Labsalben
Labsalben (manchmal auch Labsalen<ref>Gustav Goedel: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache. Abgerufen am 20. August 2022.</ref> oder Lappsalben<ref>Schult, Joachim: Segler-Lexikon. Bielefeld: Delius Klasing, (13. Aufl.) 2008, ISBN 978-3-7688-1041-8.</ref>) bedeutet anteeren<ref>Johann Hinrich Röding: Seemannssprache. S. 503, abgerufen am 16. August 2022.</ref> und dient in der Schifffahrt zur Konservierung von Tauwerk.
Wortgeschichte
Der Begriff „Labsalben“ entstand aus dem Niederländischen „lapsalven“, „mit einem Lappen ab- oder einreiben“.<ref name="duden">Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache; 3. Auflage, 1999, ISBN 3-411-04733-X.</ref> Der zugrunde liegende neuniederländische Begriff lapzalven kann seit 1681 nachgewiesen werden.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2019, ISBN 978-3-11-169884-7, S. 416.</ref>
Anwendung
Labsalben dient der Konservierung des stehenden Gutes auf Segelschiffen.
Traditionell wird Tauwerk aus Naturfasern mit Wurzelteer und Leinöl bestrichen, etwa im Verhältnis von 30:70. Bis zu drei Prozent Sikkative wurden als Trocknungsbeschleuniger beigemischt. Ein anderes Rezept empfiehlt die Mischung von Holzteer, Teerfirnis und Terpentinspiritus in einem Verhältnis von 8:4:1.<ref name=Kühl>Ernst Kühl: Yachtbau und Yachtsegeln. Europäischer Hochschulverlag, ISBN 3-86741-992-2, S. 309 (Nachdruck aus dem Jahr 1910).</ref> Ähnliche Mischungen wurden auch zur Konservierung von Holzbauteilen eingesetzt.
Leinöl zieht in das Tauwerk ein und imprägniert es. Teer schützt die Oberfläche des Seils vor Sonneneinstrahlung und Witterung. Leinöl und Terpentin weichen zudem den Teer auf und verbessern dessen Haftung an den Fasern.
Stahlseile werden hingegen mit zähklebrigen und lösungsmittelhaltigen technischen Fetten konserviert, die auch als Seilfett, Drahtfett und Drahtschmiere bezeichnet werden.<ref>siehe auch Beitrag "Drahtschmiere" in Th. Bothmann: Seemannschaft, 1931</ref> Früher wurde eine Mischung aus Tran und Holzteer als Rostschutz und zur Schmierung auf Stahlseile aufgetragen.
Zum Labsalben wird das Konservierungsmittel mit steifen Pinseln oder Bürsten in die Keepen (Rillen<ref>Der neue Brockhaus. Brockhaus, 1984, ISBN 978-3-7653-0850-5, S. 115.</ref>) von Naturfasertauwerk und Stahltrossen gestrichen. Beim Kleeden wird das Gut zusätzlich mit Garn umwickelt.
Literatur
- Jürgen Gebauer, Egon Krenz: Marine Enzyklopädie, Verlag: Brandenburgisches Verlagshaus, 1998, ISBN 3-89488-078-3, S. 170
Einzelnachweise
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