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Heinz Rein

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. Juli 2024 um 14:23 Uhr durch imported>Georg Hügler (Werke (Auswahl)).
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Heinz Rein (Pseudonym: Reinhard Andermann; * 9. März 1906 in Berlin; † 16. Januar 1991 in Baden-Baden) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben

Heinz Rein arbeitete in den 1920er-Jahren nach einer Banklehre als Bankangestellter. Später war er auch als Sportjournalist tätig. Nach 1933 wurde der politisch links engagierte Autor arbeitslos;<ref name="FR2015">Katrin Hillgruber: Im Schatten der Blockwalter, Rezension, in: Frankfurter Rundschau, 9. Mai 2015, S. 34</ref> die nationalsozialistischen Machthaber legten ihm 1934 ein Schreibverbot auf.<ref>Heinz Rein: Finale Berlin. In: SWR Bestenliste Platz 1. 22. Mai 2015, abgerufen am 24. Oktober 2021.</ref> Zeitweise befand sich Rein in Gestapohaft;<ref>Wolfgang Schneider: Empörungsreporter in der Albtraumwelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, faz.net. 7. Mai 2015, abgerufen am 24. Oktober 2021.</ref> während des Krieges musste er bei der Reichsbahn Zwangsarbeit leisten.<ref>Walter Lennig: Ein Roman gegen die Vergeßlichkeit. In: Berliner Zeitung. Jg. 2, Nr. 233, 5. Oktober 1946, S. 3.</ref>

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war er in der sowjetischen Besatzungszone in Berlin von 1945 bis 1947 als Referent für Literatur und darüber hinaus bis 1950 Mitarbeiter des „Kulturellen Beirats für das Verlagswesen“ bei der „Deutschen Verwaltung für Volksbildung“.<ref>Carsten Wurm: Kurzgeschichte und allegorische Erzählung. Der Anteil der Anthologien an der Prosaentwicklung. In: Ursula Heukenkamp (Hrsg.): Deutsche Erinnerung. Berliner Beiträge zur Prosa der Nachkriegsjahre (1945–1960). Erich Schmidt, Berlin 1999, S. 167–197, hier S. 168–169.</ref> Danach wurde er freier Schriftsteller. Neben Romanen und Erzählungen, deren Handlung vorwiegend in der Zeitgeschichte angesiedelt ist, verfasste Rein Literaturkritiken, die 1947/48 in der SED-Zeitschrift Einheit. Theoretische Monatsschrift für Sozialismus veröffentlicht wurden.<ref>Unter anderem Die große Literatur des kleinen Mannes – Der Fall Fallada im Augustheft 1948. S. auch (anon.) „Kanonade: Rein-Fall“, in: Der Spiegel, 4. Mai 1950, S. 37: „In der Monatsschrift ‚Einheit‘ und in deren marxistischem Sinne kritisierte Rein regelmäßig die neue Prosa.“</ref> 1949 gab er die Anthologie Unterm Notdach heraus, laut Vorbemerkung im Auftrag des Vorsitzenden des „Kulturellen Beirats“, Erich Weinert.<ref>Carsten Wurm: Anthologien im Aufbau-Verlag 1945-1990. In: Günter Häntzschel (Hrsg.): Buchwissenschaftliche Forschungen. Jg. 2005, Nr. 5: Literatur in der DDR im Spiegel ihrer Anthologien, 2005, S. 29–46, hier S. 31.</ref> 1950 erschien ein aus seinen Literaturkritiken hervorgegangener „Versuch eines ersten Querschnitts“ der in Deutschland nach dem Krieg erschienenen erzählenden Prosa unter dem Titel Die neue Literatur; außer eigenen Beiträgen sind darin zwei Besprechungen seines Erfolgsromans Finale Berlin von Hans Mayer (S. 315–319) und Walter A. Berendsohn (S. 319–324) enthalten. Nach einem Startschuss von Johannes R. Becher<ref>Bedauerlich und schädlich. Bemerkungen zu einer ‚Neuen Literatur‘. In: Berliner Zeitung. Nr. 83, 7. April 1950, S. 3, unter dem Titel In eigener Sache auch in Sonntag. Nr. 15, 1950.</ref> erhob sich gegen Die neue Literatur in Zeitschriften der DDR eine Kampagne,<ref>Ursula Heukenkamp: Das lautlose Deutschland. Widerstandsliteratur und ihre Rezeption. In: Ursula Heukenkamp (Hrsg.): Unterm Notdach. Nachkriegsliteratur in Berlin 1945–1949. Erich Schmidt, Berlin 1996, S. 267–316, hier 312.</ref> die dazu führte, dass der Verlag das Buch aus dem Handel nahm<ref>Neues Deutschland. Jg. 5, Nr. 95, 23. April 1950, S. 11.</ref> und Rein als Mitglied des „Kulturellen Beirats“ suspendiert wurde<ref>Der Spiegel. 4. Mai 1950, S. 37.</ref>. Danach lebte er als freier Schriftsteller in der DDR. Nach dem Bruch mit der SED in den frühen 1950er Jahren übersiedelte er nach Westdeutschland. Heinz Rein war verheiratet und lebte bis zu seinem Tod in Baden-Baden.

Mit seinen Büchern über Kriegsende und unmittelbare Nachkriegszeit in Berlin ist er ein ostdeutscher Vertreter der Trümmerliteratur. In der DDR wurden seine Bücher teilweise nur unter Schwierigkeiten und mit Verzögerung gedruckt. Nach seinem Wechsel in den Westen schrieb er vorwiegend Kurzgeschichten, aber auch Satiren und Kabaretttexte.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Der Roman Finale Berlin, der die letzten drei Wochen vor dem 8. Mai 1945 schildert, war zuerst in einem Vorabdruck vom 6. Oktober 1946 bis 16. Februar 1947 in der Berliner Zeitung erschienen. Die Buchausgabe, von den sowjetischen Kulturbehörden lizenziert und finanziert, kam noch 1947 heraus. 1951 erreichte das Buch eine Auflage von 100.000 Exemplaren<ref name="LW2015">Claus-Ulrich Bielefeld: Ein Buch wie seine Zeit, voller Risse und Schründe. Rezension, in: Literarische Welt, 18. April 2015, S. 2</ref> und zählte zu den ersten Bestsellern der deutschen Nachkriegszeit<ref>Sigrid Löffler: Die letzten Kriegstage in Berlin. Heinz Reins ursprünglich 1947 erschienener Roman "Finale Berlin" ist eine grandiose Wiederentdeckung. In: Falter 11/2015. 13. März 2015, abgerufen am 24. Oktober 2021.</ref>. Reins Ruf verflüchtigte sich jedoch, und die Resonanz der Neuausgabe von Finale Berlin blieb 1980 gering.<ref>Claus-Ulrich Bielefeld: Zu Unrecht vergessen: Heinz Reins „Finale Berlin“. In: welt.de. 22. April 2015, abgerufen am 24. Oktober 2021.</ref> In seinem Nachwort zur Neuausgabe des Werks 2015 beschreibt Fritz J. Raddatz den Roman „als auf Papier gedruckten Film“.<ref>Peter Pisa: Was in einem Schrei alles steckt. Fritz J. Raddatz und der vergessene Roman "Finale Berlin". In: Kurier. 15. April 2015, abgerufen am 24. Oktober 2021.</ref> Was den Roman für Ursula März „höchst lesenswert“ mache, sei „seine Zeugniskraft auf 800 Seiten“ und auch seine „große Thrillerkraft“. „Aus dieser Zeit, aus dieser Nähe gibt es nicht so viel“, so März, die dies „als eine solitäre Position dieses Romans“ bezeichnet.<ref>Kulturzeit (3sat) Kurzgespräch mit Ursula März über Finale Berlin.</ref> Vor allem in Bezug auf die Schilderungen der Eroberung Berlins durch sowjetische Truppen und der ersten Besatzungszeit ist die „Zeugniskraft“ und „Nähe“ der Neubearbeitungen von 1980/2015 aufgrund einiger nicht markierter Änderungen gegenüber der originalen Buchausgabe aber auch kritischer beurteilt worden.<ref>Armin Emmel: Heinz Rein: Finale Berlin. 16. Mai 2017, abgerufen am 12. Juli 2022.</ref>

Werke (Auswahl)

  • Berlin 1932. Roman, Berlin 1946
  • Finale Berlin. Roman., Dietz, Berlin 1947; vom Autor überarbeitete und verbesserte Neuauflage: Büchergilde Gutenberg, 1980; weitere Neuauflage: Schöffling, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-89561-483-5.
    • daraus: 2 Erzählungen: Februartag 1945. Klopfzeichen VVN, Berlin 1948
  • Mädchen auf der Brücke. Novelle, Berlin 1949
  • Unterm Notdach. Berliner Erzählungen, Aufbau, Berlin 1949
  • Die neue Literatur. Versuch eines ersten Querschnitts. Berlin 1950
  • In einer Winternacht – Berlin, März 1947. Acht Erzählungen, Berlin 1949 und 1952 (geschrieben 1947 und 1948); Neuauflage 1982
  • Nur ein Vogelnest, Gütersloh 1964
  • Die bittere Frucht. Erzählungen, Sankt Michael 1984
  • Signorina Rita wird ausgeliehen, Berlin 1988
  • Zwei Trümpfe in der Hinterhand, Frankfurt 1988
  • Ohne Rücksicht auf Verluste, Klagenfurt 1988
  • Die Sintflut hat sich nicht verlaufen. Roman, Frankfurt 1983 und 1988
  • Der Sommer mit Veronika, Bad Salzuflen 1988
  • Keine Corrida mehr, Neckargemünd 1989
  • Wer einmal in den Fettnapf trat. Satiren, Erftstadt 1985 und 1989
  • Ein Anti-Knigge, Klagenfurt 1991
  • Die Freundschaft mit Hamilton 1975

Herausgeberschaft

  • (Hrsg.): Unterm Notdach, Berlin 1949

Literatur

  • Rein, Heinz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 991.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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