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Vietmannsdorf

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Vietmannsdorf
Stadt Templin
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(362)&title=Vietmannsdorf 53° 3′ N, 13° 32′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(362) 53° 3′ 2″ N, 13° 31′ 49″ O
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Höhe: 56 m ü. NHN
Fläche: 37,63 km²
Einwohner: 362 (Jan. 2017)<ref name="Einwo2017" />
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 17268
Lage von Vietmannsdorf in Brandenburg
Datei:Dorfpartie in Vietmannsdorf (Templin).jpg
Dorfpartie in Vietmannsdorf
Datei:18-06-06-Fotoflug-Uckermark RRK3499.jpg
Vietmannsdorf mit Polsensee

Vietmannsdorf (IPA: [ˈfiːtmansdɔʁf]) liegt im westlichen Teil vom Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und ist ein Ortsteil im Südosten der Stadt Templin im Landkreis Uckermark, Bundesland Brandenburg, Bundesrepublik Deutschland.

Geographie

Vietmannsdorf liegt am Rand des Naturraums der Schorfheide.<ref name="bugv" />

Zu Vietmannsdorf gehören außerdem folgende Ortsteile und Wohnplätze:

  • Baßdorf
  • Dargersdorf – Der Ort mit heute 110 Einwohnern (Stand November 2020) wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vermutlich vom slawischen Namen Darg ab, einem Lokator, welcher zu dieser Zeit in der Gegend aktiv war. Sehenswert ist die Fachwerkkirche aus 1749. Im Dreißigjährigen Krieg war die ursprüngliche Feldsteinkirche nahezu vollständig zerstört, wodurch ein Neuaufbau notwendig wurde. Die bis dahin selbständige Gemeinde wurde am 1. Januar 1974 nach Vietmannsdorf eingemeindet.
  • Gut Gollin
  • Ringofen

Geschichte

Datei:Dorfkirche Vietmannsdorf 2015 S.jpg
Dorfkirche

Vietmannsdorf wurde erstmals 1281 als markgräflicher Urkundsort mit dem Namen Vitumansdorpe und Vitumanstorpe (CDB A XIII 129 Or) und 1287 als Vitemanstorp (A XXIII 5 Or) erwähnt. Ab dem 15. Jahrhundert bis etwa zum ersten Drittel des 19. Jahrhunderts war hier die Familie von Holtzendorff ansässig. Zwischenzeitlich war nach neuester Quellenlage der briefadelige Daniel Friedrich von Enckevort (1646–1713), Hauptmann, hier Gutspächter,<ref>Werner Neumann: Vogelsang-Warsin. Man wird ja wohl noch träumen dürfen? Online-Ressource Auflage. Tredition, Hamburg 2021, ISBN 978-3-7323-5945-5 (google.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> liiert mit Adelheid Sophie von Arnim-Fredenwalde, auch ihre fünf Kinder wurden hier geboren, gingen dann nach Vogelsang.<ref>Rudolf von Enckevort mit Vorarbeiten von Eduard von Enckevort: Geschichtliche Nachrichten über die Familie v. Enckevort. In: Familienchronik. Als Manuskript gedruckt Auflage. Brandenburgisch-Pommersche Linie. C. A. Starke, Görlitz 1908, S. Tafel III (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> Etwaig hatten die Herren von Holtzendorff das Gut mehrfach verpachtet und nicht mehr direkt selbst betrieben. Genealogisch wohl letzte Holtzendorffs waren der Leutnant Joachim von Holtzendorff (1761–1815), Ritter des Johanniterordens und verheiratet mit Wilhelmine von Schlabrendorff, respektive deren Sohn Franz von Holtzendorff sen. (1804–1871). Die Verwandten nahmen dann Wilsickow zum Hauptsitz oder gingen wie der Enkel Otto von Holtzendorff als Oberst zum Militär.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1902. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). In: "Der Gotha". Dritter Jahrgang Auflage. Holtzendorff, II. Linie. C. Stamm Vietmannsdorf. Stifter Hans von Holtzendorff, 1494. Justus Perthes, Gotha 9. November 1901, S. 380–381 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> Vietmannsdorf trat man an den Schwiegersohn ab, der denselben alsbald gegen sein thüringisches Stammgut Schloss Kochberg vertauschte. Umgesetzt wurde dies 1857,<ref>Rochus Freiherr von Liliencron, Franz X. von Wegele, Anton Bettelheim: Holtzendorff; Franz v. H. (sen.) aus dem Hause Vietmannsdorf. In: Historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Allgemeine Deutsche Biographie. Auf Veranlassung Seiner Majestät des Königs von Bayern. Band 13. Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 12–16 (google.de [abgerufen am 11. Mai 2022]).</ref> als Anna von Holtzendorff-Vietmannsdorf den Baron<ref>Stenographische Berichte über die Verhandlungen der durch die Allerhöchste Verordnung vom 21. Dezember 1861 einberufenen beiden Häuser des Landtages. Haus der Abgeordneten. Aktenstück 32. III. W. Moeser, Berlin 1862, S. 184–186 (google.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> Felix Freiherr von Stein zu Kochberg ehelichte, und so wurde dieser und sein Bruder Karl Freiherr von Stein zu Kochberg, liiert mit Ina von Gundlach-Brunstorf, noch kurzzeitig Miteigentümer von Gut Vietmannsdorf.<ref>Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1867. Siebzehnter Jahrgang. Auflage. Freiherrliche Häuser nach alphabetischer Ordnung., Stein von Kochberg. Justus Perthes, Gotha 29. Oktober 1866, S. 914 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> Im Jahr 1879 nennt das erstmals amtlich publizierte General-Adressbuch der Rittergutsbesitzer für Preußen den Bankier Dittmar Leipziger mit Wohnsitz zu Berlin als Eigentümer des Gutes mit den Vorwerken Basdorf und Holland. Der Gesamtbesitz umfasste rund 1857 ha Land. Zum Gut gehörte eine Brennerei.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 212–213, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> 1905 hieß der Gutsherr Dr. Viktor Bruder. Sein Gut beinhaltete noch 321 ha, mit Schloss.<ref>Niekammer’s Güter-Adressbuch der Provinz Brandenburg. 1907. Verzeichnis sämtlicher Güter mit Angabe der Guts-Eigenschaft, des Grundsteuer-Reinertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Paul Niekammer (Hrsg.): GAB. 1. Auflage. Band VII., Kreis Templin. Niekammer, Stettin 1907, S. 96–97 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref> 1914 besaß J. Bade Gut Vietmannsdorf, 321 ha, mit Schloss; Vietmannsdorf-Ausbau zum Gutsbezirk zugehörig, 28 ha.<ref>Ernst Seyfert: Niekammer’s Güter-Adressbücher. VII. Provinz Brandenburg. 1914. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und größeren Bauernhöfe. Handbuch der Königlichen Behörden. Mit Unterstützung vieler Behörden nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: GAB Reihe Paul Niekammer. 2. Auflage. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Templin. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 172–173 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 11. Mai 2022]).</ref> Der stetige Besitzerwechsel setzte sich fort, 1923 hieß der Gutsherr Richard Victorius.<ref>Oskar Köhler, Kurt Schleising: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. VII. Provinz Brandenburg. 1923. In: GAB Reihe Paul Niekammer. 3. Auflage. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Templin. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1923, S. 98 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 11. Mai 2022]).</ref>

Das Dorf war bis 1928 in einen Gutsbezirk und das eigentliche Dorf geteilt. Kurz vor der großen Wirtschaftskrise 1929/1930 war Kurt Hermann der Vietmannsdorfer Gutsbesitzer. Verwalter Bartel betreute die 310 ha.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hogrefe: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. In: Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. 4. Auflage. Letzte Ausgabe-Niekammer-Reihe. Verlag Niekammer’s Adreßbücher G.m.b.H., Leipzig 1929, S. 133 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 10. Mai 2022]).</ref>

Ab 1873 wurde mit Anlage eines Ringofens durch den Industrieverein Vietmannsdorf eine große Ziegelproduktion aufgenommen, die bis etwa zur Jahrhundertwende anhielt. Dann wurden Vietmannsdorfer Ziegelbrenner durch die neu entstandenen Produktionsstätten in Zehdenick gewissermaßen ruiniert. Am 26. Oktober 2003 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde im Amt Templin-Land nach Templin eingemeindet.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003</ref>

Im Jahr 2006 feierten die Vietmannsdorfer ihr 725-jähriges Dorfjubiläum mit einem großen Festumzug.

Einwohnerentwicklung

Anzahl Einwohner
(Quelle: Vietmannsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum)
Jahr 187518901910192519331946199319941995199619971998199920002001200220062017
Einwohner 466511415415446587421434434428423430435444442441433362<ref name="Einwo2017" />

(Man beachte bei den sprunghaften Anstiegen zeitliche Distanzen, historische Ereignisse und Eingemeindungen.)

Politik

Die ehemalige Gemeinde Vietmannsdorf wurde 2003 in die Stadt Templin eingemeindet. Ortsvorsteher ist Bernd Ziemkendorf (Stand: 2010). Vietmannsdorf hat eine Partnerschaft mit Wolfenweiler im Breisgau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Vietmannsdorf Schloss.JPG
Herrenhaus
Datei:Vietmannsdorf Wassermühle.JPG
Wassermühle
Datei:Polsensee.jpg
Polsensee

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:2009-08-16-autodrift-by-RalfR-12.jpg
Autotest auf dem Flugplatz

Persönlichkeiten

  • Karl Johan Jakob Freiherr von Heder, (* 1802 in Vietmannsdorf)
  • die Gesellen von Milz (17. Jh.)
  • Franz von Holtzendorff, Jurist * 14. Oktober 1829 in Vietmannsdorf (Uckermark); † 4. Februar 1889 in München
  • Otto Neubert, Forscher, * 4. April 1892 in Vietmannsdorf; † 17. März 1977

Literatur

  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, 1. Auflage, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2. 2. Auflage, Teil VIII, Band I und II, Uckermark, Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band 21, Online-Ressource, Berliner Wissenschafts-Verlag, Stuttgart 2020. ISBN 978-3-8305-4306-0. Digitalisat

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="bugv"> Naturräumliche Gliederung Brandenburgs nach Scholz. Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, 19. März 2015, abgerufen am 7. November 2015. </ref> <ref name="Einwo2017"> Templin – Urlaubsregion, Thermalsoleheilbad, Seenlandschaft, Stadtmauer | Vietmannsdorf. Januar 2017, abgerufen am 14. April 2023. </ref> </references>

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