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Mesoarchaikum

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Vorlage:Schmale Geozeitskala Das Mesoarchaikum ist eine geologische Ära. Es stellt innerhalb des erdgeschichtlichen Äons des Archaikums das dritte von vier Zeitaltern (Mesoarchaikum = „mittleres Archaikum“) dar. Es beginnt vor Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Millionen Jahren mit dem Ende des Paläoarchaikums und endet vor Erdzeitalter−Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Millionen Jahren mit dem Beginn des Neoarchaikums.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lernort Geologie. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stmug.bayern.de (PDF; 4,4 MB, S. 2) auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, www.stmug.bayern.de</ref><ref>Thomas R. Becker: Die Messung der Erdzeit – ein historisch-methodischer Überblick in: Ewige Augenblicke: Eine interdisziplinäre Annäherung an das Phänomen Zeit. Hrsg.: Veronika Jüttemann, Waxmann Verlag, ISBN 978-3-8309-2011-3, S. 57 books.google.de</ref> Seine Dauer beträgt 400 Millionen Jahre.

Etymologie

Die Wortzusammensetzung Mesoarchaikum ist abgeleitet vom Altgriechischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) mésos „Mitte, mittel, inmitten“ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) arkhaîos „beginnend, ursprünglich“. Mesoarchaikum bedeutet somit „mittleres Ursprüngliches“.

Einführung

Datei:Map of earth 3'000 million years ago showing Vaalbara and Ur continents.png
Die Erde vor 3000 Millionen Jahren mit den Kontinenten Vaalbara und Ur

Die ersten makroskopischen Fossilien traten vor 3490 Millionen Jahren erstmals in Form von Stromatolithen auf. Sie sind in der Dresser-Formation des Pilbara-Kratons zugegen. Dieser enorm wichtige Entwicklungsschritt des Lebens wurde von einem Wachstum stabiler kontinentaler Kerne begleitet. In der Neudefinition des Mesoarchaikums rechtfertigt er den Beginn des Ärathems.

Die Stromatolithen-Funde im Mkhonjwa-Bergland nordöstlich von Barberton in Südafrika stammen sodann aus dem Zeitraum 3200 bis 2800 Millionen Jahre.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Fakultät für Geowissenschaften und Geographie der Universität Göttingen</ref> Im gleichen Zeitraum waren im Steep Rock Lake im Nordwesten Ontarios (Kanada) Fossilien von Cyanobakterien gefunden worden.

Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt erfolgte ab 3020 Millionen Jahre mit dem Beginn des Pongolums. Erstmals waren terrestrische Sedimentbecken herangewachsen, welche sich auf jetzt stabilisierten Kontinenten formieren konnten. Gleichzeitig lässt sich jetzt in mächtigen, ungestörten Abfolgen auf Schelfplattformen die Besiedlung flacher, sandiger Faziesbereiche durch Mikroben nachweisen, welche sich weiter ausbreiteten.

Von sehr großer Bedeutung im Mesoarchaikum dürfte auch das Einsetzen der modernen Plattentektonik mit Subduktion gewesen sein.

