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Heinz Weisener

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Heinz Weisener (* 16. März 1928 in Hamburg; † 7. April 2005 ebenda) war ein deutscher Architekt und Fußballfunktionär. Von 1990 bis 2000 war er Präsident des Hamburger Vereins FC St. Pauli. Weisener durchlief eine Maurerlehre und wurde dann Architekt. Sein Architekturbüro war in der Hansastraße in Hamburg-Rotherbaum ansässig.<ref name=":0">„Ich war nie machtsüchtig“. In: Hamburger Abendblatt. 21. Oktober 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. April 2023; abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref>

Bauten und Entwürfe (Auswahl)

Sein Lieblingsprojekt, den Neubau des Stadions am Millerntor und die Errichtung weiterer Anlagen für Sport und Unterhaltung in unmittelbarer Nähe, konnte Weisener jedoch nicht verwirklichen. Bereits in den 1980er Jahren nahm Weisener Planungen für dieses Vorhaben auf und war Mitbegründer einer Planungsgesellschaft.<ref>Der Senator und das kühne Projekt „Stadion 2000“. In: Hamburger Abendblatt. 27. Oktober 1988, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Juni 2022; abgerufen am 17. Juni 2022.</ref>

Fußballengagement

Weisener war ab 1981 Mitglied des FC St. Pauli, ab 1984 war stellvertretender Vorsitzender,<ref name=":0" /> ehe er im Februar 1990 ins Amt des Vorsitzenden gewählt wurde. Den Verein plagten zu dieser Zeit rund 5,5 Millionen D-Mark Schulden. Am Tag seines Amtsantritts kündigte Weisener an, den Verein „transparenter und demokratischer“ führen zu wollen.<ref>Abschied von einer Geliebten. In: Hamburger Abendblatt. 20. Februar 1990, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. September 2021; abgerufen am 2. April 2022.</ref> Unter seiner Leitung gelang es, die Schulden zeitweise weitgehend abzubauen. Gegenüber dem millionenschweren Architekten und CDU-Mitglied<ref name=":2">"Papa Heinz" ist tot - St. Pauli trauert um Ex-Chef Weisener. In: Die Welt. 8. April 2005 (archive.org [abgerufen am 4. Oktober 2020]).</ref> aus dem wohlhabenden Stadtteil Hamburg-Harvestehude bestand bei Teilen der Anhänger- und Mitgliederschaft zunächst Skepsis,<ref>Abschied des „Großen Otto“. In: Die Tageszeitung: taz. 21. Februar 1990, ISSN 0931-9085, S. 14 (taz.de [abgerufen am 4. Oktober 2020]).</ref> auch weil er gemeinsam mit seinem Vorgänger Otto Paulick federführend Pläne eines Umbaus des Millerntorstadions zu einem Sport- und Erlebniszentrum geschmiedet hatte, die Ende der 1980er Jahre wegen des Widerstands von Anhängern und Anwohnern verworfen wurden.<ref>Jan Feddersen: Kein Disneyland auf dem St.-Pauli-Kiez. In: Die Tageszeitung: taz. 11. April 1989, ISSN 0931-9085, S. 5 (taz.de [abgerufen am 4. Oktober 2020]).</ref> Von den Fans wurde er „Papa Heinz“ genannt, Weisener war der Prototyp eines Vereinspatriarchen,<ref>"Papa" Heinz Weisener gestorben. In: Hamburger Abendblatt. 9. April 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. August 2023; abgerufen am 28. August 2023.</ref> ein Teil der Vereinsmitarbeiter warf ihm vor, ein Alleinherrscher gewesen zu sein und das Versprechen einer transparenten und demokratischen Amtsführung nicht eingehalten zu haben.<ref>Heinz Weisener tot: Der Vater des FC St. Pauli. In: Die Tageszeitung: taz. 9. April 2005, ISSN 0931-9085, S. 25 (taz.de [abgerufen am 4. Oktober 2020]).</ref> Ihm wurde zudem die hohe Anzahl an personellen Wechseln im Traineramt und in der Geschäftsführung zur Last gelegt.<ref name=":1">Werner Langmaack: "Papa Heinz", der glücklose Patriarch und Mäzen. In: Die Welt. 28. Mai 2010 (welt.de [abgerufen am 4. Oktober 2020]).</ref> In seine Amtszeit fiel der Bundesliga-Aufstieg 1995, zu diesem Zeitpunkt war der Verein laut Weisener „so gut wie schuldenfrei“.<ref>Wir sind lieber ein Kleiner von den Großen. In: Hamburger Abendblatt. 19. Juni 1995, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. April 2023; abgerufen am 2. April 2022.</ref> Ende Oktober 1995 wurde er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.<ref>Präsident Weisener Ehren-Mitglied. In: Hamburger Abendblatt. 31. Oktober 1995, abgerufen am 20. September 2023.</ref> Während seiner weiteren Amtszeit verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des FC St. Pauli wieder.<ref>Keine Lizenz für FC St. Pauli. In: Hamburger Morgenpost. 17. April 1999, abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref>

