Zum Inhalt springen

Blindwelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. März 2025 um 19:47 Uhr durch imported>Carrot account (Vgl. Datei:DB Museum Koblenz-Lützel Sommerfest 2018 (19).jpg).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:PRR DD1 running gear.jpg
Blindwellenantrieb einer DD1 der Pennsylvania Railroad
Datei:Train-swiss-museum.jpg
SBB Ce 6/8 II mit tief liegender Vorgelegewelle und sekundären Blindwellen (eine z. B. ganz vorne)
Datei:WP Bayerische PtL 2-2 Bauart 1905.jpg
Bayerische PtL 2/2, eine Dampflokomotive mit Antrieb von einer Blindwelle aus

Die Blindwelle ist ein Zwischenglied im Stangenantrieb von Lokomotiven. Sie wurde in den Stangenantrieb der bis etwa 1940 gebauten Elektro- und Diesellokomotiven eingefügt, in der DB-Baureihe V 65 sogar bis 1956, weil deren Antriebsmaschinen im Unterschied zu den meisten Dampflokomotiven hoch im Fahrzeugaufbau eingebaut waren. Die Treibstange nahm dabei eine steile, fast senkrechte Lage ein. Sie konnte nicht direkt an den Treibradsatz angeschlossen werden, weil sie so die Federung des Fahrzeugaufbaus gestört und in den Strecklagen blockiert hätte. Der notwendige vertikale Bewegungsausgleich zwischen federndem Fahrzeugaufbau und Treibradsatz kann mit einem kleinen vertikalen Schwenken einer horizontal eingebauten Treibstange störungsfrei erfolgen. Die steile, primäre Treibstange wurde an die Kurbel einer im Fahrzeugaufbau, aber tief in Höhe der Treibradsätze gelagerten Blindwelle angeschlossen. Der Antrieb eines Treibradsatzes erfolgte mit horizontalen Treibstangen von der Blindwelle aus.<ref name=":1">Werner Deinert: Elektrische Lokomotiven für Vollbahnen. In: Ministerium für Verkehrswesen - Lehrmittelstelle - (Hrsg.): Triebfahrzeugkunde. Heft 1. Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1960, S. 68 ff. (lokmalanders.de [PDF]).</ref><ref>Karl Sachs: Elektrische Triebfahrzeuge. Ein Handbuch für die Praxis sowie für Studierende. Hrsg.: Schweizerischer Elektrotechnischer Verein. 2. Auflage. Springer-Verlag Wien, 1973, S. 470 ff.</ref>

Bei Lokomotiven mit tief, auf Höhe der Treibradsätze, gelagerter Ausgangswelle des dem Fahrmotor folgenden Zahnradgetriebes wird diese sogenannte Vorgelegewelle oft auch Blindwelle genannt, wenn sie für einen Stangenantrieb benutzt wird. Bei einigen solchen Stangenantrieben mit relativ schweren horizontalen Treibstangen konnte jedoch trotzdem eine zusätzliche „reine“ Blindwelle für den Gewichtsausgleich nötig sein, wie es beispielsweise bei der Ce 6/8II der SBB der Fall war.<ref>Bruno Lämmli: Die mechanischen Antriebe. 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. November 2013; abgerufen am 21. Dezember 2013.</ref>

Bei Dampflokomotiven mit Stangenantrieb und Kolbendampfmaschine gab es in der Regel keine Blindwellen. Eines der wenigen Ausnahmen ist die Bayerische PtL 2/2.<ref>Fred Hofmann: Der Spalter Bockl. 1997, abgerufen am 21. Dezember 2013.</ref> Ein Antrieb über Blindwellen kam aber auch bei einigen Dampfturbinenlokomotiven zur Anwendung, zum Beispiel bei den beiden Lokomotiven der DR-Baureihe T 18.10. Auch gab es Bauformen von Getriebelokomotiven mit Blindwellen.

Einzelnachweise

<references />