Zum Inhalt springen

Wodginit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. Dezember 2025 um 20:53 Uhr durch imported>Cipintina (Ich korrigiere einige Quellen mit der Vorlage).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wodginit
Datei:Wodginite-den07-27a.jpg
Wodginitkristall aus Linópolis, Minas Gerais, Brasilien (Größe: 9,4 × 3,6 × 2,6 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1967 s.p.<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Wdg<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel MnSnTa2O8<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/D.09
IV/D.17-050

4.DB.40
08.01.08.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe (Nr.) C2/c<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 15)
Gitterparameter a = 9,50 Å; b = 11,46 Å; c = 5,14 Å
β = 90,5°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 7<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {111}
Zwillingsbildung Häufig Durchdringungszwillinge nach {001} oder {100}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5,5 bis 6
Dichte (g/cm3) gemessen: 7,19 bis 7,36; berechnet: 7,69 bis 7,81<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit keine
Bruch; Tenazität uneben; spröde
Farbe rötlichbraun, dunkelbraun bis schwarz
Strichfarbe braun bis dunkelbraun
Transparenz undurchsichtig, durchscheinend in dünnen Schichten<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz schwacher Metallglanz

Wodginit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung MnSnTa2O8<ref name="StrunzNickel" /> und ist damit ein Mangan-Zinn-Tantal-Oxid.

Wodginit entwickelt abgeflachte, dipyramidale oder prismatische Kristalle, die bis zu 15 Zentimeter lang werden können und meist in radial angeordneten Gruppen angeordnet sind. Er kommt aber auch in Form körniger bis massiger (derber) Aggregate vor. Das Mineral ist im Allgemeinen undurchsichtig und nur in dünnen Schichten durchscheinend. Seine Farbe variiert zwischen Rötlichbraun, Dunkelbraun und Schwarz und seine Strichfarbe zwischen Braun und Hellbraun. Die Kristalloberflächen weisen einen schwachen Metallglanz auf.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Wodginit in der Wodgina Mine in der westaustralischen Region Pilbara und beschrieben 1963 durch Ernest Henry Nickel, J. F. Rowland, R. C. McAdam, die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Wodginit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung „MO2- und verwandte Verbindungen“, wo er gemeinsam mit Ixiolith in der „Ixiolith-Wodginit-Gruppe“ mit der Systemnummer IV/D.09 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/D.17-050. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“, wo Wodginit zusammen mit Achalait, Ferrotitanowodginit, Ferrowodginit, Ixiolith, Koragoit, Lithiowodginit, Qitianlingit, Tantalowodginit und Titanowodginit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer IV/D.17 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Wodginit in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen; Ketten kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden, wo es zusammen mit Ferrotitanowodginit, Ferrowodginit, Lithiotantit, Lithiowodginit und Titanowodginit die „Wodginitgruppe“ mit der Systemnummer 4.DB.40 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Wodginit die System- und Mineralnummer 08.01.08.01. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Mehrfache Oxide mit Nb, Ta und Ti“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Mehrfache Oxide mit Nb, Ta und Ti mit der Formel ABO4“ in der „Wodginitgruppe“, in der auch Ferrowodginit, Titanowodginit, Lithiowodginit und Ferrotitanowodginit eingeordnet sind.

Bildung und Fundorte

Datei:Cassiterite-Wodginite-sea20c.jpg
Epitaxische Verwachsung von Wodginit (außen) und Kassiterit (innen) aus Lavia Jabuti, Galileia, Minas Gerais, Brasilien (Größe: 3,7 cm × 1,5 cm × 0,7 cm)

Typischerweise tritt Wodginit in zonierten Pegmatiten in Amphibolit zusammen mit Tantalit, Albit, Quarz, Muskovit, Tapiolit, Mikrolith und Mikroklin auf.

Als seltene Mineralbildung konnte Wodginit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand: 2013) rund 60 Fundorte<ref name="MindatAnzahl" /> als bekannt gelten. Neben seiner Typlokalität Wodgina Mine in der Pilbara-Region trat das Mineral in Australien nur noch in „Greenbushes Tinfield“ (Zinnfeld) im Verwaltungsgebiet Bridgetown-Greenbushes Shire auf.

Weitere bekannte Fundorte sind unter anderem<ref name="Fundorte" />

Kristallstruktur

Datei:Ixiolit Columbit-Gruppe (Tantalit) Wodginit Kristallstruktur Superstruktur.svg
Die Abbildung zeigt, dass die Columbit-Gruppe (inklusive Tantalit) und Wodginit als Superstrukturen von Ixiolith aufgefasst werden können.<ref name="Ercit" />

Wodginit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15 mit den Gitterparametern a = 9,50 Å; b = 11,46 Å; c = 5,14 Å und β = 90,5° sowie 7 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Ercit">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2 </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Wodginit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Locality List. In: mindat.org. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 212. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Wodginite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>