Datei:Grabstätte Heinz Weisener.jpg
Grabstätte

Mehrfach rettete er seinen Klub durch Zuschüsse aus seinem Privatvermögen vor dem drohenden Ruin. Als dem Verein 1999 die Teilnahmeberechtigung an der 2. Bundesliga verweigert wurde, bürgte Weisener für ein Darlehen in Höhe von sieben Millionen D-Mark, letztlich wurde die Lizenz dann doch unter Auflagen erteilt.<ref>2.Bundesliga: Auch St. Pauli erhält Lizenz. In: Der Spiegel. Abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref> Weisener geriet wegen der wieder deutlich verschlechterten wirtschaftlichen Lage des Vereins und des von ihm mehrmals angekündigten, aber in seiner Amtszeit nie umgesetzten Stadionausbaus stark in die Kritik.<ref>St. Paulis Präsident steckt im Chaos - und hat seine Glaubwürdigkeit verloren: Was nun, Herr Weisener? In: Hamburger Morgenpost. 9. Februar 2000, abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref> Seiner Aussage nach habe er „bis an die Grenze des Vertretbaren in den Verein investiert“.<ref name=":0" /> Insgesamt steckte Weisener rund zehn Millionen D-Mark seines Vermögens in den Verein,<ref>Das Ende einer Ära. Hamburger Abendblatt, 21. Oktober 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. April 2023; abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref> andere Quellen sprechen von rund 20 Millionen Mark.<ref name=":2" /> Er nannte den FC St. Pauli „meine Geliebte“.<ref>Trauer bei St. Pauli: Ex-Präsident Weisener ist tot. In: Der Spiegel. Abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref> Bei seinem Abschied im Oktober 2000 belasteten den Verein rund 1,5 Millionen D-Mark Schulden.<ref name=":0" /> Einige Monate nach Weiseners Rücktritt stieg St. Pauli völlig unerwartet in die 1. Bundesliga auf.

Weisener war viermal verheiratet und hatte fünf Kinder.<ref name=":0" /> Sein Sohn Götz war bis Februar 2001 beim FC St. Pauli für die Vermarktung zuständig.<ref>Götz Weisener fristlos gekündigt. In: Hamburger Abendblatt. 21. Februar 2001, abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref> Heinz Weisener starb an einer Lungenkrankheit.<ref name=":1" /> Im Nachruf des Vereins wurde er vom damaligen Präsidenten Corny Littmann als „herausragende Persönlichkeit“ und „Vaterfigur“ bezeichnet.<ref>"Papa Heinz" ist tot. In: N-TV. Abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref>

Heinz Weisener lebte zuletzt im Hamburger Stadtteil Harvestehude und wurde am 14. April 2005 auf dem Nienstedtener Friedhof beigesetzt.<ref>Schriftliche Auskunft der Friedhofsverwaltung vom 3. November 2022</ref>

Einzelnachweise

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