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Otto Seydel

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Otto Seydel (* 1945 in Potsdam) ist ein deutscher Pädagoge und Schulreformer.

Biografie

Otto Seydel ist Sohn von Liselotte Seydel, geb. Schrecker, und Joachim Seydel. Nach dem Abitur an der Tellkampfschule Hannover studierte er an den Universitäten Göttingen und Marburg evangelische Theologie und Pädagogik, u. a. bei dem Theologen Manfred Josuttis sowie den Pädagogen Hartmut von Hentig und Dieter Baacke.<ref name="Seydel1995">Seydel, Otto: Zum Lernen herausfordern. In: Zum Lernen herausfordern: Das reformpädagogische Modell Salem. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, S. 87 ff. (zuerst erschienen in: Die Deutsche Schule, 2. Beiheft 1992, S. 72 ff.).</ref>

Nach Abschluss des Vikariats im Jahr 1972 wechselte Seydel als wissenschaftlicher Assistent im Fachbereich Pädagogik an die neu gegründete Universität Bielefeld und promovierte bei Dieter Baacke zum Thema „Konflikt. Studie über einen Grundbegriff politischer Bildung und sozialen Lernens“ (1976).<ref name="VdL1985">Seydel, Otto: Lehrer lernen – Fortbildung für Internatslehrer. In: Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime (Hrsg.): Konzepte und Erfahrungen. 1985, S. 21 ff. (Eigendruck).</ref>

Von 1976 bis 2001 arbeitete er als Lehrer und Erzieher an der Internatsschule Schloss Salem. 1992 übernahm er dort die Aufgabe der Stufenleitung der Salemer Unterstufe auf Burg Hohenfels, 1997 die Stufenleitung der Salemer Oberstufe auf Schloss Spetzgart.<ref name="Seydel1995" /> 2001 gründete er das selbstständige Institut für Schulentwicklung in Überlingen (Bodensee).<ref name="Seydel1995" />

Wirken

1981 initiierte Seydel die Reform des Salemer Mittelstufenunterrichts (Bildung von Jahrgangsteams, Epochen- und Projektunterricht u. a.).<ref name="Seydel1995" /> 1986 baute er von Salem aus die Pädagogische Arbeitsstelle der Deutschen Landerziehungsheime auf, die erste gemeinsame Lehrerfortbildungseinrichtung der Internatsschulen in reformpädagogischer Tradition.<ref name="VdL1985" />

Im Rahmen dieser Arbeitsstelle gründete er 1989 mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung den Schulverbund Blick über den Zaun. In diesem Schulverbund sind inzwischen ca. 130 Schulen auf der Basis gemeinsamer Qualitätsstandards zusammengeschlossen.<ref>Chronik – Entstehung des Schulverbunds Blick über den Zaun. Schulverbund Blick über den Zaun, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref>

Nach der Gründung seines Instituts für Schulentwicklung moderierte Seydel gemeinsam mit Wolfgang Harder 2002/2003 den „Runden Tisch Bildung“ der Stadt Bremen, der den Anstoß zu tiefgreifenden Veränderungen der Bremer Schullandschaft gab.<ref>Runder Tisch Bildung – Dokumentation. Freie Hansestadt Bremen, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref>

Von 2003 bis 2008 initiierte und leitete er das Schulentwicklungsprojekt der Robert Bosch Stiftung „Lehrer im Team“.<ref>Neuer Qualitätsschub für bremische Schulen. Senatspressestelle Bremen, 2006, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref>

Ab 2004 entwickelte und realisierte Seydel das Konzept für die Bremer Schulinspektion. Bremen war das einzige Bundesland, das auf dieser Basis die Schulinspektion extern vergab und ausschließlich qualitativ orientiert gestaltete.<ref name="BremenInspektion">Otto Seydel: Konzept für die Bremer Schulinspektion. Freie Hansestadt Bremen, 2004, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref>

Ab 2005 war Seydel gemeinsam mit Peter Fauser maßgeblich an der Konzeptentwicklung des Deutschen Schulpreises beteiligt und von 2006 bis 2011 Mitglied der Jury.<ref name="DSP2006">Deutscher Schulpreis (Hrsg.): Was für Schulen! Gute Schule in Deutschland. Kallmeyer/Klett, Seelze 2006, S. 160.</ref><ref name="DSPPM2006">Pressemitteilung Deutscher Schulpreis 2006. Deutscher Schulpreis, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref>

In diese Jahre fielen darüber hinaus Begleitungen einzelner Schulen, u. a. als Koordinator der Leiterkonferenz der Hermann-Lietz-Schulen.<ref name="Hirschner2003">Hirschner, Klaus: Die neue Leitungsstruktur der Stiftung DLEH. Berufung des Koordinators der Leiterkonferenz, Dr. Otto Seydel. In: Hermann-Lietz-Schulen (Hrsg.): Leben und Arbeit. Das Magazin der Hermann-Lietz-Schulen. Nr. 4, 2003 (Eigendruck).</ref>

Für das Thema Schulbau erstellte er 2003/2004 im Rahmen eines Projekts der Wüstenrot Stiftung eine Studie zum Schulbau.<ref name="Wuestenrot2004">Seydel, Otto: Die gute Schule der Zukunft. In: Wüstenrot Stiftung (Hrsg.): Schulen in Deutschland. Neubau und Revitalisierung. Karl Krämer, Stuttgart 2004.</ref> Seit 2010 bildet dieses Thema seinen zentralen Arbeitsschwerpunkt, u. a. im Rahmen verschiedener Projekte der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft.<ref name="Montag2017">Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (Hrsg.): Schulen planen und bauen 2.0. Grundlagen, Prozesse, Projekte. Jovis, Berlin 2017.</ref>

Veröffentlichungen

  • Seydel, Otto (1974): Kirchliche Jugendarbeit: Freiraum und Konflikt. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Seydel, Otto (1995): Zum Lernen herausfordern: Das reformpädagogische Modell Salem. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Seydel, Otto (2023): Anforderungen an ein Schulgebäude. Lernräume – Arbeitsräume – Lebensräume. Hannover: Klett/Kallmeyer.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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