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Kochertalbahn

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Waldenburg (Württ)–Forchtenberg
Datei:Karte Kochertalbahn.png
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):4956
Kursbuchstrecke (DB):784 (bis 1981)
Kursbuchstrecke:323c (1946)
Streckenlänge:23,52 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 38 
<templatestyles src="BS/styles.css" />
von Heilbronn
0,00 Waldenburg (Württ) 350 m ü. NN
nach Crailsheim
0,20 Am Bahnhof
0,70 Epbach
0,90 Bundesautobahn 6
1,60
1,70 Hesselbronn (1892 bis 1924) 354 m ü. NN
1,90 Bundesstraße 19
2,40
3,10 Alte Haller Straße
3,70 Anschluss Lagerhaus Kupferzell
3,70 Öhringer Straße
3,92 Kupferzell (1892 bis 1991) 337 m ü. NN
4,00 Obere Vorstadt
4,20 Kupfer
4,20 Gerberstraße
4,40 Künzelsauer Straße
4,60 Lietenbachweg
5,20 Anschluss Umspannwerk Kupferzell
5,70 Kreisstraße 2368
6,60
7,60 Hauswiesen
7,61 Haag (Württ) (1892 bis 1991) 357 m ü. NN
8,00 Herrenbach
8,40
8,80
9,60 Künsbach
9,60
11,30 Künsbach
11,40 Gaisbacher Straße
11,90 Bergstraße
12,10 Bundesstraße 19 (Stuttgarter Straße)
12,16 Künzelsau (1892 bis 1991) 223 m ü. NN
12,70 Klebweg
12,70 Kocher
12,80 Würzburger Straße
13,40 Industrieanschluss Nagelsberg
13,50 Würzburger Straße
13,62 Nagelsberg (1924 bis 1991) 220 m ü. NN
14,10 Deubach
14,70 Künzelsauer Straße
15,29 Ingelfingen (1924 bis 1991) 210 m ü. NN
15,60 Christian-Bürkert-Straße
16,00 Schulklingenbach
16,60 Kocher
17,06 Criesbach (1924 bis 1991) 204 m ü. NN
17,50 Hörnle
18,40 Hörnlesweg
18,60 Neufelser Straße
18,92 Niedernhall (1924 bis 1991) 212 m ü. NN
21,80 Forchtenberger Straße
21,64 Weißbach (Württ) (1924 bis 1991) 208 m ü. NN
21,70 Anschluss Hornschuch
23,52 Forchtenberg (1924 bis 1991) 196 m ü. NN

Quellen: <ref>Bundesbahndirektion Stuttgart. Karte im Maßstab 1:400 000. Ausgabe B. Deutsche Bundesbahn, November 1983 (blocksignal.de [abgerufen am 20. Januar 2026]).</ref><ref>Waldenburg - Künzelsau. In: Vergessene Bahnen. Reiner Schruft, August 2010, abgerufen am 20. Januar 2026.</ref><ref>Künzelsau - Forchtenberg. In: Vergessene Bahnen. Reiner Schruft, August 2010, abgerufen am 20. Januar 2026.</ref>

Die Kochertalbahn war eine normalspurige Nebenbahn im nördlichen Württemberg. Sie führte als Stichbahn von Waldenburg nach Forchtenberg und folgte zwischen Künzelsau und Forchtenberg dem Kocher. Die Strecke wurde 1892 und 1924 in zwei Teilstücken eröffnet und 1981/91 stillgelegt und anschließend zurückgebaut. Ein elektrifizierter Neubau zwischen Waldenburg und Künzelsau als Teil der Stadtbahn Heilbronn ist in Planung.

Geschichte

Datei:Forchtenberg letzter Schienenbus.jpg
Letzter Zug in Forchtenberg vor der Einstellung des Personenverkehrs

Das erste, 12,2 Kilometer lange Teilstück bis Künzelsau wurde am 1. Oktober 1892 durch die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen (K.W.St.E.) eingeweiht, am folgenden Tag dem regulären Verkehr übergeben.

Die Fertigstellung des zweiten, 11,5 km langen Teilstücks bis Forchtenberg verzögerte sich wegen der Wirtschaftslage bis zur Eröffnung unter der Deutschen Reichsbahn am 21. Juni 1924 beziehungsweise bis zur regulären Inbetriebnahme am darauf folgenden Tag.

Der beabsichtigte Lückenschluss zwischen Forchtenberg und Ohrnberg, der Endstation der Unteren Kochertalbahn, und damit die Verbindung durchs Kochertal nach Bad Friedrichshall und Heilbronn kam, vermutlich wegen des Zweiten Weltkriegs, nie zustande. Lokalen Quellen zufolge gab es auch Opposition von Ernsbacher Unternehmerseite, welche ein Abwandern der lokalen Arbeitskräfte durch Auspendeln fürchtete. Der fehlende Lückenschluss war wohl mit für das spätere Ende des Bahnbetriebs verantwortlich.

Bis in die 1970er Jahre galt die Strecke als eine der rentabelsten Nebenbahnen in Baden-Württemberg. Ende der 1970er Jahre wurde der Oberbau erneuert und Schienen und Schwellen, die teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammten, ersetzt.<ref name="fohl">Klaus Föhl: Kochertalbahn (Waldenburg-)Künzelsau-Forchtenberg. In: fohl.de. 23. Mai 2000, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref>

Stilllegung

Der Schienenpersonenverkehr wurde am 30. Mai 1981 zugunsten des Nahverkehrsmodells Hohenlohekreis, eines Pilotprojektes für Omnibusnetze im ländlichen Raum, „vorläufig“ eingestellt, mit der Zusage, bei einem Scheitern des Modells diesen wieder aufzunehmen. Die Ziele des Projekt wurden verfehlt und das Modell stark abgeändert. Ein Scheitern wurde politisch nie festgestellt und damit der Schienenpersonenverkehr nicht wieder aufgenommen.<ref name="fohl" /> Die Einstellung des Güterverkehrs folgte am 15. Mai 1991.<ref>Dieter Gräter: Die Kochertalbahn: Waldenburg–Künzelsau–Forchtenberg. Swiridoff, Künzelsau 2003, ISBN 3-89929-006-2, S. 154 ff.</ref> Die Stilllegung wurde 24. April 1995 vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt und zum 1. August 1995 vollzogen.<ref>Liste der seit 1994 stillgelegten bundeseigenen Strecken (Deutschland gesamt). (XLSX, 49 kB) Eisenbahn-Bundesamt, 1. Februar 2024, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref>

Die Strecke wurde in ihrer Gesamtlänge von Bahnbetriebszwecken freigestellt.<ref name="machbarkeit-202303" details="S. 37." /> Die Gleise wurden zurückgebaut und zwischen Waldenburg und Künzelsau<ref name="machbarkeit-202303" details="S. 37." /> Fuß- und Radwege auf oder neben der Trasse angelegt.

Pläne zur Reaktivierung

Eine Machbarkeitsstudie ergab 2002 ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von unter 1,0 für eine Schienenanbindung von Künzelsau.<ref>Regionalplan Heilbronn-Franken 2020. Regionalverband Heilbronn-Franken, Heilbronn 2006, DNB 983022917, S. 137 (rvhnf.de [PDF; 5,6 MB; abgerufen am 25. Januar 2026]).</ref> Eine Wiederinbetriebnahme des Abschnitts zwischen Waldenburg und Künzelsau als Verlängerung der Stadtbahn Heilbronn wurde erneut ab 2008 geprüft.<ref>Matthias Stolla: Zug ist noch nicht abgefahren. In: Hohenloher Zeitung. 27. November 2008, abgerufen am 18. Januar 2009.</ref> Jedoch beschloss der Hohenloher Kreistag im Jahr 2012, diese Pläne aufzugeben, weil nach Prognosen der Betrieb unwirtschaftlich wäre.<ref>Matthias Stolla: Kreistag legt Kochertalbahn auf Eis. In: Hohenloher Zeitung. 17. Juli 2012, abgerufen am 24. Januar 2013.</ref> 2011 wurde auf dem Stadtgebiet von Künzelsau eine Freihaltetrasse für eine Regionalstadtbahn bestimmt.<ref>Projektzeitschiene. Stadtverwaltung Künzelsau, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref>

2017 wurde die Bürgerinitiative Wir bauen die neue Kochertalbahn unter Leitung des Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten<ref>Thomas Zimmermann: Vision: Mit der Stadtbahn von Heilbronn nach Künzelsau. In: Stimme.de. 1. Februar 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.</ref> gegründet. In der Folge wurde eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung zwischen Waldenburg und Künzelsau beauftragt und im Mai 2020<ref>Rainer Flotho, Enrico Marks: Stadtbahnmäßige Entwicklung der Strecke Waldenburg – Künzelsau – Machbarkeitsstudie. Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, TransportTechnologie-Consult, Karlsruhe Mai 2020 (kochertal-bahn.de [PDF; 24,0 MB; abgerufen am 20. Januar 2026]).</ref> fertiggestellt.<ref name="stand-202509" details="S. 2.">Aktueller Stand Reaktivierung der Kochertalbahn. Präsentation. Stadtverwaltung Künzelsau, September 2025 (amazonaws.com [PDF; 2,8 MB; abgerufen am 19. Januar 2026]).</ref> Eine Potenzialanalyse im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg prognostizierte 2020 für eine Durchbindung von Künzelsau über Waldenburg nach Heilbronn im 60-min-Takt ein hohes Nachfragepotenzial von durchschnittlich 1010 Personenkilometer je Streckenkilometer pro Tag.<ref>Berthold Purzer, Heike Schäuble, Petra Strauß, Leon Vonnieda: Potenzialanalyse zur Reaktivierung von Schienenstrecken in Baden-Württemberg. PTV Transport Consult, Karlsruhe Oktober 2020, S. 57 (baden-wuerttemberg.de [PDF; 14,1 MB; abgerufen am 19. Januar 2026]).</ref> Im März 2023 wurde eine durch den Hohenlohekreis beauftragte erweiterte Machbarkeitsstudie<ref name="stand-202509" details="S. 2." /> zur Reaktivierung der Kochertalbahn zwischen Waldenburg und Nagelsberg vorgestellt, die zu dem Ergebnis kam, dass ein Wiederaufbau der Strecke unter Einbindung von Gaisbach technisch möglich und verkehrlich und volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Zugrundegelegt wurde eine Reaktivierung als elektrische Stadtbahn nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung und eine gleichzeitige Elektrifizierung der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn zwischen Öhringen-Cappel und Schwäbisch Hall-Hessental.<ref name="stand-202509" details="S. 3." /><ref name="machbarkeit-202303">Nicolas Kämmerling, Niklas Mattern, Rainer Flotho, Berthold Purzer: Elektrifizierung der Hohenlohebahn und Reaktivierung der Kochertalbahn. Bericht der Machbarkeitsstudie. TransportTechnologie-Consult, Karlsruhe März 2023 (kochertal-bahn.de [PDF; 6,6 MB; abgerufen am 23. April 2023]).</ref>

Der Kreistag stimmte für eine Weiterverfolgung und die Stadtverwaltung Künzelsau übernahm in Abstimmung zwischen den Bürgermeistern der Kommunen Künzelsau, Kupferzell und Waldenburg die Koordination der Planung. 2025 vergab die Stadtverwaltung Künzelsau die Vorplanungsleistungen.<ref name="stand-202509" details="S. 3." /><ref>Reaktivierung der Kochertalbahn. In: Neues aus Künzelsau – Nachrichten der Stadt Künzelsau in der Hohenloher Zeitung. 15. Januar 2026, S. 1 (kuenzelsau.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 19. Januar 2026]).</ref> 2025 wurde mit dem Abschluss der Vorplanung und Festlegung der bevorzugten Trasse bis ca. Ende 2026 Die Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Dezember 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026|12}} an. und dem Abschluss der Standardisierten Bewertung ca. Anfang 2027 Die Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Februar 2028 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2028|2}} an. gerechnet.<ref name="stand-202509" details="S. 18." />

Bahnhof Kupferzell

Datei:Wackershofen Freilandmuseum Bahnhof Kupferzell 2 20070530.jpg
Das nach Wackershofen umgesetzte Empfangsgebäude von Kupferzell

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Kupferzell entstand 1892 als erster Württembergischer Einheitsbahnhof.<ref>Albrecht Bedal: Frühe Sekundärbahn und erster Einheitsbahnhof. Zur Geschichte des Kupferzeller Bahnanschlusses. In: Der Bahnhof aus Kupferzell. Die Geschichte eines württembergischen Stationsgebäudes und der Nebenbahn Waldenburg–Künzelsau. Hohenloher Freilichtmuseum, Schwäbisch Hall 2001, ISBN 3-9806793-3-0, S. 45–60.</ref> Nach Stilllegung der Strecke wurde es von 1989 bis 1990 in das Freilandmuseum Wackershofen transloziert. Dort steht es zusammen mit dem ehemaligen Kupferzeller Lagerhaus – dem ersten genossenschaftlichen Lagerhaus Württembergs – neben einem für das Freilandmuseum eingerichteten Haltepunkt der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn. Die darin befindliche historische Dienstwohnung steht seit 2000 mit Illustrationen zur Geschichte des Gebäudes und seiner Bahnanlage dem Besucher offen.

Fahrzeugeinsatz

Die Schienenbusse wurden aufgrund von Überfüllungen der vierteiligen Garnituren im Schülerverkehr durch lokbespannte Züge ersetzt. Die Züge waren meist aus sechs B3yg-Wagen gebildet.<ref name="fohl" />

Literatur

  • Albrecht Bedal (Hrsg.): Der Bahnhof aus Kupferzell. Die Geschichte eines württembergischen Stationsgebäudes und der Nebenbahn Waldenburg–Künzelsau. Hohenloher Freilichtmuseum, Schwäbisch Hall 2001, ISBN 3-9806793-3-0.
  • Dieter Gräter: Die Kochertalbahn: Waldenburg–Künzelsau–Forchtenberg. Swiridoff, Künzelsau 2003, ISBN 3-89929-006-2.

Weblinks

Commons: Kochertalbahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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