Khami
| Nationaldenkmal Ruinen von Khami | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe Datei:Welterbe.svg
| |
| Vertragsstaat(en): | Datei:Flag of Zimbabwe.svg Simbabwe |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iii)(iv) |
| Referenz-Nr.: | 365
|
| UNESCO-Region: | Afrika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1986 (Sitzung 10) |
Khami ist eine Ruinenstätte im Südwesten Simbabwes, 22 Kilometer westlich von Bulawayo am westlichen Ufer des Khami-Flusses. Mit einer Fläche von 108 Hektar ist es das zweitgrößte Steinbauwerk Simbabwes und erstreckt sich über etwa zwei Kilometer von der Passage Ruin bis zur North Ruin.<ref name=":0">Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).</ref>
Geschichte
Der Ort entstand um 1450, als Groß-Simbabwe, das alte Machtzentrum des Munhumutapa-Reiches, verlassen wurde und sich dessen Schwerpunkt nach Norden in die Umgebung des Mazowetals verlagerte. Khami wurde zur Hauptstadt der Torwa-Dynastie, die aus dem Zerfall des Groß-Simbabwe-Königreichs hervorging und mit dem Mutapa-Staat konkurrierte. Die Torwa-Dynastie herrschte von etwa 1450 bis 1683 über das Butua-Königreich in der südwestlichen Region des heutigen Simbabwe.<ref name=":0" /><ref>Butua. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 27. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im 17. Jahrhundert verlagerte sich das Zentrum des Torwa-Staates ostwärts in das 80 km entfernte Danangombe.<ref>Tawanda Mukwende: The Archaeology of Khami and the Butua State. In: Oxford Research Encyclopedia of African History. Oxford University Press, 2020, ISBN 978-0-19-027773-4, doi:10.1093/acrefore/9780190277734.013.827 (oxfordre.com [abgerufen am 27. Juli 2025]).</ref> Um 1680 ging die Macht an die Changamire-Dynastie über, die das Rozvi-Reich gründete und bis in die 1830er Jahre regierte.<ref>Isaac Samuel: A history of the Rozvi kingdom (1680-1830). In: African History Extra. 14. Mai 2023, abgerufen am 27. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Ende der Besiedlung von Khami kam mit den Ndebele-Einfällen des 19. Jahrhunderts unter König Mzilikazi.<ref name=":0" />
Architektur und Bauweise
Die heutigen Überreste des Ortes bestehen aus einem komplexen System von Plattformen mit Trockenmauern aus Granit. Der Palastkomplex des Herrschers (Mambo) war auf dem Hill Ruin im Norden der Anlage platziert, mit angrenzenden Anbauterrassen. Die Bevölkerung lebte in Lehmhütten (daga), die von einer Serie von Granitmauern umgeben waren.<ref name=":0" />
Khami führte wichtige architektonische Innovationen ein, die es von Groß-Simbabwe unterscheiden. Erstmals in der Baugeschichte der Subregion kamen Stützmauern (revetments) zum Einsatz, verbunden mit aufwendigen dekorativen Elementen. Die Anlage besitzt die längste dekorierte Steinmauer der gesamten Subregion.<ref name=":0" />
Archäologische Funde und Handelskontakte
Khami war ein bedeutendes Handelszentrum mit weitreichenden internationalen Verbindungen. Archäologische Funde belegen den Handel mit Europa, Nordafrika und China. Zu den wichtigsten Funden gehören:<ref name=":0" />
- Ming-Porzellan aus der Wan-Li-Zeit (1573–1620)
- Rheinländisches Steinzeug aus dem 16. Jahrhundert
- Spanisches Silbergeschirr aus dem 17. Jahrhundert
- Portugiesische Nachahmungen chinesischen Porzellans aus dem 17. Jahrhundert
- Ein monumentales Granitkreuz, das den Kontakt mit Missionaren belegt
Diese Artefakte, von denen viele im Naturhistorischen Museum in Bulawayo ausgestellt sind<ref>Archaeology & Monuments in Zimbabwe. In: naturalhistorymuseumzimbabwe.com. Natural History Museum of Zimbabwe, 19. November 2019, abgerufen am 27. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, zeigen, dass Khami über die Swahili-Häfen der ostafrikanischen Küste mit der weiteren Welt verbunden war.
UNESCO-Welterbe
Der Ort wurde 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die Anerkennung erfolgte aufgrund der Kriterien (iii) als außergewöhnliches Zeugnis einer untergegangenen Kulturtradition und (iv) als herausragendes Beispiel eines Gebäudetyps und architektonischen Ensembles, das eine bedeutsame Geschichtsperiode veranschaulicht.<ref name=":0" />
Khami ist historisch bedeutsam als Verbindungsglied zwischen der Geschichte von Groß-Simbabwe und der späteren Simbabwe-Periode. Es ist eine der wenigen archäologischen Stätten, die nicht von Schatzsuchern zerstört wurden, wodurch die ungestörte Stratigraphie wissenschaftlich wertvoll für das Verständnis der Geschichte des Landes ist.<ref name=":0" />
-
Khami: „Straße“
-
Khami: Stützmauer mit Steinornamenten
Siehe auch
Weblinks
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
Einzelnachweise
<references />
Kulturerbe: Nationaldenkmal Groß-Simbabwe (1986) | Nationaldenkmal Ruinen von Khami (1986) | Matobo-Berge (2003)
Naturerbe: Mana-Pools-Nationalpark, Safarigebiete Sapi und Chewore (1984) | Mosi-oa-Tunya / Victoria-Fälle (1989)
Koordinaten: 20° 9′ S, 28° 25′ O
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