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Vestas Wind Systems

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Vestas Wind Systems A/S

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Vestas.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DK0061539921
Gründung 1945 (Rechtsform 1986)
Sitz Aarhus, DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Dänemark
Leitung
  • Henrik Andersen (CEO)
  • Anders Runevad (Chairman)
Mitarbeiterzahl 35.100 (31. Dez 2024)<ref name="AR_24">Annual Report 2024. vestas.com, abgerufen am 15. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 17,3 Mrd. Euro (2024)<ref name="AR_24" />
Branche Windkraftanlagen (seit 1979)
Website www.vestas.com
Stand: 31. Dezember 2024

Vestas Wind Systems A/S (kurz: Vestas) (Börse Kopenhagen: VWS.CO) ist ein Hersteller von Windkraftanlagen mit Sitz im dänischen Aarhus. Das Unternehmen hatte Ende 2023 über 30.000 Beschäftigte in zahlreichen Ländern, darunter Dänemark, Deutschland, Schweden, Großbritannien, Italien, China, Japan, USA und Australien. Ende 2023 hatte Vestas Windkraftanlagen in 88 Ländern mit einer Leistung über 177 GW installiert.

Geschichte

1945 gründete Peder Hansen VEstjysk STaalteknik A/S in der dänischen Kleinstadt Lem. Der Name wurde schon nach kurzer Zeit zu Vestas abgekürzt. Zunächst wurden Haushaltsgeräte hergestellt, 1950 dann hauptsächlich Landmaschinen. 1956 begann die Herstellung von Zwischenkühlern und ab 1968 wurden Hydraulikkräne für Kleinlaster produziert. Die Ölkrise 1970 brachte Peder Hansen auf eine neue Geschäftsidee: erneuerbare Energien. 1979 wurde die erste Windkraftanlage verkauft. Sie stand bis 2023 im dänischen Dejbjerg. Ein Jahr später begann Vestas mit der Serienproduktion von Windkraftanlagen und installierte die ersten 80 Anlagen mit einer Leistung von 55 kW. 1981 gingen die ersten Aufträge aus den USA ein. Vestas beschloss, die Glasfaserbauteile für die Windkraftanlagen selbst herzustellen. Am Ende des Jahres 1987 wurde das Unternehmen Vestas Wind Systems A/S gegründet, das sich ausschließlich auf Windenergie konzentriert. Im November 1991 wurde in Dänemark die 1000. Windkraftanlage des Unternehmens errichtet. Zwischen 1994 und 2001 war Vestas mit 40 % als technischer Partner am spanischen Windkraftanlagen-Hersteller Gamesa beteiligt.<ref>Two wind giants go head to head - Vestas and Gamesa split. In: Windpower Monthly. Abgerufen am 5. Februar 2016.</ref>

1995 begann der Bau des Offshore-Windparks Tunø Knob im Kattegat südöstlich des dänischen Aarhus. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit I/S Midtkraft durchgeführt, welche die Fundamente bauten. Nach der Fertigstellung der Fundamente übernahm Vestas das Projekt und installierte in fünf Tagen zehn V39-500-kW-Anlagen. 1998 ging Vestas an die Börse. Die Aktien des Unternehmens werden an der Kopenhagener Börse gehandelt. Im April 2002 wurde der damals größte Offshore-Windpark Horns Rev vor der Westküste Dänemarks mit 80 Anlagen des Typs V80-2MW errichtet. Im Juli 2002 wurden weitere 30 Anlagen des gleichen Typs für den ersten großen Offshore-Windpark Großbritanniens, North Hoyle beauftragt. Weitere Großaufträge folgten.

Vestas fusionierte 2004 mit NEG Micon A/S, einem weiteren Windkraftanlagen-Hersteller.<ref name="NEG Vestas">Danish wind giants head for merger – Vestas and NEG Micon going for global supremacy. In: Windpower Monthly, 1. Januar 2004.</ref> Der dänische Mitbewerber war wiederum aus der Fusion von Micon A/S und der Nordtank Energy Group A/S hervorgegangen. Als Firmenname wurde Vestas gewählt, die Firmenzentrale aber zunächst an den Micon-Standort nach Randers verlegt.<ref name="oeko-news NEG">Zusammenschluß Vestas – NEG Micon. oeko-news.at, 15. Dezember 2003.</ref>

Im August 2009 stellte Vestas über 5000 zusätzliche Arbeitskräfte für neue Fabriken in China, USA und Spanien ein. Das wurde damit begründet, dass diese Märkte schneller wüchsen, im Gegensatz zur schleppenden Entwicklung von Windparks in Großbritannien. Dafür sollten andere Werke, beispielsweise auf der Isle of Wight, geschlossen und rund 3000 Mitarbeiter in Europa entlassen werden, wogegen es Proteste gab.<ref>The Guardian, Bericht vom 18. August 2009.</ref><ref>Gerald Whittle: Britische Arbeiter besetzen eine Fabrik, Bericht vom 13. August 2009.</ref> 2012 musste Vestas aufgrund von Überkapazitäten in der Branche und des Preisverfalls bei Windkraftanlagen mehrere Restrukturierungsmaßnahmen durchführen und Personal entlassen. Zudem wurden mehrere Werke geschlossen. Anfang 2013 wurde der Hauptsitz vom dänischen Randers nach Aarhus verlegt.<ref>Vestas transfers employees from Randers and Copenhagen to company HQ in Aarhus, Denmark. In: windkraft-journal.de. 20. Februar 2013, abgerufen am 5. Februar 2016.</ref> Im Oktober 2013 verkaufte Vestas sechs seiner Produktionsstätten für einen Euro an die VTS Partners GmbH.<ref>Michael Meyer: „Chronologie der Offshore-Rückschläge“. In: Täglicher Hafenbericht, 28. Januar 2014, S. 2.</ref> 2015 wurden Untreuevorwürfe gegen mehrere Vestas-Mitarbeiter bekannt. Demnach sollen mehrere ehemalige Angestellte dem Konzern sowie weiteren Unternehmen der Branche einen Schaden in Höhe von 18 Millionen Euro zugefügt haben.<ref>Der Feind im eigenen Laden. In: Wirtschaftswoche, 4. Juni 2015; abgerufen am 6. Juni 2015.</ref>

Die 55000. Windkraftanlage des Unternehmens, eine V112-3.0MW, wurde im Oktober 2015 im hessischen Windpark Schlüchtern-Wallroth errichtet.<ref>Vestas errichtet Windkraftanlage Nummer 55.000 in Hessen. IWR</ref> Ende 2015 übernahm Vestas den amerikanischen Wartungs- und Serviceanbieter UpWind Solutions.<ref>Vestas acquiered UpWind Solutions. Windpower Monthly</ref> Anfang 2016 folgte die Übernahme von Availon aus Deutschland.<ref>Vestas übernimmt Availon. IWR</ref> Später folgte eine Beteiligung an dem Unternehmen Modvion, das Windkrafttürme aus Holz herstellen will und nach der Errichtung eines ersten Prototyps im Jahr 2020 im Mai 2022 die Produktion für die Errichtung kommerzieller Türme ab dem Jahr 2023 aufnahm.<ref> Windradtürme aus nachhaltigem Material: Auf dem Holzweg . In: TAZ, 10. Mai 2022. Abgerufen am 14. Mai 2022.</ref>

Nach Erhebung des Internationalen Wirtschaftsforum für Regenerative Energiewirtschaft für das Jahr 2020 installierte in diesem Jahr das Unternehmen Windkraftanlagen mit einer Leistung von 12,4 Gigawatt. Es steht damit im internationalen Ranking der Windkraftanlagenhersteller auf dem 3. Platz.<ref>Silvia Hühn: Windkraft: Das sind die größten Windradhersteller der Welt. 18. Oktober 2021, abgerufen am 17. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 21. September 2021 wurde bekannt, dass Vestas drei der europäischen Werke schließen wird. Neben Werken in Viveiro und Esbjerg ist auch die Rotorblattfabrik in Lauchhammer von der Schließung betroffen.<ref>Vestas schließt Windturbinenwerk: «Schock» für Stadt. Abgerufen am 20. September 2021.</ref> Am 11. Dezember 2021 hat das letzte Rotorblatt die Produktionshalle verlassen. 450 Arbeitsplätze wurden dort abgebaut.<ref>Mehrere Interessenten für Vestas-Werk in Lauchhammer. In: rbb24.de. 4. Januar 2022, abgerufen am 5. März 2022.</ref>

Der Hauptsitz von Vestas ist in Aarhus. Wichtige Produktionsstätten sind unter anderem Lem, Nakskov, Isle of Wight, Taranto, Tianjin, Daimiel und Windsor.<ref>Find Vestas – Production. Vestas, abgerufen am 16. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wartungsleistung wird über die Vestas Services GmbH in Husum angeboten. Die Vestas Nacelles Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Lübeck.

