Zum Inhalt springen

Neutorschule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 5. März 2025 um 07:43 Uhr durch imported>L. aus W. (Kategorie genauer).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Neutorschule
Datei:Mainz- Neutorschule- Haupteingang 28.1.2013.jpg
Der Haupteingang der Neutorschule
Schulform Hauptschule
Gründung 1926
Schließung 1989
Adresse Neutorstraße 1,
55131 Mainz
Ort Mainz-Altstadt
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten Gradzahl-Fehler: NS: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) EW: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Die Neutorschule in der Neutorstraße in Mainz-Altstadt war eine Schule mit einer bedeutenden Geschichte. Die in unmittelbarer Nachbarschaft zur ehemaligen Neutorkaserne stehende Schule wurde bis 1989 zunächst als Volksschule und dann als Hauptschule betrieben. Die Schulanlage gilt heute als Kulturdenkmal.<ref name="AZ">Werner Wenzel, Benjamin Kilb: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Rhein Main Presse, 12. September 2011.</ref><ref name="FR">Andrea Wagenknecht: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Frankfurter Rundschau, 21. Juni 2012.</ref><ref name="Vz">Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreisfreie Stadt Mainz. (PDF; 5,4 MB) In: denkmallisten.gdke-rlp.de, abgerufen am 9. Januar 2024.</ref><ref name="Kdm">Ewald Wegner (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Hans Caspary, Paul-Georg Custodis, Ludwig Falck und Gerd Rupprecht: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 2.2: Stadt Mainz. Altstadt. Schwann, Düsseldorf 1988: S. 276–277. ISBN 3-491-31036-9</ref>

Geschichte

Bis 1924 stand auf dem Grundstück der Neutorstraße 1 eine Munitionsfabrik.<ref name="nm">Die Neutorschule Mainz – ein Kleinod im Herzen der Altstadt. In: Initiative Neutorschule, abgerufen am 9. Januar 2024.</ref> Sie gehörte der Neutorkaserne an, die in direkter Nachbarschaft stand. Ab 1924 baute man das Gelände nach Plänen des Mainzer Stadtbaurats Fritz Luft um in eine Volksschule.<ref name="Vz"/> Am 19. April 1926 wurde die Schule eröffnet.<ref name="Vz"/><ref name="nm"/> Besonderheiten waren eine öffentliche Badeanstalt unter dem Hauptgebäude und eine Küche mit einem Speisesaal im rechten Seitenflügel.<ref name="nm"/> In der Zeit des Nationalsozialismus wurden in den Schulpausen sportliche Betätigungen eingeführt und einige Sportgeräte auf der Rückseite der Schule errichtet.<ref name="nm"/>

Im Zweiten Weltkrieg wurde 1942 während Luftangriffen auf Mainz das Dach der Schule zerstört. Kurz darauf begann der Wiederaufbau der Anlage. Der Dachreiter mit der Schuluhr wurde nicht wiederaufgebaut. Das provisorische Walmdach wurde im März 1943 fertiggestellt.<ref name="Vz"/> Durch eine Luftmine wurden am 30. Juli 1944 Fenster und Türen beschädigt. Nach der Besetzung von Mainz durch die französische Besatzungsmacht wurde am 1. Oktober 1945 der Schulbetrieb wieder aufgenommen.<ref name="nm"/> Die neue Rektorin der Schule war Susanne Lucas. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in der Neutorschule 13 Lehrer und 750 Schülerinnen in 14 Klassen, im März 1946 wurde auch die Schulspeisung wieder ermöglicht.<ref name="nm"/>

1949 starb Lucas, neue Rektorin wurde Eleonore Dietz. Anfang der 1950er Jahre unterrichtete die Neutorschule an ihren Grenzen. Etwa 1000 Schülerinnen wurden von nur 20 Lehrern in 27 Klassen unterrichtet.<ref name="nm"/> Am 30. Januar 1968 wurde Dietz pensioniert. Im gleichen Jahr wandelte sich die Volksschule zu einer Hauptschule. Die neue Schule hieß nun „Hauptschule Altstadt“ und hatte 550 Schüler. Neuer Rektor wurde Helmut Guthmann. 1985 löste Frau Kratz Guthmann als Rektorin ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Hauptschule 210 Schüler. Zum Ende des Schuljahrs 1989 wurde die Neutorschule aufgelöst.<ref name="AZ"/><ref name="FR"/> 90 Schüler mussten sich eine neue Schule suchen.<ref name="nm"/>

Die nächsten Jahre wurden die Räume der Schule als Kulturzentrum genutzt.<ref name="FR"/> Mitte der 1990er wurde die Neutorschule dann auch für weitere Aktivitäten geöffnet, zum Beispiel von der Volkshochschule, dem Mainzer Volkstheater und verschiedenen Vereinen.<ref name="FR"/> Auch die integrierte Gesamtschule (IGS) Anna Seghers Mainz (ehemals IGS-Berliner-Siedlung) nutzte die Räumlichkeiten zum Unterrichten. Zum 31. Dezember 2010 wurden alle Mietverträge von der Stadt Mainz gekündigt.<ref name="FR"/><ref name="AZ"/> Die weitere Nutzung der Räume ist ungewiss.

Architektur

Das Hauptgebäude ist lang gestreckt und besitzt heute zwei Geschosse.<ref name="Vz"/> An den Seiten des Hauptgebäudes und gegenüber befinden sich drei eingeschossige Gebäude.<ref name="Vz"/> Die Anlage ist somit insgesamt vierflügelig und achsensymmetrisch aufgebaut.<ref name="Kdm"/> Das Hauptgebäude hat in der Mitte ein Mezzanin und an den Seiten einstöckige Gebäudeteile.<ref name="Vz"/> Hier gibt es auch eine bauliche Überleitung zu den Seitenflügeln. In der Mitte befindet sich der Haupteingang der Schule. Dieser Haupteingang hat drei Arkaden, hinter dem Haupteingang gelangt man in die Eingangshalle.<ref name="Kdm"/> An den Seiten und über dem Haupteingang kann man an drei und vier gruppierten Fenstern die Aufteilungen der Klassenräume erkennen.<ref name="Kdm"/>

Außerdem besitzt das Hauptgebäude Sohlbankgesims und Traufgesims aus Kunststein mit einer versetzten Dachtraufe, die letzten beiden Achsen haben dreieckige Giebel.<ref name="Kdm"/> In den Giebelfeldern befinden sich Reliefs mit Nürnberger Trichtern und lesenden Mädchen. Die Treppenhäuser befinden sich an den Seiten des Hauptgebäudes. Sie sind mit Fluren verbunden. Sie bestehen aus Kunststein. Die anderen eingeschossigen Bauwerke sind recht einfach und schlicht ausgeführt. Sie besitzen Lisenen für die Gliederung der doppelt gruppierten Fenster. Zum Schulhof befinden sich an den Gebäuden Kolonnaden. Die achteckigen Säulen der Kolonnaden bestehen ebenfalls aus Kunststein und ähneln den Pfeilern der Arkaden am Hauptgebäude. Das eingeschossige Gebäude gegenüber dem Hauptgebäude hat wie das Hauptgebäude dreieckige Giebel.<ref name="Kdm"/> Außerdem hat es einen Risalit in der Mitte der Seite zum Schulhof.<ref name="Kdm"/> Das verdeutlicht die Achsensymmetrie der Gebäudegruppe.<ref name="Kdm"/> Alle Bauwerke in der Gruppe haben Walmdächer, die mit Ziegeln bedeckt sind.<ref name="Vz"/>

Von den ehemals 14 Platanen stehen auf dem Schulhof noch neun. Sie stehen alle nach dem rheinland-pfälzischen Landespflegegesetz unter Naturschutz. Zudem haben sich als wichtiges Denkmal die Fenstersprossen bis heute erhalten. Die Neutorschule galt in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs als wichtiger Meilenstein bei der Errichtung neuer Mainzer Schulen.<ref name="Kdm"/>

Siehe auch

Literatur

  • Ewald Wegner (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Hans Caspary, Paul-Georg Custodis, Ludwig Falck und Gerd Rupprecht: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 2.2: Stadt Mainz. Altstadt. Schwann, Düsseldorf 1988: S. 276–277. ISBN 3-491-31036-9

Weblinks

Einzelnachweise

<references />