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Marschall (Hofamt)

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Vorlage:Hinweisbaustein Der Marschall (mittellateinisch marescalcus „Pferdeknecht, Heerführer“) ist ein erbliches Erz- und Hofamt.

Geschichte

Als der sächsische Herzog Heinrich I. am 12. März 919 in Fritzlar zum König des Ostfrankenreiches gewählt wurde, erschienen bei dem anschließenden Krönungsmahl in der Pfalz erstmals die Erzämter des Reiches: Erz-Marschall, Erz-Truchseß, Erz-Kämmerer und Erz-Mundschenk. Erbtruchseß waren die von Waldburg, Erbschenk die Schenken von Limpurg, Erbmarschall die von Pappenheim und Erbkämmerer die von Bolanden-Falkenstein.

In der Goldenen Bulle wird der Kurfürst von Sachsen als Reichs-Erzmarschall (Archimarescallus) benannt. Er war bei zeremoniellen Gelegenheiten der Träger des Reichsschwertes. Sein Amtszeichen, das er auch im Wappen führte, waren zwei gekreuzte rote Schwerter. Die Stellvertretung war erblich als Reichserbmarschall (Vicemarescallus) an die Grafen von Pappenheim gebunden. Waren beide Ämter im Hochmittelalter noch mit realer Funktion als Befehlshaber des gesamten Reichsaufgebots versehen, erfüllten sie spätestens seit der Renaissance lediglich zeremonielle Aufgaben bei Kaiserkrönungen und Reichstagen.

Die Marschall-Familien

Liste der den Marschallstitel als Bestandteil des Familiennamens führenden Familien

In der Regel leiten die Marschall-Familien ihren Namen von dem Hofamt eines Marschall her. Die nachfolgenden Familien führen zur Unterscheidung meist den Stammsitz oder ihre Herkunft zusätzlich hinter dem Marschall-Titel.

  • Marschall von Anweil (Ministerialen zu Konstanz)
  • Marschalck von Bachtenbrock, Erbmarschall des Erzbistums Bremen (auch M. von Bachtenbruck, M. von Cronenberg, M. von Cranenburg<ref name="IDA" />)
  • Marschalck von Baldingen, im 14. Jh. zu Freiburg
  • Marschall von Basel mit der Linie Marschall von Liestal, Erbmarschall des Bischofs von Basel
  • Marschall von Biberbach (und Kahlenthal) → Marschall von Pappenheim
  • Marschall von Bieberstein, Marschall der Markgrafschaft Meißen
  • Marschall von Bleideck, Lehnsleute des Bischofs von Konstanz
  • Marschall von Da(h)l(e)witz<ref name="IDA" /> (auch von Marschall, des Stammes des schottischen Adelsgeschlechts Marishall de Clothoderick (Marschall von Clothoderick), eines Stammes mit den Marschall von Keit (Erbmarschall von Schottland, schottischer Grafenstand 1458), Marschall von Eslemont und Marschall von Lochwardt,<ref>Jakob Christoph Beck: Neu-vermehrtes Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon, S. 1075</ref> für den preußischen Minister Samuel von Marschall wurde 1717 die adlige Herkunft anerkannt, dann Adelsgeschlecht des Nieder-Barnim<ref>Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon, S. 6</ref>), Besitzer der Landgüter Dahlewitz, Münchehofe, Rahnsdorf, Tasdorf (heute Ortsteil von Rüdersdorf bei Berlin) und Ranft<ref>Rolf Straubel: Adlige und bürgerliche Beamte in der friderizianischen Justiz- und Finanzverwaltung. Ausgewählte Aspekte eines sozialen Umschichtungsprozesses und seiner Hintergründe (1740–1806) (= Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 59). BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8305-1842-6, S. 307 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
  • Marschall von Derschney,<ref name="IDA" /> in Schwaben, auch Marschall von (der) Schney,<ref>Johann Gottfried Biedermann: Geschlechts-Register Der Reichs-Frey-unmittelbaren Ritterschafft, 1747, S. 198</ref> Marschall in der Schney,<ref>Karl Friedrich Hohn: Geographisch-statistische Beschreibung des Ober-Mainkreises, 1827, S. 338</ref> Marschall zu Raucheneck aus der Schney,<ref>Johann Carl Sigmund Holzschuher: Sammlung einiger Nachrichten von der Capelle auf dem Gottes-Acker, 1788, S. 22</ref> eines Stammes mit den von Redwitz<ref>Nikolaus Haas: Geschichte des Slaven-Landes an der Aisch und den Ebrach-Fluchen, S. 313</ref>
  • Marschall von Delsberg genannt Spender (Spendre, Elsass), Lehnsleute der Bischöfe von Basel, eines Wappens mit den Marschall von Basel<ref>Carl Günther Ludovici: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste, Sp. 1736</ref>
  • Marschall von Dettikofen (Tetenkoven)
  • Marschall von Diefurt
  • Marschall von Donnersberg (auch Marschall von Dornsperg<ref name="IDA" />), erloschen Ende 16. Jh., eines Stammes mit den Marschall von Oberndorf, seit 1150 Marschall der Bischöfe von Augsburg, den Marschall von Boxberg (Bocksberg),<ref>1315 von Ludwig dem Bayern mit dem Patronat zu Ehingen belehnt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RI VII (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.regesta-imperii.de Ludwig der Bayer (1314–1347) – [RI VII] H. 5</ref> Marschall von Elgen und Truchsess von Killenthal<ref>Johann Nepomuck Franz Anton von Raiser: Drusomagus,- Sedatum, und römische Alterthümer, S. 30 ff.</ref>
  • Marschall von Ebersberg (= Marschall von Eckersberg, mit den Linien Altengottern, Burgholzhausen (Holzhausen), Gosserstedt, Guthmannshausen, Troeber, Erbmarschall in der Landgrafschaft Thüringen)
  • Marschall von Ebnet, eines Stammes mit den von Redwitz
  • Marschall von Eckardtsberge<ref name="IDA" /> (auch M. von Eckertsberg)
  • Marschall von Erlebach und Einödt<ref name="IDA" /> → Marschall genannt Greiff, auf Erlebach
  • Marschall von Eckersberg (= Marschall von Ebersberg, mit den Linien Altengottern, Burgholzhausen (Holzhausen), Gosserstedt, Guthmannshausen, Troeber, Erbmarschall in der Landgrafschaft Thüringen)
  • Marschall von Eupen, s. unten, Eupen, Erbmarschall des Herzogtums Limburg<ref>Quix (1837), S. 26.</ref>
  • Marschall von Falkenstein, auch Marschall von Sanct Gallen
  • Marschall von Froburg
  • Marschall von Gnandstein, frühere Bezeichnung der → Marschall von Bieberstein
  • Marschall von Goldbach
  • Marschall von Gosserstedt<ref>Heinrich Otte, Gustav Sommer: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Eckartsberga. Otto Hendel, Halle an der Saale 1883, S. 36 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
  • Marschall von Hohenreichen → Marschall von Pappenheim<ref>Allianzwappen Georg Notthafft-Margaretha, Herr Manngen Marschalkhen von Hochen Reichen Tochter</ref>
  • Marschall von Jülich (Familie von Eschweiler)
  • Marschall von Justingen, auch von Justingen
  • Marschall von Kalden → Marschall von Pappenheim
  • Marschalck genannt Kraft, im 15. Jh. zu Konstanz, im Thurgau
  • Marschall von Kunstadt, Marschall des Hochstifts Bamberg, eines Stammes mit den von Redwitz
  • Marschall von Liebenstein
  • Marschall von Maierhofen
  • Marschall von Meilenhart → Erbmarschall von Lechsgemünd-Graisbach
  • Marschall von Markdorf
  • Marschall von Mockritz → Marschall von Bieberstein
  • Marschall von Nabeck
  • Marschall von Neuenbürg, Adelsgeschlecht in Neuenburg, besonders in Hach
  • Marschall von Oberndorf → Marschall von Donnersberg
  • Marschall von Osdagessen
  • Marschalk von Ostheim, Erbschenk des Erzstiftes Mainz, Marschall von Reichenau
  • Marschall von Rechberg → Marschall von Pappenheim<ref>Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon bAnd 2, S. 99</ref>
  • Marschall von Seewasen (Elsass)
  • Marschal-Perelat<ref name="IDA">Institut Deutsche Adelsforschung, Adelslexikoneinträge aus dem 19.Jahrhundert</ref> (Der Feldmarschall-Lieutenant Peter Marschal-Perelat wurde 1819 in den Freiherrenstand erhoben.)<ref>Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, Band 2, S. 96</ref>
  • Marschall von Staffelstein
  • Marschall von Straßburg, auch Marschall von Huneburg (Die Grafen und Herren von Huneburg (Unterelsass)), angeblich ein Zweig der Grafen von Metz, hatten das Großmarschallamt des Bistums Straßburg (welches nach ihrem Erlöschen an die Dynasten von Lichtenberg kam) inne und nannten sich auch Marschall von Huneburg oder von Straßburg
  • Marschall von Staufen, Linie derer von Staufen (Unterelsass)
  • Marschall von Struntzberg<ref name="IDA" />
  • Marschall von Stumpfberg
  • Marschall von Sulicki
  • Marschall von Trebra
  • Marschalken von Schiltberg, Marschall der Wittelsbacher
  • Marschall von Waldeck (auch Marschall von Waldeck genannt von Ueben, Marschall von Lorch, Sooneck (Marschall) von Waldeck genannt von Lorch), Erbmarschall von Kurmainz<ref>„Johannes III. Marschall von Waldeck 1364, Lorch“. Grabdenkmäler in Hessen bis 1650. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
  • Marschalk von Warburg
  • Marschall von Weil
  • Marschall genannt Greiff, Marschall der gefürsteten Grafschaft Henneberg, 1923 im Mannesstamm erloschen mit Ulrich Marschall genannt Greiff
  • Marschall von Zimmern auf Burg Marschalkenzimmern mit den Linien Marschall von Geisingen, Marschall von Hohenberg, Marschall von Reichenau und Marschall von Wartenberg, Marschälle der Grafen von Hohenberg
  • Marschalek,<ref name="IDA" /> auch Marschallek, preußische Rittergutsbesitzer und Pächter von Groß Kreutz in der Zauche<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/kirchengemeinde-gross-kreutz.deDas Herrenhaus in Groß Kreutz. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 147 kB)</ref>

Liste der nur zusätzlich den Erbmarschallstitel führenden Familien

Siehe auch

  • Drost, sein Amt war vergleichbar mit dem eines Erbmarschalls

Literatur

  • Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen. Eigenverlag Rittergut Kirchscheidungen, 2009.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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