Zum Inhalt springen

Solar and Heliospheric Observatory

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. April 2026 um 10:12 Uhr durch imported>O0TsRVi7 (Verlauf: Tippfehler korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Solar and Heliospheric Observatory
Datei:NASA SOHO spacecraft.png
Animation der Sonde
NSSDC ID Vorlage:COSPAR
Missions­ziel Erforschung der SonneVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Missionsziel
Auftrag­geber Europaische WeltraumorganisationDatei:ESA logo.svg ESA / National Aeronautics and Space AdministrationDatei:NASA logo.svg NASAVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Auftraggeber
Träger­rakete Atlas II AS AC-121Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Traegerrakete
Startmasse 1850 kgVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startmasse
Instrumente
Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Instrumente

CDS, CELIAS, COSTEP, EIT, ERNE, GOLF, LASCO, MDI/SOI, SUMER, SWAN, UVCS, VIRGO

Verlauf der Mission
Startdatum 2. Dezember 1995, 08:08 UTCVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startdatum
Startrampe Cape Canaveral AFS, LC-36BVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startrampe
Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Verlauf

Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL Vorlage:ZL

Das Solar and Heliospheric Observatory (SOHO; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Weltraumobservatorium von ESA und NASA. Mit mehr als 30 Jahren Betriebsdauer ist es eines der langlebigsten Raumfahrzeuge.

Mission

Die Aufgaben des SOHO umfassen zahlreiche Experimente, die der Erforschung der Sonne dienen. Das SOHO vereinigt dabei europäische und US-amerikanische Sonden-Planungen der 1980er Jahre. Die ESA ist für die Leitung der Mission verantwortlich und stellt neun Experimente. Die NASA stellt drei Experimente und war für die Trägerrakete verantwortlich. Die Kommunikation mit dem SOHO und dessen Steuerung wird ebenfalls von der NASA unter Verwendung des Deep Space Network gewährleistet.

Aufbau

Datei:Atlas IIAS launch with SOHO.jpg
SOHO startete mit einer Atlas IIAS

SOHO ist ein dreiachsstabilisierter, modular aufgebauter Satellit, der permanent auf die Sonne ausgerichtet ist. Die Sonde ist rund 4,3 × 2,7 × 3,7 Meter groß (9,5 Meter mit ausgefalteten Solarzellen) und etwa 610 kg (1.850 kg beim Start) schwer. Über eine Parabol-Hochgewinn- und eine Rundstrahlantenne mit niederem Gewinn können Bilder und Daten mit einer Rate von bis zu 200 kbit/s im S-Band zur Erde gesendet werden. Als Empfangsstationen dienen die Einrichtungen des Deep Space Network der NASA. SOHO wurde von einem europäischen Team unter Federführung von Astrium gebaut.

Verlauf

SOHO wurde in Europa gebaut und am 2. Dezember 1995 von der Cape Canaveral Air Force Station mit einer Atlas-II-AS-Rakete gestartet.<ref name="francis">Francis C. Vandenbussche und Philippe Temporelli: SOHO - The Trip to the L1 Halo Orbit. Abgerufen am 21. Februar 2021.</ref>

SOHO befindet sich in einem Halo-Orbit mit einem mittleren Radius von 255.000 km<ref>Grafik des SOHO-Orbits. NASA, abgerufen am 2. Juli 2023.</ref> um den Lagrange-Punkt L1, in einer Entfernung von ca. 1,5 Millionen Kilometern zur Erde. In diesem Orbit hat es wegen der Erdanziehung die gleiche Umlaufzeit um die Sonne wie die Erde und kann sich dort mit sehr geringem Energieaufwand halten. Dank präziser Ortsbestimmung und der sogenannten „lockeren Steuerung“ (loose control) sind nur etwa vier Bahnkorrekturmanöver pro Jahr nötig, mit denen die Geschwindigkeit der Sonde in verschiedene Richtungen um insgesamt etwas über 2 m/s pro Jahr verändert werden muss.<ref>David W. Dunham und Craig E. Roberts: Stationkeeping Techniques for Libration-Point Satellites. In: springer.com. 23. August 2020, abgerufen am 21. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Frequently Asked Questions (FAQ). In: soho.nascom.nasa.gov. 27. Juli 2020, abgerufen am 21. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von der Erde aus gesehen steht SOHO immer in der Nähe der Sonne, hat dabei aber immer einen ausreichenden Winkelabstand von ca. 22°, sodass der Funkverkehr zur Erde nicht durch parallele Sonnenstrahlung gestört wird. Die Sonde kreist von der Erde aus gesehen im Gegenuhrzeigersinn um den L1-Punkt, sie benötigt auf ihrer Bahn etwa 178 Tage für einen Umlauf.<ref name="francis" />

