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Valeraldehyd

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Strukturformel
Strukturformel von Valeraldehyd
Allgemeines
Name Valeraldehyd
Andere Namen
Summenformel C5H10O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 203-784-4
ECHA-InfoCard 100.003.442
PubChem 8063
ChemSpider 7772
DrugBank DB01919
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 86,13 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

0,81 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

−92 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

103 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

36 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

schlecht löslich in Wasser (14 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,3944 (20 °C)<ref name="CRC90_3_414">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-414.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​332​‐​317​‐​319​‐​335
P: 210​‐​233​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+312​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

Schweiz: 50 ml·m−3 bzw. 175 mg·m−3<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 110-62-3 bzw. Valerianaldehyd)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Toxikologische Daten

4580 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Valeraldehyd (nach IUPAC-Nomenklatur: Pentanal, seltener auch als Amylaldehyd bezeichnet) ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Aldehyde. Mit seinen isomeren Verbindungen Isovaleraldehyd, 2-Methylbutyraldehyd und Pivalaldehyd bildet er die Stoffgruppe der Pentanale.

Vorkommen

Datei:CDC edamame.jpg
Sojabohnen enthalten natürlicherweise Pentanal

Natürlich kommt Pentanal in Färberdisteln,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Sojabohnen,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Echtem Lorbeer,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Luzerne,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Arabischem Bergkraut,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Reis (Oryza sativavor),<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Schwarzen Johannisbeeren,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Rosa damascena,<ref name="Dr.Dukes 59950" /> Sesam<ref name="Dr.Dukes 59950" /> und Kartoffeln<ref name="Dr.Dukes 59149" /> vor.

Gewinnung und Darstellung

Valeraldehyd wird großtechnisch durch Hydroformylierung von But-1-en bei Temperaturen von 70 – 150 °C und Drücken von 10 – 200 bar hergestellt. Als Katalysatorsysteme werden meist Rhodium-Bisphosphitkomplexe mit sterisch gehinderten organischen sekundären Aminen, die eine Selektivität für n-Pentanal von mindestens 90 % aufweisen, verwendet. Die komplette Reaktion läuft dabei in Blasensäulen- oder Rührkesselreaktoren ab. Als Ausgangsmaterial können auch C4-Gemische wie das beim Steamcracken anfallende sogenannte Raffinat II verwendet werden.<ref>Patentanmeldung WO2009146985A1: Verfahren zur Herstellung von C5-Aldehydgemischen mit hohem N-Pentanalanteil. Angemeldet am 28. April 2009, veröffentlicht am 10. Dezember 2009, Anmelder: Evonik Oxeno GmbH, Erfinder: Hans-Gerd Lüken et al.</ref><ref>Patent EP2802550B1: Langzeitstabiles Verfahren zur Herstellung von C5-Aldehyden. Angemeldet am 27. September 2013, veröffentlicht am 13. Januar 2016, Anmelder: Evonik Degussa GmbH, Erfinder: Dirk Fridag, Robert Franke, Dieter Hess, Markus Schwarz, Katrin Marie Dyballa, Hans-Gerd Lueken, Bart Hamers, Uwe Ernst.</ref>

Hydroformylierung von But-1-en zu Valeraldehyd
Hydroformylierung von But-1-en zu Valeraldehyd

Eigenschaften

Valeraldehyd bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt von 6 °C.<ref name="GESTIS" /> Die untere Explosionsgrenze (UEG) liegt bei 1,1 Vol.‑% (50 g·m−3).<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes">E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen – Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.</ref> Die Zündtemperatur beträgt 205 °C.<ref name="GESTIS" /><ref name="Brandes" /> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.

Verwendung

Valeraldehyd wird in verschiedenen Aromen (z. B. Früchtearomen) sowie als Vulkanisationsbeschleuniger verwendet. Aus Valeraldehyd erhält man durch Aldolkondensation 2-Propyl-2-heptenal, das zum gesättigten verzweigten Alkohol 2-Propylheptanol (2-PH) hydriert wird. Dieses dient als Edukt für den PVC-Weichmacher Di-2-propylheptyl-phthalat und nach Ethoxylierung mit 5 bzw. 7 EO-Einheiten für nichtionische APEO (alkylphenolethoxylat)-freie Detergentien.

Sicherheitshinweise

Die Dämpfe reizen die Augen, die Atemwege und die Haut. Zu lange Exposition kann zu Lungenödemen führen. Mit Aminen, Ammoniak, alkalischen Stoffen erfolgt eine Polymerisation.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dr.Dukes 59149"> Vorlage:DrDukesDB </ref> <ref name="Dr.Dukes 59950"> Vorlage:DrDukesDB </ref> </references>