Zum Inhalt springen

Grete Jost

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. April 2026 um 16:14 Uhr durch imported>Grissef (Gedenken: Grabort eingetragen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Grete Jost (* 26. Mai 1916 in Wien; † 15. Jänner 1943 ebenda; auch Margarete Jost bzw. Gretl Jost) war eine kommunistische Widerstandskämpferin gegen den Austrofaschismus und Nationalsozialismus.

Herkunft, Ausbildung und Beruf

Grete Jost entstammte einer Arbeiterfamilie in Wien-Erdberg und besuchte in ihrer Kindheit und Jugend die Volks- und Hauptschule. Sie und ihre Schwestern wurden ihrem sozialdemokratischen Elternhaus entsprechend erzogen, sie besuchte dabei die (sozialdemokratischen) Kinderfreunde und den Arbeiter-Turnverein. 1931 begann Jost ihren Beruf als Schuhverkäuferin und wurde Mitglied der Freien Gewerkschaften. Sie wurde jedoch nach kurzer Zeit arbeitslos und trat erst 1937 wieder als Verkäuferin in einem Strickwarengeschäft in die Lohnarbeit.

Politik und Widerstandskampf

1934 trat Jost der KPÖ bei und half in der Illegalität Angehörigen von Gefangenen und war Zellenkassiererin. Sie setzte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ihrer Kampf gegen den Faschismus fort. Sie gehörte der „Provinzkommission“ der KPÖ an und war Verbindungsperson zwischen Wien und Baden und Umgebung. Dabei transportierte sie u. a. illegale Literatur wie die Rote Fahne, Weg und Ziel und Materialien zur Soldatenarbeit.<ref>Margarete Jost im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref>

Am 8. Februar 1941 wurde sie verhaftet. Auch im Gefängnis versuchte sie den Widerstand weiter zu organisieren. Am 23. September 1942 wurde Jost wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Sie wurde am 15. Jänner 1943 im Wiener Landesgericht geköpft. Ihre letzten Worte sollen gelautet haben: „Es lebe die Freiheit!“<ref>Zur Erinnerung an Margarethe Jost. In: zurerinnerung.at. Abgerufen am 1. Februar 2026.</ref>

Zitat

In ihrem letzten an die Familie gerichteten Brief vom 6. Dezember 1942 schreibt Grete Jost:

„...Eines kann ich nur sagen, für was ich getan habe, glaube ich, wäre es auch schon Strafe genug, mich hier bangen zu lassen, wo ich jede Minute damit rechnen muss, geholt zu werden. Hier hat es sich in der letzten Zeit leider auch zum Schlechtesten geändert. Wir dürfen schon seit drei Wochen nicht mehr spazieren gehen, auch hatten wir die ganze Zeit keine Arbeit und dadurch leider viel Zeit zum Nachdenken. Oft stehe ich lange beim Fenster (wenn ich auf dem Bett stehe, beginnt in Stirnhöhe das Fenster) und schaue auf das kleine Stückerl Himmel, das ich erblicken kann (es ist wirklich nur sehr klein, wir sind im Parterre), und träume. Da denke ich oft an die Worte, die Maria Stuart so schön sagte: 'Eilende Wolken, Segler der Lüfte, wer mit euch wanderte, wer mit euch schiffte ..' Soll mir das gleiche Los wie einer Maria Stuart beschieden sein? Ich finde das Schicksal zu groß für mich. Sie war doch eine Königin, ich bin aber nur ein Arbeitermädl ...“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Grete Jost: Zitiert nach: Unsterbliche Opfer, Seite 74

Gedenken

Datei:2017-02-16 GuentherZ (59) Wien03 Baumgasse039 Gedenktafel Grete Jost.jpg
Gedenktafel in der Baumgasse 39

An ihrem ehemaligen Wohnhaus im Gemeindebau Rabenhof (3. Wiener Gemeindebezirk), Baumgasse 39, ist eine Gedenktafel angebracht. 1997 wurde ein in der Nähe befindlicher Park (Erdbergstraße 1–3) nach ihr benannt.<ref>Parkbenennungstafel Grete Jost im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> Sie wurde in der Schachtgräberanlage der Gruppe 40 Reihe 32, Nr. 153 des Wiener Zentralfriedhofes bestattet. Dort wurde ein Gedenkstein für sie errichtet.

Weblinks

Commons: Grete Jost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />


Vorlage:Hinweisbaustein