Geodynamik

Es wird angenommen, dass das Mesoarchaikum die moderne Plattensubduktion einläutete – wie anhand geologischer Zusammenhänge im Pilbara-Kraton in Westaustralien durchaus zu vermuten ist.<ref>R. H. Smithies, Martin J. Van Kranendonk und D. C. Champion: The Mesoarchean emergence of modern-style subduction. In: Gondwana Research. Island Arcs: Past and Present. Band 11 (1), 2007, S. 50–68, doi:10.1016/j.gr.2006.02.001.</ref> Moderne Plattentektonik war bereits um 3200 Millionen Jahre zumindest regional am Wirken.<ref>R. H. Smithies, D. C. Champion, Martin J. Van Kranendonk, H. M. Howard und A. H. Hickman: Modern-style subduction processes in the Mesoarchaean: Geochemical evidence from the 3.12 Ga Whundo intra-oceanic arc. In: Earth and Planetary Science Letters. Band 231, 2005, S. 221–237.</ref> Dies steht im Einklang mit numerischen Modellrechnungen, die auf eine im Archaikum existierende Plattentektonik verweisen.<ref>J. Van Hunen und A. P. van den Berg: Plate tectonics on the early Earth: Limitations imposed by strength and buoyancy of subducted lithosphere. In: Lithos. Band 103, 2008, S. 217–235.</ref> Vor 3120 bis 2970 Millionen Jahre existierte an der Grenze zwischen Ost- und West-Pilbara ein konvergenter Kontinentalrand mit einem modernen, ozeanischen Inselbogen – wobei das West-Pilbara-Terran mit dem Ost-Pilbara-Terran konvergierte und auf ihm andockte.

Möglicherweise bestand im Mesoarchaikum bereits der Superkontinent Vaalbara.<ref>Michiel O. de Kock, David A. D. Evans und Nicolas J. Beukes: Validating the existence of Vaalbara in the Neoarchean. In: Precambrian Research. Band 174 (1), 2009, S. 145–154, doi:10.1016/j.precamres.2009.07.002.</ref> Vaalbara enthält die beiden ältesten Krustenfragmente der Erde – den Pilbara-Kraton Westaustraliens mit dem Ost-Pilbara-Terran und den östlichen Kaapvaal-Kraton Südafrikas. Darunter befinden sich auch zwei kleine (200 × 200 Kilometer große) Gebiete suprakrustaler Gesteine. Diese sind nur schwach verformt, niedrig metamorph und zwischen 3490 und 3200 Millionen Jahre alt. Die Krustenfragmente hatten sich auf einem Fundament noch älterer Kruste gebildet, welches bis auf 3820 oder gar 4100 Millionen Jahre zurückgeht und zumindest teilweise sialischen Charakter aufweist.<ref>S. G. Tessalina, B. Bourdon, Martin Van Kranendonk, J.-L. Birck und P. Philippot: Influence of Hadean crust evident in basalts and cherts from the Pilbara Craton. In: Nature Geoscience. Band 3, 2010, S. 214–217.</ref>

Wie petrologische Studien zur potentiellen Manteltemperatur nahelegen, hatte der Erdmantel um 3000 Millionen Jahre seine höchste Temperatur seit der ursprünglichen Erdakkretion erreicht. Erklärbar ist dies durch einen Überschuss an interner Wärmeerzeugung gegenüber Wärmeverlusten an der Erdoberfläche.<ref>S. Labrosse und C. Jaupart: Thermal evolution of the Earth: Secular changes and fluctuations of plate characteristics. In: Earth and Planetary Science Letters. Band 260, 2007, S. 465–481.</ref><ref>C. Herzberg, K. Condie und J. Korenaga: Thermal history of the Earth and its petrological expression. In: Earth and Planetary Science Letters. Band 292, 2010, S. 79–88.</ref>

Krustenwachstum

Die kontinentale Kruste wuchs zwischen 3500 und 2000 Millionen Jahre am raschesten.<ref>K. D. Collerson und B. S. Kamber: Evolution of the continents and atmosphere inferred from Th-U-Nb systematics of the depleted mantle. In: Science. Band 283, 1999, S. 1519–1522.</ref> Seitdem wird sie im Großen und Ganzen durch SubduktionErosion rezykliert – wobei dieser Vorgang das Kontinentwachstum seit dem Proterozoikum an Inselbögen ausbalanciert.<ref>D. W. Scholl und R. von Huene: Crustal recycling at modern subduction zones applied to the past – Issues of crustal growth and preservation of continental basement crust, mantle geochemistry, and supercontinent reconstruction. In: R. D. Hatcher Jr., M. P. Carlson, J. H. McBride und J. R. Martínez Catalán, 4-D Framework of Continental Crust (Hrsg.): Geological Society of America, Memoir. Band 20, 2007, S. 9–32.</ref> Ein Peak im Krustenwachstum kann um 3000 Millionen Jahre beobachtet werden – noch vor dem Spätarchaischen Superereignis um 2700 Millionen Jahre. Dies wird durch neuere Studien an Zirkonen (mittels Hafniumbestimmungen), an Goldlagerstätten und an Sulfiden der subkontinentalen Mantellithosphäre (durch Rhenium-Osmium-Systematik) untermauert.<ref>C. J. Hawkesworth, B. Dhuime, A. B. Pietranik, P. A. Cawood, A.I.S. Kemp und C. D. Storey: The generation and evolution of continental crust. In: Journal of the Geological Society. Band 167, 2010, S. 229–248.</ref>

Das Krustenwachstum erfolgte in etwa zeitgleich mit dem Entstehen einer dicken, stark abgereicherten und auftriebsfähigen Mantellithosphäre unterhalb der Kontinente – hervorgerufen durch die sehr hohe Schmelzextraktion.<ref>W. L. Griffin und S. Y. O’Reilly: The earliest subcontinental lithospheric mantle. In: Martin J. Van Kranendonk, R. H. Smithies und V. Bennett, Earth’s Oldest Rocks (Hrsg.): Developments in Precambrian Geology. Band 15. Elsevier, Amsterdam 2007, S. 1013–1035.</ref>

Grünsteingürtel

Die Grünsteingürtel der beiden Kratone Pilbara und Kapvaal besitzen eine Abfolge aus vorwiegend mafischen bis ultramafischen Vulkaniten sowie untergeordneten felsischen Gesteinen, Cherts und klastischen Sedimenten. Diese Folgen waren während des Vaalbarums in den Intervallen 3530 bis 3420, 3350 bis 3320 und 3270 bis 3220 Millionen Jahre abgelagert worden.<ref>D. R. Lowe und G. R. Byerly: An overview of the geology of the Barberton greenstone belt and vicinity: Implications for early crustal development. In: Martin J. Van Kranendonk, R. H. Smithies und V. Bennett, Earth’s Oldest Rocks (Hrsg.): Developments in Precambrian Geology. Band 15. Elsevier, Amsterdam 2007, S. 481–526.</ref>

TTG-Komplexe

Die Grünsteingürtel beider Kratone waren begleitet von der Platznahme granitischer Gesteine – den TTG-Komplexen. Diese sehr weitläufigen und voluminösen TTG-Granitoide wurden im Laufe der Zeit allmählich immer Kalium-reicher. Sie kulminierten schließlich um 3240 Millionen Jahre in örtlich begrenzten Graniten des A-Typs mit Rapakivi-Gefüge.<ref>J.-F. Moyen, G. Stevens, A. F. M. Kisters und R. W. Belcher: TTG plutons of the Barberton granitoid-greenstone terrain, South Africa. In: Martin J. Van Kranendonk, R. H. Smithies und V. Bennett, Earth’s Oldest Rocks (Hrsg.): Developments in Precambrian Geology. Band 15. Elsevier, Amsterdam 2007, S. 607–668.</ref>

Mächtige Plattformabfolgen

Gegen 3000 Millionen Jahre hatten sich die Fragmente kratonischer Lithosphäre derart versteift, dass sie ein solides Fundament für sich entwickelnde, mächtige Plattformabfolgen abgeben konnten. Hierzu gehören die 3020 bis 2940 Millionen Jahre alte De Grey Supergroup in Westaustralien und die 3000 bis 2870 Millionen Jahre alte Pongola Supergroup sowie die 2985 bis 2780 Millionen Jahre alte Witwatersrand Supergroup in Südafrika.<ref>T. S. McCarthy: The Witwatersrand Supergroup. In: M. R. Johnson, C. R. Anhaeusser und R. J. Thomas, The Geology of South Africa (Hrsg.): Geological Society of South Africa/Council for Geoscience. Johannesburg/Pretoria 2006, S. 155–186.</ref>

Jede einzelne dieser Supergruppen ist mehrere Kilometer mächtig und wurde zumindest partiell unter subaerischen Bedingungen abgelagert, wobei Anzeichen für landgebundene biologische Lebensgemeinschaften vorhanden sind – darunter mit aller Wahrscheinlichkeit auch Cyanobakterienteppiche (engl. cyanobacterial mats).<ref>Nora Noffke: Turbulent lifestyles: Microbial mats on Earth’s sandy beaches – Today and 3 billion years ago. In: GSA Today. Band 18, 2008, S. 4–9.</ref>

Umweltparameter

Atmosphäre

Die Erdatmosphäre des Mesoarchaikums enthielt hohe Konzentrationen an Methan und Kohlendioxid – diese Treibhausgase sind eine gute Erklärung für die damaligen hohen Temperaturen.<ref name="Sleep">Norman H. Sleep und Angela M. Hessler: Weathering of quartz as an Archean climatic indicator. In: Earth and Planetary Science Letters. Band 241 (3–4), 2006, S. 594–602, doi:10.1016/j.epsl.2005.11.020.</ref> Die Methan- und auch die Wasserstoff-Konzentrationen blieben während des Mesoarchaikums konstant bei 1000 ppm,<ref>A. A. Pavlov, J. F. Kasting und L. L. Brown: UV-shielding of NH3 and O2 by organic hazes in the Archean atmosphere. In: Journal of Geophysical Research. Band 106, 2001, S. 23267–23287.</ref> auch Kohlendioxid streute um diesen Wert, mit abnehmender Tendenz gegen Ende des Ärathems. Die Sauerstoffkonzentration lag konstant sehr niedrig bei etwas oberhalb 10−8 ppm, erlebte aber dann gegen Ende des Mesoarchaikums einen rapiden Anstieg,<ref>J. F. Kasting: Theoretical constraints on oxygen and carbon dioxide concentrations in the Precambrian atmosphere. In: Precambrian Research. Band 34, 1987, S. 205–229.</ref> der aber laut Rye und Holland (1998) bereits schon früher um 3000 Millionen Jahre eingesetzt hatte.<ref>R. Rye und H. D. Holland: Paleosols and the evolution of atmospheric oxygen: A critical review. In: American Journal of Science. Band 298, 1998, S. 621–672.</ref> Der Sauerstoffanstieg geht in Hand mit einem starken Abfallen der δ13C-Werte von −30 auf −60 ‰ am Ende des Mesoarchaikums. Dies wird mit einer starken Ausbreitung methanotropher Mikroorganismen in Verbindung gebracht.

Der Gehalt an molekularem Stickstoff in der Erdatmosphäre des Mesoarchaikums dürfte in etwa dem heutigen entsprochen haben – was schlussfolgern lässt, dass Stickstoff zum damaligen Zeitpunkt keine wesentliche Rolle im Wärmehaushalt der frühen Erde spielte.<ref>Bernard Marty, Laurent Zimmermann, Magali Pujol, Ray Burgess und Pascal Philippot: Nitrogen isotopic composition and density of the Archean atmosphere. In: Science. Band 342 (6154), 2013, S. 101–104, doi:10.1126/science.1240971.</ref>

Cherts

Die Sauerstoffisotopenanalyse von Cherts des Mesoarchaikums erlaubte eine Rekonstruktion der damals herrschenden Oberflächentemperaturen.<ref name="Sleep" /> Hieraus ergab sich eine Meerwassertemperatur von 55 bis 85 °C. Diese enorm hohen Temperaturen werden aber von anderen Untersuchungen über Verwitterungsraten auf unter 50 °C herabgedrückt. Untersuchungen mittels Sauerstoff- und Wasserstoffisotopen an Cherts aus dem Barberton Greenstone Belt sprechen ebenfalls für ein wesentlich gemäßigteres Klima (≤ 40 °C) um 3420 Millionen Jahre.<ref>M. T. Hren, M. M. Tice und C. P. Chamberlain: Oxygen and hydrogen isotope evidence for a temperate climate 3.42 billion years ago. In: Nature. Band 462, 2009, S. 205–208.</ref> Ganz ähnlich sind auch Ergebnisse aus der Rekonstruktion von Aminosäurensequenzen mittels spezifischer Proteine.<ref>E. A. Gaucher, S. Govindarajan und O. K. Ganesh: Paleotemperature trend for Precambrian life inferred from resurrected proteins. In: Nature. Band 451, 2008, S. 704–708.</ref>

Vereisungen

Die Pongolavereisung ereignete sich vor ungefähr 2.900 Millionen Jahren,<ref name="Kopp">Robert E. Kopp, Joseph L. Kirschvink, Isaac A. Hilburn, Cody Z. Nash: The Paleoproterozoic snowball Earth: A climate disaster triggered by the evolution of oxygenic photosynthesis. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 102, Nr. 32, 9. August 2005, ISSN 0027-8424, S. 11131–11136, doi:10.1073/pnas.0504878102, PMC 1183582 (freier Volltext).</ref><ref>Roland Walter: Erdgeschichte: die Entstehung der Kontinente und Ozeane. de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 978-3-11-017697-1, S. 51 books.google.de</ref> für die gesamte Kaltzeit wird aber der Zeitraum 2980 bis 2830 Millionen Jahre veranschlagt. Sie kann durch zwei Diamiktithorizonte in der Mozaan Group der Pongola Supergroup nachgewiesen werden (Delfkom-Formation). Es gibt paläomagnetische Anzeichen, dass die damaligen Eismassen bis auf eine Paläolatitüde von 48° herabreichten. Diese Vereisung war aber wahrscheinlich nicht durch die Evolution photosynthetisierender Cyanobakterien ausgelöst worden – vielmehr fand dieser Entwicklungssprung erst zwischen der Huron-Vereisung und der Makganyene-Vereisung statt.<ref name="Kopp" />

Entwicklung des Lebens

Datei:Stromatolite (Dresser Formation, Paleoarchean, 3.48 Ga; Normay Mine, North Pole Dome, Pilbara Craton, Western Australia) 3 (47011415774).jpg
Die Dresser-Formation Westaustraliens

Mikrobielle Lebensformen mit unterschiedlichen Metabolismen dehnten sich während des Mesoarchaikums weiter aus und ihre abgesonderten Gase begannen die Zusammensetzung der frühen Erdatmosphäre zu beeinflussen. Cyanobakterien produzierten bereits gasförmigen Sauerstoff, der aber erst später im Archaikum Bedeutung in der Erdatmosphäre gewinnen sollte. Es gab aber in diesem Zeitabschnitt durchaus kleine Oasen von mit Sauerstoff angereichertem Wasser, insbesondere in flachmarinen Environments in Küstennähe.

Der älteste und weithin allgemein anerkannte Hinweis auf den Beginn des Lebens kann wie schon angesprochen in der 3490 Millionen Jahre alten Dresser-Formation im Pilbara-Kraton situiert werden. In ihr sind Stromatolithen und eventuelle Mikrofossilien in einer recht dünnen Abfolge von Karbonaten, Sandsteinen und hydrothermalen Ablagerungen erhalten. Die Bedingungen waren zeitweises Flachwassermilieu innerhalb einer vulkanischen Caldera.<ref>Martin J. Van Kranendonk, P. Philippot, K. Lepot, S. Bodorkos und F. Pirajno: Geological setting of Earth’s oldest fossils in the c. 3.5 Ga Dresser Formation, Pilbara Craton, Western Australia. In: Precambrian Research. Band 167, 2008, S. 93–124.</ref> Die Dresser-Formation und auch andere, nahezu gleichalte Gesteinsformationen, liefern sowohl geochemische als auch Isotopendaten, die auf eine sehr diversifizierte Mikrobengemeinschaft hinweisen.<ref>Y. Shen, R. Buick und D. E. Canfield: Isotopic evidence for microbial sulphate reduction in the early Archaean era. In: Nature. Band 410, 2001, S. 77–81.</ref> Die Cyanobakterien des 3460 Millionen Jahre alten Apex-Chert sind jedoch nach wie vor umstritten.<ref>Martin D. Brasier, O. R. Green, J. F. Lindsay, N. McLaughlin, A. Steele und C. Stoakes: Critical testing for the Earth’s oldest putative fossil assemblage from the ~3.5Ga Apex chert, Chinaman Creek, Western Australia. In: Precambrian Researc. Band 140, 2005, S. 55–102.</ref> Neben den Stromatolithen der 3400 Millionen Jahre alten Strelley-Pool-Formation wurden aber darüber hinausgehend im Zeitraum 3350 bis 3000 Millionen Jahre noch weitere Neuentdeckungen des Lebens gemacht – so beispielsweise im Pilbara- und im Kaapvaal-Kraton unterschiedliche Formen von Stromatolithen, Mikrofossilien mit organischer Zellwand und kohlenstoffreiche Materie biologischen Ursprungs.<ref>E. J. Javaux, C. P. Marshall und A. Bekker: Organic-walled microfossils in 3.2-billion-year-old shallow-marine siliciclastic deposits. In: Nature. Band 463, 2010, S. 934–938.</ref> Morphologische Studien und Untersuchungen anhand von Biomarkern unterstützen voll die sehr seltene, jedoch hervorragende Erhaltung komplexer Mikrobenmorphologien in sehr unterschiedlichen geologischen Environments. Diese werden auf 3200 bis 3000 Millionen Jahre datiert und gehen möglicherweise bis 3500 Millionen Jahre zurück.<ref>J. W. Schopf, A. B. Kudryavtsev, A. D. Czaja und A. B. Tripathi: Evidence of Archean life: Stromatolites and microfossils. In: Precambrian Research. Band 158, 2007, S. 141–155.</ref>

Stratigraphie

Bedeutende geologische Formationen

Datei:Lewisian Gneiss, Achmelvich Bay.jpg
Gneise des Lewisiums an der Bucht von Achmelvich, schottische Nordwestküste

Magmatismus

Lagerstätten

Datei:Banded iron formation (Goldman Meadows Formation, Mesoarchean; Atlantic City Iron Mine, South Pass, Wyoming, USA) 1 (30749232474).jpg
Bändereisenerz aus der 2870 Millionen Jahre alten Goldman-Meadows-Formation in Wyoming
  • Eisen:
  • Gold:
    • Red-Lake-Grünsteingürtel des Superior-Kratons mit der orogenen Goldlagerstätte Campbell-Red Lake – 2990 bis 2890 Millionen Jahre<ref>G. Chi und Kollegen: Formation of the Campbell-Red Lake gold deposit by H2O-poor, CO2-dominated fluids. In: Mineralium deposita. Band 40, 2006, S. 726–741.</ref>
  • Gold und Uran:
    • Die Witwatersrand Supergroup (2985 bis 2780 Millionen Jahre) in Südafrika beherbergt die größten Goldvorkommen der Welt.
  • Nickelgruppe:
    • Jamestown-Ophiolith des Barberton-Grünsteingürtels, Kaapvaal-Kraton (Bon-Accord-Nickel-Lagerstätte)<ref>S. A. De Waal: Nickel minerals from Barberton, South Africa. VII. The spinels Co-chromite and Ni-chromite and their significance for the origin of the Bon Accord nickel deposit. In: Bull. B.R.G.M. II (2), 1978, S. 223–230.</ref>
  • Chrom (Chromit):

Geodynamik

Orogenesen

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />