Zum Inhalt springen

Jewish Defense League

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. Februar 2026 um 00:35 Uhr durch imported>ⵓ (•10 externe Links geändert• 🌐︎).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Flag of Kach and Kahane Chai.svg
Logo der Jewish Defense League und von Kach und Kahane Chai

Die Jewish Defense League (JDL; auf Deutsch Jüdische Verteidigungsliga) ist eine kahanistische Organisation, deren erklärtes Ziel es ist, Juden in der Diaspora mit allen Mitteln, die von ihr als dafür notwendig betrachtet werden, vor Antisemitismus zu beschützen.

Terrorismus-Vorwürfe

Der verurteilte Terrorist<ref>KAHANE GETS YEAR IN 74 CONVICTION (Published 1975). 22. Februar 1975 (nytimes.com [abgerufen am 9. August 2025]).</ref><ref>Meir Kahane. Abgerufen am 9. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Kahane Gets 5‐Year Suspended Sentence in Bomb Plot (Published 1971). 24. Juli 1971 (nytimes.com [abgerufen am 9. August 2025]).</ref> Meir Kahane gründete die Jüdische Verteidigungsliga in den 1960er Jahren in Brooklyn mit dem erklärten Ziel, chassidische Juden vor Übergriffen und Antisemitismus zu „schützen“. Seit der Gründung der Organisation waren Mitglieder der JDL jedoch immer wieder in zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf Afroamerikaner, Neonazis, Repräsentanten der ehemaligen Sowjetunion und Muslime verwickelt. Insbesondere in den 1970er, 80er und 90er Jahren verübten Mitglieder der Jüdischen Verteidigungsliga in den USA eine Vielzahl an terroristischen Anschlägen.<ref name="hintergrund2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Anti-Defamation League über die JDL (Memento vom 14. April 2010 im Internet Archive)</ref>

Das von dem JDL-Mitglied Baruch Goldstein 1994 in Hebron verübte Massaker in der Grotte des Patriarchen wird von der JDL als „Präventivschlagverherrlicht. Laut der JDL habe der Täter mit der Ermordung von 29 betenden Menschen in einer Moschee Palästinenser abschrecken wollen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 3. November 2011 im Internet Archive)</ref> Eine Darstellung, die von Peter Lintl von der Stiftung Wissenschaft und Politik zurückgewiesen wird. Vielmehr habe Goldstein aus religiösem Fanatismus gehandelt und habe das im September 1993 geschlossene Oslo-Abkommen zu verhindern versucht.<ref>deutschlandfunk.de: Vor 25 Jahren begangen - Das Massaker von Hebron. 25. Februar 2019, abgerufen am 13. Juni 2025.</ref> In Hebron finden sich bis heute Graffiti der JDL, mit denen „Araber in die Gaskammern!“ gefordert wird.<ref name="Gas2">[1] JDL: "Arabs to the gas chambers"</ref>

Neben der JDL existierten als politischer Arm die israelischen Kach und Kahane Chai (Kahane lebt) Parteien, welche von der israelischen Regierung nach dem Massaker von Hebron für illegal erklärt wurden. Auch die Partei Otzma Jehudid (Jüdische Stärke) wird dem Kahanismus zugerechnet und als von Experten wie der israelischen Soziologin, Eva Illouz, als faschistische Partei bezeichnet.<ref>Eva Illouz, sociologue : « La troisième force politique en Israël représente ce que l’on est bien obligé d’appeler, à contrecœur, un “fascisme juif” ». 15. November 2022 (lemonde.fr [abgerufen am 11. Juni 2025]).</ref>

Die JDL rechtfertigt und verharmlost auf einer offiziellen Website Terrorismus und Gewalt als vermeintlich religiös legitimierte Form von „Selbstverteidigung“.<ref>JDL.org: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Anti-Terrorism and Anti-Racism“ (Memento vom 10. Oktober 2011 im Internet Archive), Mai 2009, abgerufen am 16. Juni 2009</ref> Auch der amerikanische Nachrichtendienst FBI bezeichnete die Organisation in seinem Terrorismus-Report 2000/2001 als „gewalttätige, extremistische jüdische Organisation“ und brachte die JDL-Führung mit zwei vereitelten Terroranschlägen in Verbindung. So hatten Mitglieder der JDL Anschläge auf die King Fahd Moschee in Culver City und auf das Büro des arabischstämmigen Kongressabgeordneten Darrell Issa vorbereitet.<ref>Publications — FBI. Abgerufen am 11. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> FBI-Statistiken zeigen, dass es im Zeitraum von 1980 bis 1985 18 von Juden begangene Terroranschläge in den USA gegeben hat und 15 davon von JDL-Mitgliedern verübt worden waren.<ref>Michael K. Bohn: The Achille Lauro Hijacking: Lessons in the Politics and Prejudice of Terrorism. Hrsg.: Brassey's Inc. 2004, ISBN 1-57488-779-3, S. 67.</ref>

Die JDL wird von der antirassistischen Organisation Southern Poverty Law Center überwacht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SPLCenter.org: Anti-Arab Terrorism (Memento vom 7. Januar 2004 im Internet Archive)</ref>

Jüdische Verteidigungsliga in Deutschland

Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden

Auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Die Linke) stellte Staatssekretärin Emily Haber am 23. Dezember 2015 die Einschätzung des Bundesinnenministeriums zur Jüdischen Verteidigungsliga dar:<ref>DIP. Abgerufen am 30. Juni 2025.</ref>

Demzufolge sei der Kahanismus eine terrorbefürwortende Ideologie. Die Jüdische Verteidigungsliga sehe terroristische Taten, Enteignung und Mord als gerechtfertigt an. Es wird vermutet, dass die Jüdische Verteidigungsliga, die auch unter dem Namen „JDL Germany“ auftrete im Jahr 2009 gegründet worden sei. Das Innenministerium habe Kenntnis über eine Website und zwei Facebook-Accounts, die der JDL zugeordnet werden. Die JDL Germany bekenne sich offen zu den terroristischen Lehren von Meir Kahane und verehre den Hebron-Attentäter Baruch Goldstein als Helden.<ref>DIP. Abgerufen am 30. Juni 2025.</ref>

Kernelemente der Ideologie der Jüdischen Verteidigungsliga sind:<ref>DIP. Abgerufen am 30. Juni 2025.</ref>

  1. Auserwähltheit des jüdischen Volkes
  2. Ziel der Errichtung eines Großisraels
  3. Demokratie wird als „nichtjüdisch“ abgelehnt
  4. Demokratische Regierungen werden akzeptiert, wenn politische Entscheidungen orthodoxen Auslegungen der Thora folgten.
  5. Rechtfertigung der Anwendung von Gewalt zum Erreichen politischer Ziele

Die JDL Germany zeichne sich darüber hinaus durch „Herabwürdigung von Palästinensern, Terroristen (gemeint sind Araber), Scheinjuden, Jüdischen Verrätern“ und „Nationalsozialisten“ aus. Die Organisation sei offen gewaltbefürwortend und bekenne sich zu strafbaren Handlungen wie Sachbeschädigung und Diebstahl von Wahlplakaten.<ref>DIP. Abgerufen am 30. Juni 2025.</ref>

Mit Verabschiedung des Gemeinsamen Standpunktes 2009/468/GASP des EU-Rates vom 15. Juni 2009 gilt die kahanistische Kach-Partei europaweit als terroristische Organisation, nicht jedoch die Jüdische Verteidigungsliga.<ref>Gemeinsamer Standpunkt 2009/468/GASP des Rates vom 15. Juni 2009 zur Aktualisierung des Gemeinsamen Standpunkts 2001/931/GASP über die Anwendung besonderer Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus und zur Aufhebung des Gemeinsamen Standpunkts 2009/67/GASP. Band 151, 15. Juni 2009 (europa.eu [abgerufen am 30. Juni 2025]).</ref> Im Jahr 2015 war die Jüdische Verteidigungsliga in Deutschland nicht als Terrororganisation eingestuft.<ref>DIP. Abgerufen am 30. Juni 2025.</ref>

Mediale Rezeption der JDL Germany

Im Dezember 1992 berichtete Die Tageszeitung, dass ein Mitglied der Jüdischen Verteidigungsliga in einem Interview mit Spiegel TV angekündigt habe, dass die JDL ein dreiköpfiges Sonderkommando zur Ermordung von „fünf bis sechs führenden Neonazis“ nach Deutschland entsenden wollte.<ref>Drohung gegen Nazis. In: Die Tageszeitung: taz. 21. Dezember 1992, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 30. Juni 2025]).</ref>

Im Dezember 2011 erklärte Steven Weigang, Gründer der JDL Germany, in einem Interview mit Al Jazeera, dass die Jüdische Verteidigungsliga gebraucht würde, um einen „zweiten Holocaust“ zu verhindern. Mit europäischen Rechtsextremen verbinde die Jüdische Verteidigungsliga der gemeinsame Kampf gegen eine befürchtete „Islamisierung“ Europas.<ref>Nour Samaha: EDL, Islamisation, Jewish Defence League. Abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Januar 2016 wurde in einem Artikel der Jüdischen Allgemeinen die Waffenaffinität der Bewegung hervorgehoben.<ref>Martin Krauss: Für Waffen und gegen Araber. 4. Januar 2016, abgerufen am 30. Juni 2025.</ref>

Geschichte

JDL-Vorsitzende

Datei:Gas the Arabs painted in Hebron.jpg
Vergast die Araber“-Graffiti in Hebron.<ref>Baltzer, Anna. Witness in Palestine: A Jewish American Woman in the Occupied Territories. page 279</ref><ref>http://www.salem-news.com/articles/january152011/gassing-arabs-tg.php</ref> Ständige Graffiti in Hebron, die die Ausweisung oder Ermordung der Araber fordern, wurden als Erbe von Meir Kahane beschrieben.<ref>Jewish terrorism in Israel. By Ami Pedahzur, Arie Perliger. 2009, page 73</ref><ref>Encyclopedia of American religion and politics. Paul A. Djupe, Laura R. Olson. 2003, page 239</ref>
  • 1968–1971 Rabbiner Meir Kahane.
  • 1971–1973 David Fisch, ein religiöser Student der Columbia University, welcher später Artikel für jüdische Zeitungen schrieb und das Buch Jews for Nothing veröffentlichte.
  • 1973–1974 Kein Vorsitzender. Diese Zeit war von Machtkämpfen und Chaos innerhalb der JDL geprägt, bis Rabbiner Kahane im August 1974 zurückkehrte und für Ordnung sorgte.
  • 1974–1976 Russell Kellner, ursprünglich aus Philadelphia, zog für den Posten des Vorsitzenden nach New York.
  • 1976–1978 Bonnie Pechter.
  • September bis Dezember 1978: Victor Vancier, auch bekannt unter seinem hebräischen Namen Chaim Ben Pesach. Trat zurück, als er wegen Bombenanschlägen gegen ägyptische Ziele in den USA ins Gefängnis musste. Die Anschläge sollten den Rückzug der Israelischen Armee aus dem Sinai verhindern. Bereits 1983 wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.
  • 1979–1981 Brett Becker, ursprünglich aus Florida, zog für den Posten des Vorsitzenden nach New York.
  • 1981–1983 Meir Jolowitz, ursprünglich aus Arizona, zog für den Posten des Vorsitzenden nach New York.
  • 1983–1984 Fern Sidman.
  • 1984–1987 Victor Vancier. Ab 1985 erklärte sich Irv Rubin selbst zum Vorsitzenden, wurde aber außerhalb von Los Angeles nicht als solcher akzeptiert.
  • 1990–2002 Irv Rubin: Übernahm bis zu seinem Tod die volle Kontrolle, nachdem Victor Vancier erneut ins Gefängnis musste und Rabbiner Kahane 1990 bei einem Anschlag in New York ums Leben kam.

Danach übernahm Bill Maniaci den Vorsitz. Als dieser zurücktrat, wurde Matt Finberg Vorsitzender, danach nahm Ian Sigel diese Position ein.

Wichtige Ereignisse

Im Jahr 1978 musste der damalige JDL-Vorsitzende Victor Vancier ins Gefängnis, als er den Rückzug der israelischen Armee aus dem Sinai durch Bombenanschläge auf ägyptische Ziele in den USA verhindern wollte. Er wurde 1983 aus dem Gefängnis entlassen und übernahm 1984 erneut den Vorsitz der JDL.

