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Drone Doom

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Drone / Drone Doom

Entstehungsphase: 1992/1993
Herkunftsort: Washington, USA
Stilistische Vorläufer
Minimal Music, Stoner Doom, Sludge
Pioniere
Earth, The Melvins
Genretypische Instrumente
Gitarre, E-Bass, Sampling

Drone Doom, häufig einfach Drone ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) genannt, ist ein extremes Subgenre des Doom Metal. Das Genre entstand zu Beginn der 1990er Jahre und ist durch besonders langsame Rhythmen und Akkordfolgen sowie stark verzerrte E-Gitarren gekennzeichnet.

Geschichte

Vorgeschichte und Anfang

Datei:Dylan Carlson Earth.jpg
Dylan Carlson, hier Live mit Earth 2009, übertrug Ideen der Minimal Music in den Kontext einer Rockband

Erste Ansätze des Drone Doom entstanden jenseits der popkulturell geprägten Musik mit der Minimal Music. Insbesondere das Werk von La Monte Young, Terry Riley und Tony Conrad deren Dream Music die Grundzüge des Drone Doom vorwegnahm. Laut dem Earth-Gründer und -Gitarristen Dylan Carlson war die Übertragung dieser Minimal Music in den Kontext einer Rockband eine tragende Idee, die bei Earth zum Ausdruck kommen sollte.<ref Name="B"/> Insbesondere bezieht sich Carlson auf die konzeptionellen Schriften von La Monte Young.<ref Name="W"/>

Die frühesten dem Drone Doom zugerechneten Veröffentlichungen entstanden in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre. Dabei entstammten beide Vertreter, Earth und The Melvins, der Hardcore-Punk- und Metal-Szene der US-Bundesstaates Washington, wo sie mit ihren ersten Veröffentlichungen, die im Nachhinein häufig dem Stoner Doom oder Sludge zugerechnet werden, in Erscheinung traten.

Mit den The-Melvins-Veröffentlichungen Joe Preston und Lysol die beide 1992 erschienen, sowie im besonderen Maß mit dem Earth-Album Earth 2: Special Low-Frequency Version von 1993, wurde der Stil initiiert. The Melvins experimentierten bereits 1991 mit dem Stück Boris auf dem Album Bullhead mit langsameren und längeren Songstrukturen, im Verhältnis zu ihren früheren Veröffentlichungen. Mit der EP Joe Preston und dem Album Lysol, das später in Melvins umbenannt wurde, ging die Band zu einem langsamen, repetitiven Spiel über, welches gelegentlich als Anfang des Drone-Doom-Genres besprochen wird.<ref Name="MS"/> Allerdings werden diese Veröffentlichungen von The Melvins gegenüber Earth 2: Special Low-Frequency Version eher als Produkte einer Rockband betrachtet und weniger als grundsätzlich konzeptioneller musikalischer Ansatz. In den meisten Beurteilungen des Genres gilt eher das Earth-Album als erstes vollwertiges Album des Stils.<ref Name="W"/><ref Name="S"/>

Weiterentwicklung und Popularisierung

Datei:Droneberg Berlin Monarch Apr 16 2015 101.jpg
Gruppen wie Monarch!, hier live 2015, bauten mit ihrer Musik auf den Ideen von Earth und The Melvins auf

Unter dem Einfluss von The Melvins und Earth traten seit den späten 1990er-Jahren international mehrere Musikgruppen in Erscheinung, welche den Stil adaptierten, variierten und mit weiteren Einflüssen präsentierten. Nadja aus Kanada und The Angelic Process aus den Vereinigten Staaten spielten Drone unter dem Einfluss des Shoegazing und Ambient, die britischen Moss hefteten okkultistische und durch H. P. Lovecraft inspirierte Texte an den Drone Doom.

Die neuseeländischen Black Boned Angel kombinierten das Genre mit Elementen des Dark Ambient.<ref Name="B"/> Einen ähnlichen Ansatz verfolgten Khlyst,<ref Name="Khlyst"/> TenHornedBeast,<ref Name="THB"/> Uncertainty Principle,<ref Name="UP"/> Persistence in Mourning,<ref Name="PiM"/> Auaesuve,<ref Name="Aua"/> Fall of the Grey-Winged One<ref Name="Winged"/> In the Mist<ref Name="ItM"/> Embrujo<ref Name="Embrujo"/> und House of Low Culture. An der Grenze zum Death Industrial agierte hingegen die spanische Band Strangulation.<ref name="Strangulation"/> Auch die durch Nadja und The Angelic Process vertretene Variante der Hinwendung zum Shoegazing und Ambient wird durch Gruppen wie Methadrone oder Mamiffer fortgeführt.<ref Name="MS"/> Gelegentlich wird diese Variante als Dronegaze oder Ambient Drone Doom mit einem separaten Begriff von anderen Drone-Vertretern abgegrenzt.<ref Name="MIr"/><ref Name="TAP"/>

Einem Ambient Drone Doom wurde auch das Projekt Arcane Voidsplitter des belgischen Musikers Stijn van Cauter, der sich in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre zunehmend mit Drone Doom befasste, zugerechnet.<ref Name="grizzlybutts"/> Als weitere Melange aus Ambient und Drone Doom, kombiniert mit Elementen des Funeral Dooms, präsentiere van Cauter das Projekt Gruulvoqh.<ref Name="DMTET"/> Die Projekte Low Cave Sounds und Catacombed des französischen Musikers ‚Hangsvart‘,<ref Name="Hangsvart"/> das portugiesische Projekt Bosque,<ref Name="Bosque"/> das argentinische Projekt Qhwertt,<ref Name="Qhwertt"/> das ukrainische Projekt Umnea,<ref Name="Umnea"/> das italienische Projekt Rostau,<ref Name="Rostau"/> das norwegische Projekt Hjarnidaudi<ref Name="Hjarnidaudi"/> die anonyme deutsche Band Derais,<ref Name="Derais"/> die amerikanische Band Merkstave<ref Name="Merkstave"/> und das russische Projekt Aarsland näherten sich ebenso dem Drone Doom aus dem Funeral Doom heraus an.<ref Name="Aarsland"/>

Weitere stilistische Überschneidungen sind häufig zum Stoner Doom, bei Interpreten wie Bongripper, Dark Buddha Rising oder Ufomammut, sowie zum Sludge bei Gruppen wie Khanate, Stumm, Monarch! oder Black Shape of Nexus auszumachen. Mit Interpreten wie Corrupted und Boris, zwei der bekanntesten Gruppen des Genres, existiert eine rege japanische Drone-Doom-Szene, die gelegentlich Überschneidungen und Kooperationen mit Vertretern des Japanoise, insbesondere mit Merzbow, ausweist.<ref Name="B"/>

Eine besondere Stellung für die Popularität des Drone nimmt die Gruppe Sunn O))) ein. Sie gilt gemeinhin als die bekannteste Gruppe des Genres und wird weitreichend rezipiert. Als annähernd erfolgreich werden Earth und Boris betrachtet, die übrigen Vertreter des Genres können keine derartige Bekanntheit verbuchen.<ref Name="B"/><ref Name="W"/><ref Name="MS"/><ref Name="S"/> Das Label Southern Lord des Sunn-O)))-Gitarristen Greg Anderson gilt dabei mit Veröffentlichungen von Khanate, Teeth of Lions Rule the Divine, Sunn O))), Boris und Earth als eine der bedeutsamsten Firmen im Genre.

Stilistische Merkmale

Der NME- und The-Wire-Redakteur Louis Pattison beschreibt das Genre als einen durch einfache Kerneigenschaften strukturierten Stil: „Langsamkeit, Wiederholung, Lautstärke [und] unerbittliche Schwärze“.<ref Name="B"/>

Typisch für diesen minimalen Stil seien stark dröhnend übersteuerte Gitarrenklänge und extrem langsame oder freie Rhythmen. Die Gitarren sind meist tiefer gestimmt und mit Hall- und Echo-Effekten erweitert. Der Großteil des erzeugten Klangs bewegt sich im unteren Frequenzbereich. Gesang und Schlagzeug fehlen häufig, was einen avantgardistischen Eindruck verstärkt.<ref Name="AE"/> Dem Gesamtklang wird aufgrund der Länge der Stücke, die oft über zehn Minuten reicht, der Vermengung mit Noise-Elementen und der attestierten Bewegungsarmut der Musik eine Auflösung „landläufige[r] Song-Strukturen“ unterstellt.<ref name="RS"/>

Datei:SunnO sinsal.jpg
Die Selbstinszenierung von Sunn O))) unterstützt den rituellen Charakter eines Drone-Doom-Konzertes

So gilt der stehende Ton der möglichst lang ausklingenden Gitarren, die oftmals noch durch Feedback-, Echo- oder Hall-Effekte verstärkt werden, als genre-charakteristisch. Um derartige Effekte zu verstärken, werden die Instrumente über mehrere miteinander verknüpfte Gitarrenverstärker gespielt. Ebenso werden Gitarren an Bass-Verstärker angeschlossen, um einen typisch dröhnenden Klang zu erreichen.<ref Name="AE"/> Dieser Spielweise wird insbesondere für Konzerte ein physisch spürbarer und meditativ wirkender Effekt nachgesagt, welchen insbesondere Sunn O))) durch ein rituell anmutendes Auftreten unterstützen.<ref Name="B"/>

„Das Verknüpfen mehrerer bis zum Anschlag aufgedrehter Gitarrenverstärker macht die Musik maximal physisch spürbar, Übersteuerungen, Feedback sowie Hall- und Echo-Effekte erweitern das dröhnende Klangbild. […] Somit werden Rhythmus, Riffs und Melodieläufe aufgelöst und sind nahezu non-existent. Der enorme Schalldruck kann den Hörer in eine Art Trance versetzen, ein Konzert kann sich zu einem spirituellen Ereignis, einem Ritual entwickeln.“

Arne Eber: Ästhetik des Doom<ref Name="AE"/>

Weblinks

Commons: Drone Doom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

<references responsive> <ref name="Embrujo">Jaibana Records: Embrujo: Versos Malditos. Bandcamp, abgerufen am 30. April 2024.</ref><ref Name="Merkstave">Cody Davis: Funeral Doom Friday: Looking Back On MERKSTAVE & Their Deathly Demos. Metal Injection, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> <ref name="RS">Thorsten Zahn, Petra Schurer: Emotionen in Zeitlupe. Rolling Stone, Juni 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2014; abgerufen am 18. März 2017.</ref> <ref name="AE">Arne Eber: Ästhetik des Doom. Hrsg.: ResettWorld. S. 31.</ref> <ref name="MIr">Kevin Jacob: Nadja: Thaumogenesis. Metal Ireland, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juni 2017; abgerufen am 20. März 2018.</ref> <ref name="TAP">The Angelic Process. metalstorm, abgerufen am 20. März 2018.</ref> <ref name="DMTET">Ian Morrissey: Gruulvoqh. Doom-Metal.com, abgerufen am 21. Mai 2020.</ref> <ref name="grizzlybutts">terraasymmetry: Arcane Voidsplitter: Voice of the Stars. Grizzlybutts, abgerufen am 26. April 2019.</ref> <ref name="Bosque">Bosque. Doom-Metal.com, abgerufen am 1. August 2019.</ref> <ref name="S">Dave Segal: The Unbearable Heaviness of Being. The Stranger, 18. Dezember 2013, abgerufen am 15. März 2018.</ref> <ref name="MS">Aristarchos: The History Of Doom Metal Part Three: Alternative Doom. Metalstorm, 8. März 2013, abgerufen am 15. März 2018.</ref> <ref name="B">Louis Pattison: Heavy, Heavier, Heaviest: A Beginner’s Guide To Doom-Drone. Boilerroom.tv, 17. Februar 2015, abgerufen am 15. März 2018.</ref> <ref name="W">Unedited EARTH vs WIRE. The Wire, November 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. März 2018; abgerufen am 15. März 2018.</ref> <ref name="Aarsland">Riccardo Veronese: Aarsland: Gedenkstätte. Doom-Metal.com, abgerufen am 16. Juli 2020.</ref> <ref Name="Khlyst">Matthias: Khlyst: Chaos Is My Name. Mescaline-Injection, 10. Februar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Juni 2018; abgerufen am 4. Juni 2018.</ref> <ref Name="THB">Piero Scaruffi: TenHornedBeast. scaruffi.com, abgerufen am 29. Januar 2021.</ref> <ref Name="UP">Uncertainty Principle. Doom-Metal.com, abgerufen am 26. Mai 2020.</ref> <ref Name="PiM">Jon: Persistence in Mourning: Confessions Of An American Cult. the Inarguable, abgerufen am 17. Juni 2020.</ref> <ref Name="Aua">Bastian: Auasuve: Languished Aeons in Ruins. Metal.de, abgerufen am 3. Juni 2020.</ref> <ref Name="Winged">yog sothoth: Fall of the Grey-Winged One: Aeons of Dreams. Guts of Darkness, abgerufen am 21. Mai 2020.</ref> <ref Name="Hangsvart">Mike Liassides: Interview with Abysmal Growls of Despair. Doom-Metal.com, abgerufen am 3. März 2021.</ref> <ref Name="Qhwertt">Orion Music Furias: Qhwertt. Orion Music Furias, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Dezember 2021; abgerufen am 19. März 2021.</ref> <ref Name="Derais">Ralf: DeRais: Of Angel’s Seed and Devil’s Harvest. Neckbreaker, abgerufen am 20. November 2020.</ref> <ref Name="Umnea">Riccardo Veronese: Umnea. Doom-Metal.com, abgerufen am 24. März 2021.</ref> <ref Name="Hjarnidaudi">Hjarnidaudi. Doom-Metal.com, abgerufen am 30. März 2021.</ref> <ref Name="ItM">Sykonee: In the Mist: Lost. EMCritic, abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> <ref name="Strangulation">Serge Timmers: Strangulation: Strangulation. Luminous Dash, abgerufen am 12. September 2022.</ref> <ref name="Rostau">Rostau. Doom-Metal.com, abgerufen am 14. März 2023.</ref> </references>

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