Zum Inhalt springen

Burggrub (Stockheim)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 18. März 2026 um 12:03 Uhr durch imported>Störfix (np von heut).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Burggrub
Gemeinde Stockheim
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(782)&title=Burggrub 50° 17′ N, 11° 16′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(782) 50° 17′ 29″ N, 11° 16′ 2″ O
 {{#coordinates:50,29137|11,26715|primary
dim=10000 globe= name=Burggrub region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 338–373 m ü. NHN
Einwohner: 782<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinde Stockheim: offizielle Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockheim (Memento vom 8. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 8. März 2016.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 96342
Vorwahl: 09261
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!
Datei:Burggrub-St-Laurentius02.jpg
Evangelische Kirche St. Laurentius
Datei:Burggrub-Friedenskapelle.jpg
Friedenskapelle bei Burggrub
Datei:Burggrub-Porzellanfabrik.jpg
Ehemalige Porzellanfabrik

Burggrub ist ein Gemeindeteil von Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref>

Geographie

Das Pfarrdorf liegt direkt an der Grenze zu Thüringen. Im Ort entspringt der Lochbach. Die Bundesstraße 89 führt nach Neuhaus-Schierschnitz (2,8 km nordwestlich) bzw. nach Haßlach bei Kronach zur Bundesstraße 85 (2 km südöstlich). Die Kreisstraße KC 30 verbindet mit Mostholz und der Staatsstraße 2708 (2 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Haig zur St 2708 (1,5 km südöstlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Oktober 2023 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie.).</ref>

Geschichte

Burggrub wurde 1272 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hieß damals „Grube“. Das Burggruber Gebiet gehörte erst den Markgrafen von Schweinfurt und später wie die meisten Gebiete im Landkreis Kronach zum Bistum Bamberg, welches das Dorf als Lehen verschiedenen Herren übertrug (z. B. denen von der Grube, denen von Schaumberg, denen von Rosenau und zuletzt denen von Würtzburg). Die Nähe zu Thüringen (damals Wettiner Gebiet) brachte immer Grenzstreitigkeiten mit sich, vor allem mit dem Herzogtum Sachsen-Meiningen, das auf Burggrub einen großen Einfluss hatte.<ref name="Stockheim">Burggrub auf der Website stockheim-online.de</ref>

1528 hielt die Reformation Einzug und die Gegenreformation blieb wegen des sächsischen Einflusses fruchtlos, sodass Burggrub eines der wenigen überwiegend evangelisch-lutherisch geprägten Dörfer des südlichen Landkreises Kronach ist. Die Lage zwischen dem evangelischen Sachsen (heute Thüringen) und dem katholischen Bamberg brachte vor allem während des Dreißigjährigen Kriegs viel Zerstörung und Leid mit sich; so wurde der Ort mehrmals von Kronacher Landsknechten heimgesucht. Burggrub wurde wie andere evangelische Orte geplündert, gebrandschatzt und zerstört.<ref name="Stockheim" />

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Burggrub 48 Anwesen (4 Bauerngüter, 2 halbe Bauerngüter, 16 Bauernsölden, 3 Bauerngütlein, 1 Söldengut, 9 Tropfhäuser, 3 halbe Tropfhäuser, 10 Häuser). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die Herrschaft Mitwitz inne. Neben den Anwesen gab es eine Pfarrkirche, einen Pfarrhof, ein Schulhaus, ein Gemeindehirten- und -bräuhaus.<ref>H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 465f. Hier sind unter Einberechnung der kirchlichen und kommunalen Gebäuden abweichend 51 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.</ref>

1806 wurde Burggrub, das sich immer auf Bamberger Gebiet befand, trotz Protests des Herzogs von Sachsen-Meiningen als bayerisch erklärt.<ref name="Stockheim" /> Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Burggrub gebildet, zu dem Haig, Mostholz und Neumühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Burggrub, zu der Mostholz gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Mitwitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. 1849 wurde das Herrschaftsgericht aufgelöst und Burggrub dem Landgericht Kronach überwiesen. Ab 1862 gehörte Burggrub zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.<ref name="D577">H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 577.</ref> Die Gemeinde hatte eine Fläche von 6,556 km².<ref name="OV 1961" />

1901 wurde Burggrub mit der Bahnstrecke Sonneberg–Stockheim an das Eisenbahnstreckennetz angeschlossen. Im selben Jahr errichteten die Sonneberger Puppenfabrikanten Schönau und Hoffmeister am Rande des Ortes eine Porzellanfabrik, um für ständigen Nachschub an Porzellanpuppenköpfen für die Sonneberger Spielzeugindustrie zu sorgen. Die Firma übernahm 1907 Magnus Leube, der weiterhin Puppenköpfe herstellte. Während des Zweiten Weltkrieges war die Fabrik an die Firma Siemens verpachtet, die die Produktion kriegswichtiger Produkte aufnahm. Nach dem Krieg wurde die Porzellanfabrik vom Magnus Leubes Enkel, Horst Eversberg, weitergeführt, der die Produktion auf technische Keramik und später Geschirrporzellan umstellte. Die Porzellanfabrik Burggrub produzierte noch unter dem Namen Porzellanfabrik Horst Eversberg GmbH bis 2002 und hatte in Spitzenzeiten über 250 Mitarbeiter, zumeist Frauen, wie in der Porzellanindustrie üblich.<ref name="Stockheim" />

Während der Zeit des Eisernen Vorhangs litt Burggrub sehr unter seiner Lage; die Grenze zu Thüringen lag nur wenige hundert Meter (an einigen Stellen auch weniger als einen Steinwurf) entfernt; so war in Burggrub, wie an den meisten Ortschaften an der Grenze, die Grenzpolizei stationiert.<ref name="Stockheim" />

Am 1. Januar 1975 wurde Burggrub im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Stockheim eingegliedert.<ref></ref> Man entschied sich damals gegen einen Anschluss an Mitwitz.<ref name="Stockheim" />

Im Jahr 1987 wurde der Güterverkehr der Eisenbahnverbindung nach Burggrub geschlossen und die Strecke abgebaut. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs entstand das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Burggrub. 1989 verlor Burggrub durch die Wiedervereinigung den Charakter eines Grenzortes. Von 1991 bis 1992 errichtete ein Kapellenbauverein in der Nähe der bayerisch-thüringischen Grenze die Grenz- und Friedenskapelle. 2004 wurde eine Ortsumgehung fertiggestellt, um den Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße 89 aus dem Ort zu verbannen.<ref name="Stockheim" />

Baudenkmäler

In der Bayerischen Denkmalliste sind 8 Baudenkmäler aufgeführt:

  • Evangelische Kirche Sankt Laurentius mit fast vollständig erhaltener Ringmauer und sehenswertem gotischen Flügelaltar und Sakristei (12. Jahrhundert)
  • Dorfplatz mit relativ großen Bauernhäusern und Dorfbrunnen
  • Grenzanlagen (z. B. noch sichtbare Kolonnenwege) und Grenzpfähle

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Das folgende Haus listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit seiner ursprünglichen Hausnummer als Kunstdenkmal auf. Es wird in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da es entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurde.

  • Haus Nr. 2: Zweigeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, die Wohnungstür ist am Scheitelstein mit „M. P. P. F. 1811“ bezeichnet. Das Obergeschoss ist verschiefert. Das Nebengebäude ist am Türsturz mit „1808“ bezeichnet.<ref>T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 31f. Ursprüngliche Hausnummerierung.</ref>

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Burggrub

Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 356 409 390 393 427 444 452 464 421 398 419 468 591 659 602 668 701 774 1027 1056 1031 916 919
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> 69 68 71 74 94 140 171
Quelle <ref name="HGV1">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 147, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV1" /> <ref name="HGV1" /> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 886, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 138 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1057, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1003 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1052 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1085 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 935 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV1" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 687 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 158 (Digitalisat).</ref>

Ort Burggrub

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 246 346 389 369 406 590 983 857 839 802
Häuser<ref name="Häuser" /> 49 60 66 83 128 158 205
Quelle <ref name="D577" /><ref>Vorlage:Ober-Mainkreis 1820</ref> <ref name="OV 1861" /> <ref name="OV 1875" /> <ref name="OV 1885" /> <ref name="OV 1900" /> <ref name="OV 1925" /> <ref name="OV 1950" /> <ref name="OV 1961" /> <ref name="OV 1970" /> <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 312 (Digitalisat).</ref>

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Laurentius.<ref>H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 465.</ref> Die Katholiken sind nach St. Wolfgang in Stockheim gepfarrt.

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein