Textanalyseraster
Ein Textanalyseraster oder Raster der Textanalyse, auch TAR, ist ein der Analyse eines Textes dienendes Hilfsinstrument, welches Fehler, besonders angemessene oder unangemessene Elemente identifizierbar macht. Sie ist in der Form einer „Checkliste zur Überprüfung des Textes“ aufgebaut.<ref>Markus Nussbaumer (1991) Was Texte sind und wie sie sein sollen. Walter de Gruyter</ref>
Nutzen und Aufbau
Ein Textanalyseraster ermöglicht, nicht nur Fehler und Mängel eines Textes aufzulisten, sondern auch Qualitäten eines Textes zu entdecken,<ref name="TAR">Germanistik der Universität Wien (RTF; 1,5 MB)</ref> indem der zu analysierende Text u. a. auf Orthographie, Interpunktion, Morphologie und Syntax überprüft wird. Im Raster werden Punkte für jeden der zu bewertenden Bereiche vergeben, beispielsweise auf einer Skala von null bis sechs.
Für Schulbücher und Lehrmittel wurden ebenfalls entsprechende Raster entwickelt, die auch qualitative (didaktische, erziehungswissenschaftliche Funktion) beinhalten.<ref>Wissenschaftliche Recherche und Analyse zur Gestaltung, Verwendung und Wirkung von Lehrmitteln, Überblick S. 15 ff. (PDF; 5 MB) Inga Niehaus (2011), abgerufen am 20. März 2014.</ref>
In jüngster Zeit stehen auch Online-Tools zur Textanalyse zur Verfügung, welche digitale Texte nach diesen Kriterien formal analysieren.<ref>"Literatur Rechnen - Neue Wege der Textanalyse" Universität Göttingen</ref>
Anwendung
Zunächst werden alle Auffälligkeiten eines Textes erfasst und eingeordnet. Dadurch wird eine in der schulischen Tradition stehende Orientierung an Mängeln verhindert. Die Ersteindrücke werden argumentativ belegt und abgesichert; so bringt das Raster die Analysierenden dazu, sich über die Gewichtungen von Einzelnem bewusst zu werden.<ref name="TAR" />
Zürcher Textanalyseraster (ZTAR)
Das Zürcher Textanalyseraster ist ein umfassender, systematisch gruppierter Fragenkatalog, die man an einen konkreten Text stellen muss, wenn man zu einer differenzierten Sicht des konkreten Textes gelangen will.<ref name="TAR" /> Es wurde 1988 bis 1992 im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Universität Zürich entwickelt.<ref>Ulrich, B.; Hoberg, R. (Hrsg.) Bewertungskriterien in der Sprachberatung Gunter Narr Verlag 1995 S. 75 ff.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />