Diphenyldiselenid
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Strukturformel von Diphenyldiselenid | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Diphenyldiselenid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
Phenyldiselenid | |||||||||||||||
| Summenformel | C12H10Se2 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelbe Kristalle<ref name="S0365110X52001349">R. E. Marsh: The crystal structure of diphenyl diselenide. In: Acta Crystallographica. Band 5, Nr. 4, 2. Juli 1952, S. 458–462, doi:10.1107/S0365110X52001349.</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 312,13 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
1,557 g·cm−3<ref name="Römpp">Eintrag zu Diphenyldiselenid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
63 °C<ref name="Römpp" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
löslich in vielen organischen Lösemitteln, unlöslich in Wasser<ref name="Römpp" /> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Diphenyldiselenid ist eine chemische Verbindung mit der Summenformel (C6H5)2Se2, abgekürzt auch als Ph2Se2. Der orangefarbene Feststoff ist ein oxidiertes Derivat des Selenophenols. Es wird in der organischen Synthese zum Einführen von PhSe-Einheiten benutzt.
Darstellung
Diphenyldiselenid wird gewonnen durch Umsetzung des Grignard-Reagenzes Phenylmagnesiumbromid (PhMgBr) mit Selen unter Erhitzen sowie anschließender Oxidation durch Brom (Br):<ref>Hans J. Reich, Martin L. Cohen, Peter S. Clark: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 59, 1979, S. 141, doi:10.15227/orgsyn.059.0141; Coll. Vol. 6, 1988, S. 533 (PDF).</ref>
- <math> \mathrm{PhMgBr + Se \longrightarrow PhSeMgBr} </math>
- <math> \mathrm{2 \, PhSeMgBr + Br_2 \longrightarrow Ph_2Se_2 + 2 \, MgBr_2} </math>
Eigenschaften
Diphenyldiselenid besitzt eine zentrosymmetrische Struktur mit einer Se-Se-Bindungslänge von 2,29 A.<ref name="S0365110X52001349" />
Reaktionen
Charakteristische Reaktionen von Diphenyldiselenid sind Reduktion und Chlorierung:
- <math> \mathrm{Ph_2Se_2 + 2 \, Na \longrightarrow 2 \, PhSeNa} </math>
- <math> \mathrm{Ph_2Se_2 + Cl_2 \longrightarrow 2 \, PhSeCl} </math>
Phenylnatriumselenid (PhSeNa) ist ein nützliches Nukleophil, das benutzt werden kann, um durch nukleophile Substitution eines Alkylhalogenids, einer Mesylgruppe, einer Tosylgruppe oder eines Epoxids eine Phenylselenylgruppe einzuführen. Das nachfolgende Beispiel stammt aus der Morphinsynthese:<ref>Douglass F. Taber, Timothy D. Neubert, Arnold L. Rheingold: Synthesis of (−)-Morphine. In: Journal of the American Chemical Society. Band 124, Nr. 42, Oktober 2002, S. 12416–12417, doi:10.1021/ja027882h.</ref>
Phenylselenchlorid (PhSeCl) ist ein wirkungsvolles Elektrophil, mit dem Phenylselenylgruppen in zahlreiche Nukleophile wie Enolate, Silylenolether, Grignard-Verbindungen, Lithiumorganische Verbindungen, Alkene und Amine eingeführt werden können. In der nachfolgend gezeigten Reaktion (frühe Reaktionsschritte der Synthese von Strychnofolin) wird eine Phenylselenylgruppe durch die Reaktion von PhSeCl mit einem Lactam-Enolat eingeführt.<ref>Lerchner, A.; Carreira, E. M.: First Total Synthesis of (±)-Strychnofoline via a Highly Selective Ring-Expansion Reaction. In: Journal of the American Chemical Society. Vol. 124, Nr. 50, 2002, S. 14826–14827, doi:10.1021/ja027906k.</ref> Die Reaktionssequenz ist eine wirkungsvolle Methode zur Umwandlung von Carbonylverbindungen in ihre α,β-ungesättigen Analoga.<ref>Reich, H. J.; Wollowitz, S.: Preparation of α,β-Unsaturated Carbonyl Compounds and Nitriles by Selenoxide Elimination. In: Organic Reactions. Vol. 44, 1993, S. 1–296, doi:10.1002/0471264180.or044.01.</ref>
Diphenyldiselenid selbst ist ebenfalls eine Quelle für die schwach elektrophile Phenylselenylgruppe, es kann allerdings nur in Reaktion mit starken Nukleophilen wie Grignard-Reagenzien, Lithiumverbindungen und Enolestern benutzt werden. PhSeCl ist sowohl reaktiver wie auch effizienter, da mit Ph2Se2 die Hälfte des Selens verschwendet wird.
- <math> \mathrm{Ph_2Se_2 + Nu^- \longrightarrow PhSeNu + PhSe^-} </math>
N-Phenylselenphthalimid (N-PSP) kann benutzt werden, falls PhSeCl zu stark und Diphenyldiselenid zu verschwenderisch ist.<ref>A. F. Barrero, Alvarez-Manzaneda, E. J.; Chahboun, R.; Corttés, M.; Armstrong, V.: Synthesis and Antitumor Activity of Puupehedione and Related Compounds. In: Tetrahedron. Vol. 55, Nr. 52, 1999, S. 15181–15208, doi:10.1016/S0040-4020(99)00992-8.</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Organoselenverbindung
- Phenylsubstituierte Verbindung