Tjark Bartels
Tjark Bartels (* 28. Mai 1969 in Burgwedel) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war Bürgermeister der Gemeinde Wedemark<ref>Tjark Bartels. In: www.wedemark.de. Gemeinde Wedemark, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Juni 2013; abgerufen am 25. Januar 2019.</ref> und Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.dewezet.de. Tjark Bartels ist neuer Landrat ( vom 27. August 2016 im Internet Archive)</ref> Seit seinem Ruhestand ist er Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter eines Unternehmens zur Politikberatung.
Leben
Bartels wuchs in der Wedemark auf. Nach Abitur und Zivildienst studierte er an der Leibniz-Universität in Hannover Rechtswissenschaften. Er schloss das anschließende Referendariat im Jahr 2000 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab. Er war Lehrbeauftragter der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Vechta.
Politische Laufbahn
Im Jahr 2006 gewann Bartels die Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Wedemark. Am 28. Mai 2013 stellte die SPD Hameln-Pyrmont Bartels als Kandidat für die Landratswahl am 22. September 2013 auf. Die Landratswahl wurde vorgezogen, da der gewählte Landrat Rüdiger Butte am 26. April 2013 in seinem Büro von einem Bürger erschossen worden war. In der Stichwahl am 6. Oktober 2013 gewann Bartels gegen seinen Herausforderer Uwe Schünemann mit 59,84 % der Stimmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.hameln-pyrmont.de: Ergebnisse der Stichwahl 2013 ( vom 10. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref>
Tjark Bartels ist bundesweit bekannt als Initiator und Sprecher einer Zusammenarbeit von 20 Landkreisen, durch die ursprünglich die Gleichstrom-Höchstspannungsleitung Südlink verlaufen sollte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hamelner Erklärung ( vom 1. Mai 2018 im Internet Archive)</ref> Unter der „Hamelner Erklärung“ bekannten sich die Landkreise zur Notwendigkeit einer solchen Trasse, kritisierten aber die Planungen des Netzbetreibers Tennet<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.energie-und-management.de: Hamelner Erklärung gegen Südlink an BNetzA übergeben ( vom 24. September 2015 im Internet Archive)</ref> und forderten eine Verlegung als Erdkabel.<ref>www.dewezet.de: Landkreise überreichen Hamelner Erklärung gegen die Stromtrasse</ref> Im Februar 2015 wies die Bundesnetzagentur TenneT an, die Planungen zu überarbeiten und entsprach in wesentlichen Teilen den Forderungen der Landkreise. Im Koalitionsausschuss einigten sich die Spitzen der Regierungsparteien neben anderen Punkten auf einen Vorrang des Erdkabels beim Südlink und anderen Gleichstromtrassen.<ref>www.bmwi.de: Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende</ref>
Bartels unterstützte die Pläne, in der Gemeinde Emmerthal auf dem früheren Gelände der Reichserntedankfeste den Dokumentations- und Lernort Bückeberg einzurichten. Dies beschloss schließlich der Kreistag von Hameln-Pyrmont 2018.<ref>www.dewezet.de: Hameln-Pyrmont billigt NS-Infostätte am Bückeberg in Dewezet vom 13. März 2018</ref> Da sich seit 2009 gegen das Vorhaben am Hang des Bückebergs eine grundsätzliche Kritik durch die Bevölkerung vor Ort und die Lokalpolitik verfestigt hatte, wirkte er an einem 2018 geschlossenen Kompromiss zur Realisierung mit.<ref>www.haz.de: Nach Widerstand von Anwohnern: Kompromiss für Bückeberg-Gedenkstätte in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. November 2018</ref><ref>Christian Branahl: www.dewezet.de: Weder Sieger noch Verlierer in Dewezet vom 30. November 2018</ref>
Im Jahr 2019 geriet Bartels in die Medien im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall Lügde, wozu er Fehler seiner Behörde einräumte. Das Jugendamt des Landkreises Hameln-Pyrmont hatte dem späteren Hauptverdächtigen in dem Fall die Pflege eines Kindes übertragen, obwohl es innerhalb von fünf Monaten drei voneinander unabhängige Hinweise auf seine mögliche Pädophilie gegeben habe.<ref>www.ndr.de: Neue Pannen und Manipulationen im Fall Lügde vom 19. März 2019</ref>
Versetzung in den Ruhestand
Im Oktober 2019 wurde nach mehrmonatiger Krankheit auf seinen Antrag vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport ein Verfahren zu seiner Versetzung in den Ruhestand aufgrund von Dienstunfähigkeit eingeleitet.<ref>Landrat Tjark Bartels weiterhin nicht im Dienst www.hameln-pyrmont.de. In: www.hameln-pyrmont.de. 11. Oktober 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Oktober 2019; abgerufen am 11. Oktober 2019.</ref><ref>Burn-out: Landrat Bartels kündigt Rücktritt an bei ndr.de vom 11. Oktober 2019</ref> In einer öffentlichen Videobotschaft machte er Angaben zu den Gründen seines Ausscheidens.<ref>Landrat Tjark Bartels weiterhin nicht im Dienst. Videobotschaft. In: www.youtube.com. Abgerufen am 13. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Damit löste er eine Debatte um Umgangsformen in Politik, Medien und sozialen Netzwerken aus, an dem sich neben dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil auch Politiker anderer Parteien beteiligten.<ref>Debatte über politische Umgangsformen nach Bartels-Rücktritt. In: www.rundblick-niedersachsen.de. Abgerufen am 13. Oktober 2019.</ref> Am 28. Oktober 2019 hat das Niedersächsische Innenministerium Bartels in den Ruhestand versetzt.<ref>Bartels in den Ruhestand versetzt. In: www.dewezet.de. Abgerufen am 29. Oktober 2019.</ref> „Der Hameln-Pyrmonter Kreistag ist mehrheitlich zu der Auffassung gelangt, dass der Auslöser der Arbeitsunfähigkeit des früheren Landrates Tjark Bartels als Dienstunfall zu werten ist.“<ref>www.dewezet.de: Schlussstrich: Bartels Dienstunfall von Kreistag anerkannt</ref>
Nach dem Ruhestand
2022 wurde Tjark Bartels von Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze aufgrund seiner Erfahrungen mit Partnerschaften zu Israel, Südafrika und Schweden und seines Engagements im Netzwerk Act Now (Wien) zu einem der ca. 30 ehrenamtlichen Botschafter für kommunale Entwicklungspolitik.<ref>Unser Angebot für Kommunen. Abgerufen am 19. Februar 2025.</ref><ref>Ehrenamtliche Botschafter*innen für Kommunale Entwicklungspolitik. Abgerufen am 19. Februar 2025.</ref>
Bartels ist Gründer und gemeinsam mit Hauke Jagau Partner der Beratungsfirma „Bissendorf Consulting“. Bissendorf Consulting berät nach eigenen Angaben „an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik“<ref name="Bissendorf" /> und wurde am 16. Juni 2023 mit Ersteintrag in das Lobbyregister für Bundestag und Bundesregierung aufgenommen.<ref name="Lobbyregister" /> Als im Frühsommer 2023 die Beratungsfirma Wiese Consulting von Heino Wiese liquidiert wurde, wechselten „die beiden engsten Mitarbeiterinnen von Heino Wiese (...) nur das Klingelschild aus. Sie arbeiten nun als Geschäftsführerin und Senior Advisor“ für Bissendorf Consulting.<ref name="Stiller Krieg" /> Zumindest vorübergehend war auch Heino Wiese selbst für Bissendorf Consulting tätig.<ref name="Bissendorf" />
Bartels ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt in der Region Hannover im Ortsteil Bissendorf der Gemeinde Wedemark.
Weblinks
- Nennung bei der Kurzbeschreibung von Bürgermeistern und Gemeindedirektoren der Gemeinde Wedemark
- www.haz.de: Bürgermeister wirft der CDU Regelbruch vor
- www.dewezet.de: Landratskandidat der SPD: Tjark Bartels
- Website von Bartels’ Beratungsfirma „Bissendorf Consulting“
Einzelnachweise
<references>
<ref name="Bissendorf">Über uns - das sind wir. In: Bissendorf Consulting. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Februar 2024; abgerufen am 22. November 2024.</ref>
<ref name="Lobbyregister">Bissendorf Consulting GmbH. Eintrag im Lobbyregister. In: www.lobbyregister.bundestag.de. Deutscher Bundestag, 8. August 2023, abgerufen am 24. Februar 2024.</ref>
<ref name="Stiller Krieg">Reinhard Bingener, Markus Wehner: Der Stille Krieg - Wie Autokraten Deutschland angreifen; Verlag C. H. Beck; München 2025; S. 81f.</ref>
</references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bartels, Tjark |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), ehemaliger Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont und Politikberater |
| GEBURTSDATUM | 28. Mai 1969 |
| GEBURTSORT | Burgwedel |