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Badenser

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Als Badenser (auf der zweiten Silbe betont) werden mitunter die Bewohner von Baden bezeichnet. Während diese aus dem urkundensprachlich-lateinischen badensis (als haplologisch verkürzte Form von lat. badeniensis) abgeleitete Bezeichnung früher keinen Anstoß erregte und seit dem frühen 19. Jahrhundert als eine von mehreren üblichen Schreibweisen verwendet wurde – Johann Wolfgang von Goethe gebraucht sie beispielsweise um 1811 unbeanstandet im sechzehnten Buch seines Werks Dichtung und Wahrheit<ref>Vgl. Th. Liebscher, Von Goethe zu den Schwaben. Ohne negativen Beiklang findet sich die Bezeichnung auch bei Friedrich Engels, Karl May (in seinem Roman Die Liebe des Ulanen) und Theodor Fontane (in Meine Kinderjahre); vgl. ebd.</ref> –, wird sie seit der Auflösung des Großherzogtums Baden von den Einheimischen zunehmend als geringschätzig und größtenteils abwertend empfunden.<ref>Dudenredaktion (o. J.): Badenser auf Duden online, abgerufen am 18. September 2021.</ref> Auch wenn sie also historisch gesehen keine Verunglimpfung ist, legen die Bewohner des ehemaligen Landes Baden heute häufig Wert darauf, Badener (oder kurz: Badner) genannt zu werden.<ref>Bastian Sick: Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?, Kolumnenbeitrag im Zwiebelfisch, 30. Juni 2004, abgerufen am 5. Februar 2022.</ref>

Im Stereotyp gilt der Badener als leichtlebig und sinnesfroh, während der Württemberger in die Nähe von Schwaben-Klischees gerückt wird.<ref>Faust-Museum: „Die Einwohner schließen sich mehr der badischen als der specifisch schwäbischen Lebensweise an …“ In: Faust-Museum. 12. Oktober 2018, abgerufen am 19. Juli 2024.</ref>

Dass die Verwendung von „Badenser“ in der jüngeren Geschichte von den so Titulierten als unangemessen und zudem oft abwertend empfunden wird, musste ein Heilbronner Abgeordneter des Baden-Württembergischen Landtags 1954 erfahren: Auf seine entsprechende Äußerung hin drohte der nordbadische CDU-Abgeordnete Franz Gurk, er werde ihn künftig als „Heilbronnser“ bezeichnen, wobei „-bronnser“ phonetisch dem süddeutschen Wort Brunzer/Bronzer = „Pinkler“, „Pisser“ sehr nahekommt.

Der Streit um die Zulässigkeit des Begriffs ist, trotz des Wissens, bei dessen Verwendung auf teilweise erheblichen Widerspruch zu stoßen, aber selten ernsthafter Natur. Er wird selbst von „Ur-Badenern“ meist augenzwinkernd im Zusammenhang mit lokalpatriotischen Auseinandersetzungen mit Schwaben, Pfälzern oder Bayern geführt.

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Bender: Baden, Badener, Badenser. In: Badische Heimat, Heft 1/1978, S. 139–140 (PDF).
  • Thomas Liebscher: Von Goethe zu den Schwaben. Wie die einst neutrale Bezeichnung „Badenser“ in Baden zum Unwort wurde. In: Der Sonntag, Karlsruhe, 8. April 2012, S. 3.
  • Gerhard Müller: Badener und Badenser. Anmerkungen zu einer alten Streitfrage. In: Badische Heimat, 93. Jg., Heft 4/2013, S. 803–809 (PDF).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />