Zum Inhalt springen

Paul A. Smith

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. Januar 2025 um 19:35 Uhr durch imported>Cheongnyangni-dong.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Paul Althaus Smith (* 18. Mai 1900<ref>National Academy of Sciences (U.S.): Members’ Directory. The Academy, Washington D.C. 1992, S. 230.</ref>; † 13. Juni 1980) war ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich mit geometrischer Topologie befasste.

Smith studierte an der University of Kansas und wurde 1926 bei Solomon Lefschetz an der Princeton University (wohin er mit Lefschetz von Kansas gegangen war) promoviert (Approximation of curves and surfaces by algebraic curves and surfaces).<ref>Mathematics Genealogy Project. Veröffentlicht in Annals of Mathematics. Serie 2, Band 27, Nr. 3, 1926, S. 224–244, doi:10.2307/1967843.</ref> Er war Professor an der Columbia University. 1947 wurde er in die National Academy of Sciences gewählt.

Er ist für zwei Vermutungen bekannt. Die Hilbert-Smith-Vermutung<ref>Smith: Periodic and nearly periodic transformations. In: Raymond L. Wilder, William L. Ayres (Hrsg.): Lectures in Topology. The University of Michigan Conference of 1940. University of Michigan Press u. a., Ann Arbor MI u. a. 1941, S. 159–190.</ref> besagt, dass topologische Gruppen, die lokalkompakt sind und eine treue Gruppenwirkung als Transformationsgruppe auf einer Mannigfaltigkeit besitzen Liegruppen sind. Die Vermutung ist offen. Sie ist zusätzlich nach David Hilbert benannt, da sie manchmal als korrekte Formulierung des 5. Hilbertschen Problems betrachtet wird.

Die Smith-Vermutung ist dagegen bewiesen. Sie besagt, dass Fixpunkte von Diffeomorphismen endlicher Ordnung der 3-Sphäre keine nichttrivialen Knoten sein können.<ref>Smith: Transformations of finite period. II. In: Annals of Mathematics. Serie 2, Band 40, Nr. 3, 1939, S. 690–711, doi:10.2307/1968950.</ref> Sie wurde durch Friedhelm Waldhausen 1969<ref>Friedhelm Waldhausen: Über die Involutionen der 3-Sphäre. In: Topology. Band 8, Nr. 1, 1969, S. 81–91, doi:10.1016/0040-9383(69)90033-0.</ref> für gerade Ordnung bewiesen und der allgemeine Fall um 1978 von einer Reihe von Topologen wie William Thurston, William Meeks, Shing-Tung Yau, Hyman Bass, Cameron Gordon, Peter Shalen.<ref>John W. Morgan, Hyman Bass (Hrsg.): The Smith Conjecture (= Pure and Applied Mathematics. 112). Academic Press, Orlando FL u. a. 1984, ISBN 0-12-506980-4.</ref><ref>Smith Conjecture, Mathworld</ref> In höheren Dimensionen (vier und mehr) ist die Vermutung falsch.<ref>Charles H. Giffen: The generalized Smith conjecture. In: American Journal of Mathematics. Band 88, Nr. 1, 1966, S. 187–198, doi:10.2307/2373054.</ref> Sie ist ebenfalls falsch, falls man allgemeinere stetige Transformationen als Diffeomorphismen betrachtet (Deane Montgomery, Leo Zippin 1954).

Die Untersuchung der Kohomologie von Gruppen von Homöomorphismen endlicher Ordnung von Mannigfaltigkeiten wird als Smith-Theorie bezeichnet. Smith selbst begründete die Theorie mit Untersuchungen Ende der 1930er Jahre. Er berechnete die Kohomologie von Fixpunktmengen von Involutionen auf Sphären und Projektiven Räumen.<ref>Smith: Transformations of finite period. In: Annals of Mathematics. Serie 2, Band 39, Nr. 1, 1938, S. 127–164, doi:10.2307/1968718.</ref><ref>Smith: New results and old problems in finite transformation groups. In: Bulletin of the American Mathematical Society. Band 66, Nr. 6, 1960, S. 401–415, doi:10.1090/S0002-9904-1960-10491-0.</ref>

Er war dafür verantwortlich, dass Samuel Eilenberg an die Columbia University berufen wurde. Er war von ruhiger und zurückhaltender Natur und ging ganz in seiner Arbeit als Topologe auf – man sagte ihm den Ausspruch nach (der seine Verwurzelung in der Topologie zeigt): Whenever i see a derivative it gives me nausea.<ref>Immer wenn ich eine Ableitung sehe wird mir übel, Steven G. Krantz: Mathematical Apocrypha Redux. More Stories and Anecdotes of Mathematicians and the Mathematical. Mathematical Association of America, Washington DC 2005, ISBN 0-88385-554-2, S. 76.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Hinweisbaustein