Miriam Pielhau
Miriam Pielhau (* 12. Mai 1975 in Heidelberg; † 12. Juli 2016 in Berlin<ref name="sterbeort">Joachim Karpa: Miriam Pielhau ist tot - Das K-Ding war stärker als sie. Nachruf in: Westfalenpost vom 13. Juli 2016.</ref>) war eine deutsche Fernseh- und Hörfunkmoderatorin, Autorin und Schauspielerin.
Jugend und Ausbildung
Pielhau lebte mit ihren Eltern, einem Iraner und einer Deutschen,<ref>Miriam Pielhau. In: Berliner Morgenpost, 31. Januar 2009, abgerufen am 25. März 2018.</ref> 13 Jahre lang in Heidelberg und zog im Jahr 1988 nach Bad Berleburg um. Sie machte 1994 auf dem dortigen Johannes-Althusius-Gymnasium<ref>Abiturjahrgang 1994, Liste des JAG, Einsichtnahme 5. Februar 2019.</ref> das Abitur und studierte für vier Semester Germanistik und Anglistik an der Universität Siegen. Dieses Studium brach sie jedoch ab und arbeitete als freie Mitarbeiterin bei unterschiedlichen Tageszeitungen. In den Jahren von 1984 bis 1998 nahm sie Tanzunterricht, von 1998 bis 2002 Gesangsunterricht und seit 1998 Schauspielunterricht.
Rundfunk- und Fernsehkarriere
Pielhau arbeitete als Redakteurin, Moderatorin und Reporterin bei Radio Siegen, 1 Live, Einslive TV (WDR) und ab 2001 als Chefredakteurin der Sendung NBC GIGA von NBC Europe. Für ihre dortige Arbeit wurde sie im selben Jahr mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grimme-Online-Preis 2001 ( vom 16. Juli 2001 im Internet Archive)</ref><ref name="Bio"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />miriampielhau.info: Biografie ( vom 24. August 2012 im Internet Archive)</ref> Sie moderierte diverse Fernsehshows beim WDR, wie Popkomm – Die Show (Einslive Popkomm) und den 1. nationalen Radio-Award – Die Gala (zur Verleihung der Einslive KRONE) sowie bei ProSieben die Sendung Mission Germany als auch die Oscarverleihungen in den Jahren 2003 und 2004.<ref>DWDL.de: Oscars 2004: ProSieben mit glänzender Pre-Show. Abgerufen am 1. März 2020.</ref> Zudem moderierte sie gemeinsam mit Dominik Bachmair von Februar 2002 bis Februar 2005 das Magazin taff.<ref>Thomas Lückerath: Wechsel bei "taff": Pielhau und Bachmair gehen von Bord. In: DWDL.de. 23. Dezember 2004, abgerufen am 30. Juli 2022.</ref> Als Moderatorin präsentierte sie Clips in der Heimvideo-Sendung Mitgelacht auf Kabel eins.<ref name=":0" />
Anschließend wechselte sie zu Sat.1 und moderierte dort ab dem 5. Juni 2005 das Format Weck Up.<ref>Thomas Lückerath: Von "taff" zu "Weck Up": Miriam Pielhau wechselt zu SAT.1. In: DWDL.de. 19. Mai 2005, abgerufen am 20. August 2022.</ref> Aufgrund von Unvereinbarkeiten mit ihrer seit September 2005 dauernden Moderationstätigkeit für Cinema TV auf Tele 5 beendete sie bereits Ende Mai 2006 diese Moderation.<ref name=":0">Thomas Lückerath: SAT.1-Frühstücksfernsehen "Weck Up": Moderatorin Miriam Pielhau geht. In: DWDL.de. 21. Februar 2006, abgerufen am 2. Dezember 2022.</ref> Zum Jahresende 2007 beendete sie ihre Tätigkeit für Tele 5.<ref>Uwe Mantel: Tele 5 und Miriam Pielhau gehen getrennte Wege. In: DWDL.de. 6. Dezember 2007, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref>
