nach: Der US-Amerikaner Ralph Hill. Wenig später entwickelte sich das Rennen zu einer wahren Schlacht zwischen Lehtinen und Hill. In der letzten Runde griff Hill Lehtinen an und war im Begriff, ihn zu überholen. Lehtinen verhinderte das, in dem er Hill im Zickzack von einer Bahn auf die andere laufend den Weg abschnitt. Obwohl eine allgemeine Taktik in Europa, war das insbesondere für das amerikanische Publikum ungewohnt. Derart frustriert, buhte es Lehtinen aus. Lauri Lehtinen gewann knapp, für Ralph Hill wurde die gleiche Zeit von 14:30,0 min gestoppt. Es war das einzige olympische Rennen, dessen Distanz länger als 200 Meter war, in dem die beiden Ersten identische Zeiten erzielten.

Das Kampfgericht war zunächst unsicher, ob es sich um eine Behinderung durch Lauri Lehtinen gehandelt habe. Deshalb fand die Siegerehrung erst 24 Stunden später statt. Dabei kam es – zur Begeisterung des Publikums – zu versöhnlichen Gesten beider Sportler, als sie ihre Mannschaftsabzeichen tauschten.

Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin konnte Lehtinen seinen Titel nicht verteidigen und beendete das Rennen als Zweiter hinter seinem Landsmann Gunnar Höckert.

1940 widmete Lehtinen seine Goldmedaille einem Soldaten. Es war eine Geste des Respektes Lehtinens für Gunnar Höckert, der sich freiwillig zum Dienst in der finnischen Armee gemeldet hatte und als Reserveleutnant kämpfend im Winterkrieg gegen die Sowjetunion am Tag vor seinem 30. Geburtstag in Karelien gefallen war.

Weblinks

Commons: Lauri Lehtinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1912: Finnland Großfurstentum 1883Datei:Flag of Russia.svg Hannes Kolehmainen | 1920: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Joseph Guillemot | 1924: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Paavo Nurmi | 1928: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Ville Ritola | 1932: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Lauri Lehtinen | 1936: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Gunnar Höckert | 1948: BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Gaston Reiff | 1952: TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Emil Zátopek | 1956: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Wolodymyr Kuz | 1960: NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Murray Halberg | 1964: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Schul | 1968: Tunesien 1859Datei:Flag of Tunisia (1959–1999).svg Mohamed Gammoudi | 1972: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Lasse Virén | 1976: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Lasse Virén | 1980: Athiopien 1975Datei:Flag of Ethiopia (1975–1987).svg Miruts Yifter | 1984: MarokkoDatei:Flag of Morocco.svg Saïd Aouita | 1988: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg John Ngugi | 1992: DeutschlandDeutschland Dieter Baumann | 1996: BurundiDatei:Flag of Burundi.svg Vénuste Niyongabo | 2000: Athiopien 1996Datei:Flag of Ethiopia (1996-2009).svg Million Wolde | 2004: MarokkoDatei:Flag of Morocco.svg Hicham El Guerrouj | 2008: Athiopien 1996Datei:Flag of Ethiopia (1996-2009).svg Kenenisa Bekele | 2012: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mo Farah | 2016: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mo Farah | 2020: UgandaDatei:Flag of Uganda.svg Joshua Cheptegei | 2024: NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Jakob Ingebrigtsen

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende