Tacht-e Rostam (Balch)
Tacht-e Rostam (persisch تخت رستم, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Thron des Rostam‘) oder Ataschkade-ye Nou-Bahār (persisch آتشکده نوبهار, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sanskrit Nava Vihara, ‚neues Kloster‘) ist eine Ruine in der Provinz Balch im Norden Afghanistans. Der ursprünglich zoroastrische Tempel liegt etwa 20 km westlich der Stadt Masar-e Scharif und südlich der historischen Stadt Balch. Sie befindet sich in der Nähe des Alburz-Bergkammes. Die Ruine zeugt von einem großen Baukomplex, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgestaltet und schließlich zerstört wurde. Übrig geblieben ist eine ungefähr 20 × 20 m große Fläche mit einem kleinen Rest von Säulen, und einem kreisförmigen Hügel.
Tacht-e Rostam als Tempel und Moschee
Der Ort war ursprünglich eine indo-iranische Kultstätte u. a. für Mithra und Anahita, danach ein zoroastrischer Feuertempel als Tacht-e Rostam. Nach der islamischen Eroberung des Gebietes im 7. Jahrhundert wurde der Tempel zur Moschee Noh Gonbad (persisch مسجد نه گنبد, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Moschee der neun Kuppeln‘), die erste Moschee auf dem Gebiet Baktriens, und zu einem Mausoleum, benannt als Hadschi Piyade Baba (persisch حاجى پياده بابا), nach einem dort begrabenen Richter, der zu Fuß die Wallfahrt nach Mekka unternommen haben soll. Die Kuppelmoschee ist neben Tārichāne in Damghan das einzige, aus der Zeit vor 900 erhaltene, islamische Gebäude in Persien.<ref>Robert Hillenbrand: The Islamic Architecture of Persia. In: Ders.: Studies in Medieval Islamic Architecture. Vol II. The Pindar Press, London 2006, S. 5.</ref> Die Ruine ist heute, unter der Schirmherrschaft der UNESCO, überdacht, um sie vor weiterer Zerstörung zu bewahren.<ref>Balkh: Haji Pirada Mosque. S. 1, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. März 2014; abgerufen am 22. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
In Reiseberichten von Charles Edward Yate (1886) und Oskar von Niedermayer (1915) ist sie, in besserem Zustand, noch ausführlich beschrieben.<ref>Charles Edward Yate: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Northern Afghanistan ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., William Blackwood, Edinburgh & London 1888, S. 258 f, hier aufgrund der Ebookstranskription: Tope-i-Eustam and Takht-i-Eustam statt Top e Rustam und Tacht-e Rostam</ref>
Tacht-e Rostam in der Literatur
Der Geograph und Historiker al-Masʿūdī schrieb im 10. Jahrhundert über „Nou-Bahār“, Manūtschehr habe dort einen dem Mond geweihten Tempel erbaut.<ref>Mas'ūdī: Les Prairies d’Or. Texte et traduction par Barbier de Meynard et Pavet de Courteille. 9 vols. Paris 1861–1877. archive.org, Vol. 4 de 9, S. 47f.</ref> Sieben Jahrhunderte später beschreibt der Orientalist Thomas Hyde Nou-Bahār als den ersten Feuertempel (Pyraeum) ausführlich in seinem Hauptwerk. Er bringt wie al-Masʿūdī den Tempel in Verbindung mit Manūtschehr.<ref>Thomas Hyde: Veterum Persarum et Parthorum et Medorum Religionis Historia. Editio Secunda, MDCCLX, S. 103.</ref> Nach dem Theologen Johann Friedrich Kleuker war der Ort der „verehrteste aller Feuertempel“.<ref>Johann Friedrich Kleuker: Anhang zum Zend-Avesta, Band 2, S. 62.</ref>
Der schottische Reiseschriftsteller und Maler James Baillie Fraser bezeichnete den Feuertempel in Balch als „Azar-Guschtasp“.<ref>James Baillie Fraser, Historische und beschreibende Darstellung von Persien, von den ältesten Zeiten bis auf die neueste, nebst einer genauen Uebersicht seiner Hülfsquellen, Regierung, Bevolkerung, Naturgeschichte und des Charakters seiner Einwohner, insbesondere der wandernden Stämme; mit Einschluß einer Beschreibung von Afghanistan und Beluchistan, übersetzt von Johann Sporschil, 1. Teil, Leipzig, 1836, S. 126.</ref> Zur Vielfalt der Namen schreibt Carl Ritter:
- „Die Muselmänner sind nicht verlegen, ihm allerlei Namen zu geben: Kabah Zaratuscht, d. i. Tempel des Zoroaster (von Kabah, d. i. Kubus dann Tempelhaus), oder Kerennai Chaneh, d. i. Trompeterhaus oder Nagareh Chaneh, Trommlerhaus, d. i am gewöhnlichsten Taubenaus […]“<ref>Carl Ritter, die Erdkunde von Asien, Band VIII, Berlin 1854, S. 935.</ref>
Der „Götzentempel Newbehar“ gehörte zu den sieben geographischen Weltwundern, die Joseph von Hammer-Purgstall erwähnt.<ref>Joseph von Hammer-Purgstall: Anzeige des Siebenmeers: nebst einem Verzeichnisse mit Wörtern germanischer Sprachen verwandter persischer. Wien 1831, S. 76f. (books.google.de)</ref>
Literatur
- Ernst Cohn-Wiener: Turan: Islamische Baukunst in Mittelasien. Wasmuth, Berlin 1930.
- William Ouseley: Travels in Various Countries of the East: More Particularly Persia. Band I, London 1819.
- Iwan Lawrowitsch Jaworski: Reise der russischen Gesandtschaft in Afghanistan und Buchara in den Jahren 1878–79. Jena 1885.
Weblinks
- Takht-i Rustam. Archnet
- No-Gombad-Moschee (Foto)
- No-Gombad-Moschee (Foto)
- No-Gombad-Moschee (Foto)
- Zoroastrian Ātashkada (fire-temple) Naubahār in Balkh, north Afghanistan. Youtube-Video (BBC, persisch)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Balkh. Takht-i Rustam, mud remains of Nau Bahar monastery (2nd – 4th cent.) ( vom 21. August 2016 im Internet Archive) Foto von Josephine Powell von Tacht-e Rostam in Balch, 1959–1961
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 36° 43′ 47″ N, 66° 53′ 6,8″ O
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