Die Zentrale der Vestas Deutschland GmbH befindet sich seit 1986 in Hamburg und beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter.

Anlagentypen

Windkraftanlagen an Land (onshore)

Im Januar 2019 brachte Vestas eine Plattform mit dem Namen EnVentus mit neuen Anlagentypen auf den Markt. Die Nabenhöhen betragen bis zu 166 Meter. Der Prototyp der V150-5.6 MW wurde Mitte 2020 im Windkraftanlagentestfeld Østerild aufgestellt.<ref>Vestas: EnVentus prototype installed, produces first kWh auf YouTube, 1. Juli 2020, abgerufen am 3. Juli 2020.</ref> Die Serienproduktion startete zum Ende des Jahres. Im Jahr 2023 war die V150 der am häufigsten in Betrieb gegangene Anlagentyp in Deutschland, gleichauf mit der Nordex N149.<ref>Jürgen Quentin: Ausbausituation der Windenergie an Land im Jahr 2023. (PDF) Fachagentur Windenergie an Land, Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> Die EnVentus-Plattform erfuhr Ende 2020 eine Leistungssteigerung auf zunächst 6 Megawatt und der Prototyp der V162-6.0 MW wurde im Windkraftanlagentestfeld Østerild aufgestellt. Mitte 2021 wurde die Nennleistung nochmals auf 6,2 MW gesteigert. Für die Märkte in Deutschland und Österreich fertigt Vestas die hohen Nabenhöhen mit Hybridtürmen, eine Kombination aus Beton- und Stahlsegmenten, von Max Bögl Wind an.<ref>Vestas und Max Bögl Wind AG bündeln Kräfte, um die Energiewende in Deutschland und Österreich zum Erfolg zu führen. In: windkraft-journal.de. 16. Juni 2020, abgerufen am 17. Juni 2020.</ref> Die erste V162-6.0 MW in Deutschland ging im Mai 2022 bei Basedow (Prenzlau) in Betrieb.<ref>Rotorblätter auf dem Weg: größte Windenergieanlage der Uckermark vor Fertigstellung. In: mlk-gruppe.de. 14. März 2022, abgerufen am 19. Oktober 2023.</ref>

Im November 2021 wurde die V162-6.8 MW auf den Markt gebracht. Durch die Leistungssteigerung soll die mittlere Jahresproduktion gegenüber der V162-6.2 MW um bis zu 7 % gesteigert und durch ein modulares Maschinenhaus soll der Transport vereinfacht werden.<ref>Vestas introduces the V162-6.8 MW, expanding the EnVentus platform’s power output and market applicability. Vestas, 23. November 2021, abgerufen am 23. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein Prototyp der V162 mit 7,2 Megawatt wurde im August 2024 im Bürgerwindpark Janneby aufgebaut. Im April 2022 wurde die V172-7.2 MW als neues Topmodell vorgestellt.<ref>Vestas introduces the V172-7.2 MW, enhancing performance in low to medium wind conditions. Vestas, 5. April 2022, abgerufen am 7. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2-MW-Plattform

  • Die 2-MW-Plattform wurde im Jahr 2000 mit der V80-2MW gestartet und in den folgenden Jahren um weitere Anlagentypen ergänzt. 2004 wurde die V90 eingeführt, 2009 die V100 und 2014 die V110. 2017 wurden die V116 und die V120 vorgestellt, die Ende 2017 bzw. Anfang 2018 in Serienfertigung gingen. Technisch sind fast alle Anlagen mit dreistufigem Getriebe und doppelt-gespeistem Asynchrongenerator ausgestattet. Nur 2011 und 2012 wurde bei bestimmten Anlagen ein permanenterregter Synchrongenerator eingesetzt, anschließend wechselte Vestas jedoch wieder komplett zum vorherigen Antriebsstrang zurück.<ref>Vestas takes 2MW platform to next level. In: Windpower Monthly, 24. April 2017. Abgerufen am 28. April 2017.</ref>
  • Der Prototyp der V120 wurde Anfang 2018 in der Ringkøbing-Skjern Kommune errichtet.<ref>Vestas installs V120-2.0 MW prototype and introduces upgraded 2.2 MW version. Vestas, 6. März 2018, abgerufen am 14. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Die V110-2.0 MW kommt überwiegend auf dem amerikanischen Markt bei Großprojekten wie dem Windpark XI zum Einsatz.
  • Die V90 mit 1800 oder 2000 kW gehört zu den meistverkauften Anlagen von Vestas.

4-MW-Plattform

Im Juni 2017 wurde von Vestas eine aus drei Anlagentypen bestehende 4-MW-Plattform auf den Markt gebracht, die auf der 2010 eingeführten 3-MW-Plattform aufbaut. Neben der Standardleistung von 4 Megawatt wird auch ein Power Optimized Mode mit 4,2 Megawatt angeboten. Die Nabenhöhe beträgt bis zu 166 Meter.<ref name="4MWPlattform">Vestas bohrt 3-MW-Plattform auf 4 MW auf. sonnewindwaerme.de, 22. Juni 2017, abgerufen am 22. Juni 2017.</ref><ref name="WPM 4.2">Vestas scales up to 4.2MW. In: Windpower Monthly. 22. Juni 2017, abgerufen am 23. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Prototyp der V150-4.2 MW wurde im Januar 2019 im Windkraftanlagentestfeld Østerild in Betrieb genommen.<ref>Vestas: Installing the V150-4.2 MW auf YouTube, 2. April 2019, abgerufen am 25. September 2019.</ref> Die Rotorblätter werden zum Teil von LM Wind Power geliefert.<ref>Vestas strengthens manufacturing footprint by partnering with LM Wind Power for V150-4.2 MW blade production in Brazil. Vestas, 1. April 2022, abgerufen am 7. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Windkraftanlagen auf See (offshore)

Frühere Anlagentypen (Beispiele)

Anlagentyp Nennleistung (kW) Rotordurchmesser (m) Bild
V116-2.1 MW 2000–2100 116
Datei:Vestas V116 Hovsore 2022.jpg
V90-3.0 MW 3000 90
Datei:20140923 xl m podszun-WKA-Wind-turbines-Amsterdam-The-Netherlands-0366.JPG
V82-1.5 MW 1500 82
Datei:Vestas V82-1.5MW in Stüdenitz.jpg
V80-2.0 MW 2000 80
Datei:Vestas V80 17052011.jpg
V72-1.5 MW 1500 72
Datei:Vestas V72-1500kW wind turbine in Wulfshagen near Eckernförde.jpg
V66-1.65 MW 1650 66
Datei:Paderborn - 2015-10-10 - WKA bei Benhausen (13).jpg
V63-1.5 MW 1500 63
Datei:Vestas V63-1500kW wind turbine in Ahrenshöft near Husum.jpg
V52-850 kW 850 52
Datei:Tvarditsa wind turbines.jpg
V47-660 kW 660 47
Datei:Edemannswisch vestas-turbine.jpg
V44-600 kW 600 44
Datei:Vestas V44-600kW wind turbine in Trendelburg.jpg
V42-600 kW 600 42
Datei:Vestas V42-600kW and V52-850kW wind turbines in Schülp.jpg
V39-500 kW 500 39
Datei:Vestas V39-500kW wind turbine in Laboe.jpg
V34-400 kW 400 34
The_Delabole_wind_farm_-_geograph.org.uk_-_216985
The_Delabole_wind_farm_-_geograph.org.uk_-_216985
V29-225 kW 225 29
Datei:Vestas V29-225kW wind turbine in Dejbjerg (Denmark).jpg
V27-225 kW 225 27
Datei:20141007 xl Spiekeroog-Vestas-Windkraftanlage-an-der-Hermann-Lietz-Schule-(erbaut 1995)-0566.JPG
V25-200 kW 200 25
Vestas_V25-200kW_wind_turbine_in_Porrendeich1
Vestas_V25-200kW_wind_turbine_in_Porrendeich1
V20-100 kW 100 20
Datei:Vestas V20-100kW wind turbine in Wees near Flensburg.jpg
V17-75 kW 75 17
Datei:Vestas V17-75kw wind turbine in Husum at the Vestas factory.jpg
V16-65 kW 65 16
Datei:Vestas V16-65kW wind turbine in Dejbjerg (Denmark).jpg
V15-55 kW 55 15
Datei:Vestas V15-55kW, the first vestas in germany wind turbine built in 1983 at Reußenköge.jpg
V12-22 kW 22 12
V10-30 kW 30 10
  • Die V10-30 kW wurde 1979 als erste Vestas-Windkraftanlage in Dänemark errichtet.
  • Eine V25-200 kW wurde 1989 als zweite Windkraftanlage in der damaligen DDR 1989 in Betrieb genommen, das Windrad Wustrow.
  • Die V52-850 kW gehörte zu den meistverkauften Anlagen in der 1-MW-Klasse. Die Anlage wurde in verschiedenen Ländern produziert, unter anderem in China und Italien. Errichtet wurden rund 3764 Anlagen (Stand 31. Dezember 2010). 365 Anlagen kommen im Windpark Lake Turkana zum Einsatz.
  • Eine Besonderheit der V90-3.0 MW ist, dass das Hauptlager im Getriebe integriert ist. Das sparte den Einsatz einer zusätzlichen Antriebswelle und Gewicht.

Micon

Die Micon A/S ging 1983 durch Ausgliederung von Teilen des Windenergie-Geschäfts der Nordtank Energy Group A/S hervor und wurde bald zu einem der führenden Hersteller von Windkraftanlagen.<ref name="Maegaard,Krenz,Palz NEC">Preben Maegaard, Anna Krenz, Wolfgang Palz: Wind Power for the World: The Rise of Modern Wind Energy. Teil 1, CRC Press, 2013, ISBN 978-981-4364-93-5, Kapitel History of the Danish Windpower. Text zu Figure 3.36 150 KW Micon wind turbine, S. 80 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Besonders auf dem in den 1980er Jahren neu aufkommenden Markt der kalifornischen Energiewende war das Unternehmen erfolgreich.<ref name="Maegaard,Krenz,Palz NEC2">History of the Danish Windpower. Kapitel The Windmill Industry Goes Professional. 7.12.3 A Zealandic Blade Factory. S. 243 ff (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 1997 wurden Micon und Nordtank wieder zu einer Firma, NEG Micon A/S, fusioniert.<ref name="Maegaard,Krenz,Palz NEC" /><ref name="windpowermonthly NEG">Major merger in the works, Nordtank and Micon. In: Windpower Monthly. 1. Juni 1997, abgerufen am 7. September 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1998 übernahm Micon den Windkraftanlagen-Hersteller Wind World.<ref>NEG Micon takes over Wind World. 1. September 1998, abgerufen am 22. September 2020.</ref>

NEG Micon wurde im Frühjahr 2004 von Vestas mehrheitlich übernommen und dann verschmolzen.<ref name="NEG Vestas" /><ref name="oeko-news NEG" /> NEG Micon entwickelte und konstruierte Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 55 kW bis 2750 kW.<ref>NEG Micon: Portfolio. thewindpower.net (de, links auf die einzelnen Typen)</ref>

Nordtank

Die Nordtank Energy Group A/S (kurz: NTK oder NEG) mit Sitz in Balle, Syddjurs war ursprünglich ein Kesselhersteller, der in die Energietechnik einstieg.<ref name="Maegaard,Krenz,Palz Nordtank1">History of the Danish Windpower. S. 76 ff und Kapitel Wind Actor-Networks in Denmark. S. 147 f (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Das Unternehmen gehörte als erster dänischer Hersteller in den frühen 1980er-Jahren mit zu den Pionieren der Windenergie.<ref name="Maegaard,Krenz,Palz Nordtank2">History of the Danish Windpower. S. 254 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> 1983 wurden Teile des Windenergie-Geschäfts in die eigenständige Firma Micon A/S ausgegliedert. 1997 erfolgte die Fusion von Nordtank und Micon zu NEG Micon A/S.<ref name="windpowermonthly NEG" /> Nordtank entwickelte und konstruierte Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 10 kW bis 1500 kW.<ref>[1] wind-turbine-models.com</ref>

NedWind

Der Hersteller NedWind B.V. ging auf die 1975 in Rhenen durch Chris van de Pol gegründeten Polenko B.V. zurück. Dieses Unternehmen war Teil des niederländischen Elektrotechnik-Konzerns Holec und baute anfänglich kleine Windkraftanlagen mit einer Leistung von 0,5 bis 3,5 kW, ehe in den 1980er Jahren auf größere Anlagen mit rund 300 kW Nennleistung gesetzt wurde. im friesischen Sexbierum entstand 1985 mit „AEOLUS“ ein experimenteller Windpark mit 20 Polenko-Anlagen und einem 1987 fertiggestellten Besucherzentrum. Schon zu diesem Zeitpunkt verkaufte das Unternehmen auch Anlagen ins Ausland, etwa in die USA, nach Großbritannien und nach Indien.<ref name="BuchDerSynergie_Holland1">Achmed Khammas: Das Buch der Synergie. Abgerufen am 20. April 2024.</ref> Ende der 1980er Jahre existierte ein Nachfolgeunternehmen namens Newinco aus Krimpen aan den IJssel als Tochter des Maschinenbaukonzerns Grootint,<ref name="Diss_10"/> das eine zweiblättrige 500-kW-Anlage entwickelte.<ref>Wind-turbine-models.com: Newinco. Abgerufen am 27. Juni 2021.</ref><ref>Joshua Earnest, Tore Wizelius: Wind power plants and project development. PHI Learning Pvt. Ltd., 2011, ISBN 978-81-203-3986-6, S. 70, Sp. 1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Aufgrund technischer Probleme mit den Flügelspitzen scheiterte der 1989 der Aufbau eines Prototyps auf der Maasvlakte in Rotterdam. Noch im selben Jahr verkaufte Newinco 15 Anlagen an den Gemeentelijk Energiebedrijf Rotterdam nach Dordrecht.<ref name="Diss_10"/>

1990 schloss sich Newinco mit dem Hersteller Bouma zusammen und firmierte fortan als NedWind B.V.<ref name="Diss_10">M. Neukirch: Die internationale Pionierphase der Windenergienutzung. Dissertation, Georg-August-Universität Universität Göttingen 2010, S. 162f</ref><ref>Windkraftanlagenhersteller – NedWind Rhenen bV. In: wind-turbine-models.com. Abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref> Die 1981 gegründete Bouma Windenergie B.V. stieg Mitte der 1980er Jahre ins Windkraftgeschäft ein und baute Anlagen mit 80, 160 und 250 kW Nennleistung. Das Nachfolgeunternehmen NedWind übernahm die dreiflügeligen Anlagenmodelle von Bouma und die zweiflügeligen von Newinco und entwickelte sie weiter. Es waren anfangs eine dreiflügelige 250-kW-Anlage mit 25 m Rotordurchmesser und eine zweiflügelige 500-kW-Anlage mit einem variablen Rotordurchmesser von 35, 40 oder 44 m erhältlich. 1992 begann die Entwicklung einer noch größeren Anlage mit 1 MW Nennleistung.<ref name="Diss_10"/>

In den 1990er Jahren war NedWind einer der drei verbliebenen Windkraftanlagenhersteller, neben Lagerwey und WindMaster, letztlich sogar Marktführer in den Niederlanden.<ref name="BuchDerSynergie_Holland1"/> Zahlreiche der charakteristischen zweiflügeligen Anlagen wurden in Windparks und an Einzelstandorten in den Niederlanden errichtet. Auch ins Ausland wurden einige Anlagen exportiert, über die Wistra GmbH in Ibbenbüren wurden Anlagen nach Deutschland vertrieben. Weitere Standorte waren die USA, wo in der kalifornischen San Gorgonio Pass Wind Farm zwanzig 500-kW-Anlagen errichtet wurden, und Curaçao, wo im Windpark Tera Kora zwölf 250-kW-Anlagen errichtet wurden.<ref name="BuchDerSynergie_Holland1"/> Ein weiterer Markt war Indien.<ref name="Bergek,Jacobsson Nedwind">Anna Bergek, Staffan Jacobsson: The emergence of a groths-industry: a comperative analysis of the German, Dutch and Swedish wind tubines industry. 4 Development of a Wind power industry in Germany, the Netherlands and Sweden. In: J. Stanley Metcalfe, Uwe Cantner: Change, Transformation, and Development. International Schumpeter Society. Meeting. Springer, 2003, ISBN 978-3-7908-1545-0, S. 218 (ganzer Artikel S. 197 ff; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Im Juni 1994 entstand mit dem Windpark Lely, in dem vier 500-kW-Anlagen montiert wurden, der erste Offshore-Windpark der Niederlande im IJsselmeer. Im selben Jahr wurden zwei Prototypen der 1-MW-Anlage in Noord-Holland und Groningen installiert.<ref name="Diss_10"/><ref name="BuchDerSynergie_Holland1"/> Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen 1996 130 Mitarbeiter und weltweit 412 Anlagen mit 170 MW Gesamtleistung installiert. Das letzte große Projekt der Firma war 1998 die Errichtung des Windparks Eemmeerdijk in Flevoland mit 19 Anlagen des 1-MW-Modells.

Im Juli 1998 meldete das Unternehmen Insolvenz an, da der niederländische Heimatmarkt nun von mehreren, insbesondere dänischen, Herstellern umkämpft war.<ref name="Diss_10"/> Zudem stellte 1997 die Wistra GmbH den Vertrieb der Anlagen nach Deutschland ein.<ref>IWR: NedWind-Vertretung beendet. 21. Januar 1997, abgerufen am 20. April 2024.</ref> Infolgedessen wurde NedWind von der dänischen NEG Micon A/S übernommen.<ref>NedWind sold to NEG Micon. In: Windpower Monthly. 1. Oktober 1998, abgerufen am 7. September 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Bergek,Jacobsson Nedwind" /> Der Name NedWind blieb als Vertrieb für NEG-Micon-Anlagen in den Benelux-Ländern und der Karibik bestehen.<ref>Joanna I. Lewis: Green Innovation in China: China’s Wind Power Industry and the Global Transition to a Low-carbon Economy. Reihe Contemporary Asia in the world. Columbia University Press, 2013, ISBN 978-0-231-15330-0, S. 99 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Die Weiterführung der seit 1999 entwickelten, dreiblättrigen 1-MW-Anlage wurde von NEG Micon übernommen.<ref>Reformatorisch Dagblad: Nieuwe 1 megawatt-windturbine. 6. April 1999, abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Folgende Typen stammten aus der Produktion von NedWind:<ref>Wind-turbine-models.com: Windkraftanlagen vom Hersteller NedWind. Abgerufen am 27. Juni 2021.</ref>

Anlagentyp Nennleistung (kW) Rotor-
durchmesser (m)
Bild
NW 25/250 250 25
NW 35/500 500 35
NW 40/500 500 40
Datei:Windmolens in het IJsselmeer nabij Medemblik en de Wieringermeer.jpg
NW 44/500 500 44
NW 50/1000 1000 50
NW 55/1000 1000 55
Datei:Windturbine langs de dijk - Zeewolde - 20528232 - RCE.jpg

Anlagenstandorte (unvollständig)

  • Windpark Lely: 4× NedWind NW40/500, 1994 errichtet, Near-Shore-Standort im IJsselmeer, 2016 demontiert<ref>energienieuws.info: Windpark Lely uit IJsselmeer verwijderd. Abgerufen am 27. Juni 2021.</ref>
  • Windpark Eemmeerdijk: 19× NedWind NW55/1000, 1998 errichtet, 2006/2007 Demontage zweier Anlagen, 2023 als letzter niederländischer Windpark mit NedWind-Anlagen demontiert
  • Windkraftanlage Zobes: 1× NedWind NW40/500, 1994 errichtet
  • Windpark Bredenborn-Holzhausen: 1× NedWind NW44/500, 1996 errichtet, 2014 demontiert
  • Windpark Kerpen: 5× NedWind NW44/500, 1996 errichtet, 2013/2014 demontiert
  • Windpark Schmidt: 1× NedWind NW44/500, 1996 errichtet, 2011 demontiert
  • Windpark Wormstedt: 3× NedWind NW44/500, 1996 errichtet, eine Anlage im September 2013 demontiert

Siehe auch

Weblinks

Commons: Vestas Wind Systems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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