Chris Kyle
Christopher Scott „Chris“ Kyle (* 8. April 1974<ref>Kyle, Christopher Scott, Texas Births, 1926–1995. familytreelegends.com</ref> in Odessa, Texas; † 2. Februar 2013 im Erath County, Texas) war ein US-amerikanischer Scharfschütze. Mit über 160 bestätigten Abschüssen ist er laut US-Verteidigungsministerium der Scharfschütze mit den meisten Tötungen in der Geschichte des US-Militärs.<ref name="SPIEGEL">Sebastian Fischer: Chris Kyle erschossen: Tod eines Scharfschützen. Spiegel Online, 4. Februar 2013; abgerufen am 3. Februar 2013.</ref> Er erhielt mehrere militärische Auszeichnungen und Orden.
Seine Autobiografie American Sniper wurde zum Bestseller. 2014 spielte die Verfilmung American Sniper von Regisseur Clint Eastwood mit Bradley Cooper in der Hauptrolle weltweit 517 Millionen US-Dollar ein.
Leben
Kyle wuchs – aufgrund der Berufstätigkeit seines Vaters – in mehreren texanischen Kleinstädten auf. Sein Vater war Manager bei der Telefonfirma Southwestern Bell. Die Familie war sehr gläubig: Kyles Vater war Diakon, die Mutter Lehrerin an einer Sonntagsschule. Schon im Kindesalter lernte er das Schießen und begleitete seine Eltern auf die Jagd, im Alter von sieben Jahren bekam er sein erstes eigenes Gewehr.<ref name="TA">Thomas Widmer: Der kaputte Killer. In: Tages-Anzeiger, 10. Oktober 2012, abgerufen am 4. Februar 2013.</ref>
Nach dem High-School-Abschluss 1992 studierte Kyle Ranch and Range Management an der Tarleton State University in Stephenville im Erath County, Texas, brach das Studium jedoch kurz vor dem Abschluss ab.<ref name="WP">Adam Bernstein: Chris Kyle, Navy SEAL and author of ‘American Sniper,’ dies. In: The Washington Post, 4. Februar 2013, abgerufen am 4. Februar 2013 (englisch).</ref>
Dienstzeit beim Militär
1999 trat er den Navy SEALs bei und diente dort bis 2009. Er war Mitglied des Seal Team 3. Während seiner Dienstzeit nahm er als Scharfschütze an vier Kampfeinsätzen im Irakkrieg teil<ref name="WP" /> und wurde bis zum Chief Petty Officer (CPO) befördert. Aufgrund seiner hohen Abschussrate setzten die irakischen Aufständischen auf Kyle ein Kopfgeld in Höhe von 20.000 US-Dollar aus.<ref name="TA" /><ref>Sebastian Fischer: Chris Kyle erschossen: Tod eines Scharfschützen. Spiegel Online, 4. Februar 2013; abgerufen am 30. Juni 2015.</ref><ref>Kurier: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Extremer als im Film: Der „wahre“ American Sniper ( vom 28. Juni 2015 im Internet Archive)</ref>
Nach Ende seiner Dienstzeit gründete er in Dallas die Sicherheitsfirma Craft International und die Non-Profit-Organisation FITCO Cares Foundation, mit der er Heimfitnessgeräte für psychisch und physisch beeinträchtigte Veteranen vertrieb.<ref name="WP" />
Auszeichnungen
Kyle erhielt mehrere hohe militärische Auszeichnungen und Orden. Die genaue Anzahl der Auszeichnungen ist umstritten.
