Ludwig Berwald
Ludwig Berwald (* 8. Dezember 1883 in Prag; † 20. April 1942 im Getto Lodz/Litzmannstadt) war ein österreichischer Mathematiker deutschböhmischer Herkunft.
Leben
Sein Vater Max Berwald stammte aus Lyck in Ostpreußen und war Inhaber der renommierten Andreschen Buchhandlung am Pulverturm in Prag. Seine Mutter war eine geborene Friederike Fischel aus Prag, aus jüdischer Familie. Er besuchte ab 1893 das k. u. k. Gymnasium am Graben in Prag. 1899 zog die Familie nach München um, wo er 1902 am k. Luitpold-Gymnasium das Abitur ablegte.<ref name="tum-503">Verfolgte Mathematiker. In: www5.in.tum.de. 17. November 1939, abgerufen am 28. Januar 2018.</ref> Nach der Matura studierte Ludwig Berwald an der Universität München Mathematik und schloss erfolgreich mit der Promotion bei Aurel Voss ab (Krümmungseigenschaften der Brennflächen eines geradlinigen Strahlensystems und der in ihm enthaltenen Regelflächen).<ref>[1] Max Pinl: In Memory of Ludwig Berwald (PDF-Datei)</ref><ref>Ludwig Berwald im Mathematics Genealogy Project (englisch) abgerufen am 9. März 2025. </ref> Zurück in Prag konnte er sich 1919 an der Deutschen Universität habilitieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 31. Januar 2012 im Internet Archive) Rudolf Fritsch: Georg Pick und Ludwig Berwald – Zwei Mathematiker an der Deutschen Universität Prag (PDF-Datei)</ref>
1922 ernannte man ihn zum a.o. Prof. der Mathematik und bereits fünf Jahre später avancierte Berwald dort zum o. Prof. Seine Hauptarbeitsgebiete waren die Probleme von Differentialgeometrie und die geometrische Variationsrechnung. Berwalds Berechnungen zur affinen Flächentheorie in der Riemannschen Geometrie und die der Parallelübertragung in Räumen mit allgemeiner Maßbestimmung fanden unter seinen Kollegen besondere Beachtung.
Berwald war einer der Ersten, die nach der deutschen Besetzung mit einem Arbeitsverbot belegt wurden. Mit 58 Jahren wurde er 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Hedwig Adler in das Getto Lodz/Litzmannstadt deportiert. Dort verhungerte Ludwig Berwald kurz nach dem Tod seiner Ehefrau am 20. April 1942.<ref name="holocaus-143286">Nux s.r.o. (www.nux.cz): Ludwig Berwald – Database of victims – Holocaust. In: holocaust.cz. Abgerufen am 28. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur
- Wilhelm Süss: Berwald, Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- John J. O’Connor, Edmund F. Robertson: Ludwig Berwald. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (englisch).
- Ludwig Berwald in der Datenbank zbMATH
- Berwald Differentialinvarianten in der Geometrie, Enzyklopädie der Mathematischen Wissenschaften 1923
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Berwald, Ludwig |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Mathematiker böhmischer Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 8. Dezember 1883 |
| GEBURTSORT | Prag |
| STERBEDATUM | 20. April 1942 |
| STERBEORT | Getto Lodz/Litzmannstadt |
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- Mathematiker (20. Jahrhundert)
- Differentialgeometer (20. Jahrhundert)
- Opfer des Holocaust
- Hochschullehrer (Karl-Ferdinands-Universität Prag)
- Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München
- Österreicher
- Geboren 1883
- Gestorben 1942
- Mann