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Karl Bartos

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Datei:Karl Bartos 2005.jpg
Karl Bartos (2005)

Karl Bartos (* 31. Mai 1952 in Marktschellenberg als Karlheinz Bartos<ref>Karl Bartos: Der Klang der Maschine. Autobiografie. 2017, ISBN 978-3-8479-0617-9.</ref>) ist ein deutscher Musiker, DJ, Musikproduzent, Songwriter und ehemaliges Bandmitglied von Kraftwerk (1975 bis 1990).<ref>Westdeutsche Zeitung: Karl Bartos rechnet ab. 8. März 2013, abgerufen am 23. Februar 2024.</ref>

Leben

Datei:Karl Bartos in Wiesbaden 2005.jpg
Karl Bartos (2005)

Karl Bartos’ Interesse für die Musik begann 1964, als der Freund seiner Schwester die Beatles-Single A Hard Day’s Night auf dem Plattenspieler der Eltern auflegte.<ref>Karl Bartos im Interview: "Kategorien wie "E-" oder "U-Musik" haben mit Musikkultur nichts zu tun." In: Planet Interview. 2. Februar 2014, abgerufen am 11. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bartos spielte zunächst in der Anthony String Group<ref name="Sueddeutsche.de">„Wenn ich die Beatles höre, kommen mir die Tränen.“ Ein Interview mit Karl Bartos in der Süddeutschen Zeitung am 10. Mai 2010</ref> und zusammen mit Bodo Staiger und Marius Müller-Westernhagen bei Sinus.<ref name="Goethe Institut">Burger Highlife Musiker Kurzvita zu Bodo Staiger auf der Homepage des Goethe-Instituts</ref> Von 1970 bis 1976 studierte er Klavier, Vibraphon und Schlagzeug an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf in Düsseldorf.<ref name="Laut.de">laut.de-Biografie Karl Bartos auf laut.de </ref> Ein Dozent stellte den Kontakt zu Ralf Hütter und Florian Schneider her, die auf der Suche nach einem Schlagzeuger für Liveauftritte von Kraftwerk waren.<ref name="Welt.de">Frank Schmiechen: Mit Kraftwerk verkehrt Karl Bartos nur via Anwalt in Die Welt am 27. April 2013</ref> Bartos wurde 1975 Bandmitglied und war ab 1978 bis zu seinem Ausscheiden 1990 Co-Komponist sämtlicher Titel, darunter Tour de France, Das Model und Der Telefonanruf. Letzterer ist der einzige Bandtitel, für den Bartos den Gesangspart beisteuerte; sowohl für die 1986 erschienene Albumversion von Electric Café als auch für die ein Jahr darauf veröffentlichten Remixe (7"- und 12"-Single).<ref name="Zeit.de">Jürgen Ziemer: Karl Bartos: Die Hit-Maschine in Die Zeit am 24. März 2013</ref> Karl Bartos erfand den Nummern-Beat, welcher unter anderem in Afrika Bambaataas für die Hip-Hop und Rapmusik wegweisenden Hit Planet Rock (1982) verwendet wurde und die Entwicklung der elektronischen Popmusik entscheidend mitprägte.<ref>Gary Ryan: Karl Bartos: "My last gigs with Kraftwerk? It was a terrible tour". In: NME. 8. Juli 2022, abgerufen am 11. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Beata Freudenthaler: The Meaning Behind The Song: Numbers by Kraftwerk. In: Old Time Music. 30. Mai 2024, abgerufen am 11. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>The 50 Greatest Hip-Hop Songs of All Time – Rolling Stone. In: Rolling Stone. 24. April 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. April 2019; abgerufen am 11. Juni 2024.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rollingstone.com</ref>

Während der Arbeiten an The Mix verließ Bartos 1990 die Band.<ref>Kraftwerk ‘Numbers’ beat was Cliff Richard steal, reveals Karl Bartos. In: Juno Daily. 19. Juli 2022, abgerufen am 11. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Obwohl Bartos an der Programmierung des Albums beteiligt war, wurde sein Mitwirken in den Album-Credits nicht erwähnt.<ref>Jonathan Miller: KARL BARTOS: Elektric Music & Kraftwerk. In: Sound on Sound. März 1998, abgerufen am 11. Juni 2024.</ref>

Anschließend begann Bartos unter dem Projektnamen Elektric Music die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Rheingold-Musiker Lothar Manteuffel. 1993 erschien das einzige Album Esperanto. Die Zusammenarbeit endete im darauf folgenden Jahr.<ref name="Allmusic.com">biography Karl Bartos bei Allmusic (englisch)</ref>

Ab 1994 arbeitete er mit Bernard Sumner und Johnny Marr am zweiten Album des Projektes Electronic Raise the Pressure zusammen. Weiterhin war Bartos als Produzent, Songwriter oder Remixer für verschiedene internationale Künstler wie OMD, Anthony Rother, Flatz oder Deine Lakaien tätig.<ref name="Web.de">Constantin Aravanlis: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Karl Bartos – Off The Record (Memento vom 21. März 2013 im Internet Archive) auf web.de am 16. März 2013</ref> Deutlich von der Zusammenarbeit mit Electronic geprägt erschien 1998 ein Soloalbum unter dem neuen Namen Electric Music. Sowohl die Namensänderung als auch der Musikstil grenzten sich deutlich vom Stil des Vorgängerprojektes ab. Anders als auf Esperanto, einem deutlich von Kraftwerk beeinflussten Album, war diese Veröffentlichung von seiner Arbeit mit Sumner und Marr geprägt. Es handelt sich um Gitarrenpop mit Anklängen an die Beatles. Album und Singles waren wenig erfolgreich.

Erst 2003 erschien mit Communication erstmals ein Album unter seinem eigenen Namen. In den folgenden Jahren ging Bartos auf Tournee und nahm an Festivals teil.

Von 2004 bis 2009 lehrte Bartos im Rahmen einer Gastprofessur an der Universität der Künste in Berlin Auditive Mediengestaltung am Studiengang Sound Studies.<ref name="Zeit.de" /><ref>Berlin Career College: Berlin Career College: Archiv Medienecho. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Juni 2024; abgerufen am 6. Januar 2025.</ref> 2004 nahm er außer Konkurrenz mit dem Musikvideo I’m the Message an den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen teil, bei denen er auch in der Jury saß.<ref name="Kurzfilmtage.de">Auflistung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Preisträger und Jury-Mitglieder 2004 (en) (Memento vom 9. August 2018 im Internet Archive) der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen</ref>

2013 erschien sein Album Off The Record, mit dem er auch auf Tournee unter anderem in Berlin und Kopenhagen geht. Es stieg auf Platz 44 in die deutschen Album-Charts ein<ref name="charts" /> und wurde in den vorwiegend positiven Kritiken<ref>Christoph Dallach: Ex-Kraftwerk-Mitglied Bartos: Ein Roboter mit Gesicht. Spiegel Online, 29. März 2013, abgerufen am 7. Januar 2014.</ref> als „die beste Kraftwerk-Platte seit 30 Jahren“ bezeichnet.<ref>Ulf Kubanke: Der Ex-Roboter macht die beste Kraftwerk-Platte seit 30 Jahren. Laut.de, 15. März 2013, abgerufen am 7. Januar 2014.</ref>

„Während Hütter mit seinen zu Recht gefeierten Auftritten in Museen wie der Tate Gallery das Erbe der Band verwaltet, schlägt Bartos den Bogen in die Neuzeit. Und ist dabei in manchen Momenten den großen, den bahnbrechenden Alben der Diskographie näher, als er selbst vielleicht wahrhaben möchte.<ref>Markus Bellmann: Zweiter von links. Plattentest.de, 29. März 2013, abgerufen am 7. Januar 2014.</ref>“

Am 25. August 2017 erschien im Eichborn-Verlag die Autobiografie von Karl Bartos mit dem Titel Der Klang der Maschine.

2021 wurde er als Teil des klassischen Line-Up von Kraftwerk in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.<ref>Klangpioniere Kraftwerk kommen in Hall of Fame., Meldung vom 13. Mai 2021 in Der Spiegel, online unter spiegel.de</ref>

Für eine am 17. Februar 2024 in Frankfurt/Main beginnende Tournee schuf er zusammen mit dem Tondesigner Mathias Black eine live zu spielende elektroakustische Neuvertonung von Das Cabinet des Dr. Caligari auf der Basis der von der Murnau-Stiftung restaurierten Fassung.<ref>Andrian Kreye, in: Süddeutsche Zeitung vom 18./19.11.2023, S. 18.</ref>

Diskografie

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Mit Kraftwerk

Als Elektric Music

  • 1992: Crosstalk (Single)
  • 1993: Esperanto (Album)
  • 1993: TV / Lifestyle (Single)

Als Electric Music

  • 1998: Electric Music (Album)
  • 1998: Sunshine / Call On Me (Single)
  • 1999: The Young Urban Professional (Single)

Solo

  • 2000: 15 Minutes of Fame (Single)
  • 2003: Communication (Album)
  • 2003: I’m The Message (Single)
  • 2005: Camera Obscura (Single)
  • 2013: Atomium (Single)
  • 2013: Off The Record (Album)
  • 2016: Life (Single)
  • 2024: The Cabinet Of Dr. Caligari (Album)

Auszeichnungen

  • 2004: HOW’s International Design Award<ref name="WR">weissraum, siehe Gallery > Artist Branding > Karl Bartos </ref>
  • 2004: iF Communication Design Award, „iF silver award“ in der Kategorie „digital media.animation“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />iF communication design award 2004 (Memento vom 15. Juni 2015 im Internet Archive), online unter prev-ifdesign09.ifdesign.de. Abgerufen am 4. April 2024.</ref>
  • Red Dot Design Award, Kategorie „Communication Design“<ref name="WR" />
  • 2014: Grammy Award in der Kategorie „Lifetime Achievement Award“ (Lebenswerk) als Teil der Band Kraftwerk<ref>news 2014-01-10, online unter karlbartos.com</ref>
  • 2014: The Man with the Golden Ear award<ref>news 2014-11-12 + 2014-08-06, online unter karlbartos.com</ref>
  • 2021: Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame als Teil des klassischen Line-Up der Band Kraftwerk

Literatur

  • Karl Bartos: Der Klang der Maschine. Autobiografie. Eichborn, Köln 2017, ISBN 978-3-8479-0617-9.
  • David Buckley: Kraftwerk : die unautorisierte Biografie. In Zusammenarbeit mit Nigel Forrest. Aus dem Engl. von Henning Dedekind und Heike Schlatterer. Vorwort Karl Bartos. Metrolit, Berlin 2013, ISBN 978-3-8493-0305-1. (Englische Originalausgabe: Kraftwerk. Publikation. Omnibus Press, London 2012, ISBN 978-1-84772-931-6)
  • Rüdiger Esch: "Electri_City. Elektronische Musik aus Düsseldorf", Suhrkamp Berlin 2014, ISBN 978-3-518-46464-9

Weblinks

Commons: Karl Bartos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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