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Tag des Herrn

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Der Tag des Herrn ist eine Redewendung, die im hebräischen Denken, im Alten und im Neuen Testament, in der Kirchengeschichte und in der deutschen Poetik jeweils eine besonders qualifizierte Zeitspanne beschreibt. Im Christentum bedeutet er einerseits den Sonntag (dies dominica), andererseits (ebenso wie im Judentum) den Zeitpunkt einiger in der biblischen Prophetie angesprochenen Ereignisse göttlichen Eingreifens.

Hebräische Bibel und Judentum

„Tag des Herrn“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichnet im Alten Testament eine von den Propheten angekündigte Zeit des Eintreffens damit verbundener, vorhergesagter Ereignisse göttlichen Gerichtes, das sowohl Vernichtung und Verwüstung als auch Gerechtigkeit für den Gottesfürchtigen mit sich bringt (zum Beispiel Vorlage:Bibel/Link; 13,6.9 EU; Vorlage:Bibel/Link).

Er wird deshalb auch als

bezeichnet.

Dieser Tag wird auch synonym als

beschrieben.

An vielen Stellen des Alten Testamentes wird er lediglich

  • „jener Tag“ und „an jenem Tag“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), zum Beispiel Vorlage:Bibel/Link) oder auch
  • „der Tag“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), zum Beispiel Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link)

genannt, wobei die Formel im Zusammenhang mit einem klaren „Tag JHWHs“-Beleg stehen muss, um mit herangezogen zuwerden.<ref>Martin Beck: Tag Jahwes (AT). In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart Februar 2008Vorlage:Abrufdatum</ref>

Manche sehen in der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar II. (um 587 v. Chr.) eine Erfüllung der für diesen Tag vorausgesagten Ereignisse, doch die nach dieser Eroberung verfassten, späteren Schriften des Alten Testamentes beschreiben den Tag des Herrn als eine seinerzeit noch nicht erfüllte, zukünftige Zeit (zum Beispiel Vorlage:Bibel/Link; 14,1.9 EU; Vorlage:Bibel/Link; 3,23 EU).

Die in Hesekiel 34,12–13 EU erwähnte weltweite Sammlung und Rückführung der am „Tag des Gewölks“ (= Tag des Herrn, siehe Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link) zerstreuten Israeliten in ihr Land weist ebenfalls auf ein seinerzeit noch nicht eingetretenes Ereignis dieses unvergleichlich großen Tages (Vorlage:Bibel/Link) der alttestamentlichen Prophetie.

Das Alte Testament endet daher mit einer Prophetie über den noch nicht gekommenen großen und furchtbaren Tag des Herrn (Vorlage:Bibel/Link).

Neues Testament

Im Neuen Testament bezeichnet Tag des Herrn ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ebenfalls eine besonders qualifizierte Zeitspanne mit besonderen Ereignissen der biblischen Prophetie (Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link). Auch die Verfasser des Neuen Testamentes gingen davon aus, dass der Tag des Herrn seinerzeit noch zu erwarten war.

Auch hier wird er bisweilen nur

genannt.

Andere Namen, die weitere Aspekte des Wesens dieses Tages zeigen, sind:

Jesus und die Evangelien

Johannes lässt Jesus den Tag auch als „meinen“ Tag (Vorlage:Bibel/Link) bezeichnen, was den Tag des Herrn als ein freudiges Ereignis qualifiziert. Im Lukas-Evangelium ist es der „Tag des Menschensohnes“ (Vorlage:Bibel/Link), der auch dort als „sein Tag“ (Vorlage:Bibel/Link) bezeichnet wird; er soll von apokalyptischen Licht- und Theophaniephänomenen begleitet sein.

Paulus

Paulus bezeichnet den Tag des Herrn (Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link) auch als

Johannes

Auch der Apostel Johannes hebt die Tatsache hervor, dass dieser Tag dem Herrn (Jesus Christus) gehört (Vorlage:Bibel/Link).

Petrus

Im Rahmen von Petrus’ Pfingstpredigt wird in Vorlage:Bibel/Link der alttestamentliche Prophet Joel zitiert; dabei wird Joels Aussage dahingehend verändert, dass über den Tag des Herrn gesagt wird, er sein „groß und herrlich“, während im Joelbuch von „groß und furchtbar“ gesprochen wurde. Das zeigt, dass dieser Tag sowohl dunkle (furchtbare) als auch helle (herrliche) Phasen hat.

Offenbarung

In der Offenbarung des Johannes (Vorlage:Bibel/Link) wird der Ausdruck vom Verfasser im Rahmen seiner einleitenden Orts- und Zeitangabe der Visionen erstmals auf den Sonntag als wiederkehrenden Wochentag bezogen.

Frühe Kirche

In frühkirchlicher Zeit bezeichnete „Tag des Herrn“ (griechisch: kyriake hemera) bzw. „Herrentag“ neben der in der Bibel überwiegenden Bedeutung mehr und mehr den Sonntag als Auferstehungstag Christi.<ref>Z. B. IgnMagn 9,1; Did 14,1; Barn 15,9; Justin Apol. I,67,3 ff.</ref> Das Wort lebt in allen romanischen Sprachen fort ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), spanisch und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) von lat. „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) von ebenfalls {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).

In der deutschen Poesie

Tag des Herrn lautet der Anfang eines sprichwörtlich gewordenen Gedichtes des deutschen Dichters Ludwig Uhland, das Schäferidylle und Ruhe repräsentiert. Es ist überschrieben mit dem Titel Schäfers Sonntagslied. Dessen berühmt gewordene erste Zeile lautet: <poem style="margin-left:2em;"> Das ist der Tag des Herrn! Ich bin allein auf weiter Flur; Noch eine Morgenglocke nur Nun Stille nah und fern. (…) </poem> Ebenso endet dieses Gedicht.

Literatur

  • Rudolf Weiler (Hrsg.): Der Tag des Herrn. Zur Kulturgeschichte des Sonntags. Böhlau, Wien 1998, ISBN 3-205-98825-6.
  • Artikel Tag des Herrn. In: Werner Scholze-Stubenrecht u. a.: Duden, Zitate und Aussprüche: Herkunft und aktueller Gebrauch (= Duden. Band 12). Dudenverlag, Mannheim u. a. 1993, ISBN 3-411-04121-8, S. 419.

Weblinks

Wiktionary: Tag des Herrn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />