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Hetzner Online

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. März 2026 um 11:30 Uhr durch imported>Rolf acker (Unwiderrufliche Löschung der Website des ukrainischen Mediums «Zaborona»: bibliograf. Angaben korr. u. ergänzt).
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Hetzner Online GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Hetzner.svg
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Gründung 1997
Sitz Gunzenhausen, Deutschland
Leitung Martin Hetzner, Stephan Konvickova, Günther Müller
Mitarbeiterzahl 306
Umsatz 367,08 Mio. EUR<ref name="JA_21" />
Branche Internetdienstleister
Website www.hetzner.com
Stand: 31. Dezember 2021
Datei:Hetzner DCP Luftbild.jpg
Datacenterpark der Hetzner Online GmbH in Falkenstein/Vogtl.

Die Hetzner Online GmbH ist ein Internetdienstanbieter mit Sitz in Gunzenhausen. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt ca. 306 Mitarbeiter (2021)<ref>Unternehmensregister. Abgerufen am 24. April 2024.</ref>.

Geschichte

Die Hetzner Online GmbH wurde 1997 von Martin Hetzner unter dem Namen „Hetzner Online Service“ gegründet. 1999 entstand außerdem das eigenständig agierende Partnerunternehmen Hetzner (Pty) Ltd in Südafrika, welches seit Juli 2019 unter dem Namen xneelo firmiert.<ref>Hetzner South Africa rebrands to xneelo. Abgerufen am 3. September 2019.</ref> Zwischen 2000 und 2015 firmierte Hetzner Online in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, aktuell als GmbH.<ref>Hetzner Online AG – Geschäftsführer: Martin Hetzner · Formwechsel: Hetzner Online GmbH. Abgerufen am 15. April 2023.</ref>

Im Jahr 2016 wurde die Tochtergesellschaft Hetzner Cloud GmbH, mit Sitz in München, gegründet.<ref>Hetzner Cloud GmbH – Neueintragung · Geschäftsführer: Sebastian Färber, Jochen Tuchbreiter · Anschrift: Feringastr. 6, D-85774 Unterföhring · Kapital: 25.000 € · Gesellschaftsvertrag: 13.06.2016 · Unternehmensgegenstand. Abgerufen am 15. April 2023.</ref> Diese betreibt die Hetzner Cloud-Plattform.<ref>Hetzner Cloud GmbH. Abgerufen am 15. April 2023.</ref>

Produktportfolio

Das Produktportfolio der Hetzner Online GmbH umfasst primär die Vermietung von physischer Serverhardware, Bare Metal Server, und wird bei Hetzner als „Dedizierte Root-Server“ bezeichnet. Auf diese Systeme hat der Kunde via Netzwerk exklusiven und vollen Root-Zugriff. Daneben werden Webhosting, Domainregistrierung, Dedicated Hosting, Shared Hosting, Cloud-Lösungen, Netzwerkspeicher als Storage Box bezeichnet, managed Nextcloud unter dem Namen Storage Share und SSL-Zertifikate angeboten.

An den Standorten Nürnberg, Falkenstein/Vogtl. und Helsinki haben Kunden die Möglichkeit, ihre eigene Hardware in einem Rechenzentrum einzustellen und dabei Colocation-Services zu nutzen.<ref>Über uns – Hetzner Online GmbH. Abgerufen am 14. November 2017.</ref>

Neben neuen physischen Serversystemen werden auf der „Serverbörse“ ältere und bereits in Vermietung gewesene Server-Modelle in Form einer Holländischen Auktion zur Miete versteigert. Die Preise der angebotenen Server fallen dabei zyklisch nach einem definierten Zeitfenster bis zu einem unteren Fixbetrag.<ref>Holger Bleich: Hetzner versteigert gebrauchte Rootserver. Heise, 1. März 2012, abgerufen am 14. November 2017.</ref> Defekte Hardware, die bei gemieteter physischer Serverhardware bis zum Ausfall betrieben wurde, wird von Hetzner kostenfrei ausgetauscht. Allerdings sind Kunden für das Monitoring, beispielsweise mittels S.M.A.R.T. und Sicherung gegen Datenverlust wie die Erstellung von Backups, selbst verantwortlich.<ref>Dedizierte Root Server Guide. Abgerufen am 9. Oktober 2018.</ref>

Infrastruktur

In Falkenstein/Vogtland, Nürnberg und Helsinki betreibt das Unternehmen drei große Rechenzentren von mehreren tausend Quadratmetern Fläche.<ref>Rechenzentren und Anbindung – Hetzner DokuWiki. Abgerufen am 14. November 2017.</ref><ref>IHK Nürnberg für Mittelfranken: IHK Nürnberg für Mittelfranken. Abgerufen am 14. November 2017.</ref> Die Standorte sind untereinander redundant über das eigene Glasfasernetz verbunden, sowie an zentrale Austauschknoten, wie z. B. am DE-CIX, AMS-IX, DATA-IX, Netnod-IX und V-IX, für öffentliches Peering angebunden.<ref>Hetzner Online GmbH: Moderne Netzwerkinfrastruktur. 25. Juli 2012, abgerufen am 15. November 2017.</ref> Daneben besteht an ausgewählten Standorten und ab bestimmten Volumen auch die Möglichkeit zu „privatem Peering“, wie es beispielsweise im Zusammenschluss mit den Netzwerk von Hetzner zu Amazon oder Google der Fall ist.<ref>Rechenzentrum – Private Peerings. Abgerufen am 9. Oktober 2018.</ref>

Im Herbst 2021 nahm Hetzner eine Colocation in Ashburn (Virginia, USA) in Betrieb. Im Dezember 2022 folgte in den USA eine weitere Colocation in Hillsboro (Oregon).<ref>Hetzner baut Präsenz in USA aus. Abgerufen am 13. Dezember 2022.</ref> Am 6. August 2024 nahm Hetzner eine Colocation in Singapur in Betrieb, die als erste ihrer Art vollständig in der Cloud betrieben wird.<ref>Hetzner: Hetzner goes Singapore! 6. August 2024, abgerufen am 6. August 2024.</ref> In den Colocationen werden nur virtuelle Cloud-Rechner angeboten, während in den eigenen Rechenzentren in Europa auch physische Rechner angeboten werden.

Die Datacenter sind gemäß ISO/IEC 27001 zertifiziert. Die Stromversorgung erfolgt aus regenerativen Energiequellen,<ref>Zertifikat zur Stromversorgung aus erneuerbaren Energien verliehen an die Hetzner Online GmbH. (PDF) Energiedienst AG, abgerufen am 31. August 2023.</ref> Ausstattung und Betrieb der Datacenter erfolgen nach Gesichtspunkten der Klimafreundlichkeit. Beispielsweise wird die Abwärme der Server zum Heizen von Büroräumen verwertet.<ref>TÜV SÜD awarded the 'Energy Efficient Enterprise – Data Centre' certificate to Hetzner Online's data centre park. TÜV SÜD, 1. Juli 2011, abgerufen am 1. Januar 2020.</ref>

Hetzner Online beteiligte sich als Co-Investor am Seekabel C-Lion1 (sprich: „Sea-Lion“) des finnischen Providers Cinia, welches Rostock mit Helsinki durch ein 1100 km langes Glasfaserkabel verbindet. Es wird mitgenutzt, um eine abgesicherte und schnelle Verbindung zwischen den Datacentern in Deutschland und dem Datacenter-Standort in Finnland herzustellen.<ref>Holger Bleich: Ein neues Daten-Seekabel für skandinavische Rechenzentren. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. August 2016; abgerufen am 14. November 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heise.de</ref>

Kontroversen

Gerichtsverfahren um no.spam.ee

2013 verfasste der estnische Anti-Spam-Aktivist Tõnu Samuel einen Blogeintrag über den mutmaßlichen Spamversender Silver Teede auf seiner Website no.spam.ee. Als Vergeltungsmaßnahme wandte sich Teede an Hetzner Online, Samuels Hostingdienstleister, der daraufhin entschied, die Website ohne vorliegenden Gerichtsbeschluss offline zu nehmen. In einem folgenden Gerichtsverfahren entschied ein estnisches Gericht, dass keine rechtswirksamen Gründe für die Abschaltung vorlagen, und sprach Samuel außerdem 11.500 € Schadenersatz für den Verlust seiner Website zu.<ref>Hans Lõugas: Laimaja peab sotsiaalmeedias vabandust paluma. Eesti Päevaleht, 29. Oktober 2013, abgerufen am 1. Januar 2020.</ref><ref>Sander Silm: Netilaimaja peab maksma Tõnu Samuelile 11 150 eurot. Õhtuleht, 28. Oktober 2013, abgerufen am 1. Januar 2020.</ref><ref>Silver Meikar: Silver Meikar: avatus ja läbipaistvus taastaks usalduse. Postimees, 17. Juni 2013, abgerufen am 1. Januar 2020.</ref>

