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Laura Himmelreich

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Porträt Laura Himmelreich
Laura Himmelreich (2025)

Laura Himmelreich (* 1. Oktober 1983<ref>Laura Himmelreich. Abgerufen am 9. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in München) ist eine deutsche Journalistin.

Leben

Himmelreich studierte Politikwissenschaft sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Göttingen und Prag. Danach besuchte sie von 2009 bis 2010 die Henri-Nannen-Journalistenschule<ref>Das Netzwerk – Süddeutsche Zeitung Magazin</ref> in Hamburg und schrieb als freie Journalistin u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Spiegel Online und das Nachrichtenmagazin Stern. Zu ihren Themenschwerpunkten gehörten Innenpolitik, Wirtschaft und Sozialpolitik. Ab 2010 war sie Redakteurin im Ressort Politik<ref>Bildunterschrift in der Printfassung zum Porträt über Rainer Brüderle im Magazin Stern (Ausgabe Nr. 5/2013) S. 47.</ref> im Berliner Büro des Stern,<ref name="pham" /> für den sie u. a. regelmäßig über die FDP berichtete.

2012 wurde ihre Sozialreportage Eine Reise ohne Wiederkehr für den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Beste Reportage nominiert<ref name="rfo" /> und 2013 im Rahmen des Hansel-Mieth-Preises ausgezeichnet.<ref name="hmp" /> Der Herrenwitz, ein Porträt über Rainer Brüderle im Stern, löste eine bundesweite Debatte über Sexismus und sexuelle Belästigung von Frauen aus.<ref name="SternDSK">Rainer Brüderle: Der spitze Kandidat. – Stern.de, 23. Januar 2013</ref>

Zum 1. Juni 2016 wechselte Himmelreich als Chefredakteurin zur deutschen Online-Ausgabe des Lifestyle- und Jugendmagazins Vice.<ref>Deutsches Vice.com holt stern-Reporterin Laura Himmelreich als Chefredakteurin meedia.de, 4. April 2016</ref> Im September 2018 wurde sie Chefredakteurin aller deutschsprachigen Ausgaben. Die österreichische Redaktion kritisierte die Strukturänderung und verließ geschlossen das Unternehmen.<ref>Laura Himmelreich zum Vice-Exodus in Austria: “Möchte nicht Chefin von Leuten sein, die nicht zu meinem Team gehören wollen” meedia.de, 14. August 2018</ref> Im Juni 2019 verließ Himmelreich Vice.<ref>Führungswechsel bei “Vice”: Felix Dachsel wird neuer Chefredakteur der DACH-Region, Laura Himmelreich geht meedia.de, 28. Juni 2019</ref> Im November 2019 wurde sie stellvertretende Chefredakteurin Digital der Funke Zentralredaktion. Von April 2022 bis 2025 war sie stellvertretende Chefredakteurin und Head of Digital der Funke Zentralredaktion.<ref>Ex-Vice-Chefin Laura Himmelreich wird stellvertretende Chefredakteurin Digital bei Funke meedia.de, 2. Oktober 2019</ref><ref>Funke gibt Groß, Erdmann, Himmelreich und Lotz frische Führungsaufgaben – digitale Neuausrichtung. Abgerufen am 9. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2017 wurde Himmelreich zusammen mit Hans-Martin Tillack und Ulrich Neumann für ihre investigative Recherche zu prekären Arbeitsverhältnissen bei der Drogeriekette Rossmann, die 2016 unter dem Titel Rossmanns Tagelöhner im Stern erschien, in der Kategorie „Investigative Leistung“ für den Nannen-Preis nominiert.<ref>Nominierte für den Nannen Preis 2017 stehen fest. presseportal.de, abgerufen am 9. November 2017.</ref>

2017 wählte die Jury des Medium Magazins Himmelreich auf den dritten Platz in der Kategorie „Chefredaktion des Jahres 2017“.<ref>Laura Himmelreich. medium magazin, abgerufen am 19. Juli 2018.</ref>

Seit Februar 2025 ist Himmelreich stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegel.<ref>Laura Himmelreich. In: Tagespiegel. Abgerufen am 28. Mai 2025.</ref>

Feature „Der Herrenwitz“

In dem Porträt Der Herrenwitz im Stern vom 24. Januar 2013 schilderte sie eine anzügliche Bemerkung<ref name="bei" /> des FDP-Spitzenkandidaten am Abend des Dreikönigstreffens der FDP am 6. Januar 2012. Demnach habe Brüderle in einer Hotelbar auf ihren Busen geschaut und gesagt: „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“<ref>Daniel Bax, Astrid Geisler, Hanna Gersmann, Anja Maier: Die ganz alltägliche Anmache, in: taz vom 24. Januar 2013.</ref> Neben dieser Begebenheit zeichnet Himmelreich mit Schilderungen weiterer Situationen das Bild eines Mannes in „Dauererotisierung“, der Schlüpfrigkeiten ihrer Popularität wegen nutze.

Sexismusdebatte

Verstärkt durch die auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei geführte Debatte über sexistische Bemerkungen und Übergriffe, denen sich Frauen in ihrem alltäglichen Leben ausgesetzt sehen, wurde die Sexismus-Debatte auch ein beherrschendes Thema in Print-Medien und Fernsehsendungen wie den Talkshows Markus Lanz, Maybrit Illner<ref>Sexismus: Brüderle-Talk bei Illner mit Kubicki und Roth – Der Spiegel Online, 1. Februar 2013.</ref> und Günther Jauch<ref>Melanie Mühl: #Dirndl bei #Jauch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Januar 2013</ref> sowie in der internationalen Presse<ref>Zum Beispiel: Frédéric Lemaître: Le déclin du mâle blanc allemand. In: Le Monde. 7. Februar 2013, Online</ref> und „schwappte bis in die USA“.<ref>Sexismus-Debatte bei Markus Lanz: „Brüderle ist auf sein Alter reduziert worden“ – „Ein eiskalter Vorgang“ – Focus Online</ref><ref>Meliassa Eddy, Chris Cottrell: German Politician’s Remark Stirs Outcry Over Sexism. In: The New York Times. 28. Januar 2013.</ref> Die Süddeutsche Zeitung befand, dass Laura Himmelreich mit ihrem Stern-Artikel über Rainer Brüderle die Sexismus-Debatte maßgeblich mit angestoßen habe.<ref>Lena Jakat: Mit flachen Witzen gegen den #aufschrei. In: Süddeutsche Zeitung. 28. Januar 2013 (TV-Kritik zu Günther Jauch).</ref>

Reaktionen der FDP

FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki warf Laura Himmelreich einen journalistischen „Tabubruch“ vor, da sie den „geschützten Bereich“ vertraulicher Hintergrundgespräche öffentlich gemacht habe<ref>Kubicki wirft „Stern“ Tabubruch vor Handelsblatt vom 26. Januar 2013</ref>. Die FDP-Politikerin Koch-Mehrin begrüßte es, dass Himmelreich den Mut gehabt habe, in ihrem Artikel „das Thema Anzüglichkeiten so offen zu benennen“.<ref>Birgit Baumann: Sexismusvorwürfe gegen Brüderle erregen Berlin. In: Der Standard. 26./27. Januar 2013.</ref> Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wertete Anfang Februar 2013 die Äußerung Brüderles als Kompliment: „Ein Kompliment ist doch was anderes, als wenn jemand tatsächlich übergriffig ist.“ – „Wenn ich auch ein Dirndl tragen kann und das steht mir gut, wo ist denn da die Beleidigung? Also ich möchte wirklich, dass man hier mal die Kirche im Dorf lässt.“<ref>Justizministerin: Brüderles „Dirndl“-Äußerung waren ein Kompliment. dapd. 1. Februar 2013. Abgerufen am 7. März 2013.</ref> Brüderle selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Beim ZDF-Sommerinterview 2013 sagte er in diesem Zusammenhang: „Es gibt Themen, zu denen muss man sich nicht äußern“.<ref>Video Berlin direkt: Sommerinterview mit Rainer Brüderle (21. Juli 2013, 19:10 Uhr, 18:41 Min.) in der ZDFmediathekVorlage:Abrufdatum</ref> Erst im April 2014 meldete er sich öffentlich zu Wort und erklärte, die Bemerkung sei in Anwesenheit zahlreicher anderer Journalisten gefallen, von denen sich keiner, auch Himmelreich selbst nicht, beschwert habe. Vielmehr habe Himmelreich ihn auch nach dem Vorfall auf mehreren Terminen begleitet: „Sie ist mit mir im Auto mitgefahren. Das macht doch niemand, der sich belästigt fühlt. Sie hat sich ein Jahr lang nicht bei mir beschwert.“ (<ref>Rainer Brüderle bricht sein Schweigen In: Handelsblatt. 6. April 2014</ref>)

Reaktionen in der Presse

Khuê Pham wies in der Zeit darauf hin, dass Himmelreich den Begriff „sexuelle Belästigung“ selbst nie verwendet habe.<ref name="pham" />

Anja Maier kommentierte in der taz, dass Himmelreich „nun ausgerechnet sie, das Opfer von Brüderles Sexismus, für ihre Kritiker zur Täterin“ werde.<ref>Die hässliche Wahrheit – 24. Januar 2013.</ref> Das Nachrichtenmagazin Focus,<ref name="Dirndl-Vergleich">Sexismus-Debatte – Auch Frau Himmelreich mag den Dirndl-Vergleich In: Focus. 4. Februar 2013.</ref> die linke politische Wochenzeitung Jungle World<ref>Spitzenjournalismus In: Jungle World. 7. Februar 2013.</ref> und die Boulevardzeitung Bild<ref>„Dirndltauglich“ – So schrieb die Stern-Reporterin über Ilse Aigner. In: Bild. 1. Februar 2013</ref> berichteten im Februar 2013 darüber, dass Himmelreich „acht Monate nach ihrer Barbegegnung“<ref name="Dirndl-Vergleich" /> selbst in einem Artikel im Stern<ref>Stern Nr. 39, 2012.</ref> über Ilse Aigner geschrieben habe: „Bodenständig ist sie geblieben, und dirndltauglich ist sie eh.“<ref name="Dirndl-Vergleich" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="bei"> Himmelreich schreibt von einem Handkuss; Hannah Beitzer davon, dass Brüderle sich der „Reporterin mit zweideutigen Anspielungen und Berührungen“ genähert habe. Netzfeministin Anne Wizorek. Männer, ihr habt doch ein Gehirn! In: Süddeutsche Zeitung. 11. Februar 2013. </ref> <ref name="pham"> Khuê Pham: Sexismus-Debatte Alle fragen: Warum erst jetzt? Wie die »stern«-Reporterin Laura Himmelreich von der Debatte über ihr Porträt Rainer Brüderles überrollt wurde. In: Die Zeit. Nr. 6/2013, 31. Januar 2013 (zeit.de [abgerufen am 16. Februar 2013]). </ref> <ref name="rfo"> Deutscher Reporterpreis. Die Nominierungen 2012. In: Reporterforum. Reporter Forum e. V. Hamburg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2013; abgerufen am 4. Juli 2013. </ref> <ref name="hmp"> Zeitenspiegel Hansel Mieth Preis. Die Sieger 2013. In: Agentur Zeitenspiegel. Zeitenspiegel Online, abgerufen am 11. September 2013. </ref> </references>

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