Musculus temporalis
| Musculus temporalis |
|---|
| Datei:Gray — musculus temporalis.png |
| Ursprung |
| Fossa temporalis und Fascia temporalis |
| Ansatz |
| Processus coronoideus des Unterkiefers (Mandibula) |
| Funktion |
| Kieferschluss, Zurückziehen des Kiefers |
| Innervation |
| Nervi temporales profundi aus dem Nervus mandibularis |
Der Musculus temporalis (lateinisch für Schläfenmuskel) ist ein Skelettmuskel und gehört zur Kaumuskulatur.
Aufbau und Funktion
Der fächerförmige Muskel hat seinen Ursprung insbesondere an der Außenseite des Schläfenbeins (lateinisch Os temporale) zwischen dessen Linea temporalis inferior und der Christa infratemporalis. Darüber hinaus haben ventrale Muskelabschnitte ihren Ursprung an angrenzenden Knochen: dem Jochbein (Os zygomaticum), dem Stirnbein (Os frontale) und dem Keilbein (Os sphenoidale). dorsale Muskelanteile entspringen am Scheitelbein (Os parietale). Diese leicht eingesenkte Knochenplatte an der Ursprungsfläche des Muskels wird als Fossa temporalis bezeichnet und vom Muskel ausgefüllt. Die Fascia temporalis bedeckt den Muskel.<ref name="benninghoff">Detlev Drenckhahn (Hrsg.): Anatomie. 17. Auflage. Urban & Fischer, München und Jena 2008, ISBN 978-3-437-42342-0, S. 516 f.</ref> Aufgrund seines breitflächigen Ursprungs hat der Muskel eine große Querschnittsfläche<ref name="Aumüller2020" details="S. 1032.">Gerhard Aumüller et al. (Hrsg.): Duale Reihe Anatomie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-13-243502-5.</ref> und ist der stärkste Kaumuskel.<ref name="benninghoff" /> Der Muskel bzw. dessen Sehne durchzieht den Raum medial des Jochbogens (Arcus zygomaticus).<ref name="Prometheus2022" details="S. 253.">Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher (Hrsg.): Prometheus – LernAtlas der Anatomie. Kopf, Hals und Neuroanatomie. 6. Auflage. Thieme, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-13-244421-8.</ref> Die Ansatzfläche des Muskels liegt an der Spitze und Innenfläche des Processus coronoideus des Unterkiefers (Mandibula).<ref name="Prometheus2022" details="S. 82," />
Der Musculus temporalis wirkt auf das Kiefergelenk. Er hebt durch seine senkrechten Fasern den Unterkiefer und führt damit zum Kieferschluss (Adduktionsbewegung). Der dorsale Anteil des Muskels zieht den Kiefer zurück (Retrusion). Weiterhin ist der Muskel an Mahlbewegungen beim Kauen beteiligt.<ref name="gray" details="S. 677.">Susan Standring (Hrsg.): Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42. Auflage. Elsevier, 2021, ISBN 978-0-7020-7705-0.</ref>
Über Muskeläste des Pars pterygoidea der Arteria maxillaris wird der tiefe Anteil des Muskels mit arteriellem Blut versorgt, der oberflächliche Teil des Muskels wird durch Äste der Arteria temporalis superficialis versorgt.<ref name="gray" details="S. 677." /> Der Muskel wird von Nervi temporales profundi aus dem Nervus mandibularis, dem dritten Hauptast des Nervus trigeminus (5. Hirnnerv) innerviert (über speziell-viszeroefferente Fasern aus dem Nucleus motorius nervi trigemini).<ref name="Aumüller2020" details="S. 989." />
Entwicklung
Wie auch die anderen Muskeln der Kaumuskulatur geht der Musculus temporalis aus dem ersten Kiemenbogen (Schlundbogen) hervor.<ref>Keith L. Moore, Trivedi V. N. Persaud, Mark G. Torchia: The Developing Human. 10. Auflage. Elsevier, 2016, ISBN 978-0-323-31338-4, S. 160.</ref><ref name="gray" details="S. 277." />
Weblinks
Einzelnachweise
<references />