Russische Beschwerden über Glavcom

Während der Annexion der Krim durch Russland und des russischen Kriegs in der Ukraine versuchte der russische Föderale Dienst für die Medienaufsicht (Roskomnadsor) im August 2014 vielen Nachrichtenagenturen, unter anderem auch der britischen BBC, die Berichterstattung über den „Marsch für eine Föderalisierung Sibiriens“ in Nowosibirsk zu verbieten.<ref>BBC: Блог редактора: Артем Лоскутов и „федерализация Сибири“</ref><ref>BBC World Service statement regarding interview with Artem Loskutov</ref> Russland war besorgt, dass die dortigen Autonomiebestrebungen zu einer späteren Abspaltung Sibiriens führen könnten. Wie viele andere auch weigerte sich das in der Ukraine bekannte Nachrichtenportal Glavcom dagegen, einen Artikel zu dem Thema offline zu nehmen. Bald übte Roskomnadsor Druck auf den Hostingdienstleister von Glavcom, Hetzner Online, aus.<ref>Немцы заблокируют «Главком» за то, что он не удалил статью по требованию Роскомнадзора</ref> Hetzner Online verschickte daraufhin am 4. August an den Betreiber von Glavcom eine Mitteilung, dass der Artikel angeblich gegen die Geschäftsbedingungen verstoße, und drohte am 6. August schließlich mit der Abschaltung der Website.<ref>Webhoster Hetzner: Deutsche Firma hilft russischer Medienaufsicht bei Zensur. In: Spiegel Online, 8. August 2014.</ref> Die Zusammenarbeit bei den Zensurbestrebungen erzeugte großes Aufsehen, die Reporter ohne Grenzen sprachen eine Rüge gegen Roskomnadsor aus,<ref>Reporter ohne Grenzen: Russische Zensurversuche im Ausland</ref> das ukrainische Außenministerium zeigte sich von der Reaktion Hetzners irritiert.

In der Folge entschuldigte sich Hetzner Online, bestritt die Absicht zur Zensur und erklärte, dass es sich um eine bedauernswerte Fehlentscheidung des Kundendienstes handelte.<ref>Zensur aus Russland: Hetzner entschuldigt sich bei Glavcom. In: Spiegel Online, 12. August 2014.</ref><ref>Human rights in Ukraine: Russian censor will not be allowed to block Glavkom</ref>

Sperrung der Nowaja gaseta

Am 11. Januar 2016 schaltete Hetzner Online die Website der Nowaja gaseta ab, einer größeren regierungskritischen Zeitung in Russland.<ref>Немецкий провайдер заблокировал сайт «Новой газеты в Петербурге»</ref> Die Zeitung wertete den Vorfall als politische Zensur ohne vorhergehenden Gerichtsbeschluss.<ref>Осторожно, цензура!</ref>

Unwiderrufliche Löschung der Website des ukrainischen Mediums «Zaborona»

Im November 2025 entfernte Hetzner die Website des ukrainischen unabhängigen Medienprojekts «Zaborona» einschließlich der gesamten zugehörigen Serverinfrastruktur. Als formaler Grund wurde eine zweimonatige offene Hosting‑Rechnung in Höhe von 173,89 Euro genannt. Hetzner leitete vor der Abschaltung der Website mehrere Mitteilungen der russischen Medienaufsicht Roskomnadzor an «Zaborona» weiter, in denen die Entfernung einzelner Artikel gefordert wurde. Dies betraf unter anderem einen Bericht über mutmaßliche Misshandlungen in russisch kontrollierten Gebieten. Die Chefredakteurin Kateryna Serhatskova erklärte, die Redaktion habe wiederholt darauf hingewiesen, ein ukrainisches Medium zu sein und nicht der russischen Gesetzgebung zu unterliegen.<ref>Немецкий провайдер Hetzner безвозвратно удалил сайт украинского издания «Заборона». In: istories.media. 20. März 2026, abgerufen am 21. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Марія Бровінська: German hosting company deleted Ukrainian media site due to €173 debt. 7-year archive lost. In: dev.ua. 21. März 2026, abgerufen am 21. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mitgliedschaft in Fachverbänden

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Hetzner Online – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="JA_21">Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 im elektronischen Bundesanzeiger</ref> </references>