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Sabriye Tenberken

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Datei:Sabriye Tenberken DSC7009b.JPG
Sabriye Tenberken (2013)

Sabriye Tenberken (* 19. September 1970 in Köln) ist eine deutsche Tibetologin, Autorin und Gründerin der Organisation Braille Ohne Grenzen.

Leben

Sabriye Tenberken wuchs in Bonn auf. Durch eine Netzhauterkrankung begann Tenberken bereits ab ihrem neunten Lebensjahr zu erblinden. Seit ihrem zwölften Lebensjahr ist sie völlig blind.<ref name=":1">Waltraud Tschirner: Blinde mit Berufung. Sabriye Tenberken gründete Tibets erste Blindenschule. In: Deutschlandfunk. 13. Januar 2008, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref> Sie besuchte bis zu ihrer Erblindung eine Waldorfschule, dann die Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg. Anschließend studierte sie Tibetologie, Soziologie und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Tenberken entwickelte eine spezielle Brailleschrift für die tibetische Schriftsprache.<ref name=":0">Ulrike Timm: Sabriye Tenberken - Warum empfinden Sie Ihre Blindheit als Geschenk? In: Deutschlandfunk. 26. Oktober 2015, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref> Diese wurde inzwischen zur offiziellen Blindenschrift für Tibetisch.<ref name=":9">Joscha Weber: "Blindheit ist eine Chance". In: Deutsche Welle. 5. März 2010, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref><ref name=":8">Mansi Choksi: Sabriye Tenberken: Using Adversity to Unleash Innovation. In: National Geographic. 8. Juni 2014, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref>

1997 reiste sie alleine nach Tibet, wo sie den Niederländer Paul Kronenberg kennenlernte. Zusammen gründeten sie 1998 die Organisation „Braille Without Borders“ und die erste Blindenschule in Tibet, die in Lhasa mit der Unterrichtung von fünf blinden tibetischen Kindern im Lesen und Schreiben der tibetischen Punktschrift begann.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> 2000 entstand ein Dokumentarfilm über ihr Leben und ihre Arbeit, Mit anderen Augen. Auf Grund dieses Filmes erhielt sie den Charity Bambi.<ref name=":6">Evelyn Stolberg: "Dieser Glamour ist gar nicht meine Welt". In: General-Anzeiger (Bonn). 12. Dezember 2000, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref>

2004 fand das Climbing Blind Project statt: Sabriye Tenberken nahm zusammen mit Paul Kronenberg und Teenagern der Schule für Blinde in Lhasa sowie einem amerikanischen Filmteam an einer von Erik Weihenmayer (erster blinder Mt.-Everest-Besteiger) geleiteten Bergsteigerexpedition in Tibet teil. Die Expedition musste jedoch aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse vor dem Erreichen des Gipfels abgebrochen werden.<ref name=":9" /> Der Film Blindsight wurde mit verschiedenen Publikumspreisen prämiert: Berlinale, Palm Springs, AFI Los Angeles und im Oktober 2007 auch in Gent. Der Film war ab Januar 2008 in den deutschen Kinos zu sehen.

2005 wurde Tenberken als eine von 1000 Frauen beim Projekt 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 nominiert.

Im indischen Kerala gründeten Tenberken und Kronenberg im Jahr 2009 das „International Institute for Social Entrepreneurs“ namens kanthari, in dem Blinde aus aller Welt lernen, in ihren jeweiligen Heimatländern Organisationen zu gründen und Projekte durchzuführen, um gegen Diskriminierung anzugehen.<ref name=":2">Adrienne Woltersdorf: Blinde Unternehmer in Indien. In: Deutsche Welle. 8. Juni 2011, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref><ref name=":8" />

Im Jahr 2017 wurde Tenberkens Visum für Tibet ohne Angabe von Gründen nicht verlängert, so dass sie die Arbeit in Lhasa nicht fortführen konnte.<ref name=":3">Felix Lee: Blindenzentrum in Tibet vor dem Aus. In: TAZ. 3. August 2017, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref><ref name=":4">Niels Altenmüller: Bonnerin kämpft um Blindenschule in Tibet – China will Projekt beenden. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 6. August 2017, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref><ref name=":5">Felix Lee: Aus für deutsche Blindenschule in Tibet. In: Die Rheinpfalz. 4. August 2017, abgerufen am 9. Januar 2020.</ref> Im Juni 2018 wurde die Schule, ebenfalls ohne Angabe von Gründen, von der chinesischen Regierung geschlossen.<ref>China schließt Blindenschule in Tibet In: Saarbrücker Zeitung vom 12. Juni 2018. Abgerufen am 7. Juli 2022.</ref>

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • Mein Weg führt nach Tibet. Die blinden Kinder von Lhasa. Droemer Knaur, Oktober 2004, ISBN 3-426-77600-6.
  • mit Olaf Schubert: Tashis neue Welt. Ein blinder Junge zeigt uns Tibet. Dressler, November 2000, ISBN 3-7915-1998-0 (ausgezeichnet mit dem „Weitsichtpreis für sozial engagierte Fotografen und Journalisten“ 2003).
  • Das siebte Jahr. Von Tibet nach Indien. Kiepenheuer & Witsch, 22. August 2006, ISBN 3-462-03691-2.
  • Mein siebtes Jahr: Die blinden Kinder von Tibet. März 2008. Knauer Verlag. ISBN 3-426-78025-9.
  • Die Traumwerkstatt von Kerala: Die Welt verändern – das kann man lernen. Kiepenheuer&Witsch Verlag, September 2015, ISBN 3-462-04717-5.

Literatur

  • S. Tenberken. In: Karin Kampwerth, Susanne Kraft: Starke Mädchen – Starke Frauen. 24 Lebensgeschichten von außergewöhnlichen Mädchen und Frauen, die ihren Weg gehen. Ravensburger Buchverlag, Februar 2004, ISBN 3-473-35767-7.

Weblinks

Commons: Sabriye Tenberken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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