Die kritischste Situation gab es bereits in der Anfangsphase der Mission. Am 25. Juni 1998 ging während normaler Bahnmanöver der Kontakt zur Sonde verloren.<ref>SOHO spacecraft observations interrupted. NASA, 26. Juni 1998, abgerufen am 29. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine Wiederaufnahme der Funkverbindung gelang zunächst nicht, sodass SOHO fast verloren schien. Erst mit der Hilfe der Radioteleskope in Arecibo (305 m Durchmesser) und Goldstone (70 m) gelang es einen Monat später, SOHO zu lokalisieren<ref>SOHO spacecraft located with ground-based radar. NASA, 27. Juli 1998, abgerufen am 29. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und am 3. August 1998 mithilfe des Deep Space Networks den Kontakt wiederherzustellen.<ref>SOHO spacecraft contacted. NASA, 4. August 1998, abgerufen am 29. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da die Sonde einige Zeit nicht korrekt ausgerichtet war, waren die Batterien vollständig entladen, die Treibstofftanks und die Leitungen waren eingefroren und konnten mangels Energie nicht aufgewärmt werden. Man musste zur Verbindungsaufnahme jeweils die Zeitspanne ausnutzen, in der die Solarpaneele zufällig in Richtung Sonne zeigten. Es folgte eine langwierige und schwierige Reaktivierungsprozedur.<ref>SOHO is pointing at the Sun again. NASA, 17. September 1998, abgerufen am 29. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>SOHO Is Nearly Back In Business. NASA, 15. Oktober 1998, abgerufen am 29. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Letztlich war SOHO am 5. November 1998 und 133 Tage nach dem Kommunikationsabbruch wieder vollständig einsatzbereit.<ref>Recovery Milestones. ESA, 10. September 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2007; abgerufen am 28. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>SOHO Recovery Updates. ESA, 30. Mai 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2007; abgerufen am 28. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zwei der drei Gyroskope waren direkt nach dem Start ausgefallen, das dritte dann im Dezember 1998. Danach wurde die Steuerungssoftware modifiziert, sodass die korrekte Ausrichtung der Sonde ohne die Gyroskope erfolgen kann. SOHO wurde dabei unfreiwillig die erste drei-Achsen-stabilisierte Mission, die keine Gyroskope benötigte.<ref>ESA Science & Technology - 10 Years of SOHO. Abgerufen am 14. Februar 2022.</ref>

Im Jahre 2003 fiel einer der Ausrichtungsmotoren der Hauptantenne aus. Durch Aufzeichnung der Daten in der Sonde, verbesserte Datenkompression und Nutzung größerer Empfangsantennen auf der Erde konnten die Daten ohne nennenswerte Beeinträchtigung über die Niedergewinnantenne übertragen werden, jedoch um den Preis eines hohen Ressourcenbedarfs bei den Bodenstationen. Beim Start waren nur die damals noch vorhandenen 26-Meter-Antennen vorgesehen, für den Rest der Mission wurden für längere Zeiten die 34- und 70-Meter-Antennen benötigt.

SOHO ist nach wie vor ein Flaggschiff der Sonnenforschungssonden. Die Mission wurde immer wieder verlängert und konnte in dieser Zeit mehr als zwei der elfjährigen Sonnenzyklen beobachten.<ref>ESA: Green light for continued operations of ESA science missions. 7. Dezember 2017, abgerufen am 7. Januar 2019.</ref> Die letzte Verlängerung bis Ende 2025 wurde 2023 angekündigt.<ref>ESA: Extended life for ESA's science missions. 7. März 2023, abgerufen am 7. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} Am 2. Dezember 2025 vollendete das Observatorium sein 30. Betriebsjahr. Viele aktuelle Missionen zur Sonnenbeobachtung tragen Nutzlasten, die Kopien oder Weiterentwicklungen der Instrumente von SOHO sind.

Die Sonde Adytia-L1 der ISRO startete am 2. September 2023 und kann die Aufgaben von SOHO fortsetzen.

Wissenschaftliche Experimente

Datei:Soho schema.png
Schemazeichnung von SOHO

Nachfolgend eine Liste der Einrichtungen und Experimente des SOHO:

Zufällige Entdeckungen

Obwohl die Sonde ursprünglich nicht explizit dafür vorgesehen war, konnten mit SOHO auch tausende bisher unbekannte Kometen entdeckt werden.<ref>SOHO Spacecraft Discovers Its 4,000th Comet in sci-news.com</ref> Die Kometen fielen auf, wenn sie sich durch das Sichtfeld des bildgebenden LASCO-Detektors bewegten. Um von LASCO erfasst zu werden, müssen diese Kometen der Sonne näher als 800.000 km kommen, daher bezeichnet man diese Gruppe auch als Sungrazer (Sonnenstreifer). Die meisten dieser Kometen stürzten in die Sonne.

Siehe auch

Weblinks

Commons: SOHO-Raumsonde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Erdsatelliten:
Solrad 1–4 (1960–1962) | OSO (1962–1975) | Solrad 6–7 (1963–1965) | Explorer 30 (Solrad 8) (1965) | ESRO 2A, 2B (1967–1968) | Kosmos 166, 230 (DS-U3-S) (1967–1968) | Explorer 37 (Solrad 9) (1968) | Kosmos 262 (DS-U2-GF) (1968) | Explorer 44 (Solrad 10) (1965) | SolRad 11 (1976) | ISEE 1, 2 (1977) | SolWind (1979) | SolarMax (1980) | Hinotori (1981) | Yohkoh (1991) | Spartan 201 (1993–1998) | Koronas-I (1994) | TRACE (1998) | ACRIMSat (1999) | Koronas-F (2001) | RHESSI (2002) | Hinode (2006) | Koronas-Foton (2009) | SDO (2010) | Picard (2010) | IRIS (2013) | DSCOVR (2015) | CSIM-FD (2018) | MinXSS (2018) | Xihe (2021) | ASO-S (2022)

Raumsonden und L1-Orbiter:
Pioneer 6–9 (1965–1968) | Helios (1974, 1976) | ISEE 3 (1978) | Ulysses (1990) | Wind (1994) | SOHO (1995) | ACE (1997) | Genesis (2001) | Stereo (2006) | Parker Solar Probe (2018) | Solar Orbiter (2020) | CuSP (2022) | Aditya-L1 (2023) | Space Weather Follow On-Lagrange 1 (2025)

Geplant: ESA Vigil

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Erfolgte Starts:

COS-B (1975) • GEOS 1 und 2 (1977, 1978) • OTS-1 und -2 (1977, 1978) • ISEE 2 (1977) • IUE (1978) • Marecs A und B (1981, 1984) • Exosat (1983) • ECS (1983–1988) • Giotto (1985) • Olympus (1989) • Hipparcos (1989) • Hubble (1990) • Ulysses (1990) • ERS 1 und 2 (1991, 1995) • EURECA (1992) • ISO (1995) • SOHO (1995) • EGNOS (1996–2014) • Huygens (1997) • XMM-Newton (1999) • Cluster (2000) • Artemis (2001) • Proba-1 (2001) • Envisat (2002) • Integral (2002) • Mars Express (2003) • Smart-1 (2003) • Double Star (2003) • Rosetta (2004) • CryoSat (2005) • SSETI Express (2005) • Venus Express (2005) • Corot (2006) • MetOp-A, -B und -C (2006, 2012, 2018) • GOCE (2009) • Herschel (2009) • Planck (2009) • Proba-2 (2009) • SMOS (2009) • CryoSat-2 (2010) • Hylas (2010) • Alphasat I-XL (2013) • Proba-V (2013) • Swarm (2013) • Gaia (2013) • Sentinel-1A bis -1D (2014, 2016, 2024, 2025) • Sentinel-2A bis -2C (2015, 2017, 2024) • LISA Pathfinder (2015) • Sentinel-3A/3B (2016, 2018) • ExoMars Trace Gas Orbiter (2016) • Schiaparelli (2016) • Sentinel-5P (2017) • ADM-Aeolus (2018) • BepiColombo (2018) • Cheops (2019) • Solar Orbiter (2020) • Sentinel-6A (2020) • JWST (2021) • Juice (2023) • Euclid (2023) • Proba-V CC (2023) • EarthCARE (2024) • AWS (2024) • Hera (2024) • Proba-3 (2024) • Biomass (2025) • MetOp-SG A1 (2025) • Sentinel-6B (2025) • HydroGNSS (2025)

Geplante Starts:

Smile (2026) • Lunar Pathfinder (2026) • MetOp-SG (2026–2040) • Flex & Sentinel-3C (2026), Altius (2027) • Forum (2027) • Plato (2027) • Sentinel CO2M (2027, 2028) • Comet Interceptor (2028/29) • ExoMars Rosalind Franklin (2028) • Genesis (2028) • Ramses (2028) • RISE (2028) • Sentinel-2D (2028) • Sentinel-3D (2028) • Clearspace-1 (2029) • Harmony (2029) • Argonet (2031) • Ariel (2031) • Vigil (2031) • EnVision (2031–2033) • Sentinel-2 NG (2033–?) • Sentinel-3 NG (2033–?) • LISA (2035)

Konstellationen
von mindestens
zehn Satelliten:

Meteosat (seit 1977) • Galileo (seit 2005) • IRIDE (seit 2025) • LEO-PNT (seit 2026)

Geplant: IRIS² (ab 2029)

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein