Zum Inhalt springen

Kniepsand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. März 2026 um 08:30 Uhr durch imported>Otopon (Satellitenbild aktualisiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Kniepsand
Sentinel-2-Satellitenbild von Amrum mit dem westlich angelagerten Kniepsand und dem kleinen westlich vorgelagerten Jungnamensand
Sentinel-2-Satellitenbild von Amrum mit dem westlich angelagerten Kniepsand und dem kleinen westlich vorgelagerten Jungnamensand
Sentinel-2-Satellitenbild von Amrum mit dem westlich angelagerten Kniepsand und dem kleinen westlich vorgelagerten Jungnamensand
Gewässer Nordsee
Geographische Lage 54° 38′ N, 8° 20′ OKoordinaten: 54° 38′ N, 8° 20′ O
 {{#coordinates:54,640555555556|8,3286111111111|primary
dim=15000 globe= name= region=DE-SH type=landmark
  }}
Länge 15 km
Breite 1,5 km
Fläche 10 km²
Karte von Amrum 1861: Der Kniepsand (Knip) ist im nördlichen Bereich noch von der Insel getrennt
Karte von Amrum 1861: Der Kniepsand (Knip) ist im nördlichen Bereich noch von der Insel getrennt
Karte von Amrum 1861: Der Kniepsand (Knip) ist im nördlichen Bereich noch von der Insel getrennt

Der Kniepsand, früher Knipsand<ref>August Krause: Die Insel Amrum (= Willi Ule [Hrsg.]: Geographische Arbeiten. Band IX). Strecker & Schröder, Stuttgart 1913, S. 29 ff. (archive.org [PDF; abgerufen am 5. März 2025]).</ref> ist eine extrem langsam wandernde Sandbank in der Nordsee. Sie liegt westlich der schleswig-holsteinischen Insel Amrum und nimmt eine Fläche von rund 10 km²<ref>Fachpläne Küstenschutz - Entwicklung der Insel Amrum. In: schleswig-holstein.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2013; abgerufen am 5. März 2025.</ref> ein. Vom Amt Föhr-Amrum wird die Fläche von Amrum mit und ohne Kniepsand angegeben (30 bzw. 20 km²).<ref>Zahlen, Daten, Fakten - Amt Föhr-Amrum. In: amtfa.de. Abgerufen am 5. März 2025.</ref> Da das Gebiet gewöhnlich nicht überflutet wird, handelt es sich um einen Hochsand.

Name

Der Name geht auf das Öömrang-Wort kniap für „kneifen“ zurück. Laut einer Theorie „kniff“ der feine Sand die Badegäste.<ref>Nordseeinsel Amrum. In: schleswig-holstein.de. www.schleswig-holstein.de, 6. Oktober 2022, abgerufen am 5. März 2025.</ref>

Geographie

Der Kniepsand bildet einen scheinbar zu Amrum gehörenden, 15 Kilometer langen und bis zu 1,5 Kilometer breiten Sandstrand, der der gesamten Westküste der Insel vorgelagert ist und unmittelbar in die tatsächlich zur Insel gehörenden Sanddünen übergeht. Dennoch ist der Kniepsand geologisch gesehen kein Teil Amrums.<ref name="Quedens1991" details="12">Georg Quedens, Hans Hingst, Gerhard Stück, Ommo Wilts: Amrum. Landschaft, Geschichte, Natur. Verlag Jens Quedens, Amrum 1991, ISBN 3-924422-24-9.</ref> Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wird ein Weiterwandern des Kniepsandes um die Nordspitze Amrums, die Amrumer Odde, herum erwartet. Der Kniepsand fungiert als natürlicher Inselschutz bei Sturmfluten und liefert reichlich Sand für den Aufbau des sich anschließenden Dünengürtels.

Im Winter wird der Kniepsand regelmäßig von hohen Sturmfluten überspült. Dabei werden häufig die im Sommerhalbjahr entstandenen Primärdünen abgetragen.

Geschichte

Im Jahr 1585 wurde der Kniepsand auf einer Seekarte als Ameren bor („Amrumer Barriere“) erwähnt. Er lag damals annähernd im rechten Winkel zur Insel Amrum.<ref>Georg Quedens: Amrum. 4. Auflage. Breklumer Verlag, Breklum 1975, ISBN 3-7793-1110-0.</ref> Im Mittelalter befand sich auf Höhe des heutigen Süddorfer Strandes eine Fischereistation. Durch die zunehmende Drehung des Kniepsands Richtung Küste versandete sie. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich der Prozess. Die Amrumer Seenotrettungsstation befand sich 1865 auf Höhe Nebels und musste dann innerhalb zwei Jahrzehnten mehrfach Richtung Norden bis zum Norddorfer Strand verlagert werden.<ref name="Quedens1991" details="14 "/> Im Kniephafen, der im Schutz des Kniepsands in einem von Norden her befahrbaren Priel bei Norddorf lag, befand sich bis ca. 1940 eine Anlegestelle für die Passagierschifffahrt nach Hörnum auf Sylt, wo Anschluss an die Dampfer der Hamburger Seebäderlinie bestand.<ref name="kapriolen">Georg Quedens: Kapriolen des Kniepsandes. In: amrum-news.de. 5. November 2020, abgerufen am 5. März 2025.</ref><ref>Kniepsand. In: biologie-seite.de. Hans-Peter Willig, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. März 2025.@1@2Vorlage:Toter Link/biologie-seite.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Mitte des 19. Jahrhunderts diente er großen Handelsschiffen als Ankerplatz im Winter. Wegen der zunehmenden Versandung musste er 1901, 1909 und 1938 nordwärts verlegt werden, bis er im Zweiten Weltkrieg ganz aufgegeben wurde.<ref name="Quedens1991" details="14 "/> Bis Mitte der 1960er-Jahre war der Kniepsand noch durch einen zunehmend schmaler werdenden Priel von der Insel getrennt. Heute ist er nicht mehr vorhanden, da der Kniepsand inzwischen weiter in Richtung Amrumer Odde wanderte. Mittlerweile hat sich im Süden Amrums, bei Wittdün, eine natürliche Sandzufuhr zugetragen, wodurch sich ein neuer, breiterer Sandwall bildete, der auch bei Hochwasser nicht überflutet wird.<ref name="kapriolen" />

Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Abzweig der Amrumer Inselbahn von Wittdün durch die Dünen bis über den Kniepsand gebaut, doch die Schienen und Badegebäude wurden gleich von der ersten Sturmflut im Winter vernichtet. Die Strecke wurde mehrfach wieder aufgebaut und schließlich aufgegeben.

Tourismus

Der Kniepsand fungiert als Strand der Insel Amrum. Es gibt mehrere bewachte Badestrände und FKK-Abschnitte. In einigen Bereichen errichten Urlauber aus Strandgut fantasievolle Holzbauten, die mit den Sturmfluten im Herbst wieder abgetragen werden. Sie werden vom Bau- und Ordnungsamt geduldet.<ref>Amrum: Die Strandburgen stehen für friesische Freiheit. In: welt.de. 23. Mai 2023, abgerufen am 5. März 2025.</ref> Bekannt wurde „Panschos Burg“, die der Künstler Ottfried Schwarz mehrfach neu erbaute. Die erste Version wurde inklusive 200 Sack Amrumer Sand zeitweise im Hof des Altonaer Museums in Hamburg-Altona gezeigt.<ref>Oliver Schulz: Sand unter. In: Die Zeit. 25. August 2005, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. März 2025] hinter einer Paywall).</ref> 2017 ging Panchos Burg endgültig verloren.<ref>Georg Quedens: Die »Panscho«-Burg – eine Amrumer Attraktion ging verloren! In: AmrumNews.de. 26. April 2017, abgerufen am 5. März 2025.</ref>

Natur- und Landschaftsschutz

Der Kniepsand ist kein Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, jedoch als Teil des Fauna-Flora-Habitat Gebietes „Küsten- und Dünenlandschaften Amrums“ an das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 gemeldet. So gibt es einige für Menschen gesperrte Areale. Dazu zählen – bis auf den Flutsaum – das Naturschutzgebiet Amrum-Odde, der Kniepsand westlich des Norddorfer Leuchtturms sowie die Südspitze des Kniepsandes bei Wittdün. Diese Gebiete dienen als Rückzugs- bzw. Brutgebiete zahlreicher Vogelarten. Außerdem ist es Teil des Landschaftsschutzgebiets „Amrum“.

Galerie

Weblinks

Commons: Kniepsand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Inseln in Dänemark und Deutschland:
Amrum | Fanø | Föhr | Langli | Mandø | Nordstrand | Pellworm | Rømø | Sylt | Uthörn

Halligen:
Gröde | Habel | Hamburger Hallig | Hooge | Langeneß | Norderoog | Nordstrandischmoor | Oland | Süderoog | Südfall

Hochsände:
Japsand | Jordsand | Jungnamensand | Kniepsand | Koresand | Kormoraninsel | Norderoogsand | Süderoogsand

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein