Kartause Aggsbach
Die Kartause Aggsbach ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser in Aggsbach-Dorf in Niederösterreich.
Geschichte
Das Kloster wurde 1380 durch Heidenreich von Maissau gegründet.<ref>Vorlage:Monasterium</ref> Von 1387 bis 1391 war Michael von Prag<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Michael de Praga OCarth ( vom 18. Januar 2016 im Internet Archive). In: ALCUIN. Infothek der Scholastik. Universität Regensburg, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref> Prior von Aggsbach. Um 1648 verstarb hier nach 52 Jahren als Karthäuser der Kartause Freiburg im Breisgau und Prior in Aagsbach Matthias Thanner, Herausgeber und Übersetzer zahlreicher Bücher.<ref>Ludwig Clarus (Hrsg.): Katharina von Gebersweiler, Lebensbeschreibungen der ersten Schwestern des Klosters der Dominikanerinnen zu Unterlinden In: Reliquien aus dem Mittelalter Band IV. Georg Joseph Manz, Regensburg, 1863 S. XXXIII u. XXXIV.Digitalisat via mdz-nbn-resolving.de</ref>
Bis in das 18. Jahrhundert war das Kloster Eigentümer von mehreren Herrschaften in Niederösterreich (darunter Purgstall, Seiterndorf, Großmugl, Külb, Kühbach, Stiefern und Strohdorf) – 1723 waren es insgesamt zwölf.<ref>Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Klosterakten Aggsbach Karton 7, Blatt 117.</ref>
1782 wurde das Kloster durch Kaiser Joseph II. aufgehoben und in ein Schloss umgewandelt. Teile des Klosters wurden in die Räumlichkeiten des Pfarrhofes übernommen, die Kartäuserzellen und der große Kreuzgang geschleift. Die Kartäuserkirche erhielt einen an den Altarraum angebauten Kirchturm und wurde Pfarrkirche. Untersuchungen durch das Bundesdenkmalamt im Rahmen der Grabungen im ehemaligen Zellentrakt der Kartause Aggsbach im Jahr 2010 legen die Vermutung nahe, dass das Baumaterial für den Kirchturm von den abgerissenen Zellen stammt.
1790 wurde die Kartause und die zugehörige Herrschaft Aggsbach vom Religionsfonds an die Schiffmeisterwitwe Maria Anna Wimmer (wiederverheiratete Weiller) verkauft. Unter ihrer Eigentümerschaft wurden die Mönchszellen abgetragen. Ihr Sohn aus erster Ehe, Josef Wimmer, verkaufte die Herrschaft 1846 an Graf Franz de Paula von Colloredo-Waldsee. Da dieser keine leiblichen Nachkommen hatte, erbte die Kartause sein Neffe, Graf Franz von Falkenhayn.<ref>Martin Kroißmayr: Geschichte der Herrschaft Walpersdorf. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Neue Folge, 3. Jahrgang 1904. Verein für Landeskunde von Niederösterreich, Wien 1905, S. 223 ff. (noel.gv.at [PDF]).</ref> Dessen Tochter, Maria Julia, schenkte die Besitzungen 1947 der St. Petrus Claver-Sodalität, deren Generalleiterin sie war.
1970 wurden der Prälatur- und Wirtschaftsteil der Kartause von der Künstlerin Marianne Maderna und ihrem Ehemann Alfons erstanden, welche die Gebäude anschließend renovierten und bis heute bewohnen bzw. darin ein Museum eingerichtet haben.<ref>Tag des Denkmals 2022 – Die Kartause und das MMMUSEUM – Marianne Maderna Museum. In: meinbezirk.at. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. August 2023; abgerufen am 22. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Heute befindet sich hier ein Kartäusermuseum, die Pfarrkirche und Veranstaltungszentrum. Der ehemalige Kartäuserzellentrakt wurde nach einer Beforschung durch das Bundesdenkmalamt nach Plänen des Landschaftsarchitekten Alfred Benesch in einem Meditationsgarten dargestellt.
-
Ehemalige Klosterkirche mit dem angebauten Kapiteltrakt
-
Meditationsgarten
-
Pfarrkirche Aggsbach-Dorf, die ehemalige Klosterkirche
-
Orgelempore
-
Cubiculum – Schlaf- und Betstelle eines Mönches
Siehe auch
Literatur
- Thomas Aigner: Aggsbach, in: Monasticon Cartusiense, hrsg. von Gerhard Schlegel, James Hogg, Band 2, Salzburg 2004, S. 119–123.
Weblinks
- kartause.net – Webseite des Vereins der Freunde der Kartause Aggsbach mit Informationen zur Geschichte der Kartause Aggsbach und aktuellen Veranstaltungen
- Die Kartäuserkirche in Aggsbach Dorf, Fotogalerie, Pfarrgemeinde Aggsbach Dorf, pfarre.aggsbachdorf.at – auf der Webseite auch weitere Fotos der Kirche der Kartause, Kartäusermuseum und Geschichte
- kartause-aggsbach.at – Weblog zu Aktivitäten in Kartäusermuseum, Meditationsgarten, Mineralienzentrum Steinstadel, Hammerschmiede Pehn
- Vorlage:Monasterium
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Navigationsleiste Burgen und Schlösser im Mostviertel Koordinaten: 48° 17′ 38″ N, 15° 25′ 28″ O
{{#coordinates:48,293888888889|15,424444444444|primary
|dim=250
|globe=
|name=
|region=AT-3
|type=building
}}
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-10
- Bauwerk in Schönbühel-Aggsbach
- Baugruppe (Städtebau) der Gotik
- Klosteranlage in Österreich
- Gotisches Bauwerk in Niederösterreich
- Ehemaliges Kartäuserkloster in Österreich
- Klostergründung 1380
- Ehemaliges Kloster in Niederösterreich
- Säkularisiertes Kloster
- Schloss im Mostviertel
- Museum in Niederösterreich
- Veranstaltungszentrum
- Kirchengebäude in Niederösterreich
- Kirchengebäude in der Diözese St. Pölten
- Gotische Kirche
- Erbaut in den 1380er Jahren
- Umgenutztes Bauwerk in Niederösterreich
- Baugruppe (Städtebau) in Österreich
- Baugruppe (Städtebau) in Europa
- Kirchengebäude in Europa
- Schloss in Europa