Niederjosbach
Niederjosbach Stadt Eppstein
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1834)&title=Niederjosbach 50° 9′ N, 8° 21′ O
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dim=10000 | globe= | name=Niederjosbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 227 m | |||||
| Fläche: | 2,88 km² | |||||
| Einwohner: | 1834 (31. Dez. 2022)HW<ref name="DF">Mehr Einwohner in allen Stadtteilen. In: Webauftritt. Stadt Eppstein, abgerufen im Dezember 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 637 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Eingemeindet nach: | Bremthal | |||||
| Postleitzahl: | 65817 | |||||
| Vorwahl: | 06198 | |||||
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Niederjosbach ist ein Stadtteil von Eppstein im südhessischen Main-Taunus-Kreis. Das Wappen des Orts stellt einen silbernen Tannenbaum auf rotem Grund dar.
Geographie
Niederjosbach liegt 3 km nordwestlich von Eppstein, im Eppsteiner Horst des Vortaunus. Der Ort befindet sich in einer Tallage am Unterlauf des Josbachs an der L 3026. In der Gemarkung liegt der Hof Hubertus.<ref>Hof Hubertus Hof Hubertus, Main-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung in einem Zehntregister der Pfarrei Schlossborn als Gospach villa inferior datiert aus den Jahren 1226–1239. In der regionalen Mundart hat sich wie beim Nachbarort Oberjosbach Gusbach oder Guzbach als Ortsname noch erhalten. Die Schreibweise Nieder Jospach ist seit 1619 bezeugt.
Gegründet wurde Niederjosbach vermutlich im 11./12. Jahrhundert durch die Pfarrei Schlossborn des Mainzer St. Stephansstiftes. Der Ort ging dann als Lehen an die Herrschaft Eppstein, wurde aber wieder ein kurmainzischer Ort und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Idstein.
Während der Reformation wurde wie in der ganzen Herrschaft Eppstein die evangelische Konfession eingeführt. Mit Beginn der kurmainzischen Herrschaft wurde der Ort ab 1604 wieder katholisch.
Zum 31. Dezember 1971 schlossen sich Niederjosbach und Bremthal im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis zur neuen Gemeinde Bremthal zusammen.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 58 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Bremthal ging am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz in der Stadt Eppstein auf.<ref>Gesetz zur Neugliederung des Main-Taunus-Kreises und der Stadt Wiesbaden (GVBl. II 330–30) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 309, § 6 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,5 MB]).</ref><ref></ref> Dabei verlor Niederjosbach etwa 90 Hektar seiner Gemarkung. Gemarkungsexklaven und der Gemeindewald gingen an Niedernhausen und an Oberjosbach das Gebiet am Küppel, der Nordkuppe der Hammersberg genannten Erhebung nordwestlich von Niederjosbach (433,8 Meter hoch). Die beiden Ortsteile wurden Stadtteile von Eppstein. Für Bremthal und Niederjosbach wurde, wie für alle nach Eppstein eingegliederten ehemaligen Gemeinden, je ein Ortsbezirk errichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 75 kB) In: Webauftritt. Stadt Eppstein, abgerufen im Dezember 2024 (§ 6).</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Niederjosbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1507: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Eppstein-Münzenberg, Kellerei Eppstein
- ab 1507: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Eppstein-Königstein, Oberamt Königstein
- ab 1581: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein
- ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen,<ref group="Anm.">Durch den Reichsdeputationshauptschluss.</ref> Amt Königstein
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Idstein<ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Königstein) und Verwaltung bis 1854.</ref>
- ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Idstein
- ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
- ab 1867: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis<ref group="Anm.">Endgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Königstein) und Verwaltung.</ref>
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1928: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Main-Taunus-Kreis
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Main-Taunus-Kreis
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis, Gemeinde Bremthal
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis. Stadt Eppstein
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Niederjosbach 1704 Einwohner. Darunter waren 96 (5,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 279 Einwohner unter 18 Jahren, 672 zwischen 18 und 49, 345 zwischen 50 und 64 und 408 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 750 Haushalten. Davon waren 207 Singlehaushalte, 264 Paare ohne Kinder und 210 Paare mit Kindern, sowie 63 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 183 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 471 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1581: | 13 Hausgesesse |
| • 1586: | 17 Häuser |
| • 1612: | 16 Häuser |
| • 1626: | 13 Häuser |
| • 1648: | 6 Häuser |
| • 1668: | 14 Häuser mit 51 Einwohnern |
| Niederjosbach: Einwohnerzahlen von 1700 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1700 | 89 | |||
| 1725 | 122 | |||
| 1750 | 161 | |||
| 1784 | 218 | |||
| 1817 | 240 | |||
| 1834 | 365 | |||
| 1840 | 365 | |||
| 1846 | 387 | |||
| 1852 | 400 | |||
| 1858 | 445 | |||
| 1864 | 460 | |||
| 1871 | 388 | |||
| 1875 | 506 | |||
| 1885 | 415 | |||
| 1895 | 417 | |||
| 1905 | 438 | |||
| 1910 | 449 | |||
| 1925 | 553 | |||
| 1939 | 650 | |||
| 1946 | 908 | |||
| 1950 | 932 | |||
| 1956 | 923 | |||
| 1961 | 1.039 | |||
| 1967 | 1.228 | |||
| 1970 | 1.241 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1987 | 1.816 | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 1.704 | |||
| 2016 | 1.938 | |||
| 2022 | 1.834 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Eppstein<ref name="EW2016" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 14 evangelische (= 3,37 %), 401 katholische (= 96,63 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 233 evangelische (= 22,43 %), 781 katholische (= 75,17 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Niederjosbach besteht ein Ortsbezirk (Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Niederjosbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,58 %. Dabei wurden gewählt: vier Mitglieder der CDU, je ein Mitglied der SPD, des Bündnis 90/Die Grünen und der FDP, sowie zwei Mitglieder „Freien Wählergemeinschaft Eppstein“ (FWG).<ref>Ortsbeiratswahl Niederjosbach. In: Votemanager. Stadt Eppstein, abgerufen im Dezember 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Christoph Striedter (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte. In: Webauftritt. Stadt Eppstein, abgerufen im Dezember 2024.</ref>
Verkehr und Infrastruktur
Niederjosbach liegt an der L 3026, die von Niedernhausen im Nordwesten nach Bremthal und der Kernstadt Eppstein im Südosten führt. Die Anschlussstelle Niedernhausen der Bundesautobahn 3 ist in ca. drei Minuten zu erreichen. Es gibt Busverbindungen zum Wiesbadener Verkehrsnetz.
Zudem liegt der Ort an der Main-Lahn-Bahn und verfügt über eine S-Bahn-Haltestelle der Linie S2. Mit der S-Bahn erreicht man Frankfurt am Main innerhalb von etwa einer halben Stunde.
Es gibt ein Industriegebiet und mehrere Handwerksbetriebe sowie einen Kindergarten. Das katholische Gemeindezentrum „Am Honigbaum“ wird außer für kirchliche auch für private und andere gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt.
Kultur
In Niederjosbach gibt es einen terrassenartig am Sonnenhang und ganzjährig geöffneten Campingplatz.<ref name="TEP" />
Der GCC (Gusbacher Carnevalsclub) veranstaltet am Faschingsdienstag einen sehenswerten Umzug durch das Dorf, der von den örtlichen Vereinen – einem Sportverein, zwei Gesangvereinen, dem Schützenverein, dem Obst- und Gartenbauverein, dem Kirchenchor, der Freiwilligen Feuerwehr, dem DRK-Ortsverein – und den Nachbargemeinden gestaltet wird.
Persönlichkeiten
- Christian Heinz (* 1976), Politiker und Hessischer Minister der Justiz und für den Rechtsstaat im Kabinett Rhein II
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Niederjosbach, Main-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 18. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 32 und 86, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="EW2016"> Mehr Einwohner in allen Stadtteilen. In: Webauftritt. Stadt Eppstein, abgerufen im Dezember 2024. </ref> <ref name="TEP"> Info zum Campingplatz Eppstein. the-eppstein-project.de </ref> </references>
Weblinks
- Webauftritt der Stadt Eppstein
- Niederjosbach, Main-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Eppstein | Bremthal | Ehlhalten | Niederjosbach | Vockenhausen