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Achim Freyer

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Datei:Achim Freyer Nestroy-Theaterpreis 2015 d.jpg
Achim Freyer (2015)

Achim Freyer (* 30. März 1934 in Berlin) ist ein deutscher Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner und Maler.<ref>Achim Freyer auf Artfacts. Abgerufen am 22. Juni 2017.</ref> Er gilt als der „Meister der Schauspiel- als Maskenkunst in Deutschland“.<ref>„Ausflug ins große Kunst-Märchen“ Der goldene Topf – Schauspiel Stuttgart – Achim Freyers Masken-, Kostüm- und Fantasie-reiche Hoffmann-Inszenierung, nachtkritik.de vom 18. Mai 2019, abgerufen am 19. Mai 2019.</ref> Er ist Mitglied der Akademie der Künste (Berlin), der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und der Sächsischen Akademie der Künste.

Leben

Datei:Ausstellung Achim Freyer 1971 ROK.jpg
Ausstellung von Malerei, Grafik und Objekten von Achim Freyer im Zentralinstitut für Kernforschung Rossendorf 1971, organisiert vom Rossendorfer Klub

Achim Freyer besuchte die traditionsreiche Landesschule Pforta in Schulpforte bei Naumburg (Saale). Sein ehemaliger Mitschüler Karlheinz Klimt, später selbst im Theaterbereich tätig, hat diesen gemeinsamen Jahren ein literarisches Denkmal gesetzt.<ref>Karlheinz Klimt: Eine neue Klasse – Erinnerungen und Wertungen eines in Schulpforte Dabeigewesenen. Projekte-Verlag Cornelius, Halle/Saale 2009, S. 42–43, ISBN 978-3-86634-819-6.</ref><ref>Unbekannte Überschrift. In: mdr.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Mai 2015; abgerufen am 13. März 2024.</ref><ref>Dort war Helmut Brade sein Mitschüler, den er 20 Jahre später zum Theater holte.</ref> Die Familie Freyers war antinazistisch eingestellt. Sein Vater war während des Zweiten Weltkrieges im Kampf um Berlin eingesetzt und wurde wegen Bemerkungen zur Sinnlosigkeit des Krieges standrechtlich erschossen.<ref>Im Gespräch: Achim Freyer. 30. März 2016, abgerufen am 30. März 2016.</ref>

Freyer studierte von 1951 bis 1955 bei Gregor Krauskopf an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin-Schöneweide und war danach bis 1957 Meisterschüler von Bertolt Brecht an der Deutschen Akademie der Künste. Er arbeitete als Bühnen- und Kostümbildner (u. a. mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Adolf Dresen und Benno Besson). Gegen den anfänglichen Widerstand von Klaus Fuchs, des stellvertretenden Direktors des Zentralinstituts für Kernforschung (ZfK) in Rossendorf, konnte er 1971 im Rossendorfer Klub seine Malerei, Grafik und Objekte ausstellen, obwohl seine Arbeiten in der DDR als „dekadent“ eingestuft wurden.<ref>Gabriel Berger: Mir langt’s, ich gehe. Der Lebensweg eines DDR-Atomphysikers von Anpassung zu Aufruhr. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, ISBN 3-451-08408-2, S. 107–109.</ref> Freyer war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und u. a. 1958 in Dresden auf der Vierten Deutsche Kunstausstellung vertreten.

Im Jahr 1972 nutzte Freyer eine Westreise zur Flucht aus der DDR. Seine Familie ließ er durch Fluchthelfer nachholen. In West-Berlin begann er bald mit eigenen Arbeiten als Regisseur. Er inszenierte an zahlreichen führenden Theatern Deutschlands und Europas. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Ur- und Erstaufführungen, u. a. von Komponisten wie Mauricio Kagel, Unsuk Chin, Dieter Schnebel (Maulwerke, 1977), Philip Glass, Helmut Lachenmann und Erhard Grosskopf. Als bildender Künstler war er u. a. auf der Kasseler documenta (1977 und 1987) und auf der Prager Quadriennale vertreten. Von 1976 bis 2002 war Freyer Ordentlicher Professor an der Hochschule der Künste (HdK), der heutigen Universität der Künste Berlin (UdK).<ref>Personen – Universität der Künste Berlin. Abgerufen am 26. November 2024.</ref> In Berlin gründete er 1988 das Freyer Ensemble, dem Schauspieler, Tänzer, Akrobaten, Musiker, Sänger, Regisseure und Bühnenbildner angehören. Aus der Verbindung der verschiedenen Disziplinen darstellender und bildender Kunst entstanden zahlreiche eigene Aufführungen.

Für seine Inszenierung von Turandot/Perséphone (Busoni/Strawinski) 1994 in Venedig gewann er den italienischen Kritikerpreis für die beste Inszenierung des Jahres.

In seiner Gründerzeitvilla in der historischen Berliner Villenkolonie Lichterfelde-West eröffnete Freyer 2013 das „Kunsthaus Achim Freyer“.

Aus seiner 1968 geschlossenen Ehe mit der Künstlerin Ilona Freyer (1943–1984) stammen die 1971 geborenen Zwillingstöchter: die Kostümbildnerin Amanda Freyer und die Malerin Julia Freyer. Achim Freyer ist seit 2012 in zweiter Ehe mit der koreanischen Sopranistin Esther Lee-Freyer verheiratet.<ref>B.Z. zum 80. Geburtstag. Abgerufen am 10. Januar 2016.</ref>

Achim Freyer lebt neben Berlin zeitweise auch in der südlichen Toskana.

Achim-Freyer-Stiftung und Sammlung

Datei:Kadettenweg 53.JPG
„Kunsthaus Achim Freyer“ in Lichterfelde West

Seit 2009 besteht die Achim-Freyer-Stiftung, welche 2014 in eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt wurde. 2013 eröffnete das „Kunsthaus Achim Freyer“ in einer Villa im Berliner Villenviertel Lichterfelde West, in welchem Freyers Privatsammlung mit Gemälden des 19. bis 21. Jahrhunderts ausgestellt wird. Der „Freundeskreis der Achim-Freyer-Stiftung“ betreibt hier Führungen, Ausstellungen und Veranstaltungen.

Wichtige Inszenierungen

Schauspiel

Oper

Film

  • MET AMOR PH OSEN 1994
  • Reise ins Blaue

Werke

Datei:Achim Freyer Nestroy-Theaterpreis 2015 e.jpg
Achim Freyer (Nestroy-Theaterpreis 2015)

Graphik

Buchillustrationen

Texte

  • Achim Freyer, Nele Hertling: »Der erste Zuschauer im Theater bin ich.« Ein Gespräch über Malerei, Regie, Bühne und Brecht, In: Sinn und Form 2/2024, S. 255–258

Auszeichnungen

Literatur

  • Johannes Odenthal (Hrsg.): Achim Freyer Bilder. Eine Monografie 1934-2024. Spector Books, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95905-789-9.
  • Sven Neumann (Hrsg.): Freyer - Theater. Alexander, Berlin 2007, ISBN 978-3-89581-153-1.
  • Hans-Georg Sehrt: Achim Freyer, Berlin – Ohne Titel. Malerei und Zeichnungen. Halle (Saale) 2008, 48 S., 30 Abb., hrsg. vom Halleschen Kunstverein e. V. zur Ausstellung vom 6. September–19. Oktober 2008 im Opernhaus Halle.
  • Freyer, Achim. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 226.
  • Freyer, Achim. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
  • Friedrich Dieckmann: Der sanfte Magier oder Ein Zauberschloß in Lichterfelde. Nachdenken über Achim Freyer. In: Sinn und Form 2/2024, S. 259–264.

Weblinks

Commons: Achim Freyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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