Gemeinsam mit Arne Jessen präsentierte sie die dreiminütige Werbesendung Tchibo-Show, in welcher Themen rund um Kaffee thematisiert wurden.<ref>Alexander Legge: Tchibo startet neue Werbesendung bei RTL. In: DWDL.de. 27. Oktober 2006, abgerufen am 11. März 2023.</ref> Mit dem Start der NFL Europe moderierte Pielhau ab April 2007 das wöchentliche Magazin American Football Showtime auf DSF.<ref>Thomas Lückerath: Miriam Pielhau moderiert NFL Europe-Magazin. In: DWDL.de. 20. März 2007, abgerufen am 6. Mai 2023.</ref> Gemeinsam mit Michael Körner moderierte Pielhau ab Juli 2007 DSF Poker Champion.<ref>Thomas Lückerath: Pielhau und Körner moderieren Poker im DSF. In: DWDL.de. 4. Juli 2007, abgerufen am 18. Juni 2023.</ref> Neben ihrer Moderatorentätigkeit war sie in den Jahren von 2006 bis 2007 auch gelegentlich Gast bei diversen Spiel- und Quizshows. So nahm sie an vier Folgen von Extreme Activity des Fernsehsenders ProSieben und zwei Folgen von Entern oder Kentern des Senders RTL teil. Beim Promi Quiz-Taxi erspielte sie mit Hans Werner Olm einen Geldbetrag für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
2008 und 2009 moderierte sie die achte und neunte Staffel Big Brother. Im Januar 2010 moderierte sie mit Gunther Emmerlich den Dresdner Opernball, im September 2011 war sie bei Dalli Dalli zu sehen und moderierte im Ersten die Spendengala Bambi hilft Kindern.<ref name="Bio" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />pool-position.net: Biografie ( vom 13. Mai 2014 im Internet Archive)</ref>
Von Januar 2014 bis März 2016 moderierte sie auf Radio 94,3 RS2 jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr die Miriam-Pielhau-Show.<ref>Wir trauern um unsere frühere Kollegin und Freundin Miriam Pielhau. Wir sind in Gedanken bei ihrer Familie. Radio 94,3 RS2 Facebook</ref>
Theater
Vom 1. Februar bis Ende April 2013 spielte sie in der Comödie Dresden die Parallelrollen „Gunn, Reidun“ und eine Kellnerin in Elling – Zwei gegen den Rest der Welt zusammen mit Oliver Petszokat, Tobias Schenke und Christian Kühn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Miriam Pielhau macht Theater in Dresden. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: sz-online.de</ref> 2015 gab Pielhau in Burnout – Das Musical ihr Musical-Debüt und spielte in Berlin, Emmendingen, Mannheim und Wien.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
Familie
Am 27. März 2003 heiratete sie Thomas Hanreich, damals Sänger der Gruppe Vivid. Da sie sich zur Zeit der Tsunamikatastrophe 2004 im thailändischen Khao Lak aufhielt und diese während eines Tauchausflugs überlebte, engagierte sie sich für das dortige Projekt Hanseatic School for Life, das Waisenkindern eine Zukunftsperspektive bietet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hilfsprojekt für in Not geratene Kinder in Thailand ( vom 13. Oktober 2012 im Internet Archive) In: hsfl.net, abgerufen am 18. September 2012</ref> Im Mai 2012 bekam sie eine Tochter, welche seit Miriam Pielhaus Krebstod 2016 beim Vater lebt.<ref>Miriam Pielhau: Sie schwärmt von ihrem kleinen Engel! auf bunte.de vom 5. Juni 2012, abgerufen am 18. September 2012</ref><ref>Miriam Pielhau (†41): Fast 3 Jahre nach ihrem Tod: berührender Einblick in das Leben ihrer Tochter Mina. Abgerufen am 22. April 2019.</ref> Die Trennung von ihrem Ehemann wurde im Juni 2013 bekannt.<ref>Ehe-Aus bei Miriam Pielhau. In: rtl.de. 23. Juni 2013, abgerufen am 23. Juni 2013.</ref>
