Schlackenfaser
| Schlackenfaser | |
|---|---|
| Fasertyp |
Chemiefaser aus natürlichen Polymeren anorganischen Ursprungs; künstliche Mineralfaser |
| Farbe |
meist weiß bis grau<ref>Wolfgang Bobeth, Wolfgang Böhme, Jürgen Techel (Hrsg.): Anorganische Textilfaserstoffe. Verlag Technik, Berlin 1955, S. 237</ref> |
| Eigenschaften | |
| Faserlänge | 6 bis 50 mm<ref name= Faserstoff> Autorenkollektiv: Textile Faserstoffe. Zweite, verbesserte Auflage. Fachbuchverlag, Leipzig 1967, S. 652</ref> |
| Faserdurchmesser | 0,3 bis 15,6 µm; Mittelwert: 3,5 bis 4,9 µm<ref Name= Faserstoff/> |
| Dichte | 2,30 bis 2,75 g∙cm−3 <ref Name=Bobeth> Wolfgang Bobeth (Hrsg.): Textile Faserstoffe. Beschaffenheit und Eigenschaften. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 1993, ISBN 3-540-55697-4, S. 170</ref> |
| Höchstzugspannung | 530 bis 900 N∙mm−2 <ref name=Bobeth/> |
| Feinheitsbezogene Höchstzugkraft | 0,21 bis 0,35 N∙tex−1 <ref name=Bobeth/> |
| Produkte | Schlackenwolle, Dämmstoff |
Schlackenfaser (seltener Schlackefaser)<ref name=Bobeth/> ist eine künstliche Mineralfaser, die aus metallurgischen Schlacken (Hochofenschlacke) durch Zerblas-<ref>Wolfgang Bobeth, Wolfgang Böhme, Jürgen Techel (Hrsg.): Anorganische Textilfaserstoffe. Verlag Technik, Berlin 1955, S. 82</ref> oder Schleuderverfahren in Form von Schlackenwolle<ref>zum Begriff Wolle bzw. Flocke als Faserkollektiv vgl.: Günter Schnegelsberg: Handbuch der Faser – Theorie und Systematik der Faser. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-87150-624-9, S. 71f</ref> (auch als Hüttenwolle<ref>Otto Graf(Hrsg.): Die Prüfung nichtmetallischer Baustoffe. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1957, S. 513</ref> bezeichnet), d. h. ungeordneten, lose zusammenhängenden Faserkollektiven der Schlackenfaser, in Ablagerungskammern oder unmittelbar auf Ablagebändern als Vlies abgelegt wird. Das Vlies kann durch Zugabe von Bindemitteln verfestigt werden. Die Schlackenwolle dient in unterschiedlichen Aufmachungsformen für Isolierungen aller Art, vor allem als Dämmstoff, dessen Anwendung gleichzeitig eine hohe Temperaturbeständigkeit erfordert.
Schlackenwolle wurde als erste Mineralwolleart in größerem Umfang schon seit dem 19. Jahrhundert hergestellt. Die erste kommerzielle Herstellung gelang 1871 im Stahlwerk des Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenvereins in Georgsmarienhütte.<ref>Swapna Mukherjee: Applied Mineralogy: Applications in Industry and Environment. Springer, Dordrecht (Niederlande) 2012, ISBN 978-94-007-1161-7</ref><ref>Building "Science" Timeline</ref> Aufgrund der enthaltenen Schwermetalle und der krebsverdächtigen Faserstäube wird die Schlackenwolle heute nur noch selten zur Wärmedämmung eingesetzt.<ref>Schlackenwolle auf Baunetzwissen</ref> Sie wird aber noch zur Anschlussdichtung genutzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 5. Februar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., S. 22</ref>
Literatur
- Eva Poeschel, Alfons Köhling: Asbestersatzstoff-Katalog, Bd. 4, Umweltbundesamt, Frankfurt am Main 1985.[1]
Einzelnachweise
<references />