Schuppenzedern
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| Datei:LibocedrusPlumosa877.jpg
Libocedrus plumosa | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Libocedrus | ||||||||||||
| Endl. |
Die Schuppenzedern<ref name=deutsch/> (Libocedrus), auch Flusszedern genannt,<ref name="Zander2008" /> sind eine Gattung von immergrünen Sträuchern oder Bäumen aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Die Zweige sind wedelförmig und mit schuppenförmigen Laubblättern bedeckt. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Arten liegt auf Neuseeland und auf Neukaledonien. Keine der fünf Arten wird häufig genutzt, nur eine hat geringe forstwirtschaftliche Bedeutung.
Beschreibung
Habitus
Die Schuppenzedern sind einhäusige, immergrüne, bis zu 35 m hohe Sträucher oder Bäume. Die Borke ist rötlich braun bis braun, schuppig und blättert in länglichen Streifen oder Platten ab. Die Äste sind ausgebreitet oder aufsteigend und bilden eine pyramidenförmige, kegelförmige oder buschige Krone. Die Zweige sind wedelförmig und ebenfalls aufsteigend oder ausgebreitet.<ref name=Farjon/>
Blätter
Die Blätter sind schuppenförmig, kreuzgegenständig, dachziegelartig angeordnet und herablaufend. Sie sind ganzrandig, mit freistehendem oder angedrücktem, stumpfem bis spitzem Blattende. Die Spaltöffnungen bilden an den Zweigunterseiten deutliche Streifen. An den äußersten, abgeflachten Zweigen sind sie deutlich zweigestaltig: Die Flächenblätter sind kleiner bis etwa gleich groß wie die Kantenblätter, rhombisch und 1 bis 5 mm lang. Die Kantenblätter sind 2 bis 7 mm lang, längsgefaltet, abstehend, sichelförmig gebogen und drüsenlos.<ref name=Farjon/>
Zapfen und Samen
Die Pollenzapfen stehen einzeln an den Enden der Zweige. Sie sind 2,5 bis 10 mm lang und haben Durchmesser von 2 bis 3,5 mm. Die 8 bis 24 Mikrosporophylle stehen kreuzgegenständig, sie sind schildförmig und tragen meist 4 selten bis 6 abaxiale Pollensäcke. Die Samenzapfen wachsen an den Enden der abgeflachten Zweige und werden von 4 bis 5, 8 bis 18 mm langen Laubblättern umgeben. Die Zapfen bestehen aus zwei Paar kreuzgegenständigen, holzigen und schaligen und auf der Außenseite mehr oder weniger stark bedornten Zapfenschuppen. Das obere, fruchtbare Paar öffnet sich bei der Zapfenreife, das untere hat eine ähnlich Form, ist jedoch kleiner und unfruchtbar. Je Zapfen werden 4 Samen mit zwei unterschiedlich großen Flügeln gebildet.<ref name="jagel, dörken">Armin Jagel, Veit Dörken: Morphology and morphogenesis of the seed cones of the Cupressaceae - part III. Callitroideae. Bulletin of the Cupressus Conservation Project, Bd. 4(3), 2015, S. 91–103 (PDF)</ref> Sämlinge bilden zwei Keimblätter.<ref name=Farjon/><ref name=Cafferty86/>
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n=22.<ref name=LBS/>
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Stamm von Libocedrus bidwillii
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Zweige von Libocedrus bidwillii
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Zweig von Libocedrus plumosa
Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von zwei der fünf Arten liegt auf Neuseeland, die anderen drei kommen auf Neukaledonien vor.<ref name=Cafferty86/>
Systematik
Die Schuppenzedern (Libocedrus) sind eine Gattung in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae).<ref name=GRIN/> Dort wird sie der Unterfamilie Callitroideae zugeordnet.<ref name=Gadek55/> Die Gattung wurde von dem österreichischen Botaniker Stephan Ladislaus Endlicher 1847 in Synopsis Coniferarum, Band 42 erstbeschrieben. Die Typusart ist Libocedrus plumosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.Don) Sarg. Der Gattungsname Libocedrus leitet sich vom Griechischen libos für „Träne“ oder „Tropfen“ ab, verweist damit auf austretende Harztropfen und von cedrus dem Gattungsnamen der Zedern.<ref name=Farjon/><ref name=Gen_Gat/> Ein Synonym der Gattung ist Stegocedrus <templatestyles src="Person/styles.css" />Doweld, ein Taxon, das 2001 von Alexander Borissovitch Doweld aufgestellt wurde. Als Typusart wurde Stegocedrus austrocaledonica (=Libocedrus austrocaledonica) angegeben. Die Gattung wird jedoch meist nicht anerkannt.<ref name=Farjon/> Zur Gattung Libocedrus wurden früher auch die Vertreter der Gattungen Calocedrus, Austrocedrus, Papuacedrus und Pilgerodendron gerechnet, die unter anderen nach molekulargenetischen Untersuchungen eigenen Gattungen zugeordnet werden.<ref name=LBS/><ref name=Gadek55/> Eine Ausnahme bildet die Gattung Pilgerodendron, die nach molekularen Untersuchungen zu Libocedrus gezählt werden kann, jedoch morphologisch größere Unterschiede aufweist.<ref name=Farjon/> Den Schuppenzypressen werden noch folgende fünf Arten zugerechnet:<ref name=PlantList/>
- Libocedrus austrocaledonica <templatestyles src="Person/styles.css" />Brongn. & Gris, aus Neukaledonien
- Pahautea-Flusszeder<ref name="Zander2008" /> (Libocedrus bidwillii <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.f.), aus Neuseeland
- Libocedrus chevalieri <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Buchholz, aus Neukaledonien
- Kawaka-Flusszeder<ref name="Zander2008" /> (Libocedrus plumosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.Don) Druce): Sie kommt auf der Nordinsel und auf der Südinsel von Neuseeland vor.<ref name="WCSP" />
- Libocedrus yateensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Guillaumin, aus Neukaledonien.<ref name=Cafferty86/>
Verwendung
Als einzige Art hat Libocedrus plumosa, ein bis 25 m hoher Waldbaum, eine wenn auch geringe forstliche Bedeutung.<ref name=LBS/> Die Art und auch Libocedrus bidwillii sieht man manchmal in Kultur.<ref name=Cafferty86/> Die Vertreter der Gattung sind in Mitteleuropa jedoch nicht winterhart.<ref name=LBS/>
Quellen
Literatur
- Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 1. Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 90-04-17718-3, S. 503.
- Steve Cafferty: Kosmos-Atlas Bäume der Welt. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-10983-0, S. 86–87.
- Schütt, Schuck, Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8, S. 269.
- Paul A. Gadek, Deryn L. Alpers, Margaret M. Heslewood, Christopher J. Quinn: Relationships within Cupressaceae sensu lato: A Combined Morphological and Molecular Approach. In: American Journal of Botany. Band 87, Nr. 7, 2000, S. 1044–1057 (online [PDF]).
- Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 340 (Nachdruck von 1996).
Einzelnachweise
<references> <ref name=deutsch> Deutscher Name nach Cafferty: Kosmos-Atlas Bäume der Welt, S. 86 und Schütt, Schuck, Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten, S. 269 </ref> <ref name=Farjon> Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers, Band 1, S. 503 </ref> <ref name=Cafferty86> Cafferty: Kosmos-Atlas Bäume der Welt, S. 86 </ref> <ref name=LBS> Schütt, Schuck, Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten, S. 269 </ref> <ref name=GRIN> Libocedrus. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 12. Januar 2013 (englisch). </ref> <ref name=Gadek55> Gadek et al.: Relationships within Cupressaceae sensu lato: A Combined Morphological and Molecular Approach, S. 1055 </ref> <ref name=PlantList> Libocedrus. In: The Plant List. Abgerufen am 12. Januar 2013.</ref> <ref name=Gen_Gat> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 340 </ref> <ref name="Zander2008">Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, Seite 1511. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>
Weblinks
- Christopher J. Earle: Libocedrus. In: The Gymnosperm Database. www.conifers.org, 23. November 2012, abgerufen am 12. Januar 2013 (englisch).