Krankheit und Tod
Im Frühjahr 2008 wurde bei Pielhau Brustkrebs festgestellt. Ihre Erfahrungen mit der Krankheit beschrieb sie in ihrem Buch Fremdkörper (2011). Im März 2016 wurde bekannt, dass bei ihr bereits im Januar 2014 erneut Brustkrebs und Metastasen sowie im Januar 2015 Lebermetastasen festgestellt worden waren. Im Februar 2016 schien es, als habe sie die Krankheit abermals besiegt. Ihren zweiten Kampf gegen den Krebs schilderte sie in ihrem Buch Dr. Hoffnung.<ref>Miriam Pielhau: Der Krebs kam wieder zurück! bunte.de, 11. März 2016, abgerufen am 17. März 2016.</ref><ref>Christiane Hoffmann: Ich bin krebsfrei. Interview in: BILD, 10. März 2016, abgerufen am 14. Juli 2016 (Bezahlschranke).</ref>
Pielhau starb am 12. Juli 2016 im Alter von 41 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung in Berlin.<ref name="sterbeort"/> Sie unterstützte mehrere Jahre die Stiftung Deutsche Krebshilfe im Kampf gegen Krebs. Die Organisation würdigte ihre Leistungen in der Aufklärung von Krebspatienten; so teilte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, am 14. Juli mit: „Miriam Pielhau hat vielen Betroffenen im Kampf gegen den Krebs Mut gemacht und ihnen Hoffnung gegeben. Das haben wir sehr bewundert.“<ref>Die Deutsche Krebshilfe trauert um Miriam Pielhau</ref>
Fernseh-Engagements (Auswahl)
- 1998–2001: GIGA
- 1999: Eins Live TV
- 2002–2005: taff
- 2002: Mission Germany (Moderatorin)
- 2005–2006: Weck Up
- 2005: Top 10 TV – Die größten TV-Stars
- 2005–2007: Cinema TV (2007 unter dem Titel Wir lieben Kino – Das Magazin)
- 2006: Die Tchibo-Show
- 2007: American Football Showtime
- 2008–2009: Big Brother
- 2009: Baustelle Liebe
- 2010: Dresdner Opernball (Moderatorin)
- 2010: … ins Grüne! Das Stadt-Land-Lust-Magazin
- 2011: Bambi hilft Kindern (Moderatorin)
- 2011: Verbotene Liebe (Gastauftritt)
- 2011: Großstadtliebe
- 2013: Hubert und Staller – Die ins Gras beißen
Werke
- Fremdkörper. Goldmann, München 2011, ISBN 978-3-442-17239-9.
- Radiergummitage. Roman, DuMont Buchverlag, 2014, ISBN 978-3-8321-6262-7.
- Dr. Hoffnung. Die Geschichte eines echten Wunders. Alegria, Berlin 2016, ISBN 978-3-7934-2297-6, Ullstein, Berlin 2016, ISBN 978-3-7934-2297-6 (E-Book).
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Stefan Förster: „Das Programm ist der Star“. In: radio-journal.de, abgerufen am 18. September 2012
- Doreen Brumme: Rezension zu Miriam Pielhau „Fremdkörper“. Gespräch mit Miriam Pielhau über den „Fremdkörper“ Krebs vom 15. März 2010, abgerufen am 18. September 2012
- Übersicht der monatlichen Kolumnen von Miriam Pielhau. In: Netzpiloten.de, abgerufen am 10. Juni 2014
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pielhau, Miriam |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Fernseh- und Hörfunkmoderatorin, Autorin und Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 12. Mai 1975 |
| GEBURTSORT | Heidelberg |
| STERBEDATUM | 12. Juli 2016 |
| STERBEORT | Berlin |
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