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Robert Goddard

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Datei:Dr. Robert H. Goddard - GPN-2002-000131.jpg
Robert Hutchings Goddard
Datei:Dr. Robert Goddard at Clark University - GPN-2002-000130.jpg
Goddard an der Tafel der Clark University 1924
Datei:Robert Goddard footage.ogv
Ein Film über das Leben und die Raketen Robert Goddards (englisch)
Datei:Robert Goddard's Rocket After Flight - GPN-2002-000129.jpg
Das Team von Robert H. Goddard nach einem Rakententest in New Mexico 1932

Robert Hutchings Goddard (* 5. Oktober 1882 in Worcester, Massachusetts; † 10. August 1945 in Baltimore, Maryland) war ein amerikanischer Wissenschaftler und Raketenpionier. Seine volle Bedeutung für die Technik und Raumfahrt wurde erst posthum anerkannt.

Leben und Werk

Robert Goddard war das einzige überlebende Kind von Fannie Louise Hoyt und Nahum Danford Goddard. Bereits als Kind interessierte er sich für das Weltall, nachdem er Der Krieg der Welten gelesen hatte, einen utopischen Roman von H. G. Wells. Als Kind litt er unter Tuberkulose und hatte viel Zeit zum Lesen, weil er manchmal nicht zur Schule gehen konnte. Er besuchte das Worcester Polytechnic Institute, das er 1908 mit dem Bachelor of Science (B.S.) in Physik abschloss. Danach studierte Goddard weiter Physik an der Clark University in Worcester (Massachusetts), erhielt 1910 dort den Master und promovierte im Jahr darauf in Physik. 1912 ging er in das Palmer Physical Laboratory der Princeton University. Später unterrichtete er als Teilzeit-Lehrer in Physik an der Clark University und 1923 wurde er dort Leiter des Physiklabors.

1919 publizierte die Smithsonian Institution seine zukunftsträchtige Abhandlung Methods for Reaching Extreme Altitudes (Methoden zum Erreichen extremer Höhen), in der er behauptete, dass Raketen genutzt werden könnten, um Nutzlasten auf den Mond zu schicken. Die Presse fand es teilweise absurd, dass Raketen jemals den Mond erreichen könnten, machte sich über seine Veröffentlichung lustig und titulierte ihn „Moon Man“ (Mondmann). Andere Publikationen berichteten jedoch sachlich über seine Idee: „Die Reise zum Mond soll die von dem amerikanischen Gelehrten Robert Goddard konstruierte Rakete machen. Die Bewältigung der Strecke von 384.000 km soll 186 Stunden in Anspruch nehmen.“<ref>Die Reise zum Mond. In: Die Stunde, 8. Oktober 1925, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/std</ref>

Goddard wollte mit seinen Versuchen auch herausfinden, ob elektromagnetische Wellen ins Weltall abgestrahlt werden können:

„Kann eine drahtlose Botschaft die Erdatmosphäre überwinden und bis zum Mond gelangen? Diese bereits theoretisch oft erörterte Frage soll nun praktisch gelöst werden mit Hilfe der Riesenrakete, die der amerikanische Professor Robert Goddard von der Clark-Universität in Worcester, Massachusetts, nach dem Monde schießen will. Professor Goddard […] hat jetzt in seinen Apparat einen automatischen drahtlosen Signalgeber eingebaut. […] Sollte durch diesen großartigen Versuch bewiesen werden, daß die drahtlosen Wellen die Erdatmosphäre überwinden und in den Weltraum dringen können, dann wäre damit ein neuer Ansporn gegeben für weitere Versuche, mit anderen Himmelskörpern in Verbindung zu treten.“

Kärntner Zeitung vom 23. Juni 1926<ref>Aus aller Welt. Das drahtlose Signal zum Mond. In: Kärntner Tagblatt, 23. Juni 1926, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/knz</ref>

Um weiterer Beobachtung zu entgehen, zog Goddard schließlich nach New Mexico, wo er seine Forschung im Stillen durchführen konnte. Im März 1937 behauptete die Presse, Goddard würde „die letzten Vorbereitungen für den Abschuß einer Mondrakete“ am 12. Mai treffen.<ref>Raketenschuß gegen den Mond. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landeszeitung, 26. März 1937, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fst</ref> Anfang Juli wurde dann spekuliert, er habe einen „Betriebsstoff für die Rakete zusammengestellt, der es möglich machen soll, die von ihm konstruierte Rakete bis an den Mond zu bringen. So werden derzeit in der Nähe von Boswell in Neu-Mexiko zwei Türme errichtet, von denen schon im Laufe dieses Sommers der Flug zum Mond angetreten werden soll.“<ref>Die Rakete. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ, 1. Juli 1937, S. 27 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</ref> Zu Goddards Lebzeiten zog seine Arbeit kaum ernsthafte Aufmerksamkeit auf sich.

Bis 1914 hatte Goddard bereits zwei US-Patente (#1,103,503 und #1,102,653) erhalten: eins für eine Rakete mit flüssigem Brennstoff und das andere für eine zwei- oder dreistufige Rakete mit festem Brennstoff. Bis dahin wurde der Antrieb mit verschiedenen Sorten Schießpulver erzeugt.

1924 heiratete er Esther Christine Kisk.

Ähnlich wie Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski und Hermann Oberth machte sich Robert Goddard frühzeitig Gedanken über Raumflüge zum Mond und zum Mars. Wegen seiner kühnen Raumflugvisionen wurde er jedoch als Phantast abgetan und geriet in Bezug auf die Raumfahrt fast völlig in Vergessenheit.

Erfolgreicher war Goddard im Bereich der Raketenentwicklung. Er entwickelte bereits um 1918 militärische Feststoffraketen und auch den Prototyp der Bazooka, einer Panzerabwehrrakete. Die Bazooka wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fertiggestellt und kam so erst im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz.

Er entwickelte nicht nur die mathematischen Grundlagen des Raketenantriebs und eine praktikable Technik von Raketentests (Triebwerks-Prüfstand etc.), sondern bewies auch, dass Raketenantriebe im Vakuum Schub produzieren können, was die Raumfahrt erst möglich macht.

Ab 1916 beschäftigte sich Goddard mit der Entwicklung von Flüssigkeitsraketen. Die Smithsonian Institution (siehe auch SAO) unterstützte ihn dabei finanziell. Der erste Brennversuch eines Raketenmodells fand am 6. Dezember 1925 statt, ein erster erfolgreicher Raketenstart am 16. März 1926. Obwohl diese Rakete nur 2,5 Sekunden in der Luft war, lediglich 50 m weit und nur knapp 14 m hoch flog, bewies der Start, dass Goddards Raketenträume Wirklichkeit werden können. Der Startplatz dieser Raketen ist heute unter der Bezeichnung Goddard Rocket Launching Site als National Historic Landmark anerkannt.

Am 17. Juli 1929 startete Goddard die erste flüssigkeitsgetriebene Rakete mit einer wissenschaftlichen Nutzlast. An Bord waren ein Barometer, ein Thermometer und eine Kamera. Die Rakete erreichte eine Höhe von 27 Metern. Aufgrund des großen Lärms beim Start bekam er damals einige Probleme mit den Behörden, er erhielt ein Startverbot für seine Raketen in Massachusetts. Durch die darauf folgenden Zeitungsberichte wurde Charles Lindbergh auf Goddard aufmerksam und gewann Daniel Guggenheim dafür, seine Raketenversuche zu unterstützen.

Ab Oktober 1930 arbeitete Goddard in Roswell und erreichte dort mit seinem fünften Raketenstart neue Bestwerte. Die Rakete erreichte eine Höhe von 610 Metern und flog mit etwa 800 km/h. Dabei und bei den folgenden Starts wurde Goddard das Problem der Flugstabilisierung bewusst. Er begann mit gyroskopischer Stabilisierung zu experimentieren und führte im April 1932 mit einem Gyroskop, das das Strahlruder im Gasstrom des Triebwerks steuerte, einen Flugtest durch. Obwohl die Rakete nach einem kurzen Aufstieg abstürzte, hatte das Leitsystem funktioniert, und Goddard betrachtete den Test als Erfolg.<ref name="Lehman1988_14">Milton Lehman: Robert H. Goddard: Pioneer of Space Research. Da Capo Press, New York 1988, ISBN 0-306-80331-3, S. 14, 16.</ref>

Nach knapp drei Jahren Pause startete er am 8. März 1935 eine Rakete, die als erste mit einer Geschwindigkeit von 1125 km/h die Schallmauer durchbrach. Am 28. März 1935 schaffte er mit einem weiteren Start einer kreiselstabilisierten Rakete den Durchbruch. Die Rakete erreichte eine Höhe von 1460 Metern und flog fast 4000 Meter weit.

Goddard starb 1945 im Alter von 62 Jahren an Kehlkopfkrebs.

Auszeichnungen und Ehrungen

Datei:Stamp-robert h goddard.jpg
Robert H. Goddard auf einer US-amerikanischen Briefmarke (1964)

Erst im Zuge der weiteren Raketenentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm die verdiente Anerkennung zuteil – unter anderem durch die Namensgebung des Goddard Space Flight Center.

Der Mondkrater Goddard ist nach ihm benannt und der Asteroid (9252) Goddard.

Goddard hat Anfang des 20. Jahrhunderts zwei Mal den Prix international d'astronautique (REP-Hirsch-Preis) verfehlt. Bei der ersten Vergabe im Jahr 1929 wurde seine Arbeit nicht berücksichtigt, weil sie „nicht fortschrittlich genug“ war.<ref name="iaa_history_symposia_38">History of Rocketry and Astronatics; Kapitel 2: André Louis-Hirsch (1899-1962) - A Sponsor of Early Astronautics in France; Seite 11ff.; ISBN 978-0-87703-677-7</ref> Bei der vierten Vergabe im Jahr 1934 reichte der als Favorit gehandelte Goddard seine Arbeit nicht fristgerecht ein. Die Société astronomique de France sprach ihm daraufhin in der 50. Ausgabe ihres Bulletin L'Astronomie ein großes Bedauern darüber aus.<ref name="LAstr_50_313">Elections Generales du 10 Juin 1936. L'astronomie Ausgabe 50 Seite 313</ref>

1979 wurde er in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

Literatur

  • Robert Hutchings Goddard, “The Moon-Rocket Man”. In: Kendall Haven, Donna Clark: 100 Most Popular Scientists for Young Adults: Biographical Sketches and Professional Paths. Libraries Unlimited, Englewood 1999, ISBN 978-1-56308-674-8, S. 216–220.

Weblinks

Commons: Robert Goddard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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