Am 31. Dezember 1975 besetzten 15 JDL-Mitglieder das Büro des dauerhaften Beisitzers der Vatikanstadt innerhalb der UNO, John Cheli, nachdem sie diesen daraus verdrängt hatten, um für die päpstliche Anerkennung israelischer Zwecke zu protestieren. Nach einer Stunde zogen sie sich jedoch wieder zurück, da Cheli die Polizei eingeschaltet hatte und die JDL mit ihm abgesprochen hatte, dass er Papst Paul VI. einen von ihr verfassten Bericht übergibt. Der Bericht enthielt unter anderem Kritik daran, dass der Papst zuvor die Israelis nach der Anerkennung von Palästinenser-Rechten gefragt hatte.<ref>Report by Daniel Patrick Moynihan about the incident</ref>

Am 16. März 1978 bot Irv Rubin, angesichts eines Aufmarsches der American Nazi Party in Skokie, jedem, der ein Mitglied der ANP „tötet, verstümmelt oder schwer verletzt“, ein Kopfgeld von 500 $ an. Rubin wurde dafür wegen Aufruf zum Mord beschuldigt, 1981 jedoch freigesprochen.<ref>"JDL's new leader was born in Montreal" Montreal Gazette, August 20, 1985, D10.</ref>

Am 11. Oktober 1985 wurde der arabischstämmige Anti-Diskriminierungs-Aktivist Alex Odeh durch einen Bombenanschlag in Santa Ana, Kalifornien, getötet. Er war Bezirksvorstand des „American-Arab Anti-Discrimination Committee (ADC)“. Irv Rubin sagte dazu, dass er kein Mitgefühl für Odeh habe.<ref name="bohn">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Nach Rubins Auffassung habe Odeh „bekommen, was er verdient hat“.<ref name=bohn/> Das FBI vermutete die JDL hinter der Tat, konnte aber keine ausreichenden Beweise finden.<ref>Harvey W. Kushner(2002): Encyclopedia of Terrorism. Sage Publications Inc., 2002, ISBN 0-7619-2408-6, S. 192–193</ref>

1987 wurde Victor Vancier wegen sechs Bombenangriffen auf sowjetische Ziele in den USA erneut verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach fünfeinhalb Jahren auf Bewährung entlassen. Die Anschläge sollten die Sowjetunion dazu bewegen, eine Emigration der sowjetischen Juden zu ermöglichen. Aufgrund eines dadurch erlittenen Image-Schadens begann die JDL sich von Vancier zu distanzieren. Nach seiner Entlassung gründete er daher die Jewish Task Force (JTF).<ref>[2]</ref><ref name="spiegel">[3] Yassin Musharbash. Demagogie im Netz: Allianz der Islamophoben</ref>

1995 gab es einen Brandanschlag auf den Wohnsitz des Holocaustleugners Ernst Zündel in Toronto, der einen Schaden von 400.000 Dollar verursachte.<ref name=shermer>Shermer, Michael. Why People Believe Weird Things. 1997, page 185</ref> Eine Gruppe namens „Jewish Armed Resistance Movement“ bekannte sich zu diesem Angriff.<ref name=shermer/> Laut der kanadischen Zeitung Toronto Sun hatte die Gruppe Kontakte zur JDL und zu Kahane Chai.<ref name=shermer/> Meir Weinstein, der Führer der JDL in Toronto, bestritt eine Verwicklung in den Anschlag, wurde jedoch, zusammen mit dem amerikanischen JDL-Führer Irv Rubin, fünf Tage später selbst bei dem Versuch erwischt, bei Zündel einzubrechen und daher von der Polizei festgenommen.<ref name=shermer/>

Im Jahr 2001 konnten Bombenattentate auf das Büro des arabischstämmigen Kongress-Mitglieds Darrell Issa und die King Fahd Moschee in Culver City, Kalifornien verhindert werden. Als Tatverdächtige wurden der JDL-Vorsitzende Irv Rubin und Earl Krugel angeklagt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: CNN, 13. Dezember 2001. Abgerufen am 2. Mai 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Linda Deutsch, "U.S. Jewish militants charged in bomb plot: Los Angeles mosque, congressman's office were intended targets", Ottawa Citizen, December 13, 2001</ref> Beide wurden im Rahmen einer verdeckten Operation verhaftet, in der ein FBI-Informant Sprengstoff bei Krugels Zuhause in Los Angeles geliefert hatte.<ref>JDL Head Arrested, JewishJournal.com, December 14, 2001.</ref> Rubin behauptete unschuldig zu sein. Im November 2002 beging er vor einem Gerichtstermin, laut offizieller Darstellung, Selbstmord, indem er sich die Kehle aufschnitt und aus einem Fenster im zweiten Stockwerk sprang. Einige Tage später, am 13. November, erlag er seinen Verletzungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Terror Suspect Irv Rubin Dies (Memento vom 1. Dezember 2002 im Internet Archive), November 15, 2002.</ref> Rubins Familie bezweifelt, dass er sich selbst das Leben nahm.<ref>Militant US Jew's 'suicide bid' challenged, November 7, 2002; Tom Tugend, November 8, 2002.</ref><ref name="family">Family of JDL Leader Rubin Sues Gov't, Associated Press, January 24, 2003.</ref> Der andere Angeklagte, Earl Krugel, wurde im Jahr 2005 zu 20 Jahren Haft verurteilt und noch im selben Jahr, am 4. November, im Gefängnis ermordet.<ref name=BBC>Jewish extremist killed in jail, BBC News, November 6, 2005.</ref>

Im Oktober 2004 spaltete sich die JDL in zwei konkurrierende Gruppen auf, welche beide unter dem gleichen Namen agierten.

Im April 2005 wurde die ursprüngliche Internet-Domain<ref>jdl.org</ref> von ihrem Betreiber Network Solutions aufgrund von angeblichen Rechtsverstößen aufgekündigt; kurze Zeit später ging die neue Domain<ref>jewishdefenseleague.org</ref> online.

2006 wurde die Gruppe B’nai Elim gegründet, welche von den meisten früheren Anhängern der JDL unter Irv Rubin unterstützt wird.

Die in Frankreich ansässige JDL, die Ligue de Défense Juive (LDJ), ist der ursprünglichen JDL unter Rabbi Meir Kahane ähnlich. Ihre selbsterklärte Aufgabe besteht darin, die französische jüdische Gemeinschaft vor den, vor allem in Paris stattfindenden Angriffen von antisemitischen Gruppen, wie zum Beispiel Tribu Ka zu schützen. Die LDJ ist ihrer Methode nach eher offensiv als defensiv und wird von einem Teil der französischen Juden unterstützt. In den letzten Jahren erschienen viele positive Artikel in israelischen und britischen Medien, welche die LDJ zum Thema hatten. Allerdings wurde 2010 in Frankreich eine Gruppe junger Juden am Mord von Said Bourarach verdächtigt. Ihnen wurde vorgeworfen, den Moslem Bourarach aus rassistischer Motivation ermordet zu haben. Mindestens zwei der Verdächtigen hatten anscheinend Kontakte zur Ligue de Défense Juive.<ref name="ynet">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 'French Jews killed Muslim out of racist motives'.] Ynetnews, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Mai 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Im Januar 2011 veranstaltete die kanadische JDL eine Kundgebung zur Unterstützung der islamfeindlichen English Defence League (EDL).<ref name=farbsun>"Troubling marriage for T.O. Jews", Toronto Sun, January 12, 2011</ref>

Im April 2011 führte die kanadische JDL einen Protest gegen die Gay Pride Toronto durch. Grund dafür war der Umstand, dass auch die Queers Against Israeli Apartheid („Queers gegen die israelische Apartheid“) an der Veranstaltung teilgenommen hatten. Die JDL forderte die anderen homosexuellen Teilnehmer auf, diese Gruppierung zu verurteilen, und kündigte an, so lange gegen die Veranstaltung zu protestieren, bis dies geschehen sei. Weil dies jedoch nicht erfolgte, kam es während des Protests zu zahlreichen schwulenfeindlichen Äußerungen der JDL gegen die Pride-Teilnehmer.<ref name="xtra"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jewish Defense League holds protest at Pride Toronto (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> 2012 platzierten zwei Mitglieder der JDL in Paris eine Bombe im Auto des französischen Journalisten Jonathan Moadab. Die Täter wurden zu sechs und zehn Monaten Haft verurteilt.<ref>Artikel in der Times of Israel</ref>

Bekannte Mitglieder

  • Baruch Goldstein: verübte 1994 einen Terroranschlag auf die Ibrahimiyya-Moschee in Hebron.<ref>Baruch Goldstein | EBSCO Research Starters. Abgerufen am 4. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Grégory Chelli (Pseudonym: „Ulcan“): verübte Swatting-Angriffe in Frankreich, bei denen ein Mann zu Tode kam.<ref>Cinq questions sur « Ulcan », le hackeur franco-israélien. 10. Oktober 2014 (lemonde.fr [abgerufen am 4. Mai 2025]).</ref>
  • Steven Weigang (Pseudonym: „David Ben Yisrael“) gründete 2009 die JDL Germany.<ref>Leitung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. August 2010;.</ref><ref>Nour Samaha: EDL, Islamisation, Jewish Defence League. Abgerufen am 26. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein