Jacobus C. Kapteyn
Jacobus Cornelius Kapteyn (* 19. Januar 1851 in Barneveld; † 18. Juni 1922 in Amsterdam) war ein niederländischer Astronom. Er gilt als Entdecker der Rotation der Milchstraße.
Leben
Kapteyn studierte an der Universität Utrecht von 1868 bis 1875 Mathematik und Physik, wurde dort mit der Schrift Onderzoek der trillende platte vliezen (Untersuchung von schwingenden Flachmembranen) promoviert<ref>Jacobus C. Kapteyn im Mathematics Genealogy Project (englisch) </ref> und arbeitete anschließend am Observatorium von Leiden. Dann wurde er erster Professor für Astronomie und Theoretische Mechanik an der Universität Groningen von 1878 bis 1921.
Kapteyn hatte kein eigenes Observatorium zur Verfügung, spezialisierte sich aber auf die Auswertung von Fotoplatten und eine umfassende Durchmusterung vor allem des südlichen Sternhimmels, die am Observatorium von Kapstadt aufgenommen wurden. Er katalogisierte dabei 454.875 Sterne. Seine Arbeiten von 1896 bis 1900 konzentrierten sich u. a. auf die Spektralklasse und die Eigenbewegung der Sterne und halfen wesentlich mit, die heutige Struktur der Milchstraße zu verstehen. Kapteyn entdeckte 1897 auf den Fotoplatten von David Gill den nach ihm benannten Kapteyns Stern. Im Jahre 1904 fand er heraus, dass die Sternenbewegung keineswegs zufällig erfolgt, sondern sich in 2 Hauptströmungen verschiedener Drehrichtungen aufspalten lässt. Später wurde ihm klar, dass er damit die von Bertil Lindblad und Jan Oort vorausgesagte galaktische Rotation gefunden hatte. 1922 veröffentlichte er sein Lebenswerk, worin er ein kosmisches Modell einer scheibenförmigen, rotierenden Galaxie von 40.000 Lichtjahren Durchmesser beschrieb, in der die Sonne ca. 2.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt ist. Der Ansatz ist unserem heutigen Verständnis der Milchstraße recht ähnlich, beinhaltet jedoch Fehler auf Grund des mangelnden Wissens über interstellare Absorption in dieser Zeit.
Nach ihm ist der am 21. Februar 1919 von Max Wolf in Heidelberg entdeckte Asteroid (818) Kapteynia benannt, ebenso trägt das Astronomische Institut der Universität Groningen sowie der Mondkrater Kapteyn seinen Namen.
Er ist der Bruder von Willem Kapteyn.
Auszeichnungen
- 1888: Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW)<ref>KNAW Past Members: Jacob Cornelius Kapteyn. Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 17. Oktober 2018.</ref>
- 1902: Goldmedaille der Royal Astronomical Society
- 1907: Mitglied der National Academy of Sciences
- 1907: Mitglied der American Philosophical Society<ref>Member History: Jacobus C. Kapteyn. American Philosophical Society, abgerufen am 17. Oktober 2018.</ref>
- 1908: Auswärtiges korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften<ref>Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724: Kapteyn, Jacobus Cornelius. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 17. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1909: Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences<ref>Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe K. Académie des sciences, abgerufen am 4. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1910: Ehrenmitglied (Honorary Fellow) der Royal Society of Edinburgh<ref>Fellows Directory. Biographical Index: Former RSE Fellows 1783–2002 (K–Z). (PDF-Datei) Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 25. Dezember 2019.</ref>
- 1913: James Craig Watson Medal
- 1913: Bruce Medal
- 1915: Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste
- 1919: Auswärtiges Mitglied der Royal Society<ref>Eintrag zu Kapteyn, Jacobus Cornelius (1851 - 1922) im Archiv der Royal Society, London</ref>
- 1922: Korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften<ref>Mitglieder der Vorgängerakademien: Jacobus Cornelius Kapteyn. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 17. Oktober 2018.</ref>
Literatur
- P. C. Van Der Kruit, K. Van Berkel: The Legacy of J.C. Kapteyn. Verlag Springer; 2000, ISBN 0-7923-6393-0
- Eintrag im Biografisch Woordenboek van Nederland (niederländisch)
Weblinks
- Veröffentlichungen von J. C. Kapteyn im Astrophysics Data System
- Nachrufe auf J. C. Kapteyn im Astrophysics Data System
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kapteyn, Jacobus C. |
| ALTERNATIVNAMEN | Kapteyn, Jacobus Cornelius |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Astronom |
| GEBURTSDATUM | 19. Januar 1851 |
| GEBURTSORT | Barneveld |
| STERBEDATUM | 18. Juni 1922 |
| STERBEORT | Amsterdam |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata P549 verschieden
- Astronom (19. Jahrhundert)
- Astronom (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Reichsuniversität Groningen)
- Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse)
- Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
- Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
- Auswärtiges Mitglied der Royal Society
- Mitglied der Royal Society of Edinburgh
- Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences
- Mitglied der American Philosophical Society
- Person als Namensgeber für einen Asteroiden
- Person als Namensgeber für einen Mondkrater
- Absolvent der Universität Utrecht
- Niederländer
- Geboren 1851
- Gestorben 1922
- Mann
- Mitglied der National Academy of Sciences