Kyles Personalakte bei der US Navy führt einen Silver Star und drei Bronze Stars, sein offizieller Entlassungsbrief listet zwei Silver Stars und sechs Bronze Stars. In seiner Autobiographie American Sniper erwähnt Kyle zwei Silver Stars und fünf Bronze Stars.<ref name="Auszeichnungen_Intercept">Matthew Cole und Sheelagh McNeill: “American Sniper” Chris Kyle Distorted His Military Record, Documents Show. In: theintercept.com. 25. Mai 2016, abgerufen am 26. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Auszeichnungen_Guardian">Ben Child: American Sniper hero Chris Kyle 'lied about medal tally'. In: theguardian.com. 25. Mai 2016, abgerufen am 26. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Tätigkeit als Autor
Seine Autobiografie American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History erschien Anfang 2012 und wurde mit ca. 900.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller.<ref name="SPIEGEL" /> Die deutsche Ausgabe Sniper: 160 tödliche Treffer – Der beste Scharfschütze des US-Militärs packt aus erschien im Oktober 2012. In dem Buch beschreibt er einerseits seine Probleme, sich nach dem Krieg zurechtzufinden, andererseits auch seine Freude am Töten feindlicher Kämpfer, die er als „Barbaren“ bezeichnet.<ref>Chris Kyle: Sniper: 160 tödliche Treffer – Der beste Scharfschütze des US-Militärs packt aus. Riva, München 2012, ISBN 978-3-86883-245-7, Seite 4.</ref> Die Autobiografie wurde von mehreren Journalisten kritisiert. Kyle wurde Menschenverachtung und Sadismus vorgeworfen, insbesondere als er beschrieb, wie er sich am Anblick von Feinden ergötzte, die um ihr Leben kämpften.<ref>Der kaputte Killer. In: Tages-Anzeiger.</ref> Die Journalistin Lindy West vom Guardian beschrieb ihn als hasserfüllten Killer.<ref>Artikel. In: The Guardian.</ref>
In einem Interview mit Bill O’Reilly im Januar 2012 behauptete Kyle, er habe den früheren Gouverneur Minnesotas und ehemaligen Soldaten Jesse Ventura verprügelt. Kyle behauptete, dass Ventura „den Krieg, den früheren Präsidenten George W. Bush und Amerika schlechtgemacht“ habe (“bad-mouthing the war, bad-mouthing Bush, bad-mouthing America”).<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig America’s deadliest sniper killed 255 Iraqi ‘savages’ to protect his friends… but he punched out Jesse Ventura because he 'bad-mouthed the troops'.] Daily Mail, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Ventura sagte daraufhin, dass er Kyle nie getroffen habe, nicht von ihm verprügelt worden sei und er auch nicht schlecht über die Armee gesprochen habe.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Jesse Ventura aims to get even with Navy SEAL in court.] Star Tribune, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Jesse Ventura gewann einen Prozess gegen Kyle wegen Rufschädigung. Ihm wurden 1,8 Millionen US-Dollar Entschädigung zugesprochen.<ref>Artikel in der Washington Post</ref> Eine Kontroverse drehte sich um die Behauptung von Kyles Familie, dass die Einnahmen des Buches an Veteranenvereinigungen gespendet worden seien. Journalisten recherchierten hingegen, dass höchstens zwei Prozent der drei Millionen US-Dollar gespendet worden seien.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Salon, 24. Januar 2015. Abgerufen im 26. Januar 2015 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Justice for Jesse: Ventura Was Right in His Lawsuit.] In: nationalreview.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Kyle arbeitete vor seinem Tod an dem Buch American Gun. Hierbei handelt es sich um ein Werk über Waffen, die eine besondere Rolle in der amerikanischen Geschichte gespielt haben. Kyles Witwe Taya beendete dieses Werk und veröffentlichte es.<ref>Nicholas Schmidle: Chris Kyle’s Wife Speaks for His Book and for Guns. In: The New Yorker, 4. Juni 2014, abgerufen am 20. Mai 2015 (englisch).</ref>
Tod
Am 2. Februar 2013 wurde Kyle zusammen mit seinem Freund Chad Littlefield auf dem Schießplatz Rough Creek Lodge im Erath County in Texas erschossen.<ref name="SPIEGEL" /> Bei dem Täter handelte es sich um einen Veteranen, der im Irak stationiert war, den 25-jährigen Marine Eddie Ray Routh, der nach Zeugenaussagen an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben soll. Der forensische Psychiater, der ihn nach der Tat untersuchte, lehnte diese Diagnose jedoch ab. Seiner Meinung nach litt Routh an Schizophrenie.<ref>The Undoing of Eddie Ray Routh. In: The Trace. 23. November 2015 (thetrace.org [abgerufen am 23. Februar 2018]).</ref> Routh war in den letzten fünf Monaten vor der Tat zweimal in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden.<ref>Lindsay Deutsch: The fascinating life of Chris Kyle, the 'American Sniper' – USA Today 20. Januar 2015</ref> Kyle hatte ihn selbst mit auf die Anlage genommen, da er dachte, so einen besseren Zugang zu dem verschlossenen Routh zu bekommen.<ref name="SPIEGEL" /><ref>Die Ermordung des Scharfschützen. In: Die Zeit, Nr. 7/2013, S. 41.</ref>
Kyle hinterließ seine Frau, einen Sohn und eine Tochter.<ref>Chris Kyle erschossen: Ermittler rätseln über Motive des Scharfschützenmörders. In: Abendblatt, 4. Februar 2013; abgerufen am 20. Mai 2015.</ref><ref>Victoria Edwards: Taya Kyle, daughter of Lake Oswego mayor, wrote of fears for her husband, 'American Sniper' Chris Kyle. In: The Oregonian, 4. Februar 2013; abgerufen am 20. Mai 2015 (englisch).</ref>
Für Kyle fand am 11. Februar 2013 im Cowboys Stadium im texanischen Arlington eine Gedenkfeier statt, zu der nahezu 7000 Menschen kamen.<ref name="Auszeichnungen_Intercept" /> Einen Tag später wurde er in Austin auf dem Texas State Cemetery bestattet, nachdem der Leichenwagen zusammen mit einem aus über 200 Fahrzeugen bestehenden Prozessionskonvoi die etwa 300 Kilometer lange Strecke von Arlington zurückgelegt und dabei Tausende Zuschauer die Straßen gesäumt hatten.<ref>America’s deadliest sniper' Chris Kyle laid to rest after 200-mile funeral procession lined with mourners. In: Daily Mail, 12. Februar 2015 (englisch).</ref>
Routh wurde im Februar 2015, obwohl er auf Unzurechnungsfähigkeit plädierte, zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt. Wie das Gericht urteilte, habe er keine Aussicht auf vorzeitige Haftentlassung.<ref>US-Prozess: Mörder des „American Sniper“ muss lebenslang ins Gefängnis. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Februar 2015; abgerufen am 26. Februar 2015.</ref>
Nachwirkung
Im Jahr 2014 begannen unter der Regie von Clint Eastwood die Dreharbeiten zum Film American Sniper, in dem Bradley Cooper die Rolle des Chris Kyle übernahm. In den Vereinigten Staaten wurde der im November 2014 im Rahmen des AFI Festivals gestartete Film der erfolgreichste Kinofilm des Jahres 2014.<ref>Björn Becher: US-Box-Office: „American Sniper“ nun der erfolgreichste Film des Jahres 2014. In: Filmstarts.de, 9. März 2015.</ref>
Der Gouverneur des Staates Texas, Greg Abbott, erklärte 2015 den 2. Februar zum Chris-Kyle-Tag.<ref>Texas declares ‘Chris Kyle Day,’ as Medal of Honor petition drive launches. In: Fox News, 2. Februar 2015; abgerufen am 20. Mai 2015 (englisch).</ref>
Veröffentlichungen
Weblinks
- Literatur von und über Chris Kyle im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Remembering Chris Kyle ( vom 6. Februar 2013 im Internet Archive) auf den Seiten seiner Firma Craft International
- Chris Kyle in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kyle, Chris |
| ALTERNATIVNAMEN | Kyle, Christopher Scott (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Scharfschütze |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1974 |
| GEBURTSORT | Odessa, Texas, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 2. Februar 2013 |
| STERBEORT | Erath County, Texas, Vereinigte Staaten |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Datum
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Angehöriger der United States Navy SEALs
- Scharfschütze
- Person im Irakkrieg (Vereinigte Staaten)
- Träger des Silver Star
- Träger der Bronze Star Medal
- Autobiografie
- Unternehmer (Dienstleistung)
- Unternehmer (Vereinigte Staaten)
- Kriminalfall in den Vereinigten Staaten
- Kriminalfall 2013
- Träger der Navy & Marine Corps Commendation Medal
- Träger der Navy & Marine Corps Achievement Medal
- Person (Texas)
- US-Amerikaner
- Geboren 1974
- Gestorben 2013
- Mann